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archiv: Dezember 2011


ende 2011

31. Dezember 2011 - 23:59

was für ein verlustreiches jahr, als hätte ich letztendlich alle unschuld verloren. die gewißheit vor allem, wenn schon nicht das wirklich richtige, so doch immerhin immer irgendetwas tun zu können. irgendeinen schritt zumindest, in irgend einerichtung. auch das ist schließlich ein anfang. 2011 hat mir das endgültig ausgebrannt.

statt dessen weiß ich nun (wieder) um die tiefe lüge mir. wie das falsche in einer art und weise falsch sein kann, daß es über jahren unerkannt bleibt. ich. bin diese lüge. 2011 bin ich meiner eigentlichen armut (wieder) begegnet. nicht der äußeren, was ja nun wirklich nichts besonders neues wäre. statt dessen der inneren, meiner armseligen herkunft.

das ist unausweichlich. ende!

31. Dezember 2011 - 15:45

ein befreundetes paar wird von einem fremden mit worten und waffen in die enge getrieben. daß ich als vierte dabei bin, ist zufall. alle schweigen, nur der bewaffnete redet, schreit und wütet. es ist kaum zu ertragen. wegen der waffen, wegen der wut. es gibt kein entkommen, der raum ist geschlossen, nur nach oben offen. irgendwann ertrage ich es nicht mehr, fange meinerseits an zu reden. irgendetwas, darauf kommt es nicht an. ab dem zeitpunkt hat der fremde mich im visier. natürlich, was auch sonst. ich kenne das doch. ich versuche aufzuwachen, aber das ist nicht so einfach. (schließlich finde ich mich diagonal im bett liegend, auf dem rücken, atemlos, wie gerade geprügelt. draußen wird es hell, und es knallt.)

31. Dezember 2011 - 04:24

denke darüber nach, in der silvesternacht, pünklich um zwölf, auf dem motorrad in die schlacht zu reiten, wie ein bote im krieg. sollen sie mich doch abschießen, sollen sie es doch versuchen. ich komme doch immer ans ziel, am ende. wetten!

singen. und fertig.

31. Dezember 2011 - 01:20

über schule reden ist irgendwie nett, nach so langer zeit. heute ist schließlich alles besser, und ich weiß es auch. rechnen werde ich nie können, aber das macht eigentlich nichts. es gibt taschenrechner und excel, und logisch bin ich gar nicht so schlecht beieinander. noch nie gewesen. chemie ist übrigens noch weniger mein ding, auch wenn es damals eine meiner lieblingslehrerinnen unterrichtet hat. sie muß ziemlich schlecht gewesen sein, das ist mir heute klar.

musikunterricht gab es auch, manchmal. so ein jahr übers andere, zu mehr reichte es nicht. lehrermangel. wenn, dann wurden noten an die tafel gemalt und blockflöten angeschafft. musikbücher gab es auch, mit mir unbekanntem liedgut darin. irgendwie hatte ich ausgerechnet im musikuntericht immer das gefühl, daß der rest mir überlassen war, in einer klasse aus über dreißig schülerinnen. (ja, eine reine mädchenklasse.) da gab es eigentlich keinen unterricht, nur vorgaben. bücher zum selberlesen und vorspielen natürlich. das mußte reichen.

im hintergrund in dem osteuropäischen restaurant wird auch gesungen. meistens im eurovisionsstil, ab und zu aber erklingen diese harten, gerade herausgezwungenen frauenstimmen mit polyphonischer tendenz. (laienhaft ausgedrückt.) ich liebe das.

besonders absurd fand ich es immer, wenn ich im musikunterricht allein vorsingen sollte. das heißt, eigentlich war ich zunächst davon ausgegangen, daß ich das selbstverständlich natürlich nie würde tun müssen. das war etwas für die anderen, die in chören sangen oder es sonstwo lernten. davon war ich überzeugt. nie wäre ich darauf gekommen, daß in der schule etwas von mir verlangt werden würde, einfach so, das ich noch nie zuvor gemacht hatte. ich dachte tatsächlich, ich würde dort nur das zu tun bekommen, was man mir zuvor auch dort beigebracht hatte. rechnen zum beispiel. etwas, worin ich auch nicht gern vorgeführt wurde, aber immerhin war das etwas, was ich durchaus schon häufiger getan hatte. und auch gelernt, bei allem rechnerischen handicap.

aber singen? das hatte mir noch niemand jemals gezeigt. oder von mir verlangt. das konnte einfach nicht sein.

das erste mal war eine katastrophe. beschämend. besonders, weil ich anschließend für dinge korrigiert wurde, die ich nicht verstand. und ich bekam eine nicht besonders gute note dafür aufgeschrieben. fertig. die nächste. singen. dabei hatte ich mich ganz gut gefunden, vor allem, weil ich mich überhaupt getraut hatte.

danach war der musikunterricht eine ständige angstkatastrophe. singen, ich? nie wieder. das erste mal war auch das letzte mal. fertig.

eine schöne, handfeste geschichte, finde ich eigentlich. so aus heutiger sicht. zeigt sehr deutlich, wie schule eben nicht funktioniert. nicht funktionieren kann.

habt ihr nie zuhause gesungen, werde ich daraufhin gefragt. das nimmt mir die letzte fassung, um die es dieser tage ohnehin nicht besonders gut gestellt ist. nein, natürlich nicht. wir haben kaum miteinander geredet. das war gefährlich, jedes wort hätte das falsche sein können. und dann gab es für nichts mehr garantie. da kann man doch nicht singen.

und doch habe ich es getan, dieses eine mal. damals. wenn auch nur, weil ich dazu gezwungen wurde. außerdem muß es ziemlich scheiße gewesen sein.  und es war demütigend. aber egal. es wußte und weiß ja niemand, wo ich damals gelebt habe. und wie.

freitagszen

30. Dezember 2011 - 23:00

engl auf zendura, 47. woche:

# die traurige leichtigkeit des seins

# stochastik

 

28. Dezember 2011 - 21:42

alle erklärungen streichen. statt dessen die fakten arrangieren. ob das reicht?

27. Dezember 2011 - 16:41

zur allgemeinen beruhigung habe ich soeben mit der steuer angefangen. 2010, versteht sich. soweit ist es mit mir schon gekommen.

zum jahresabschluß mit zahlenkolonnen und excel kämpfen, auch das hat tradition, irgendwie. fast schon so wie das weihnachtsbügeln. es ist also wirklich nicht so, daß es solche ansätze in meiner familienfreien existenz überhaupt nicht gäbe.

27. Dezember 2011 - 03:19

habe mir dieser tage mit ein paar worten eine schwere last vom herzen gestemmt. wurde dafür mit guten nachrichten belohnt. und mit einer dieser sich sanft öffnenden zarten traurigkeiten.

42

26. Dezember 2011 - 23:50

nichts ist statisch. (acht federn)

weihnachtsfrieden

26. Dezember 2011 - 18:32

eine der schönsten weihnachtgeschichten ist und bleibt dieser seltsame weihnachtfrieden, den es wohl tatsächlich zum ende des ersten weltkrieges gegeben hat. keine legende also, diese kurze zeit im niemandsland, zwischen den lagern. trauer und trost, getauschte geschenke und gesang. und fußball natürlich, wie könnte es anders sein zwischen engländern und deutschen. mitlerweile mit legenden gespickt, sicherlich. dennoch ein nachhaltiger beweis, daß menschen einander nicht mehr töten mögen, wenn sie einmal angefangen, miteinander zu sprechen. eigentlich.