raum für notizen

365

05. Februar 2011 - 17:07

seit anfang des jahres verfolge ich täglich die geschehnisse in diesem wiener wohnzimmer. etwas gestalten, kreativ sein, jeden tag etwas machen. sehr spannend. ein ganzes jahr lang, also 365 mal. beinah kommt es mir verrückt vor, viel zuviel, einfach wahnsinn. doch es ist eine phantastische idee, die – wenn ich das richtig verstanden habe – auf noah scalin zurückgeht. das muß unglaublich zufrieden machen, könnte ich mir vorstellen. jeden tag etwas fertig kriegen, abschließen, präsentieren. das muß einfach ein riesiges stück zufriedenheit bedeuten.

und so sind es wohl nicht wenige menschen, die sich zur zeit mit der bewältigung einer täglichen kreativaufgabe auseinandersetzen. tag für tag für tag. auch der zusatz, daß das ein weg sei, sein leben zu verändern, scheint mir nicht zu hoch gegriffen. ganz im gegenteil. kreativität ist dazu durchaus geeignet, ich weiß.

irgendwie ist es mir das ganze jahr schon eine persönliche erleichterung, daß ich überhaupt nicht zeichnen oder malen kann und ebenfalls keinen besonderen zugang zum basteln habe. ich baue ja lieber, und das geht oft nicht an einem tag. außerdem war ich im leben nie in einem kindergarten, mir fehlen also die nötigen grundfertigkeiten, wie sie jedes kind ganz selbstverständlich entwickelt. darüber hinaus ist das jahr ja nun auch schon ein wenig fortgeschritten. zum glück.

trotzdem überfiel mich in zusammenhang mit diesem projekt jüngst die vorstellung von einem gedicht pro tag. das ist furchtbar. schlimm. eigentlich unvorstellbar. aber ich hab ja noch fast elf monate, um mir über die tragweite dieses gedankens klarzuwerden.

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  • das wohnzimmer:
    05. Februar 2011 - 17:44

    nicht lang nachdenken, einfach machen. der tag eins kann heute sein, dann wird eben bis 365 durchgezählt. und ja, es macht unglaublich zufrieden. und glücklich. und all den wunderbaren blödsinn, den man sonst nur in esoterikbüchern liest. daher: tus einfach. und wenn du dich gar nicht überwinden kannst – wie wäre es mit einem gedicht pro woche? 52 ist eine ziemlich kleine zahl.

  • engl:
    05. Februar 2011 - 21:15

    das hatte ich befürchtet, daß man einfach immer anfangen kann und nicht auf den 1.1. warten muß. wie soll ich jetzt noch darum herum denken, irgendwie. ;)

    aber 52 ist vielleicht keine schlechte idee für den anfang. oder? ach, ich weiß auch nicht.

  • das wohnzimmer:
    06. Februar 2011 - 1:18

    ein gedicht kann ja auch nur aus 2 worten bestehen. ich habe übrigens den segen des imperfektionismus entdeckt. war mir vorher undenkbar. falls es das ist was dich abhält. (los, fang an! 52 ist echt wenig!)

  • engl:
    06. Februar 2011 - 13:34

    oh, wie gemein. jetzt ist auch noch mein zweiter knackpunkt, der perfektionismus enttarnt. das geht doch nicht, etwas nicht durchdachtes, noch nicht zuende gebrachtes, also etwas halbferiges zu präsentieren. obwohl es natürlich immer so ist, letztendlich. alles andere wäre illusion. ;)

  • worte an sich sind nichts» Blogarchiv » Blogs und Kreativität:
    30. März 2011 - 20:22

    […] angehaucht. Ines, die das  Wiener Wohnzimmer fleißig tagtäglich bestückt, räumt in diesem Kommentar in meinem Privatblog mit diesen Befürchtungen auf. Und hat mich damit außerdem in meiner eigenen […]