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archiv: August 2011


25. August 2011 - 10:17

mit drei oder vier anderen bin ich zu einem wettlesen geladen. es ist nur ein kleiner rahmen, eine stadtbibliothek vielleicht. ich weiß es nicht, ich kenne den ort nicht. ich kann dann auch nicht wirklich teilnehmen, weil unaufhörlich blut aus meiner nase läuft. ich drücke mich in irgendwelchen ecken herum und versaue ein t-shirt nach dem anderen. so kann ich doch nicht unter die leute. nicht einmal den anderen teilnhemern kann ich zuhören. bei all dem bin ich dennoch ziemlich entspannt und lache viel.

später will ich G davon erzählen, aber die mag davon nichts hören. stattdessen springt sie aus dem fenster. in dem moment ist dann schluß mit entspannung.

bei mir

25. August 2011 - 09:45

ich beneide menschen, die sich schlafend erholen, auch körperlich. ich schlafe mich derzeit jeden zweiten oder dritten tag in den schmerz. gegen fünf oder sechs spüre ich das dann und wache auf, immer wieder, nur kurz zunächst. ich drehe mich in eine andere richtung, jedesmal, hin und wieder her, die ganze zeit. ich hoffe noch, daß es vorbei geht. daß ich nach einer drehung in die richtige richtung plötzlich schmerzfrei wachwerde. vielleicht. aber das ist noch nie passiert. irgendwann gebe ich auf, ich flüchte vor dem schmerz. heute war das kurz nach sieben. macht knapp fünf stunden schlaf. (schlaf?)

manchmal funktioniert das, als bliebe der schmerz ohne mich einfach liegen. heute ist er bei mir geblieben. (jetzt also schmerzmittel und dann an die arbeit. los.)

tomaten anbauen in der stadt (12)

24. August 2011 - 19:49

mit zunehmender sonne und wärme ist auch die kraft in meine kleine tomatenplantage zurückgekehrt. heute ist sie gespickt mit kleinen roten flecken, wie man sieht.

dabei habe ich noch etliche fertige tomaten im schrank und im kühlschrank. und dazu eine einzige paprika. mehr geht wohl einfach nicht, ich jedenfalls habe es noch nicht geschafft, hier bei mir auf dem balkon. und das wäre auch echt der hammer, wenn ich das jemals hinbekäme. viele, viele schöne rote paprika jeden sommer. ich liebe rote paprika.

loriot

23. August 2011 - 19:35

das erinnert mich jetzt an die kleine provinzzeitung, bei der ich früher mal gearbeitet habe. anzeigenblättchen, abteilung stadtteilwerbung. die chefin dort hatte immer das buch mit seinen fernsehsketchen igendwo in ihrem büro stehen, und manchmal haben wir im sommerloch mit verteilten rollen gelesen. statt immer nur zusammen zeiträtsel zu lösen. am schwersten war middle fritham.

nachsicht

23. August 2011 - 16:02

schnell noch was erledigen, bevor die migräne richtig zuschlägt. manchmal geht das, meistens ist es keine gute idee. meistens geht es dann erst recht los, mitten im gewühl. hin und wieder muß es trotzdem sein. der brief heute mußte zur post, daran führte kein weg vorbei. also schnell. und dann auch gleich noch ein paar kleinigkeiten einkaufen, kann ja nicht so schlimm sein. dauert ja höchstens zehn minuten.

im gewühl geht es dann los. das licht, der lärm, all die menschen. das war keine gute idee. ich suche mein zeug zusammen, stelle mich an der kasse an. kassen geben seltsame geräusch von sich, außerdem gibt es da ein rotes leuchten, das sonst niemand zu sehen scheint. niemals. ich drücke gegen meinen kopf, suche die richtige stelle, seit jahren schon. ohne sie jemals zu finden. ich halte mir das rechte auge zu, halte mir die ganze rechte seite weg, nicht nur im gesicht. die rechte seite, bis fast runter zur hüfte, könnte mir die mal wer wegschneiden.

da ist aber einer müde, schreit mich die kassierin fröhlich an.

das macht mich hilflos. meint sie mich? bin ich einer? wir sind in neukölln, vermutlich denkt sie ich sei eine dieser (eigentlich ja nicht mehr) jungen kreativen, die die nacht zum tag machen und am tag dann nicht aus der wäsche gucken können. was soll ich sagen? habe ich kopfschmerzen? bin ich krank? geht es sie etwas an? ich weiß nicht, was ich sagen soll. ich sage einfach nichts, ich muß mich auf den kassiervorgang konzentrieren.

jetzt noch nicht, aber unter vollmigräne sehe ich vermutlich aus wie volltrunken. mein reden ist ein lallen, mein hören verschwommen, mein gang. ich weiß nicht, fühlt sich an wie aufrechtes kriechen. aufklären könnte ich das alles dann auch nicht mehr, kommunikation ist nicht möglich. hilfe auch nicht. menschen sind nicht mehr vorhanden, sind in jedem fall unerreichbar. was auch besser ist, sonst käme ich womöglich auf die idee, um meine notschlachtung zu betteln. ist mir schon passiert, mitten in der nacht. aber da war nie wer da. zum glück.

manchmal stelle ich mir vor, wie ich in diesem zustand irgendwo aufgegriffen und in eine gummizelle verbracht werde. zur ausnüchterung. das ist auch so ein vorteil des wohnbüros und der arbeit zu hause, daß ich selbst bestimmen kann, wann ich mich wo in der welt bewege. so ziemlich jedenfalls. hier drinnen ist alles leer, hier kümmert sich niemand. ich ziehe meine schleifen, wenn nötig eben mit einem auge, kriechend. ich erledige meine arbeit immer. wenn nicht heute, dann morgen.

eben, nach abgeschlossenem kassiervorgang – schweigend und schwierig, dieses fiepen, dieses licht – wünscht mir die kassiererin lautstark einen guten tag noch. ihr kopfschütteln danach ahne ich eher, als daß ich es sehe, ich gehe, ich krieche davon. sie lacht dann aber so laut mit dem nächsten kunden über mich, das ich das auch in meinem zustand nicht überhören kann. doch ich höre nicht zu. das ist vorbei.

vor der tür haben sich massen von menschen vor dem gewitter in den eingangbereich des geschäfts geflüchtet. ich flüchte vor ihnen in den regen, der ist rhythmisch, kühl und dunkel. das ist gut.

lebenslernaufgabe für heute: nachsicht üben in einer welt, die niemals nachsichtig ist. (kann ich noch nicht so gut.)

a history of time

22. August 2011 - 23:45

heute ist mir der linke motorradstiefel quer zum absatz durch alle schichten hindurch gebrochen. wahrscheinlich war das schon länger in arbeit. passt auch, ist ja die schalthebelseite. jetzt kann ich drei finger da durchstecken, wenn ich will. oder auch fünf, wenn ich es nicht scheue, mir dabei wehzutun.

über zehn jahre bin ich mit den dingern gefahren, zweimal hab ich mich, samt motorrad, damit auf die straße geschmissen. beim ersten mal hat es die schnürriemen an drei stellen durchgeschnitten und die nieten zerquetscht. der fuß ist ganz ganz geblieben.

jetzt muß ich, wohl oder übel, auf die stiefel zurückgreifen, die ich davor immer benutzt habe. die dürften inzwischen an die zwanzig jahre alt sein. find ich okay, die passen auch besser. die sind maßgenommen und handgearbeitet extra für mich in england hergestellt worden.

die anderen waren von anfang an eine nummer zu groß. laufen konnte ich darin nie so richtig. und die ganz alten haben lustigerweise eine nigelnagelneue superprima schweineteure durchgehende besohlung.

es ist schon seltsam mit den dingen dieser welt.

schubkraftumkehr

21. August 2011 - 17:54

heute kämpfe ich verzweifelt mit dem impuls, grundlegend aufräumen zu wollen. schon seit stunden. das habe ich schließlich, seit ich in berlin bin, noch nie so richtig gemacht. doch wenn ich damit jetzt anfange, dann komme ich aus der nummer unter drei bis fünf randvollen müllsäcken, zum sofortigen abtransport bestimmt, nicht mehr raus. ich wühle mich von einem schrank in den nächsten, durch alle schubladen, bis in die hinterste ecke, und natürlich von einem zimmer gleich zum anderen hinüber. küche und bad  werden dabei natürlich nicht ausgespart. und anschließend will ich dann auch noch putzen, was ja eher selten vorkommt. aber in diesem fall, wenn ich zwangsläufig in allen dreckecken gewühlt habe, dann immer.

insgesamt dauert so ein anfall, knapp gerechnet, sicher drei tage. dabei werden dinge umsortiert, ordnungen gebrochen und ordnungen geschaffen. das alles ist also durchaus auch eine denksportaufgabe. und es wäre hoch vonnöten, habe ich das gefühl. meine seele schreit danach.

aber vielleicht warte ich auch einfach, bis der hormonschub vorbei ist. oder ich leite ihn irgendwie ab oder um. mal sehen.

die eigene schrift lesen

20. August 2011 - 23:53

manchmal schreibe ich ja noch mit der hand auf papier. nicht sehr oft eigentlich, viel zu selten. meistens nur spät nachts, wenn kein bildschirm mehr erreichbar ist. oder unterwegs. ich bin nicht so die telefontipperin. ich brauche weite und raum, viel weiß. und wenn es nur eines dieser kleinen schwarzen bücher ist. meines ist immer bei mir.

manchmal lese ich später darin. wobei ich immer wieder feststelle, daß meinen handschrift sehr zu wünschen übrig läßt. wäre das, was da steht, nicht auch irgendwo in mir, mit sicherheit, ich könnte es oft selbst nicht entziffern.

das hier zum beispiel, das hatte ich total vergessen. auch das geschah vermutlich irgendwann in der nacht:

es gibt menschen, die liebe ich sowieso. egal, ob sie hier sind oder anderswo, ob ich sie sehen kann und  manchmal vielleicht sogar mit ihnen spreche. oder ob ich all das niemals tue, weil es einfach nicht geschieht. weil es nicht geht, warum auch immer. ich liebe diese menschen eben, jetzt und für immer. so ist das. egal, ob sie leben oder schon tot sind. egal auch, ob ich lebe oder vielleicht nicht mehr. es  gibt auch menschen, die ich lieben werde, wenn ich dann tot bin, irgendwann. menschen, die jetzt vielleicht noch gar nicht leben. kann das sein?

schlachtung

20. August 2011 - 19:33

neulich hab ich meinen elektroschrott beim exzellentesten pc-doc berlins abgeholt, nach zirka sechs wochen gerödel. der letzte schritt sozusagen, mußte ja auch endlich mal sein. zu hause hab ich die kiste dann als erstes einfach mal umgetreten, versehentlich natürlich. war ganz leicht und hat schön geknallt. aber war ja nun eh egal.

heute habe ich dann schlachtfest gefeiert, was ebenfalls ganz leicht war. nach exakt dreizehn zu lösenden schrauben hatte sich das ding erledigt. (festplatte war ja schon raus, arbeitsspeicher und netzwerkkarte ebenfalls.) falls also jemand bedarf an einem netzteil, einem lüfter, einer netzwerk- und einer grafikkarte (letztere ziemlich neu), 2gb arbeitspeicher (2 x 1gb), einem dvd-brenner oder einer 160gb festplatte hat, bitte melden. gehäuse wäre auch noch da, aber naja. geschenkt.

das motherboard von foxconn gibt es nicht, das ist ja schuld an all dem. das nagel ich auf dem balkon an die wand. dort dient es dann als als mahnender dämon. oder irgend sowas. hoffentlich.

freitagszen

19. August 2011 - 23:00

engl auf zendura, 28. woche:

# eigen

# haben oder

# schweigen

# all_einigkeit

# so spricht die hoffnung von liebe