home




archiv: Oktober 2017


aperitiv

30. Oktober 2017 - 23:56

heute wollte ich als erstes die bohrlöcher, die die abgebauten bücherregalmeter im schlafzimmer hinterlassen haben, verspachteln und anschließend das zu besorgende holz sorgfältig vermessen. das hätte spaß gemacht. dann war da aber auch noch die steuererklärung, die schon wieder seit etlichen tagen regungslos und dabei durchaus vorwurfsvoll meiner nachdrücklich bedurfte.

damit hatte sich der schöne freie tag alsbald erledigt, und ich befand mich frustriert in weniger als einer stunde. von wohltuenden 36° auf unterkühlung ohne den hauch einer chance, das unvermeidlich notwendige zügig abzuschließen, wie ich es eigentlich vorgehabt hatte. ein elend, ein elendes ich, ein desaster. die elster ist ein grausamer vogel, hinterhältig und unergründlich.

solches lässt sich nicht retten, auf keine art. solches ist verlorene zeit. da passt zum abschluß nur eines, billiges gesöff, wermut mit viel eis. das eine vielfach unterschätzte, passend kleine größe für den anlaß.

30. Oktober 2017 - 00:12

zeit vergeht, in der ich versinke, mich verliere und alles. ins leere erstarre am ende.

das schreiben vergessen. einfach nicht mehr daran denken. anders sein. mir vorstellen, daß es reichen könnte, das bauen. nur noch das, nichts sonst. kein illusionen mehr, keine flausen. mir nichts mehr einbilden, wie es mir als kind schon vorgeschrieben wurde.

ich habe eine dübelschablone für normale runddübel bestellt, die kommt günstiger als eine nutfräse. bohrmaschinen habe ich ja schon.

das wird nicht helfen. das wird nichts ändern. das weiß ich.

nachschauen

28. Oktober 2017 - 14:22

Bovenschen: Ich glaube, dass die Liebesfähigkeit bei Menschen dort ist, wo sie es nicht vermeiden, in den Abgrund zu schauen.

vollständiges gespräch im philomag, nachlesen.

27. Oktober 2017 - 19:13

ich denke, ich werde mich trauen und das bett, das mir mein vater kurz vor seinem tod noch eigenhändig gebaut hat, ein wenig an die gegebenheiten anpassen. nicht viel, nur die ablagefläche am kopfende, wo sie nicht unerheblich deplaziert ist, zu einer seite hin erweitern. daran anschließend zwei oder drei eckregalbretter und ein bißchen gestänge für zwei neue lampen. ganz durchgedacht ist der plan noch nicht, abwarten.

was ich allerdings beibehalten will und muß, ist die verarbeitung des bettes ohne jegliches metall. alles nur holz und leim, so hat mein vater das gemacht. und das muß natürlich bleiben. ich werde also erstmals mit flachdübeln arbeiten und dafür eine nutfräse besorgen müssen. für vielleicht zwei dübel, das heißt vier schlitze. irgendwie irre, aber darauf freue ich mich am meisten.

umbauprojekte sind übrigens gefährlich, immer. die dinge geraten in bewegung. irgendwie alle.

heute morgen kam mir die eigenartige idee, die zwei meter sechzig bücherregal aus dem schlafzimnmer ersatzlos zu entfernen. ist ja doch recht voll geworden mit der zeit; nicht nur das schlafzimmer, die ganze wohnung irgendwie. und irgendwo muß man ja mal anfangen.

darum steht jetzt hier eine kiste mit papier, das der vernichtung preisgegeben werden wird. bücher! jawohl, ich kann das. bücher wegwerfen. kann ich! außerdem habe ich das unsägliche getan. ich habe an einigen wenigen, sehr wohl gewählten stellen in den verbleibenden büchermetern, immerhin noch zirka dreißig, die zweitreihe eingeführt. schande über mich!

27. Oktober 2017 - 01:30

fazit des tages: es war warm. mein motorraddoc war nicht da, natürlich nicht. dabei hatte ich extra geld dabei. aber motorradfahren macht spaß, wo es doch fast november ist. und die nassen blätter ein horror. die android wordpress app kann wohl nicht mit multisites. vielleichtes liegt es auch an diesem captcha, wo kommt das überhaupt her? brauch ich ja aber sowieso nicht, die app, kann also gelöscht werden. die moodle-plattform wiederentdeckt, auch das passwort dazu. mit nur wenig sucherei. ein wenig holz von den wänden geschraubt und nachgedacht, die kleinen umbauarbeiten geplant. ein wenig material dafür bestellt, erstmal nur kabel, stecker und schalter. eine fassung zum üben. es ist gut, wenn ausreichend zeit dafür ist. gelassenheit. nicht viel getan also, im grunde nichts. die steuern nicht einmal angesehen, aber doch zufrieden. trotz latenter migräne übrigens, wie das manchmal so ist an freien tagen. dann ist auf einmal platz dafür. die medikamente natürlich wieder einmal zu spät, aber egal. auch das. ist wie es ist. dabei ist es spät geworden, ohne daß ich es gemerkt hätte. fast zwei schon, so ist meine zeit. ein guter tag. jetzt noch ein wenig musik.

26. Oktober 2017 - 12:39

heute habe ich frei. was im grund nur bedeutet, daß ich mal in ruhe überlegen könnte, was ich endlich erledigen könnte. die steuern natürlich. und staubsaugen, bad putzen, bücher aussortieren vielleicht. einkaufen fürs wochenende wäre auch ganz praktisch, ein paar emails schreiben und die rechnungen für diesen monat, dann das motorrad ein letztes mal zum doc in diesem jahr. die letzten kleinigkeiten erledigen, bevor es in den winterschlaf geht.

statt dessen sitze ich hier und überlege, ob mir mal eine hose anziehe. oder socken zumindest. das hatte ich so lange nicht, daß ein tag einfach nur ein tag war. frei und offen für alles. das macht mir beinah ein bißchen angst, ein bißchen viel sogar. das letzte wochenende war ähnlich, da bin ich recht schlecht damit umgegangen. leider.

schön wäre, etwas schönes zu machen. hilfreich vor allem. vielleicht eine intensive beschäftigung mit diesen tempergußerzeugnissen, damit will ich schließlich die neue garderobe im flur realisieren, das regal im schlafzimmer vielleicht, aber auf jeden fall erstmal eine badlampe. zum üben.

das würde mich wohl glücklich machen heute, so könnte der tag gelingen. ich bin ein komischer mensch, ich weiß.

unterdessen

22. Oktober 2017 - 01:19

gestern schon einmal so ein eingabefenster hier geöffnet, um festzuhalten, wie sehr ich es genieße, immer häufiger einfach mal nicht eilig irgendwelche dinge zu erledigen. bevor es wieder weitergeht mit der anstehenden arbeit. dann mußte aber plötzlich alles ziemlich schnell gehen, kommt ja trotz allem noch hin und wieder mal vor, relativ häufig sogar. so fand ich dieses geöffnete fenster heute morgen hier vor, hatte es völlig vergessen.

auch heute überkam mich dieses gefühl von entspanntheit, von weite beinah schon, die festzuhalten sich durchaus gelohnt hätte. bald darauf, noch bevor ich in der lage war, dieses fenster hier adäquat zu füllen, machte sich ein unmut breit, eine maßlose, sinnfreie unzufriedenheit. zum glück fiel mir dann ein, daß ich bis anfang kommender woche einen artikel zugesagt hatte. arbeit also! gestern hatte ich noch daran gedacht, heute war mir die dringende sache über stunden entfallen.

nebenbei habe ich dann noch sämtliche windows-rechner geupdated. nur fünf versuche für drei rechner, und alles hat letzendlich geklappt. sogar das uralte ms-office-2003-paket scheint hier jetzt wieder reibungslos zu laufen.

bleibt allein dieses leere fenster hier. aber das hat sich ja nun auch irgendwie erledigt.

bonding (5)

16. Oktober 2017 - 23:22

ich will. weiterarbeiten, weiterschreiben. und finde doch den weg nicht, die zeit. denn zeit ist noch lange nicht offen, selbst wenn sie frei ist.

deshalb zügig zwei weitere schreibzeiten außerhalb von berlin eingetütet. einmal wenig mehr als ein tag im november in hamburg, wo ich ohnehin sein werde. ein zusatztag sozusagen. anfang dezember dann noch einmal vier tage in der gegend meiner ersten klausur im sommer. eine andere unterkunft, schöner wie ich hoffe. aber auch teurer, naja. sollte es wert sein. hoffe ich.

fahren & schrauben

16. Oktober 2017 - 22:49

erster nachtrag zum thema raus: die beste zeit, um mit dem motorrad einfach nur so ein bißchen zu fahren, ist übrigens nicht der sommer. da ist es entweder zu heiß oder zu naß. die beste zeit ist zuallererst das frühjahr, natürlich. und ein bißchen auch der herbst, wenn auch mit abstrichen. das laub und der wind, die tiefstehende sonne.

aber die gibt es im frühjahr dann auch wieder.

zweiter nachtrag zum thema raus: vergessen zu erwähnen habe ich gestern, daß auch die schwierigste motorradoperation so gut wie gelungen ist. es gibt einen neuen hauptständer, endlich, und damit verbunden ist auch das vielfach geschweißte auspuffmittelstück ausgetauscht. ein bißchen undicht scheint die anlage noch, die kiste röhrt ein wenig im untertourigen bereich. aber sonst ist alles gut. sehr ungewohnt, daß die maschine wieder mit wenig kraftaufwand auf den ständer rollt. und noch viel leichter wieder runter. und daß sie schaukelt, wenn ich den koffer hinten schließe, weil das hinterrad wieder in der luft schwebt. kaum zu glauben eigentlich.

freitag der dreizehte war es, als es endlich zur sache ging. zunächst hieß es ja, die teile besorgen, die richtigen. dann mußte ein termin gefunden werden. aber am freitag kamen dann winkelschleifer und trennscheibe zum einsatz, schweißnähte wurden funkensprühend aufgefräst, mehr oder weniger kunstvoll. beängstigend. beeindruckend.

beruhigend. denn jetzt fehlen nur noch kleinigkeiten.

raus

15. Oktober 2017 - 22:45

es dauert, bis man berlin hinter sich gelassen hat, dann aber geschieht es. die stadt verschwindet einfach, ganz plötzlich. hinter dem durchgestrichenen gelben schild ist schluß, so einfach ist das. eine überraschung irgendwie.

zu lange habe ich die stadt nicht verlassen, und ich weiß nicht einmal warum eigentlich nicht. das fehlende geld vermutlich. die angst, in berlin doch irgendwie falsch zu sein, in einer ewigen schieflage gefangen. und das langsam vor sich hin verottende motorrad natürlich, mit dem ich mich zuletzt nicht einmal auf die winzigste reise hätte wagen mögen. selbst in der stadt war das fahren mehr und mehr ein wagnis. das hat sich nun schritt für schritt geändert.

endlich ist der tank saniert und dreck, rost und wasser im sprit ein fluch der vergangenheit. die batterie ist auch neu, so hängt mir die maschine nicht mehr plötzlich irgendwo schlagartig totgestellt fest. in diesem jahr ist sie dann auch schöner geworden. neues licht vorn, gerade halterungen und kein gaffa tape mehr. blinker, die nicht ausschließlich mit isolierband gehalten werden. neue fußrasten mit vollständigen gummis, ein schalthebel, der nicht in den gelenken schlackert, lesbare tachoeinheit. sogar einen usb-anschluß hat die alte kiste – baujahr 86 – jetzt, wer hätte das gedacht. und eine navigationsgerät, das ist überhaupt das beste.

vor sechs oder sieben jahren habe ich so etwas zum ersten mal an einem motorrad gesehen. und fand es lächerlich, da bin ich ganz alte schule. motorrad fahren bedeutet karten lesen und strecken finden. dann strecken lernen, weil man beim fahren nicht auf die karten gucken kann, nicht einmal annähernd. eine ganz eigene konzentration also, ein ständiges rätseln und zweifeln. und immer wieder verfahren, ohne es zu merken mitunter. oder es zu spät zu bemerken, dann umdrehen müssen und alles wieder zurückfahren. wie anders das ist mit einem navi.

das muß ich noch lernen. wie der eigene geist, das wollen und entscheiden darin, mit der maschine zusammenspielen kann. oder eben nicht. auch kann ich distanzen in metern so überhaupt nicht abschätzen und fahre an abzweigungen gerne auch mal vorbei. (30 meter, jaja. so breit ist vielleicht die ganze kreuzung, jetzt am schreibtisch kann ich mir das vorstellen. aber vor ort.) toll ist es trotzdem, einfach so losfahren zu können. einfach so weiterfahren zu können, den eigenen weg, um dann später den vorgeschlagenen wieder aufzugreifen.

auch sonst bin ich aus der übung, wenn ich überhaupt je in übung war. ich fahre langsam, auch weil ich die brandenburger kiefern sehen will, wie sie einfach so im boden stecken. ich bin allerdings schon immer langsam gefahren, mein flow-tempo ist low. die kreisverkehre fahre ich im falschen gang an, muß dann schalten und tattere mich schließlich so durch. nicht gerade schön. ich könnte mir das schön reden und behaupten, daß ich eben die englischen roundabouts gewöhnt bin, die in die andere richtung gefahren werden. in und um wuppertal gibt es kaum welche, wenn ich mich recht erinnere. das wäre allerdings eine ausrede.

ich fahre schlecht derzeit. ich fahre mit angst, und ich fahre auf mich gerichtet, nicht nach vorn. das macht es nicht besser.

aber sie grüßen, alle. in berlin macht das kaum wer. da draußen tun es alle, sie schauen nicht auf die tatterigkeit oder die krumme, olle maschine. sie grüßen, weil man das so macht. und da waren viele heute.