raum für notizen

disziplin: alle tage

tage, wie dieser

07. April 2019 - 23:13

ich brauche mehr sonntage, die frei sind. und freitage auch, ich brauche mehr zeit. zeit, in der ich nichts zu tun habe. kein termine, kein geld verdienen, keine listen abarbeiten. einfach nichts.

dann wird auch das schreiben wieder leichter. die stellen, die wichtig sind. wo auf zwei, drei seiten sich alles wandeln muss. ich es wandeln muss.

im moment geht es nicht, fürchte ich.

aber auf dem motorrad habe ich gesessen. es läuft nicht nur, es fährt. ich fahre. das ist doch auch was. und der balkon ist betretbar, besitzbar sogar. noch ohne tomaten, aber immerhin.

ein bisschen was.

alle tage | 0 » | plink

lässig

02. April 2019 - 23:31

die müdigkeit, die ich mit mir herumschleppe, lässt mich nachlässig werden. ich erledige nicht mehr alles auf den punkt, nicht einmal so gerade eben. ich werde durchlässig, ich vergesse mich.

auf dem weg zur s-bahn fangen die menschen neben mir an zu laufen. fast alle, fast alle gleich, weil die ringbahn in die andere richtung gerade einfährt. ich renne nicht, es ist nicht meine richtung. nur der weg, das ist derselbe. der weg, auf dem wir uns befinden, scheint eine art brücke zu sein. das ist mir noch nie aufgefallen. doch es muss so sein, denn sie fängt im gleichförmigen laufschritt an zu schwingen.

nimmt mir den boden für einen augenblick, dass mir angst wird oder wirr. vielleicht auch nur leicht.

oder ist das nur in mir und nirgens sonst? torkelt mein kopf auf einem instabilen hals? schwankt meine existenz?

überhaupt frage ich mich, was ich noch bin. oder was ich sein kann, ab jetzt und immer wieder. ich sehe sie beide, die extreme mir. das gespreizte potenzial.

zum einen das lasttier, das der familie alles trägt und erträgt, ungefragt, wie ein stück nutzvieh. ungeschlachtet, solange es seinen zweck erfüllt, und nur deshalb noch lebendig. ungesehen auch, zum glück. tief in sich selbst verborgen, unsichtbar und sicher.

zum anderen die seltsame seele, die aus der ferne um die worten streicht, als wären sie ein instrument. ein einziges, ein klangkörper, in dem es atmet. eine zartheit, die weit reicht und ganz nah kommt. oder auch nicht. diese durchlässigkeit, die den wind liest, die augen geschlossen, und die schwingungen der brücken lebt, als wäre es musik. wie die muster im material, wie es tanzt.

alles tanzt. alles lebt.

es ist die müdigkeit, die mir das alles wieder sichtbar macht. selbst unter der last eines körpers, das lästige tier. so bin ich geboren, ich weiß es genau. ich erinnere mich.

alle tage | 0 » | plink

pain fool

01. April 2019 - 22:55

medikamente wirken und benehmen sich zeitgleich daneben. so ist das, aber ich kenne es wenig, weil ich die nur selten im leben welche nehmen musste.

die aktuelle zusammenstellung hat es in sich. die nächtlichen schmerzen halten sich in grenzen, und also kann ich wieder schlafen. endlich. tagsüber vergesse ich die schmerzen, nur ein leichter druck bleibt und ein plötzliches stechen bei einer allzu gewagten armbewegung. dennoch bewege ich mich zunehmend normal.

der schwindel jedoch, gleich nach dem aufstehen, der dann auch nicht mehr verschwinden wollte. nicht eine, nicht zwei, auch nicht drei stunden später. das ist nicht nur unangenehem, das hat mich an der ausübung meiner bürotätigkeit gehindert. heute zumindest. mal sehen, wie es morgen aussieht.

(nach einer kurzen recherche habe ich die antidepressiva in verdacht. werde also zügig die als erstes wieder zurückfahren. besser ist besser. allzulang will ich dieses spiel ohnehin nicht treiben.)

und dann wäre es natürlich auch gut, mal wieder vom körper in den geist überzugehen. in den text also, das buch. in den roman, für dessen verwirklichung ich heute schnell noch unterschrieben habe.

erste vierte zweitausendneunzehn. yeah!

alle tage | 0 » | plink

zustände

31. März 2019 - 23:01

am freitag bei der überaus klaren und netten neurologin gewesen, um mir endlich den ct-befund meiner halswirbelsäule näher erläutern zu lassen. das pro und contra einer operation auch, was aber nicht wirklich zur debatte steht, meinerseits. und ihrerseits einstweilen ebenfalls nicht, glücklicherweise.

auch die frage, ob durch die massive physio irgenetwas massiv kaputt gegangen sein könnte, untersucht und verneint sie. zumindest was die nerven angeht scheint alles in ordnung. das angebot eines schulter-cts lehne ich ab, ich will einfach mal eine weile keinen ärzte mehr sehen. auch da stimmt sie zu.

das abschließende angebot, einen hübschen schlafcocktail verschrieben zu bekommen, lehne ich nicht ab. nun verfüge ich also über einen medikamentenmix aus schmerz- und beruhigungsmittel zu muskelentspannung, dazu noch anitidepressiva in niedrigstdosierung zur schmerzervermeidung. das kenne ich schon aus der migränetherapie, wo es nicht geholfen hat. ein brennender geschmack, eine taube spur im mund, wie bei keiner anderen pille, die ich je geschluckt habe.

ich weiß nicht, ob das gut ist. vermutlich nicht, denn es verfälscht den zustand. aber ich schlafe wieder, so einigermaßen. und ich brauche das, etwas ruhe und ein wenig schlaf nach diesem schmerzmonat. eigentlich könnte ich den ganzen tag nur schlafen und im anschluss daran gleich auch die nacht.

aber das geht natürlich nicht. morgen darf ich dann früh raus und mit dem rad nach charlottenburg, weil die bvg streikt. (das motorrad verbietet sich, wegen der anhaltenden schulter- und kopfstarre. aber mal sehen, wie es morgen früh aussieht.)

hallelujah!

alle tage | 1 » | plink

schlaflos

28. März 2019 - 23:24

was für ein tag. noch vor dem schreibkurs durch den prenzlauer berg gehetzt, mich brav in dieses labor begeben, wie von einer ärztin vorgeschrieben. dann in den kurs, den zu beginnen im letzten jahr eine wirklich gute idee war. bringt mich wahnsinnig voran im text, immer wieder. anschießend zur gyn, wo ich fast zwei stunden im warteraum hocke. zunehmend ratlos. und noch ratloser, als ich feststelle, dass frau doktor mich in exakt in dem moment zu duzen beginnt, in dem sie meiner genitalien angesichtig wird. immerhin mal was neues. bislang gab es in diesem moment von diversen frauenärtzinnen immer nur die eine frage: was machen sie beruflich?

und all das nach einer weiteren, ziemlich miesen nacht. so gut wie schlaflos.

bei der physio gestern erfahren, dass die frau, die mich zu anfang derart miss(be)handelt hat, inzwischen gefeuert wurde. oder als freiberuflerin aus dem team entfernt, was auch immer. ich solle mir diesbezüglich keine sorgen machen, hieß es. weiter habe ich nicht gefragt.

sorgen mache ich mir aber, immer mehr sogar. drei, vier oder fünf wochen sind das jetzt schon, und vielleicht hört das nie wieder auf. (denke ich mitunter.) das ist doch keine erstverschlimmerung mehr. zumal nichts so richtig schlimm war, nur zu hart, zu eng, zu unbeweglich. aber dabei zumeist so gut wie schmerzfrei. bis ich mit dieser behandlung angefangen habe.

ich verfluche den tag, an dem ich mich in diese praxis begeben habe.

alle tage | 0 » | plink

darunter

26. März 2019 - 23:08

auf dem weg zur arbeit heute zum ersten mal das rechtzeitige aussteigen aus der u-bahn verpasst und lesend gleich drei stationen zu weit gefahren. buchmessenmaterial durchgeschaut, zum teil recht grottig, dünnschichtige bemühungen diverser edelfedern.

keine ahnung, warum ich das so spannend fand. vielleicht um meinen wert zu taxieren, mein level, mein niveau. wissen, wie das pendel schlägt. dass das pendel schlägt. mal dieseits, mal jenseits, neu ist das nicht.

alles ist schwung, wie im wasser die wellen, und ich bin unter.

alle tage | 0 » | plink

25. März 2019 - 10:23

resturlaub aus 2018, ein ganzer tag. das ist unbezahlbar, richtig und wichtig heute. in gelassenheit und ohne eingespanntsein in andere verpflichtungen organisiert sich manches wie von allein. also diese woche noch einiges an ärzte- und laborstress, dann sollte damit erst einmal ein monat ruhe sein. ein ganzer monat, nur die physio wird weiterverfolgt. in der hoffnung auf besserung, wenigstens an der stelle.

und jetzt erst einmal nichts, heute und hier. das ist auch wichtig. und richtig. das nichts.

alle tage | 0 » | plink

24. März 2019 - 23:14

drei nächte in leipzig, solide gestürzt durch eine stramme matraze am boden, die mir recht gut gefallen hat. vielleicht sogar wohlgetan, ich weiß nicht. kann auch sein, dass es der fehlende schreibtischeinsatz war, das viele laufen durch die hallen, die straßen, die stadt. oder das thema überhaupt, das wandeln im thema buch.

jetzt also wieder im heimischen schlafzimmer, im eigenen bett, lattenrostgestützt. weicher also, zumindest flexibler. und damit schmerzverursachend? ich bin gespannt.

überhaupt gibt es anderes in der welt, so viel anderes. welten und geschichten zu ergründen.

alle tage | 0 » | plink

sitzen

17. März 2019 - 23:11

nicht gearbeitet heute. die nacht war scheußlich, wieder einmal. der tag demensprechend low. dennoch viel unterwegs gewesen, jetzt erst sitze ich im bett. endlich.

im streitraum kein streit, wie immer. statt dessen ein autor, der am ende zugibt, wie wenig er selbst von seinen werken versteht. und dass das das spannende am schreiben ist. kluger mann. dann fische, schlangen und quallen im aquarium im zoo. beeindruckend, wie viele menschen sich an einem sonntag nachmittag dort einfinden. anschließend äthiopisches fingerfood mit einem gradiosen afrikanischen kaffee zum abschluss. vor ort handgeröstet, bis hart an die brandgrenze. also so gerade eben gut, einzigartig, genial. (ganz am anderen ende der fahnenstange, an deren perversen gegenstück der kapselkaffee prangert.) diesen fetten, tiefschwarzen afrikanischen, auf jeden fall gewürzt, vermutlich mit karadom, könnte ich jeden tag. da braucht es nicht einmal milch dazu, nur etwas zucker.

aber müde bin ich jetzt schon. vor allem, weil gestern ein mächtig voller arbeitstag war, den ich mir so gar nicht vorgenommen hatte. ich muss mir das pause machen, leer sein und nichts tun konsequenter einverleiben. denke ich.

oder: meditieren!

alle tage | 0 » | plink

let it be

17. März 2019 - 00:30

da glaubt man immer, alles was eine*r so schreibt, käme irgendwie aus einem wie auch immer verorteten selbst. es muss ja nicht immer gleich die autobiografie sein, aber so halbwegs im persönlichen spektrum. das muss doch, anders kann es nicht. oder?

schön wärs.

meine vielfach gescholtene hauptfigur, tatsächlich sogar meine (durch und durch unzuverlässige) erzählerin, hat zumindest einen überragenden vorzug. sie weiß die dinge geschehen zu lassen, ohne sich dabei aus der ruhe zu geraten. aus ihrem selbst, ihrem kern. sie beobachtet, was geschieht, wird aber selten aktiv. ihre einzige aktivität besteht möglicherweise in der durch alles gewonnenen erkenntniss. mehr nicht

da ist kein ehrgeiz, keine zielstrebigkeit, auch wenig zweifel und verzweiflung. bislang zumindest. wer da aus mir spricht, ist ein wunder der ruhe in sich selbst, wie unsicher und verdreht dieses selbst auch sein mag.

ich dagegen begegne (am freitag) für zirka zehn bis fünfzehn minuten einer neuen ärztin, von der ich mir lediglich eine zweite meinung erbitte. und bin dann derart angegriffen von deren dragonerhaftigkeit einerseits und ihrem rasanten tempo andererseits, dass ich die nächsten tage und nächte noch daran kaue.

das sollte ich lassen.

alle tage | 0 » | plink