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archiv: September 2017


disquiet

13. September 2017 - 23:35

große unruhe beherrscht mich, wohl wegen des anhaltenden nichtschreibens aufgrund von zeitmangel. sicher bin ich aber nicht. es gibt da ja auch noch ein privatleben, von dem hier nicht die rede sein soll. nicht so zumindest. hier bin nur ich. und vor allem anderen ist ohnehin gerade eines: die arbeit ist zurück, wenn auch noch nicht in voller wucht. das kommt erst freitag und geht dann zweifellos bis zum ende des monats. verdammt. das schreit nach weiteren änderungen, anpassungen, entscheidungen. jetzt schon.

den büroalltag heute mit einem großartigen migränecrescendo beendet. tabletten eingeworfen und heimgefahren in wind und wetter, was kein spaß ist auf der schweren maschine. dabei nachdenken über geld. nicht, daß es fehlen würde, aber umgehen muß man ja doch damit.

doch danach der regenbogen.

episoden

11. September 2017 - 21:32

in fünf tage durch vier städte, so richtig meins ist das nicht. am ende bin ich verwirrt und leer zugleich. dem schreiben hilft das nicht. gar nicht.

andererseits: die kurze frage gestern nach einem text, einem ziemlich großartigen text, den ich vor jahren geschrieben habe, und der es zu nichts gebracht hat, treibt mich. die ergänzung auch, ob ich nicht in diese richtung?

nein, will ich eigentlich nicht. ich will den roman fertigmachen, jetzt. aber es ist dennoch in meinem kopf, nicht besonders gut bedeckt. sowieso nicht. die ganze zeit nicht. ich habe einen titel für eine kleine sammlung kurzer und kürzester und mitunter auch ein klein wenig längerer episoden mit lediglich thematischem zusammenhalt. wenn überhaupt. und ich würde sie mir zurückwünschen, die intensität von damals. auch wenn ich weiß, daß es nach jahren unterbrechung deutlich anders werden würde.

was wiederum gar nicht so schlecht wäre.

verschrieben

09. September 2017 - 11:56

an schreiben ist auf einer solchen reise nicht zu denken. ich weiß das, ich hätte es wissen sollen. trotzdem habe ich natürlich alles mit, die unterlagen den rechner, die dateien. nur wozu?

hier ist weder ruhe um mich herum, noch ruhe in mir selbst. hier sind menschen, die mich freudlich beherbegren. die sind toll, das ist toll. doch ich habe angst, immerzu, daß ich sie störe wie si mich stören. trotz allem. ihre dinge sind wie gedanken für mich, wie fremde welten.

oder ich bin unterwegs, werde verpackt und befördert. muß beständig achtsam sein, mich nicht zu verlaufen, zu verlieren. dazwischen warten, unendliches warten.

ich bin wahrlich keine gute reisende. reisen befreit mich nicht, wie es bei anderen der fall zu sein scheint. reisen nimmt mich gefangen, sperrt mich ein in den schmerz der körperlichkeit. reisen nimmt mir, mehr als alles andere, die träume. eine kombination, die mir seit jeher fürchterlich ist.

dazu kommt, daß in den kommenden wochen auf allen ebenen absehbar die arbeit mit voller wucht einschlagen wird. also wieder und weiterhin kein schreiben in sicht, keine zeit.

das ist übel. hätte nicht gedacht, daß das so schnell geht. nach diesem wunderbar gelungenen ansatz. es ist ein elend, und genau so fühlt es sich an.

ch

09. September 2017 - 11:34

ich bin gar nicht in konstanz, ich bin ich kreuzlingen. jeden tag laufe über die grenze hin und wieder zurück, das ist nicht außergewöhnlich. seltsam ist, daß man die grenze erkennt, ziemlich deutlich erkennt. meistens jedenfalls, da wo ich hergegangen bin. und daß das geld ein anderes ist. am überraschendsten allerdings war die kontrolle im bus. das hatte ich nun wirklich seit jahren nicht, daß da leute in warnwesten zusteigen, mit waffen am gürtel und die ausweise checken.

ob das an der schweiz liegt? glaube ich eigentlich nicht, auf dem hinflug wurde nicht ein einziges mal mein ausweis verlangt. willkommen europa!

05. September 2017 - 23:50

heute ist es wie gestern, nur ohne migräne. es ist eine große erleichterung, nach den klassischen acht stunden arbeit nicht gleich wieder an die arbeit zu müssen. was ich jetzt zusätzlich mache, und das ist ja auch nicht gerade wenig, kann ich weitgehend frei einteilen. und einfach mal was anderes machen.

zum beispiel kurz mal so richtig sauer werden, weil der motorradschrauber seit bestimmt drei monaten kein bißchen voran macht. daraufhin dann ein stück von einem regal absägen, weil ich es kann. und will. gute entscheidung, muß aber noch nachgearbeitet werden.

zeit + geld = gold

04. September 2017 - 23:33

neu ist, daß ich von der arbeit nach hause komme und nicht gleich in arbeit verfalle. in andere arbeit, brotarbeit, in abarbeit von sich ansammelndem zeug. das ist vorbei habe ich beschlossen und das daraus resultierende kapital dahin weitergereicht, wo es gebraucht wird.

das ist wunderbar.

bonding (3)

03. September 2017 - 23:37

der schreiburlaub ist vorbei, das schreiben natürlich nicht. im moment arbeite ich nach der einfachen devise: immer am text entlang. denn es gibt ja einen text, es gibt viel text. das ist ein glück, so kann ich gleich in die feinheiten einsteigen. die sprache selbst, da ist noch viel drin. es dauert aber auch, es braucht seine zeit. drei seiten heute, immerhin. aber da muß ich noch mal ran, das weiß ich jetzt schon. dabei ist das erste kapitel das noch am gründlichsten überarbeitete.

daran denk ich besser nicht, was da auf mich zukommen mag. stattdessen die devise: erstmal durch den text, komme was da wolle. schritt für schritt. gründlich, anders geht es nicht.

was außerdem unmittelbar wieder auf den plan kommt, ist die arbeit, die brotarbeit. gleich morgen, da hilft nix. hinzu kommt also jetzt wieder das timing, die handhabung des ständigen wechsels. dabei müssen entscheidungen getroffen werden, die winzig erscheinen, es aber nicht sind. hinter ihnen lauert das vergessen und damit das versanden, das scheitern.

was ich brauche ist also eine gelungene balance zwischen brot und kunst. anders gesagt: ein leben.

fazit (2)

03. September 2017 - 13:42

schwer, aber gut. ich sollte zufrieden sein. ich sehe, was geschafft ist, und es ist viel. mehr als ausreichend auf jeden fall. wenn auch nicht alles, was ich mir vorgenommen und was zusätzlich an mir vorbeigeschwebt ist in den letzten 14 tagen. natürlich nicht. denn da ist noch mehr, viel mehr zu tun.

ich erkenne mich wieder im schreiben, das ist das wichtigste. ich erinnere mich, wie es war, als das ganz selbstverständlich im zentrum von allem stand, ohne große mühe, ohne zweifel. und ich erkenne damit, wie weit ich mich davon entfernt hatte, wie tief eingesunken ich war in die reine vorstellung von kreativität. mein leben war erledigung und erschöpfung. von schöpfen keine rede.

völlig vergessen hatte ich in der weitgehehend wortlosen zeit, daß mit dem schreiben immer auch das bauen kommt. wenn die türen der wahrnehmung und intuition sich öffnen, dann auf ganzer ebene. mein spektrum ist weit, so habe ich also nun eine liste mit wohnunginternen umbauideen. oder ansätzen zumindest, die auch noch entwickelt und umgesetzt sein wollen. das ist gut, es darf nur nicht zum schreibersatz verkommen. das wäre gewissensberuhigung und selbstbetrug, was es tatsächlich schon allzuoft war. in wuppertal bereits, wo ich zuletzt die gesamte wohnung, jedes stück wand, sämtliche decken und alles, alles, alles andere renoviert habe. statt zu schreiben.

doch ich bin handwerk, das ist klar. ich sollte mich ab sofort endlich so nennen. ich bin das ewige zwischending: nicht wirklich frau, aber auch kein mann, nicht ganz und gar prolet, aber auch nie und nimmer intellektuell. ich lebe in einer werkstatt. ich bin mein werkstoff solange ich lebe. das ist der nährboden, in dem ich die dinge pflege, die meine welt bevölkern. das ist meine arbeit.

wirklich nicht gelungen ist mir in der vergangenen woche, den aspekt der meditation zu integrieren. allerhöchstens ansatzweise, mit anstrengung und unlust. das geht so nicht. ein guter geist, mehr bekannt und vertraut als beherrscht, ist zwingender bestandteil einer jeden werkstatt.

es braucht intuition und traum. für alles.

romantisierendes in den wochenblättern (108)

02. September 2017 - 11:07

was für ein trauriges und ahnungsloses, beinah elendes stück satz, das der vielschichtigkeit und härte von armut, die sich niemals nur auf geld bezieht, völlig blind gegenübertritt:

… Menschen also, deren ganzer Lebensmut darauf baut, dass sie ihren Kindern zusehen können, wie sie etwas anderes lernen, entdecken, ausprobieren können als sie selbst, …

dabei ist der rest der kolumne mit dem knappen titel „Lernen“, die grundaussage und die daraus resultierenden forderungen, mehr als nur richtig und wichtig:

Wo aber Armut sich vererbt wie Privilegien, ist das Leben der einen so wenig Ausdruck eigener Leistungen oder Verdienste wie das der anderen.

An der sozialen Durchlässigkeit einer demokratischen Gesellschaft hängt ihre ökonomische wie politische Existenz.

das ist so zu treffend und wahr, auch das elend darin. das unverstandene. das ist schade.

bonding (2)

02. September 2017 - 00:16

einfach anfangen ist leicht gesagt, aber gar nicht so einfach. bis es dann getan ist. dann ist es am ende doch eher harmlos gewesen, eine handbewegung nur. und schlagartig ist alles, was zuvor möglich erschien, gar nicht mehr so einfach.

eine seite, die erste. ein bereits gut durch- und bearbeitetes stück text, wie mir schien. hat sich dann doch in seiner ganzen vielschichtigkeit aufgefaltet, die ich nicht erwartet hatte. so kommt es, daß eine seite auch mal zwei stunden aufmerksamkeit fordert und morgen sicher noch einmal durchgelesen werden möchte.

danke, gern geschehen.