raum für notizen

bonding (90)

15. Februar 2020 - 01:26

schwerer einstieg, ich weiß nicht warum. vielleicht will ich zuviel oder zu schnell. keine ahnung. doch es macht mir angst, wie weit es mich aus dem text getrieben hat. in ein paar tagen nur.

vielleicht ist es die erschöpfung, das hirn, das nicht mehr kann. das nicht mehr will, nur noch vergessen. das wäre gut, denn das ist nicht tragisch. das ließe sich lösen, irgendwie. da hätte ich möglichkeiten.

aber vielleicht ist es schlimmer. vielleicht verliere ich den zugang und der text geht mir flöten, so kurz vor schluss. da ist alles wichtig, jedes wort, das ich setze. und jedes, das ich lasse. im moment aber funktioniert nichts davon. ich sehe auch nichts, ich spüre nichts. alles ist leer.

wenn das der fall ist, dann weiß ich nicht. dann ist alles nur noch glück. oder verzweiflung, wenn ich pech habe. obwohl ich das ende natürlich auch erzwingen könnte. doch das wäre schlimm. das wäre verrat.

und tatsächlich habe ich heute ein paar seiten geschrieben. wie blind, einfach den vorgaben entlang, die es ja geben muss. am ende mehr denn je. und die es zum glück auch gibt, sonst ginge jetzt gar nichts. da steht nun also etwas, ich weiß nicht genau was. da muss ich morgen mal sehen. auch das acht mir angst.

vielleicht ist alles auch noch anders. am anfang, selbst von vielen, vielen seiten, ist mir das schreiben wie der umgang mit feinen fäden oder garn. alles ist leicht und noch kaum zu erkennen. es fliegt durch die welt und ist schneller verschwunden als eingefangen. später sind es stränge, die ich ineinanderflechte. die ich mit kraft in schwung bringe, sie an ihren platz werfe oder wenigstens in die richtung. wo sich sich dann sorgfältig niederlassen, irgendwo in der nähe zumindest. inzwischen hantiere ich seit einiger zeit mit schweren tauen, von denen ich jetzt nur noch kurze stummel in den händen halte. die muss ich an die jeweils richtige stelle biegen, mit aller kraft, und sie dort befestigen. dann das ende verschwinden lassen, es möglichst unsichtbar machen, das auch noch. an dem einzigen ort, wo sie sowohl halten als auch sinnvoll wirken können. es gibt nur einen.

und den ort zu finden.

das ist nicht leicht.

das kostet kraft.

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