raum für notizen

zahlenspiele in den täglichen nachrichten (73)

02. Februar 2010 - 18:05

hartz iv soll abgeschafft werden, zumindest wenn es nach dem sprachgebrauch unserer arbeitsministerin geht. also das wort, darum geht es, das gehört wirklich ausgemerzt.

weil das allein aber nicht reicht, müssen natürlich noch andere maßnahmen ergiffen werden. der faulste arbeitslose überhaupt wird derzeit wieder einmal durch tv und presse gehetzt. und gibt dabei das gewünscht elende bild ab. die süddeutsche präsentiert eine statistik, die besagt, daß der mißbrauch mit transferleistungen im vergangenen jahr um satte 1,9% gestiegen sei. schlimm!

so etwas nennt man dann wohl richtig „schlechte presse”.

der freitag bemüht sich, das heute geradezurücken und schreibt: … die lächerliche Zahl ist auch noch falsch. doch ob das wiederum so stimmt? wer weiß das schon, bei solchen verzwickten meinungszahlenspielereien.

und überhaupt, was solls. inzwischen sind ja auch bild und konsorten längst durch mit dem thema. macht schließlich was her.

nachtrag: okay, der freitaglink zu dem artikel zum thema hartz iv-mißbrauch führt inzwischen ins leere, keine ahnung wieso. vielleicht hat man sich doch allzusehr verrechnet. ich laß das jetzt so, was soll ich machen? ist außerdem nicht das erste mal, daß mir das dort auffällt. die linkpolitik ist seltsam, das ist ärgerlich. ebenso wie die nach wie vor oberlahme freitagseite.

trübsinn | 0 » | plink
  • Sammelmappe:
    02. Februar 2010 - 20:36

    Ich frage mich immer wieder: Wann wachen denn die Menschen endlich auf? Wie lange lassen sie sich noch beschimpfen und demütigen?

  • engl:
    02. Februar 2010 - 21:15

    ich glaube nicht, daß die beschimpften und gedemütigten schlafen. sie schweigen vermutlich einfach nur. damit das maß des unerträglichen nicht allzu sehr gesprengt wird. und mitten da hinein schwätzen dann die politiker und plappert die presse. ohne zu wissen, was sie anrichten.

  • Sammelmappe:
    05. Februar 2010 - 9:02

    Ohne zu wissen, was sie anrichten? Das glaube ich nicht. So ein Leben als reicher Mensch wird dann erst richtig schön, wenn es die Armen gibt, die mit runtergezogenen Schultern an der Ecke stehen und frieren. Und ein paar Schuhputzer und Billigsthelfer im Alltag ist auch nicht schlecht.
    Nein, ich denke das Runtermachen ist Teil einer Strategie. Es gehört mit zur Politik.

  • arboretum:
    05. Februar 2010 - 23:23

    Es wird zurzeit viel über Hartz-IV-Missbrauch und Faulheit geredet. Nun ist es in Deutschland so, dass man seit vielen Jahren fürs Arbeiten immer weniger Geld bekommt.
    Ein Kommentar von Harald Martenstein im Tagesspiegel vom 31. Januar 2010.

  • arboretum:
    05. Februar 2010 - 23:24

    (Ähm, wer ihn lesen möchte, klicke bitte auf “Kommentar”>)

  • engl:
    07. Februar 2010 - 18:45

    @ Sammelmappe

    darüber habe ich jetzt lange nachgedacht. ob es wirklich politische absicht sein kann, daß es möglichst viele gibt, auf die man von oben nach unten treten kann.

    nein, das entspricht nicht meinem weltbild. auch nicht meinem menschenbild. überhaupt nicht. die reine opfer- oder auch täterexistenz gehört einfach nicht dazu. so ist es nur auf den ersten blick. und auf den kommt es nicht an, letztendlich. (amen! ;-)

    ja, ich weiß, daß es im grunde anders ist. daß du recht hast. ich wage es nur nicht, es auch zu sagen. damit bekäme es auch noch von mir kraft und energie zugesprochen. und damit macht. nein.