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archiv: März 2012


grenzwertig

22. März 2012 - 22:34

lese im rolling stone ein gespräch zwischen oskar roehler und andreas altmann, die beide gerade bücher über ihre ihre schreckliche kindheit, über ihre achtlosen mütter und ihre leblosen väter veröffentlicht haben. kommt heroisch rüber, zwei alternde männer in leder und schwarz. beinah brachial, diese wut, dieser hass nach all der zeit. und soviel mut, trotz allem und erfolg natürlich. heroisch eben.

tja, wenn ich das täte. ich alternde frau, in leder und schwarz, des pinken ebenfalls nicht mächtig. man würde es dennoch gejammer nennen, möchte ich meinen.

denn die grenzen sind scharf gezogen und werden früh manifestiert, wie ich gestern gelernt habe. es gibt schnuller für mädchen  und schnuller für jungs, ohne funktionellen unterschied. nur die farbe natürlich. und die deko, blümchen gegen raketen. dagegen kommt man nicht an.

neuköllnalltag

22. März 2012 - 17:09

die heizung ist aus und die balkontür steht offen, den ganzen tag schon. von draußen dringen gentrifikationsgeräusche herein, rollkofferrollen und gehämmer. penetrant ist die dielenschleiferei von gegenüber, die vor drei stunden eingesetzt hat. eigentlich vor drei tagen schon, aber die sind wohl immer noch nicht fertig. und es ist ja nicht so, daß ich das nicht auch gemacht hätte, gleich als erstes, als ich vor acht jahren herkam.

white lily

21. März 2012 - 23:04

home of te brave, über 25 jahre alt. und immer noch ausgezeichnet. (hab ich damals natürlich gesehen, selbstverständlich.) die musik wie neu, hab ich eben wieder einmal ganz durchgehört. nur saxophone bläst heute kein mensch mehr. offensichtlich.

21. März 2012 - 11:35

migräneaura nachts um drei. man sieht sie auch im dunkeln. womöglich im traum, wer weiß.

21. März 2012 - 00:15

gestern eine münze geworfen. heute recht behalten. na dann.

angrillen

17. März 2012 - 20:32

nein, motorradfahren natürlich. erster ausritt heute. nie ist die maschine so weich und leicht wie im frühen frühling.

vorher habe ich schnell licht und blinker gecheckt, den kupplungszug geschmiert und noch ein paar andere kleinigkeiten erledigt. dabei festgestellt, daß das standlicht kaputt ist und die hupe. beides nicht allzu schlimm, kann bis zum tüv warten. die batterie mußte ich gar nicht erst ausbauen und laden, ein druck auf den knopf und die kiste tuckerte sanft vor sich hin. zuletzt schnell noch zur nächsten tanke wegen des luftdrucks. der macht üblicherweise nach zwei wochen schon schlapp, und das fährt sich gar nicht gut.

an der tanke steht ein alter, weißbärtiger biker neben seiner kiste und schlürft seinen kaffee. als er mich sieht kommt er rübergeschlürft, sagt aber dann nix. keinen gruß, kein nicken gibt es für mich. überhaupt passiert nichts, was sonst so üblich ist: schönes wetter, schicke jacke, wie lange fährst du schon? auch kein meckern über meine alte verbeulte maschine mit der komischen blaufarbe. einfach gar nichts. der alte guckt nur, er guckt mir die ganze zeit zu. wie ich auf dem boden krieche, unter den auspuff greife, das ventil suche, weil kiste schlecht steht, vorne und hinten fix auf dem boden. so ist das eben manchmal.

was dachte der kerl denn, was er zu sehen kriegt? wie das blöde weib den luftschlauch in den tank hält? oder was?

wortzen

16. März 2012 - 23:00

lyrik -> # alles # logik # nur glück

prosa -> was ich mir gewünscht hätte, daß über das letzte jahr gerne hätte passieren dürfen, ist leider nicht eingetroffen. eine befeiung meiner doch irgendwie eingefahrenen art von lyrik, ein stilwechsel vielleicht. frisches, freies schwingen, ganz neue töne. versucht habe ich es. mehr worte, ganze sätze vielleicht, eine andere optik. gelungen ist es mir nicht. statt dessen geht es eher in die andere richtung. immer weniger, immer knapper, immer noch ein bißchen mehr zerfetzt. ich kann es nicht ändern. es muß wohl genügen, so wie es ist.

ist es gut.

migränerache

14. März 2012 - 13:45

ich sollte es wirklich besser wissen. niemals darf ich ein garnichtsoschlimm zu meiner migräne sagen, wenn sie noch lauernd in mir hockt. das rächt sich. immer. heute morgen zwischen fünf und sechs also schwankend zu den hammermedis getorkelt und halbblind die tropfen abgezählt, tastend die kleine blaue tablette (ja, tatsächlich. aber keine raute, nein.) aus der hülle gepopelt. anschließend hoffen und bangen. warten. wie ich das verabscheue.

gegen sieben eingeschlafen. draußen die amseln und krähen, singen.

dreckstag

13. März 2012 - 23:41

und kurz vor schluß spiele ich wieder ein bißchen mit bildverfremdungen herum. schön blöd.

migräneernst

13. März 2012 - 23:24

irgendwann ist es ja doch soweit, immer. warum also nicht am tag danach, nach der spielerei. gestern die aura, heute die migräne. nicht allzu schlimm, fast ohne medis zu bewältigen. zwei ibus und dazu ein wenig verwirrung. am nachmittag zum beispiel kurz eingenickt, richtig in die tiefe gesunken und dennoch geträumt. daß ich die augen geschlossen hätte, aber dennoch alles sehen kann. faszinierend. dann hochgeschreckt, weil ich kurz dachte, es sei morgen. aufstehen, ans telefon, der interviewpartner wartet. bis mir zum glück wieder einfiel, daß ich das ja längst erledigt hatte, sogar der text schon fertig geschrieben war. schwein gehabt, aber nicht mehr schlafen können danach. leider.

irgendwann wird meine kraft zuende sein, dachte ich später, als ich das badewasser um mich herum kalt werden ließ. (manchmal hilft das, diesmal nicht.) ich werde ja nicht jünger mit der zeit. und was dann? wie lebt man ohne kraft?