raum für notizen

asf im doppelpack

09. November 2004 - 10:51

erster tag in der ‘coolen agentur’. ein haufen fremder leute in einer mir fremden umgebung, die sich alle verdammt gut kennen und auskennen und so weiter. kein guter zustand, für mich. ich taper ein wenig dumm durch die gegend, orientiere mich an allen fronten gleichzeitig. bürostruktur, arbeitsabläufe, gesichter, stimmen, gelächter, … das büro verteilt sich auf zwei wohnungen, ein männer- und ein frauenbüro. die telefonzentrale ist auf der frauenseite. auch die organisation liegt angeblich mehr auf der frauenseite, während der außendienst männersache zu sein scheint. das ist eigenartig, finde ich. soll aber so gewachsen sein. trotzdem, ich, die ich 14 jahre in einem reinen frauenbüro (innen- und außendienst) gesessen habe, finde das recht schade.
ob das ein unbezahltes praktikum ist werde ich später gefragt. was weiß ich? unbezahlt auf jeden fall. praktikum? dagegen spricht, daß mich niemand mit einem stapel unbearbeiteter akten an den katzentisch gesetzt hat. im gegenteil. ich darf machen, was ich will, jedem zuhören, alles fragen. ich dürfte auch gleich in die vollen greifen, kunden abarbeiten. was ich mir aber zunächst mal verkniffen habe, logisch. das wäre wohl auch nicht mein stil. überhaupt darf jeder machen, was er will. angeblich soll es so sogar funktionieren. es gibt grundstrukturen der verständigung und des ablaufes, aber sonst?
ich suche und warte auf den haken an der geschichte. wenn ich ehrlich bin. die agentur sucht seit jahren mitarbeiter, wurde mir heute erzählt, aber es kommt kaum jemand wieder, der sich vorgestellt hat. die bewerber haben also offensichtlich entweder keine zeit, keine lust, ein paar wochen umsonst zu arbeiten. oder sie kommen nicht damit klar, sich die arbeit allein zu organisieren. (der alte kindergartensatz: müssen wir heute wieder spielen, was wir wollen?) was weiß ich?
oder alles ist finte, und die suchen sich immer ein paar ‘praktikanten’ für die akut anfallende arbeit. andererseits haben sie mir ja keine arbeit zugewiesen.
ich bleibe ein wenig ratlos.

danach zum anderen finanzdienstleister. produktschulung. bestattungsservice, sterbeversicherungen, pflegeversicherung. verkaufstrategien. 1000€ provision an einem vormittag. marktanalysen. bevölkerungsanalysen. millionen von reichen alten leuten als zielgruppe. das ist sinnlos bis ekelhaft. im grunde gibt es meinerseits nicht mehr viel dazu zu sagen. innerlich habe ich längst damit abgeschlossen. was tue ich also noch da? mich amüsieren? diese eigenartigen leute studieren? in ihren langweiligen anzügen, krawattenverschnürt? aber ganz so dumm sind sie dann doch nicht, sie fangen an sich zu wundern, wenn ich durch die tür komme. eindeutig.
wenn ich in den nächsten tagen dort meine unterlagen zurückhole, dann hätte ich mich damit wohl für die ‘coole agentur’ entschieden. oder aber für hartz iv. so sieht es aus, derzeit.

schichtarbeit | 0 » | plink

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