raum für notizen

schrauber

24. April 2010 - 19:13

was denn das sei, fragt der mann, während ich die beiden pakete in den fahrstuhl hieve. ein fernseher? gerade noch rechtzeitig erinnere ich mich, daß die fernseher ja heute fast alle ganz flach sind. aber warum gleich zwei?

ein stück möbel, sage ich.

ob ich denn einen schraubenzieher habe.

ich nicke. und muß lachen, weil ich an meine unzähligen werkzeuge denke, eine ganze kammer voll. erworben für die lehre damals, geerbt von meinem opa und vater und überhaupt, man braucht ja immer wieder mal was neues. meine gesammelten schraubendreher kann unbesehen nicht einmal zählen, es müßten an die zwanzig sein.

schade, sagt der mann. aber heute könnten die frauen das ja alles allein.

das konnten sie immer schon, sage ich.

bevor ich dann meiner wege ziehe mit meinen zwei an die vierzig kilo schweren paketen. (auf einer sackkarre, versteht sich. ;-)

zusammengebaut war das ding dann in etwas mehr als drei stunden, inklusive der vier schubkästen und fünf zusätzlich gezimmerten einlegeböden. zur hand genommen habe ich aber lieber gleich den akkuschrauber, ich bin ja nicht blöd. und einen hammer natürlich, einen schlitzschrauber, stichsäge und bohrmaschine, schleifpapier, zollstock, winkel und bleistift usw.

alles ganz allein. und besser vermutlich als irgendsoein schnulli, der schraubenzieher sagt und meint, daß das zum möbelbauen reicht.

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  • Sammelmappe:
    24. April 2010 - 20:57

    Ein Stück Möbel ist eine diplomatische Antwort. Die gefällt mir. Aber ich muss sagen, dass ich in praktischen Dingen eine Niete bin. Das gilt für den Haushalt genau so wie für das Heimwerken.

    Werkzeug besitze ich auch. Aber nur, weil mein Liebster irgendwann mit einer großen Kiste inklusive Akkuschrauber angekommen ist und zu mir sagte: Das brauchst Du für Deine Wohnung. Die Rechnung für die Sachen hat er mir auch gleich hingelegt.

    Seither ist das meine allumfassende Grundausstattung.

  • engl:
    24. April 2010 - 21:49

    dafür rechne ich – bitte nicht weitersagen – an den fingern. ich kann also allerhöchstens das dezimalsystem, rudimentär natürlich. frage mich aber bitte niemand jemals nach minuten und sekunden.

    andererseits, wenn ichs genau überlege … ich hab im nebenfach architektur sogar mal eine statikprüfung, schriftlich, gemacht. und problemlos bestanden. nicht gut, aber bestanden.

  • engl:
    24. April 2010 - 21:49

    oh sorry, ich glaube das hieß tragswerkslehre.

  • Sammelmappe:
    25. April 2010 - 9:54

    tragswerklehre – klingt imposant