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von kindern, müttern und krieg

11. März 2012 - 15:37

als ich kind war, gab es ja noch spiele, die draußen gespielt wurden. ganz alleine, ohne erwachsene. und die waren zum teil sehr seltsam. mutter, darf ich zum beispiel, bei dem es um reisen ging. mutter, wie weit darf ich reisen, fragte man die spielmutter. und die sagte dann ja oder nein oder so. so genau erinnere ich mich nicht.  seltsamerweise lief man aber, wenn man reisen durfte, auf die mutter zu und nicht etwa von ihr weg. dann gab es noch eine knotenmutter, die ein kindermenschenkettenknäuel zu erlösen hatte. das war immer sehr unangenehm, weil viel zu eng. lieber habe ich ja meine labyrinte in den sand gebaut, ganz allein und nur für mich. politisch korrekt war das alles natürlich auch nicht, wie wer hat angst vorm schwarzen mann eindeutig belegt. oder deutschland erklärt den krieg, nur etwa zwanzig jahre nachdem der krieg vorbei war. krieg ist wohl nie so richtig vorbei, uns kindern zumindest blieb auf die art er erhalten. als wort, als spiel. ich weiß nicht mehr wirklich wie das ging, keine ahnung, ob sich dabei überhaupt etwas gewinnen ließ. aber ich habe es immer gern gespielt, das weiß ich noch. ich war immer österreich, natürlich. ich war ja damals die einzige ausländerin, in der siedlung, in der schule, überall.

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