raum für notizen

bonding (114)

05. Juli 2020 - 23:42

ich bin nicht ganz raus, das nicht. aber ich stecke auch nicht mehr tief drin im text. immerhin ist der übersetzungsjob jetzt zu einem drittel durch, das hätte ich so nicht erwartet. und das war sogar schon am letzten wochenende so gut wie gemacht, nur hab ich es da noch nicht einmal absehen können.

das also hat überraschend ein wenig ruhe in mein wochenende gebracht. mit dasitzen und nichts tun, mit balkonpflege und spazierengehen sogar. das dasitzen hat mich wieder näher an den text gebracht, ebenso an eine vorstellung von meiner rolle, meinem standing irgendwo in diesem betrieb. darum werde ich nicht herumkommen. und das ist vielleicht, was mich am meisten fordern wird. kann sein, dass ich es hassen werde. ich behaupte das gern, weil ich mich gern so sehe. scheu und missverstanden, zu zart und zu arm für diese welt. vermutlich wird es aber anders sein, natürlich wird es das. ich werde wege finden, fest in meiner sensibilität zu stehen, wurzeln zu schlagen in meiner tiefe, die kein abgrund ist.

wenn ich meine flügel entfalte, als wäre da wirklich ein engel in mir, dann ist das kein spaß. dann ist das groß. nur tue ich das selten, so gut wie nie. weil es sich meistens weder lohnt, noch irgendwie angemessen wäre. einfach so. ich muss das nicht.

ich muss zurück in den text, das ist alles. und ich sehe es kommen. seit heute, seit eben. meine zeit wird es zulassen, meine spielräume bis zur nächsten schreibzeit anfang august. es wird passen, womöglich sogar ohne stress. dieses mal. zwölf tage unweit von berlin in der kleinen stadt, in meiner liebsten und längst so vertrauten schreibunterkunft.

in wenig habe ich noch angst, dass die coronalage es eventuell doch nicht zulassen könnte. bis dahin sind es ja noch ein paar wochen, wer weiß schon, wie sich das alles entwickelt. aber andere machen richtige urlaubspläne, in andere länder und mit zugfahrten oder flügen gar. das habe ich nicht, das will ich auch gar nicht. und dennoch.

wir werden sehen. am schreiben wird das nichts ändern, hoffe ich. nur schade wäre es und traurig wäre ich. aber das bin ich ohnehin ständig. in diesem jahr besonders.

unter tage | 1 » | plink
  • kaltmamsell:
    06. Juli 2020 - 9:23

    Oh ja, die fein gefalteten Flügel, die einen ganzen Saal einnehmen könnten, scheinen durch. Aber überhaupt niemand muss irgendwas, was sie könnten.