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zum thema dreißig

20. November 2012 - 20:41

meinen dreißigsten geburtstag feierte ich an einem sonntag. und zwar in wuppertal, einen tag nach diesem mordanschlag in solingen, der naheliegenden nachbarstadt im bergischen trio. die feier war für meine verhältnisse ungewöhnlich groß, wegen der dreißig vermutlich, der neuen null in meinem leben. die küche war voll, mit menschen und mit blumen, so viele wie noch nie in meinem leben. die ganze zeit habe ich darüber nachgedacht, alles dorthin zu bringen, meine blumen und meine gäste, als zeichen oder was auch immer. (zum glück habe ich das aber doch nicht getan. es wäre ohne zweifel lächerlich gewesen, theatralisch und womöglich auch dumm.) aber es war so seltsam, an diesem tag den dreißigsten zu feiern. internet gab es damals noch nicht, zumindest bei mir nicht. radio und tv waren voll davon, doch ich wußte damals nicht, wer von meinen gästen überhaupt schon davon wußte. sicher waren es einige, aber wir haben nicht darüber gesprochen. warum auch immer. wir haben gefeiert, weil es mein dreißigster war. so war das, damals. es ist der einzige geburtstag, den ich auf anhieb noch glasklar in erinnerung habe.

achtundvierzig tage später, früh am samstag in der nacht, irgendwann zwischen eins und drei, saß ich in einem kleinen düsseldorfer krankenhauszimmer, ganz am ende des gangs, und wohnte dem seit monaten erwarteten sterben meines vaters bei. ich sah ihn lächeln, ein letztes mal und wie nie zuvor. schon nicht mehr in dieser welt, dieser zeit, dieser qual. die fassungslosigkeit über dieses lächeln blieb. bis tief in die nacht, die rückfahrt nach wuppertal über, auf der yamaha damals noch, und durch die weite der nächte. bis heute.

soviel zum thema dreißig. und zu diesen dreißigjährigen jungs heute mit ihren platten ideen über die welt. get real!


  1. Mädchenmannschaft » Blog Archive » Aktiv sein und dabei auf sich selbst achten – Die Blogschau:

    […] “zum thema dreißig” schreibt Susanne auf engl@absurdum und appeliert an die dreißjährigen Jungs beim Cicero mit ihren unsäglichen Artikeln: Get real! […]

  2. Forgi:

    Oh mein Gott… Dieser Ciceroartikel ist so lächerlich. Kann das wirklich das Weltbild eines “erwachsenen” Menschen sein?

    Da kommt Mitleid auf. Und Verständnis dafür wie Verschwörungstheorien funktionieren…

  3. engl:

    ja, tiefes mitgefühl. und dankbarkeit, daß zum glück ich nicht so sein muß. ;)

  4. Name:

    Um welchen Ciceroartikel geht es überhaupt?

  5. engl:

    scheint verschwunden, der artikel. das internet ist grädig.

  6. raum für notizen » Blog-Archiv » keine klagen (63):

    […] montag im flieger vielleicht. solingen, damals. nicht weit von da, in wuppertal, feierte ich am 30. meinen 30. geburtstag. unter schock. der letzte text ging mir unter, vermutlich nicht nur wegen diesem einen dummen satz, […]