raum für notizen

disziplin: alle tage

kontraprodukte

28. Juli 2019 - 01:56

was ist eigentlich das gegenteil von prokrastination? also wenn man nicht mehr dazu kommt, den müll runterzubringen, einzukaufen oder gar die wohnung zu putzen. kontrastination vielleicht?

wie auch immer, so sieht es gerade bei mir aus. das kommt davon, wenn man tango tanzen geht, statt zu hause zu bleiben. und dann noch auf dem berliner dykemarch mitstolpert, so wie ich gestern. über drei stunden im gänsemarsch, aber immerhin mit gelegentlichen kleinen tanzeinlagen. das ist mir dennoch ins kreuz geschossen, hat mir die lendenwirbel gehörig zusammengestaucht. mal was anderes.

heute dann nicht zum csd, obwohl ich mir den schon seit jahren mal wieder ansehen will. eigentlich. heute wäre ein guter tag dazu gewesen, bestes wetter und überhaupt. aber zu hause schrie mich die übersetzungsarbeit an, aber hallo! außerdem die neue pflanze, ein russischer wein, die zügig in einen tontopf umziehen wollte. und gegossen sowieso. dazu die spülmaschine, der müll, diverse pappkartons, der staubsauger usw. usf. ein bisschen was ist also erledigt. aber nicht viel, nicht genug.

und schreiben? stand nicht auf dem plan, wegen der drängenden übersetzungarbeit. hab ich dann auch nicht gemacht, heute. das ist gut so, auch wenn es mich unzufrieden macht. so unzufrieden, dass ich dann nachts doch noch mit der echten prokrastination angefangen habe. die kaputte glühlampe in der kammer gewechselt und endlich eine möglichkeit er-, nein gefunden, handtücher ohne integrierten aufhänger an einen haken zu hängen. so dinger per hand anzunähen mag ich nicht, deshalb nehme ich jetzt die alten vorhangklammer. an dennen musste nur der haken um 45° umgebogen werden. damit funktioniert das großartig. warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen?

mehr ist mir dann aber nicht mehr eingefallen. ist ja nun auch schon spät. nur, dass die intensive gedankensortiererei zum thema roman, die ich mir neulich erst vorgenommen hatte, wohl auf kommenden mittwoch verschoben ist. vielleicht.

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tangoglück

25. Juli 2019 - 23:57

after work zum tango. naja, zur arbeit war ich ja heute nicht. obwohl doch schon arbeiten, natürlich. schreiben halt. drüber reden und drüber denken. und dann drüber tanzen. toll.

und jetzt bin ich müde. so müde.

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glück

22. Juli 2019 - 02:03

immer wieder in den abendstunden, bis in die nächte hinein. diese ewige unruhe. eine tiefe verzagtheit, die alles in mir lähmt. die gewissheit auch, dass ich niemandem tauge, letztendlich.

was hilft es, dass ich etwas kann, das mich selbst fraglos vollkommen erfüllt. und das auch weiß, ohne jeden zweifel. dass das schreiben ins zentrum rücken wird in den kommenden jahren, auch offiziell.

das ist ein glück, ich weiß. das hat nicht jede*r. ein derart erfülltes sein, das sollte ich feiern.

am freitag war party direkt gegenüber von meinem wohnbüro. jedes wort konnte ich verstehen, amerikanisches englisch, als stünden wir auge in auge. mitten in meine arbeit hinein, bis spät in die nacht.

heute ist party gegenüber von meinem schlafzimmer. die musik wummert, immer wieder wird lauthals mitgegrölt. natürlich stehen alle fenster offen, bei mir wie auch dort. es ist sommer, es ist warm.

ich kann das nicht leiden, menschen und lärm. jetzt stehen sie auf dem balkon. um zu rauchen, vermute ich. und zu reden. laut zu reden, dass ich mühelos jedes wort verstehe.

ich weiß einfach nicht, wie man feiert. vermute ich mal. ich weiß nicht einmal, warum. auch dafür tauge ich nicht.

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urlauben

21. Juli 2019 - 00:31

so recht weiß ich nicht, was ich im bezug auf meinen jahresurlaub tun soll. das war ja alles ganz anders geplant, und ich habe gegeizt mit den mir zustehenden urlaubstagen, weil die exfrau und ich im august zusammen in den pott wollten. mit dem liebsten menschen mitten durch meine verdammte vergangenheit streifen, mit familienbegebung sogar. das war beängstigend und beglückend zugleich. ich hatte mich unendlich gefreut und ebenso im vorfeld schon am liebsten verkrochen.

was solls, das ist jetzt eh passé. das kann ich an dieser stelle getrost abbrechen, jeden schrecken und jeden gedanken. ich muss alleine planen.

urlaub ist mir fremd. allein mache ich keinen urlaub. da fahre ich nur manchmal irgendwo hin, wo ich etwas zu tun habe. oder vielleicht etwas tun will, aber nicht einfach nur so. urlauben ist wirklich nicht mein ding.

tatsache ist jedoch, dass ich durchaus urlaubsreif bin. urlaubspflichtig sozusagen. darüber hinaus allerdings, nach meinem jahresüblichen und jedesmal kostspieligen literaturausflug nach österreich, auch maximal pleite. viel geht also nicht.

der plan derzeit ist, grundsätzlich in berlin zu bleiben, vielleicht gelegentlich mit dem motorrad rauszufahren, soll ja viel zu sehen geben im umland, und natürlich das boot zu wasser zu lassen. zwei wochen, in denen das bauen und schreiben auch nicht zu kurz kommen soll. eine richtige schreibzeit kann ich mir derzeit aber nicht leisten, die kommt mit ein bisschen glück ende des jahres. wenn ich endlich einmal, wie ich es immer schon wollte, seit ich in berlin bin, die stadt verlassen will. daumen drücken, bitte.

das heißt, nein. eine winzige schreibzeit gönne ich mir doch. knapp drei tage in wuppertal, auf dem weg nach essen, zu einer familienfeier. ob das sinnvoll ist? (beides, die minischreibzeit und die familienfeier.) keine ahnung, es ist einfach so.

PS: eine kurze recherche hat ergeben, dass es in wuppertal gar nicht diese hübschen elektromietroller gibt, die mir hier immer so auf die nerven gehen. hätte ich dort glatt mal ausprobieren mögen. schade.

PPS: leih-e-bikes scheint es auch nicht zu geben, obwohl die sicher toll wären im bergischen, oder diese neuen nichttretroller. diese kippeligen einpersonendraufstehbretter. es ist wohl ein reines großstadtproblem, diese allgegenwärtige mietfahrgerätrumstehplage in berlin, wien und anderswo.

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chaos

20. Juli 2019 - 01:51

so kann ein tag immer wieder grundlegend anders sein als der darauf folgende. heute also ein riesiges durcheinander gelebt, kein bisschen ordnung und zufriedenheit. alles vollkommen anders als gestern. spät am abend erst wieder ganz langsam zurückgefunden. zu mir. mich wieder wohlgefühlt in meiner wohnung, immerhin das. noch nicht jedoch in meiner haut, auch jetzt noch nicht so richtig.

die anstehenden arbeiten haben sich dementsprechend leichtfertig in das inwendige desaster eingewebt. oder aus ihm heraus erst entwickelt, was weiß denn ich? hier ein bisschen, da ein wenig, kein plan und keine richtung. ich bin ein nichts, ein niemand. sinnlos und verlassen.

naja, nein. so schlimm war es gar nicht. es ging schon alles, irgendwie. in die dringend anstehenden übersetzungen geschaut, ein bisschen was geregelt und viele fehler gefunden. (nicht auf meinem mist, nein.) und rechnungen gemahnt, immer dassebe. das ist lästig, aber soweit alles gut. unzufrieden war ich halt. mit mir und mit allem.

außerdem: die medikamente zeigen wirkung und nebenwirkung. letzteres ganz eindeutig, die verdauung spielt latend verrückt, selbst mein magen meldet sich sporadisch. das tut er sonst nie. das macht auch nicht gerade freude, muss ich sagen. ist aber wohl der preis für die fähigkeit, fünf tage am stück tango zu tanzen. so wie in der letzten woche.

dass ich dann spät in der nacht doch noch an das nächste kapitel bin, war dann genau genommen ein kleines wunder. oder auch wieder nicht, denn es ist das chaos, aus dem sich alles nährt. etwas mehr als eine seite. das ist gut, das ist ein anfang. damit ist die richtung gesetzt, das macht es morgen schon leichter. ich glaube sogar, dass der ansatz insgesamt schon ganz gut geworden ist. ohne große hoffnung und mühe.

das kreative chaos des universums, in mir. das ist zeitlos verschwendet. weil ich es kann.

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tango, drogen, arbeit

17. Juli 2019 - 00:10

das war das wohl absolut beste tangofestival bislang, für mich zumindest. ganz anders als ich dachte, vor allem meine kondition. aber nicht nur. auch meine tangofeigheit hat abgenommen, überaus deutlich sogar. also alles gut, noch besser sogar. bestens.

damit hatte ich nicht gerechnet. wo soll das nur enden?

der erste abend danach allerdings ist nun nicht unerheblich in unkonzentration und müdigkeit versunken. beinah ein bisschen wie erschöpfung, obwohl es körperlich besser geht als im gesamten letzten jahr. dank der regelmäßig verabreichten drogen schmerzen weder die füße noch die hände, die außerdem so gut wie auf das normalmaß abgeschwollen sind. selbst früh am morgen merke ich quasi nichts mehr von der qual des gesamten frühjahrs. vielleicht die rechte schulter noch, die gelegentlich ein klein wenig piekt. und die hand mit dem karpaltunnel.

die erschöpfung wohnt also im kopf und nur dort.

das zuviel an arbeit, das ganze durcheinander darin. der trott des haltagsbüros und der gewältige übersetzungsklotz, der danach zu hause auf mich wartet. den ich endlich bewältigen muss, irgendwie, auch wenn ich noch so wenig lust darauf habe. alles überragt von dem endspurt in bezug auf den roman. der hat noch nicht begonnen, ist aber auf einmal in sicht.

das alles will gerade nicht mehr so recht zusammenfinden in mir. wenn es das denn jemals hat. kann ich mir im moment überhaupt gar nicht vorstellen, nicht einmal das.

aber toll, so alles in allem.

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tango time, queer

14. Juli 2019 - 13:10

wie jedes jahr. in ein paar atemzügen ist alles anders, die ganze stadt ist tango. am mittwoch abend ist das queertango-festival in berlin gelandet. für mich ging es donnerstag mittag los, kurz nach literatur.

und alles ist gut, alles richtig gemacht. nur einen kurs pro tag gebucht und als helfer*in keine taxitanzverpflichtungen (einspringen bei ungrader teilnehmer*innenzahl) übernommen. ein wenig angst hatte ich dennoch, das pensum, inklusive der abendlichen milongas, nach fast halbjähriger tanzuntauglichkeit nicht bestehen zu können. hat sich als ziemlich unbegründet herausgestellt, glücklicherweise. alle sich bisher einstellenden körperlichen beschwerden sind muskelkater oder altbekannte tangomiseren wie ausgeprägtes fußsohlenweh. an letzterem trägt allein das schuhwerk schuld. der nacken dagegen freut sich offensichtlich über die rotationsbewegungen der unteren körperhälfte und knirscht nur noch, schmerzt und drückt hingegen kaum, heute. überraschung.

der rest ist reine freude. wieder sind ausgezeichnete lehrer*innen angereist, allen voran tango con*fusion, mit einem ausgezeichneten, wohldurchdachten unterrichtskonzept. präzise und humorvoll.

vor allem anderen aber. ich bin entspannt, was solls. ich tanze mit menschen, die ich jahrelang nur angesehen habe. warum auch nicht. dann wieder sitze ich am rand und schaue nur. und sammle ideen und material auf dem weg, für den weg bis zum ende des romans. das auch. das ist überall.

ps: ein bisschen gehts ja noch weiter, heute und morgen. mal sehen. ob die kraft reicht.

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#englreisen

07. Juli 2019 - 23:15

freitag, samstag, sonntag. seit meiner rückkehr fast nur geschrieben oder sonstwie in literatur beschäftigt. vorbereitungen für den stipendiumsantrag zum beispiel, heute morgen gleich angegangen. und schon so gut wie erledigt, nur noch den textauszug auswählen. später dann, ein bisschen zeit ist ja noch.

das motorrad zurückgeholt. wieder einmal – wie eigentlich immer, wenn ich in klagenfurt bin – stand es vor der werkstatt herum, ohne dass es dort hätte stehen müssen. nichts ist geschehen, aber zugegeben, die anforderungen diesmal sind hart. moderne, verstellbare hebel für ein über 30 jahre altes motorrad zu suchen und zu finden, ist sicher kein vergnügen. und ich allein wäre damit heillos überfordert.

bessere hebel für meine kleinen hände gibt es also erstmal nicht. aber den händen geht es inzwischen wieder ganz gut unter der neuen medikation. ausgesprochen richtig gut sogar, bis auf ein paar ausreißer in ungünstigen momenten natürlich. wie das so ist. doch das fahren macht wieder spaß, so ist es wieder mit leichtigkeit verbunden und mit weniger angst behaftet. das habe ich erstmal ausgenutzt, zumal das wetter dazu bestens taugt. kühl ist es und windig. ein wenig feucht auch, was mir nicht behagt. aber kein regen, der war gestern und die nacht hindurch.

außerdem: kurz nach dieser sommerlichen rundreise in sachen literatur, münchen, klagenfurt, wien, habe ich gleich die nächste tour festgemacht. und erstmal eine unterkunft in wuppertal gebucht. drei tage dort, in der alten, der ersten wahlheimat, bevor es todesmutig ganz „nach hause“ geht. zur geburtstagsparty meines ältesten cousins, im august.

also schreiben in wuppertal. essen im congo. kaffee im milia. und schweben natürlich.

das hatte ich lange nicht. unsicher war ich, bis kurz vor der buchung. ob ich das überhaupt will. aber jetzt freue ich mich halb verrückt.

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07. Juli 2019 - 00:03

gegenüber von meinem schlafzimmer, in der stammkneipe auf der ecke, wird heftig gesungen, geklatscht und gejubelt. gekichert auch, gefeiert eben, in jeglicher hinsicht. es ist eine hochzeit! ich hätte es wissen können, am späten nachmittag sind sie mit einer kutsche vorgefahren. naja, vielleicht eher ein planwagen. also gar nicht so, wie die fiaker in wien, auf hochglanz poliert und ein_e kutscher_in mit melone. aber mit pferden, immerhin.

bis jetzt machen sie immer noch spaß da draußen und haben lärm dabei. ich gönn es ihnen ja, aber ich kann so nicht schlafen.

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