raum für notizen

befreunden, beleben, bereichern

02. September 2020 - 00:36

es ist nacht, schon wieder nacht. ich bin durch, so durch. alles. der tag hat mich zerlegt, in kleine teile und noch kleiner. so klein wie möglich, doch wer weiß das schon. innen in aufruhr und daher fast durchgehend unfähig mich zu konzentrieren ist mir vor allem die heutige arbeitszeit unendlich peinlich. das muss ich morgen zu retten versuchen, irgendwie, auch wenn es vermutlich keiner gemerkt hat. ich sitze allein, die ganze zeit.

es ist herbst, schon wieder ist herbst. ich würde es gern anders sehen, aber im supermarkt gibt es schon lebkuchen und pfeffernüsse. es gibt kein zurück. mir graust vor diesem herbst, diesem winter, mehr noch als sonst. es war ein schöner sommer, nicht zu heiß und recht entspannt. es war schön, aber es ist vorbei.

und so wird es nicht weitergehen, das ist absehbar. das lässt sich wohl nicht vermeiden. mir graust vor der dunkelheit und dem alleinsein, der monatelangen kälte, die da auf mich wartet. vermutlich. nicht vor der einsamkeit. einsam bin ich immer. aber so wie ich bin, bin ich auch gerne mal unter menschen. sitze oder stehe dabei, wenn andere einander befreunden, beleben, bereichern. es ist so schön, das zu sehen. ich muss dazu nichts beitragen, ich will es oft auch gar nicht. ich will es nur sehen.

doch das wird es wohl nicht geben.

vielleicht werde ich ein wenig bauen, endlich. sprechen mit dem werkzeug, leben mit dem material. dem holz, dem metall, den farben. das ist lange her, und es steht noch so viel aus.

so habe ich mein leben begonnen. mit der liebe zu den dingen, weil ich von der liebe der menschen nichts wusste. das gab es nicht, davon musste ich erst lesen. später, als ich es gelernt hatte. das lesen. als meine inneren welten darin, endlich, eine entsprechung fanden.

und weiß ich es jetzt? das mit der liebe? oder schreibe ich nur davon, tue so als ob?

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