raum für notizen

erfolgreich abwracken

27. März 2009 - 13:05

gerade ist es verlängert worden, das allgemeine abwracken. ach nein, natürlich nur das sinnlose verschrotten von durchaus funktionsfähigen kraftfahrzeugen. aber was solls, ist doch egal, ob so oder anders, dieses oder jenes. ob autos oder leben. alles neu, macht der mai. ich finde das gut, das paßt doch, dieses wort: abwracken!

klingt fast wie abkacken.

also los, wracken wir ab. in die presse mit dem ganzen schrott, und nicht nur die autos. so geht das nicht, das reicht doch niemals. es braucht mehr, das ist größer gedacht, muß also größer werden. viel größer. das ist im grunde ein globales projekt. so sehe ich das. verwandeln wir doch einfach die ganze welt in hübsch kompakte müllquader, stapelware, und lagern sie aus. dann wäre das zumindest schon mal erledigt. ein anfang, immerhin.

Ein neuer erfolgreicher Tag ist übrigens eine skulptur am wuppertaler kasinokreisel – der, nebenbei bemerkt, übrigens schon lange kein kreisel mehr ist, sondern nur noch so heißt – die von der sparda bank gestiftet dort aufgestellt wurde. normalerweise trägt der erfolgreiche kerl – ist es ein banker? tatsächlich? – natürlich einen schlips, wie es sich gehört, der ihm bei seiner harten arbeit aber offensichtlich immer wieder mal abhanden kommt.

trübsinn | 0 » | plink
  • @lechajim:
    27. März 2009 - 16:12

    Zu deinem Artikel fällt mir Erich Kästner ein, ich zitiere:

    “Ein Kubikkilometer genügt

    Ein Mathematiker hat behauptet,
    dass es allmählich an der Zeit sei,
    eine stabile Kiste zu bauen,
    die tausend Meter lang, hoch und breit sei.

    In diesem einen Kubikkilometer
    hätten, so schrieb er im wichtigsten Satz,
    sämtliche heute lebenden Menschen
    (das sind zirka zwei Milliarden!) Platz!

    Man könnte also die ganze Menschheit
    in eine Kiste steigen heißen
    und diese, vielleicht in den Kordilleren,
    in einen der tiefsten Abgründe schmeißen.

    Da lägen wir dann, fast unbemerkbar,
    als würfelförmiges Paket.
    Und Gras könnte über die Menschheit wachsen.
    Und Sand würde daraufgeweht.

    Kreischen zögen die Geier Kreise.
    Die riesigen Städte stünden leer.
    Die Menschheit läg in den Kordilleren.
    Das wüsste dann aber keiner mehr.”

    Mal abgesehen davon, dass wir nun zwei bis drei Kubikkilometer mehr bräuchten, hoffe ich doch nicht, dass du es so dunkel siehst wie Herr Kästner.. oder doch?

  • engl:
    27. März 2009 - 22:41

    so wie der verehrte herr kästner, nämlich satirisch, könnte ich mich mit dem gedanken durchaus befreunden.