home




keine klagen (64)

08. Juli 2018 - 10:20

gestern dann doch noch ein wenig nächtlichen lendhafen genossen, bis spät für meine verhältnisse. gegen zwei oder so. das theatercafé hab ich mir dann aber nicht mehr gegeben, vor allem wegen der vorstellung, beengt in viel rauch zu sitzen. nein!

gleich geht’s zu den preisen in den studiogarten. mir war das immer schon der unwichtigste teil der veranstaltung, auch schon, als ich nur am tv dabei war. ein unbefriedigender teil, egal wie es ausgeht. und in diesem jahr bin ich gnaz besonders bei den autorInnen. vielleicht weil ich selbst der arbeit wieder so nah bin, mittendrin sozusagen. oder weil ich zwei von ihnen schon seit langem persönlich ein bißchen kenne. keine ahnung. jedenfalls überkam mich gestern in der lesepause ein heftiger jurorInnenunmut. also vielleicht irre ich mich, hab einfach nicht genug aufgepasst. aber.

die kritikleistung schien mir nahezu unterirdisch diesmal. verstolpert, verfahren, oft falsch. aber gut, so ist es immer, mehr oder weniger. aber warum wurden grundlegende regeln der literaturkritik ausgehebelt? verwechseln von autorInnenstimme und erzählstimme, herumlektorieren an als fertig zu betrachtenden texten und nicht zuletzt dem oder der autorIn gegenüber auf irgendeine art persönlich werden. ob nun frau sievers kieferorthopädischer alltag thematisiert oder anselms (den kenn ich halt) weitegehend großartiger text zu besprechen per se einfach verweigert wurde. was war das? unlust oder unfähigkeit? kapitulation? dafür wurde kaum gestritten innerhalb der jury, sich selbst haben sie nicht entblößt. kein feuer, kein licht.

ich will das nicht. ich will lesarten aufgezeigt bekommen, meinetwegen vorgeführt. ich will auf feinheiten hingewiesen werden, die mir beim ersten vorgelesen bekommen vielleicht zwangläufig entgehen. ich will, daß über verortungen gestritten wird, litararisch und weltlich. ich will, daß gejubelt wird und gejammert. verrissen natürlich. ich will, daß mir türen geöffnet werden, räume.

aber nie wieder will ich hören, daß falsche adjektive zu streichen seien.