raum für notizen

archiv: Februar 2013

14. Februar 2013 - 00:28

viel tod im kopf dieser tage. viel gewalt auch und erinnerung. schlaflose nächte. sehr, sehr müde derzeit.

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eisbergsurfen

12. Februar 2013 - 22:59

als 1980 die „elterliche gewalt“ notdürftig in eine „elterliche sorge“ umgewidmet wurde, war ich schon siebzehn. das bedeutet, daß es für mich zu spät war. oder anders gesagt: ich selbst hatte es damals ohnehin schon (fast) hinter mir. so dachte ich zumindest, soweit ich mich erinnere. heute bedeutet diese tatsache etwas anderes. es bedeutet, daß nichts, was mir damals geschehen ist, rechtlich gesehen relevant ist, im grunde auch jetzt nicht. es war richtig, recht und gerecht.

berichte zum thema, wie etwa der bei StelgitzMind vor ein paar tagen, überraschen mich mitunter. nicht, weil mir nicht bekannt ist, daß es wirklich viele menschen gibt, die sich deutlich gegen gewalt wenden und insbesondere für gewaltfreie erziehung eintreten. leider vermengt sich, meiner erfahrung nach, mit diesem durchaus ehrenhaften engagement allzu häufig ein enorme unkenntnis gegenüber der materie, eine ablehnung, die mitunter an verleugnung grenzt. und damit kann ich bis heute nur denkbar schlecht umgehen. es ist, als würden meine erfahrungen und damit beinah auch ich mit verleugnet.

ein beispiel? einer der letzten sätze in besagtem artikel lautet: Zu harten Körperstrafen wie “Hinternversohlen” greifen vier Prozent. dieser bezieht sich auf heute, auf eine forsa-umfrage für die zeitschrift „eltern“ aus dem jahr 2012. und er bewirkt spontan zweierlei in mir:

  1. es berührt mich, weil mir bislang noch nie jemand gesagt hat, daß das, was mir über jahre regelmäßig geschehen ist – in die zange genommen werden, hose runter und arsch voll – tatsächlich eine „harte Körperstrafe“ war. wenn ich es für einen augenblick persönlich nehme, dann ist es fast eine art von anerkennung. und beruhigung.
  2. im nächsten moment möchte ich dann sagen: so schlimm war das aber nicht. und zwar nicht, weil es ich es zu relativieren oder gar zu rechtfertigen versuche. (vor der kollegin, die zugab, ihr kind auf die windeln zu klappsen, anders ginge es ja nicht und es täte ja auch nicht weh, stand ich innerlich zitternd vor fassungslosigkeit und wut.) auch möchte ich nicht behaupten, daß es mir nicht geschadet hätte. obwohl ich andererseits niemals sagen würde, ich sei beschädigt. das bin ich nicht, ich bin geprägt, wie alle anderen menschen auch. gewalt aber kennt andere formen, jenseits der körperlichkeit, die weitaus schrecklicher sind. (die schläge habe ich nach ein paar jahren mit ein paar worten, einem einzigen satz ein- für allemal beendet.) seelenmacht dagegen, verachtungsgewalt wird allzuleicht relativiert. das scheint niemand wahrhaben und wissen zu wollen.

was in dem oben genannten wie in anderen artikeln und beiträgen zum thema steht, ist schön und gut, ganz ehrlich. ich weiß das zu schätzen. aber es ist die spitze des eisbergs, wenn überhaupt. gewalt wurzelt tief und läßt sich kaum begreifen, geschweige denn bereden.

ich sehe sie überall, die kinder, die von erwachsenen an einem arm durch die straßen gezerrt werden, weil sie ihnen nicht schnell genug sind. ich höre das bellen der eltern, immer wieder, wie es über das schluchzen der kinder herfällt. ich verpasse sie nicht, die leise gefauchten beleidigungen in kaufhäusern und u-bahnen. die ständigen wiederholungen, die sich festsetzen und noch nach jahren, jahrzehnten in den menschen um wahrheit würgen.

verfluchte wahrheit. will ja doch keiner wissen. später.

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11. Februar 2013 - 01:11

beim blumengießen eben, den letzten textausdruck begossen, getränkt fast. oder getauft. welliges papier und schmutzig schwimmendes tintengrau. ist ja gut, ich lasse die finger davon. versprochen. ich weiß ohnehin gerade nicht weiter.

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atemgrenzen

09. Februar 2013 - 14:42

kein mensch stirbt, bevor er dazu bereit ist. sagt eine freundin, die wohl weiß, was sie sagt, denn sie hat von berufs wegen schon viele menschen sterben sehen. das mit der bereitschaft kann allerdings überraschend schnell gehen, denke ich, von außen betrachtet. doch hat das außen vermutlich sehr wenig mit dem innen des sterbenden zu tun. das weiß sogar ich, die ich nur einen menschen sterben sehen habe.

wir weiterlebende, weiteratmende sind in dem moment viel weniger begleitung als vielmehr zweifelnde, staunende gäste. an der grenze des atmens eben, nicht darüber hinaus.

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real

08. Februar 2013 - 23:08

gestern nacht noch eine idee gehabt, eine kleine nur, für eine allerletzte textkorrektur. wirklich nicht viel, nur ein kleines moment, ein winziger dreh. was mir dann verloren ging, schlagartig, als am morgen ein freund anrief und mir eine gänzlich unerwartete todesnachricht überbrachte. ich weiß, wenn menschen sterben ist das immer unerwartet und überraschend, aber gegen jede logik erscheint es mir darüber hinaus völlig unsinnig, wenn diese menschen um jahre jünger sind als ich. und darüber hinaus menschen, die ich kenne, kannte, mit denen ich im letzten sommer noch durch berlin spaziert bin. und die dann im koma liegen, bereit für die organentnahme. jetzt, in diesem moment.

am nachmittag kurz in atemnot verfallen, zehn minuten vielleicht. keine ahnung warum, aber nicht weiter schlimm. geht schon wieder. was ist schon text, gegen solche realität?

das ist übrigens die zweite tote im diesem jahr mit der unheiligen nummer dreizehn. die alte mutter einer freundin hat es schon im januar geschafft, mit fast neunzig dann ja doch irgendwie erwartet, und trotzdem de facto eine überraschung.

unerwartet, unwillkommen, unerträglich. but for real.

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lebenslügen

07. Februar 2013 - 22:11

und dann beim blättern in einem buch über blogger, für das ich interviewt worden bin, lesen, daß die sich autorInnen offensichtlich aus meinem rudimentären xing-profil einen satten lebenslauf für mich aufgehübscht haben. da hätten sie mich mal besser gegenlesen lassen sollen, das hätte ich besser gemacht.

fazit 1: klingt aber gut, richtig sauber und glatt.

fazit 2: glaube niemals, was über irgendwen irgendwo gedruckt steht.

fazit 3: ich bleibe unaufgeregt, ich werde womöglich (schon?) altersmilde.

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luz

07. Februar 2013 - 21:17

so. das wars. was anfang september begonnen hat, mitten in der nacht und beinah wie von selbst, ist in fünf monaten licht geworden. ich erkläre die arbeit hiermit für beendet, vorerst zumindest. fertig.

wirklich fertig.

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06. Februar 2013 - 00:36

eine stelle noch, eine zeile, die nicht stimmt, die besser muß, die ich ändern will. ich weiß aber nicht.

dazu muß ich noch träumen.

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