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archiv: alle tage


25. März 2018 - 21:46

ein paar sachen geregelt, die listen gründlich durchsortiert und (fast) alle brotberufsarbeit und (fast) auch das freie zeug erledigt, bevor ich am mittwoch wieder in klausur gehe. schreiben. und mich mal umsehen, weil es mir dort mehr und mehr gefällt. vorsichtshalber hab ich heute schon ein rad dort hingebracht, schließlich ist ja so gut wie frühling.

alles wird besser.

leipziger messematsch 2018

18. März 2018 - 21:26

es ist kalt in berlin, knapp unter null. doch das ist nichts gegen leipzig, wo die bücher wohnen. und von wo ich mit viel glück heute dann doch noch zurückkehren konnte, mit der bahn und mit zirka neunzehn stunden verspätung.

seltsam war das in diesem jahr. am mittwoch schon angereist, um kat frankie zu lauschen. (der link liegt ein wenig daneben, ist eine besprechung des göttinger konzert.) war irgendwie toll, aber auch nervig. womöglich bin ich jetzt wirklich langsam echt zu alt für ausgedehnte rumsteh- und rumwartekonzerte.

tags drauf dann, weit abseits des bücherrummels, erst mal einen abstecher zum thema bootskauf gemacht. viel gelernt und begriffen, erkenntnisse gewonnen und alles zuvor bereits so halbwegs beschlossene dann doch wieder verworfen. deshalb dann viel zu spät zur messe gekommen, am nachmittag erst. aber da war die welt noch in ordnung.

am nächten tag dann: schnee! am morgen noch matsch, aber dennoch bereits deutlich sichtbar vorhanden. beim (ausgedehnten) frühstück im café dann die info vernommen, daß über nacht weitere zehn zentimeter hinzukommen würden. so recht fehlte mir der glaube.

auf der messe etwas verloren herumgelaufen, mehrfach zeiten und orte verwechselt, zu allem zu spät gewesen und etwas vielleicht ganz besonders gutes und wichtiges ganz und gar verpasst. weil ich nichts davon wußte. erst später, bei der nachrecherche ging mir ein licht auf, aber egal. dazu will ich hier schweigen. beschämt. stattdessen zeitgleich mehr oder versehentlich in die rechte ecke geraten. unangenehm.

am abend zurück in schnee. reichlich schnee, und eis dazu. und eine kälte, auf die ich dann doch nicht so recht eingestellt war, obwohl ich den reisewetterbericht zuvor durchaus vernommen hatte. kollegInnengespäche über das schreiben, sich verschreiben oder doch nicht schreiben. dazu cointreau auf eis, wie unpassend.

noch ein messetag, für mich der letzte, der samstag. denn am abend war ich ja fix auf einem 50. geburtstag in berlin verabredet. pustekuchen! erst auch diesen messetag vorwiegend verdaddelt, das nächste mal muß ich mich wirklich besser vorbereiten. dann vier stunden versucht, im andauernden schneebedingten verkehrschaos einen zug nach berlin zu erwischen. oder einen ersatzbus. oder wenigstens eine auskunft. pustekuchen! das reisezentrum der bahn schloß pünktlich. das heißt, die wartenden wurden elegant hinausargumentiert, wobei allerdings auch ein vierköpfiges bahnsicherheitsteam tatkräftig präsenz zeigte. es übernahm die türgewalt.

geburtstagsparty = pustekuchen, zumindest für mich.

die rückfahrt immerhin in drei stunden geschafft. von der gastwohnung zur haltestelle, da dann gleich in die tram. am hauptbahnhof aufs gleis, da dann gleich in die bahn. drei schritte in den waggon und auf einen freien platz gesetzt. daß der zug im anschluß über eine stunde stillstand, weil er mit menschen überladen war? egal.

ich hatte glück, zuviel glück. zwei stunden später wäre da wohl nichts mehr gegangen.

trägheit

10. Februar 2018 - 23:37

wie immer, wenn ich vor arbeit kaum zum atmen oder schlafen komme, nicht zum lesen oder bauen und auch nicht zu der schönen fRau, die mich ebenso gerne sehen würde wie ich sie. genau dann wächst sie ins unermessliche, die sehnsucht ins ungewisse zu schreiten. eine tür zu öffnen und zu gehen. einfach los.

schreiben, weiterschreiben, im vertrauen darauf, daß die worte tragen werden. ohne vorab zu wissen, wo die reise mich hinführen wird. in den moment hineingreifen, als hätte zeit eine substanz mit einer gestalt, die zu formen sei. immer wieder neu zu formen.

doch dazu ist keine zeit, die deadlines drücken, gleich mehrere in der kommenden woche und weitere bis zum monatsende. mir bleibt keine wahl, am ende nur geld. deshalb träume ich von einem boot, mal wieder. doch ja, das könnte klappen.

die trägheit des wassers. das zögern und glucksen, diese wilde, kraftvolle scheu. das ist, was ich brauche, was ich will.

elf

28. Januar 2018 - 23:01

das ist jetzt so ein seltener moment, in dem gerade mal alles erledigt ist, und ich kurz durchatmen kann. naja, alles erledigt ist natürlich nie, aber für heute gibt es dann doch nichts weiter zu tun. es ist sonntag, kurz vor elf, also dreiundzwanzig uhr. es ist wochenende.

07. Januar 2018 - 21:30

der körper zieht sich genüßlich eine grippe rein, die erste seit jahren. nicht einmal bei erkältungen bin ich allzu oft dabei, nur einmal im winter vielleicht. früher machten die sich eine nach der anderen in mir breit, manchmal sogar im sommer. doch das ist lange her. im dezember dann diese eigenartige nebenhöhlenverbetonierung, die nicht richtig da war, aber auch nicht wirklich wegging. und gestern mittag dann fieber und geschüttel, kopf- und gliederschmerzen von einem moment auf den anderen.

irgendwo in diesem geschmadder wabere ich seitdem umher. quasi schlaflos tauche ich nur ein wenig unter die oberfläche, weiß immer, wer ich bin und was ich bin, während ich doch träume. und dadurch eine ganz andere bin, als ich denke, daß ich bin.

da. einfach nur da.

verorten

05. Januar 2018 - 22:31

das neue jahr ist nun schon fünf tage alt, und ich mag nicht zurückblicken. wozu? 17 war ein gutes jahr. ein volles, ein reiches. jetzt ist es vorbei, das ändert gar nichts. ich stehe nämlich auch nicht auf vorsätze, so etwas kann doch nur schiefgehen. daran sind doch die meisten jetzt schon gescheitert.

doch ich mag mir einen ausblick gönnen auf die 18. denn die 18 wird gut, das weiß ich. die kraft meiner jahre geben mir ein gutes gefühl, die erinnerung. die 18 wird ein starkes jahr, ein jahr zwischen traum und illusion. das gefällt mir. viel zu selten habe ich in dem letzten jahren, wenn nicht jahrzehnten, die räume in aller stille entfaltet. in ruhe und langsamkeit die erfahrung ausgeschöpft, alle erfahrung. zu selten habe ich die luft sich bewegen sehen, um die menschen herum und durch sie hindurch. mitunter. reden kann ich nicht darüber, wer will das schon hören. wer versteht? in dieser einsamkeit wachsen die worte, und manchmal träumen sie wahr. dann wieder lügen sie sich in die illusion. ich kenne das, alles.

möge der traum das spiel gewinnen, aber wenn es anders kommt. was könnte ich dagegen sagen oder schreiben.

der erste traum betrifft einen ort, der ein ort der gestaltung sein muß. mein ort, wie eine werkstatt vielleicht, eine leiter oder flügel. denn auf lange sicht kann ich nicht bleiben, wo ich gerade bin. nicht mehr hier. es hebt sich auf, alles, ganz langsam. auch wenn ich noch nicht weiß, wie es weitergehen wird. oder wohin. was noch möglich ist. kann ich? soll ich?

ein bißchen mag ich noch bauen, wo ich jetzt zuhause bin. das licht vor allem und das bett. die garderobe im flur, da hat sich lang schon alles überholt. doch die wände sind tabu. und es wird sich auch verlaufen, vielleicht. ich werde papier kaufen müssen, um es aufzuzeichnen. träume und die illusion des neuen. werkzeug zu ebener erde, dazwischen das andere, die menschen und die angst. ganz oben der wortraum, nur für mich.

betreten verboten. selbst für mich, wo nur schweben und vergessen zählt.

bett und schreibtisch

31. Dezember 2017 - 20:43

in letzter zeit, wenn ich mal ein paar tage nicht zu hause bin oder auch nur eine nacht bei der fRau schlafe, kommt es immer häufiger vor, daß ich mich an meine wohnung nicht erinnern kann. das heißt, im großen und ganzen schon, aber insbesondere mein schreibtisch und mein bett bereiten mir schwierigkeiten. dann liege ich da, in einem fremden bett und sehe vor mir meinen eigenartigen wohnschlafraum in wuppertal. über dreizehn jahre her. oder eben meinen schreibtisch dort in der küche, mit blick über das gegenüberliegende haus ins tal. und zu silvester dann in die farbigen lichter auf der anderen seite.

mir ist dann schon klar, daß das nicht die aktuell gültige vorstellung von bett und schreibtisch ist. das weiß ich genau, aber dennoch ist es mir sekundenlang nicht möglich, das vertraute gefühl von bett und schreibtisch mit der aktuellen version zu überschreiben. die wand am bett bleibt auf der falschen seite und der schreibtisch, naja. der ist noch anders, wie in einer glocke. einer anderen atmosphäre. als würde er schweben.

was das bedeutet? keine ahnung. auf jeden fall ist es irritierend, die eigene vorstellung nicht beherrschen zu können. sondern beherrscht zu sein von diesem hirn, das die arbeit verweigert, und zuzusehen, wie die sekunden vergehen.

was will es? was sagt es? oder ist das schon alzheimer?

kopf hoch

18. Dezember 2017 - 22:53

da sitze ich jetzt, doch ziemlich erschöpft zum jahresende. nicht nur heute abend ist das so. und wenn ich den kopf hebe und nach vorn sehe, warten da drei unglaublich arbeitsreiche monate. ein anstehender spurt im brotberuf, eine weitere buchübersetzung und der roman natürlich, der – endlich – mit einer gewissen kontinuität auf sich aufmerksam macht.

puh! (mal so vorab.)

krank, vielleicht

11. Dezember 2017 - 14:31

okay, das sollte man nicht machen, blogbeiträge mit den worten „krank. vielleicht“ am ende. überhaupt sollte man immer vorsichtig sein mit den dingen die man sagt, aber noch vorsichtiger mit dem, was man schreibt. manchmal stimmt es nämlich.

minuten nach dem letzten eintrag bin ich dann also unter übelkeit leidend ins bett gekrochen, habe dort stunden weiterhin leidend verbracht, ohne viel zu schlafen, nur um mich im morgengrauen demütig von meinem mageninhalt zu trennen. also nix mit arbeiten gestern, stattdessen in einem fremden bett rumliegen und den vögeln beim fliegen zusehen. auch schön, zuhause geht das nicht. da ist vorm fenster kein himmel.

keine ahnung, was der sinn von krankheit ist. immerhin, die aktion hat mich über drei kilo gekostet. und das imunsystem hatte mal was anderes zu tun, als sich permanent mit dieser blöden rheumaidee zu beschäftigen.

die sprengkraft des tango

09. Dezember 2017 - 11:46

gestern wurde irgendwo auf facebook diskutiert, ob beim tango die frau größer sein kann als der mann. ich will da nicht weiter mitmischen, weil die dortige gastgeberin eben diese diskussion nicht wünscht. sie will für sich einen großen mann, und das ist okay.

aber!

ich platze fast vor irritation ob der dadurch produzierten ausgrenzungen, einschränkungen, bedingungen. große frauen kriegen nie einen passenden tänzer, kleine männer haben eh keine chance, schon gar nicht bei 8cm-gestöckel, wenigstens. überhaupt macht der mann alles, die frau nichts, außer die augen zu und fallenlassen. (also, wenn die augen eh zu sind, wozu ist dann die größe wichtig? aber egal.)

ginge es tatsächlich danach, hätte ich kaum eine chance, jemals tango zu tanzen. zunächst einmal: ich stöckele nicht. nie. ich bin eine schlechte folgende, führe aber immerhin ein wenig besser. hin und wieder. und finde das im grunde auch spannender, weil musikverbundener. ich bin aber nur 168cm groß, wenn das so überhaupt noch stimmt. viele, die ich führe, sind größer als ich. eine der tangofreundinnen ist noch kleiner als ich. und sie ist sicherer und präziser, also deutlich besser als ich, als die meisten.

ich könnte noch bände reden oder schreiben. das tut nicht not, klar ist sowieso: auf einer normalomilonga würde sich niemand (der männer) jemals mit mir abgeben, mich überhaupt nur wahrnehmen. und auf einmal verstehe ich das. ich bin zu groß oder zu klein, zu häßlich oder zu plump, zu unpassend auf jeden fall und ganz und gar falsch. und das ist gut so.

an dieser stelle also ein kleines hoch auf den queer-tango, wo im übrigen, das muß hier wohl mal gesagt werden, nicht etwa nur schwule, lesben, transmenschen und anderes gesocks auch mal miteinander tanzen. so unter sich, schön sauber aussortiert. das wohl auch, das ergibt sich zwangsläufig. die welt ist so, sie macht das nötig, immer noch. aber queer-tango ist das nicht, nicht nur. vor allem werden rollen gewechselt, ständig. führen oder folgen, sich vorwärts- oder rückwärts bewegen. auf die musik hören oder auf die musik und den tanzpartner. folgen ist schwerer, das nur am rande. die erste frage, die geklärt wird, ist nicht die nach der größe, sondern die nach der der aktuellen rollenpräferenz.

und was mich am anfang schwer gebeutelt hat, dieses ständige wechseln, das ist wirklich anstrengend, aber hallo, besonders im kopf, man möchte es nicht glauben. heute ist mir genau das salz und pfeffer im tango, sprengkraft im schädel. mitunter weiß ich sowohl beim zusehen als auch beim selber tanzen nicht mehr so genau, wer folgt und wer führt, weil alles ein gemeinsames wird. was es ja ohnehin ist.

eine musik, eine bewegung. ein scheitern und glücklich retten, so gerade eben noch. ein kurzes gelingen und dann doch gleich wieder scheitern. alles eins, ein glück.

ps: warum also um himmels willen den vielleicht besten tanz des lebens verpassen, drei minuten, mehr ist es doch nicht, weil irgendetwas am körper des gegenübers nicht durch die schablone paßt?