raum für notizen

05. Januar 2003 - 16:30

daß ich immer wieder vergesse, daß es zeit braucht, bis ein text gewachsen ist. es gilt eben nicht nur die worte aneinanderzureihen, ich muß mir schließlich auch selbst hinterher, irgendwie. und das ist beileibe nicht immer leicht, nicht im geringsten. dementsprechend habe ich heute nur recht grobe arbeiten gemacht, dafür bin ich aber bis zum ende – ja, tatsächlich! wer hätte das gedacht! – vorgedrungen. hinten durchgestoßen sozusagen. jetzt liegen da exakt neun seiten ausgedruckt vor mir, die noch zu überarbeitet sind. ganze neun seiten, und dann ist schluß!!! (aber nein, ich täusche mich nicht, das kann wochen dauern, ich weiß. na, was solls?!) dann ist endlich mal gut!!! fürs erste! ;-)

himmel, was hab ich die schnauze voll von diesem anstrengenden stil, dieser intensität und allerfeinerster feinstarbeit. (zumindest, wenn es so anstrengend ist wie jetzt gerade.) und was war ich froh und überrascht, als ich dahin gefunden hatte, ganz unerwartet, vor sieben jahren. jetzt freue ich mich nur noch darauf, endlich wieder leichter zu arbeiten, wie mit links, vielleicht, etüden spielen. mehr soll es dann erst einmal nicht sein. (obwohl ich natürlich schon anfange darüber zu spinnen. ;-)

dazwischen natürlich immerzu die frage, was das alles soll. derzeit kann ich MEMORY nicht beurteilen, nicht im geringsten, ich bin viel zu nah dran, im detail gefangen sozusagen. ich habe eine vorstellung, eine ziemlich deutliche sogar, von dem was es was es sein soll, meiner meinung nach. aber ich weiß nicht, ob es das tatsächlich ist. und ich könnte es auch nicht mehr dazu machen, wenn es das nicht sein sollte. ich hab da wohl nichts mehr zu sagen. das ding lebt von selbst, und ich bin sein sklave. (oups, wie pathetisch.) so kann ich nur noch mein handwerk ausüben.

wenn es nicht einigermaßen anmaßend wäre, würde ich jetzt sagen, daß ich in diesem augenblick kafka verstehe, der offensichtlich wollte hat, daß sein gesamtes werk verbrannt werden soll, weil es für ihn keinen wert hatte. oder so ähnlich jedenfalls. unglaublich im grunde, aber andererseits auch verständlich. die diskrepanz ist groß, mitunter, unvorstellbar. und es ist schwer zu ertragen, daß man das ziel nicht erreichen konnte, nicht einmal annähernd in reichweite gekommen ist. auch wenn man es nur selber kennt und niemand sonst.

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