raum für notizen

disziplin: alle tage

fertig!

09. August 2020 - 11:55

vor der arbeit, dem schreiben liegt diesmal offensichtlich nicht nur das lesen, was an sich schon ungewöhnlich ist. es liegen da auch erholung und schlaf, wie ich schon sagte, und veränderung. wobei ich von der nicht behaupten könnte, dass sie offen sichtlich wären. mitnichten.

zunächst einmal gehe ich den weg der beruhigung, der langsamkeit, wie alles in diesem jahr langsamer geworden ist. so dann auch ich. ich begreife, dass zeit ein genuss ist, keine qual, die mich treibt. ich erfahre, dass körperlichkeit und der damit verbundene selbstekel, die enge in mir, aus der abwesenheit von rhythmus entsteht, aus der verachtung der zeit, die ich habe. die mein ist, wem denn sonst.

es ist wochenende, immer noch. mein urlaub beginnt morgen, am montag, da ist der erste tag ohne büro. vielleicht fange ich dann mit der arbeit an, mit einem plan zumindest. ich will es ja, das buch. wo es doch nun schon da ist, so gut wie fertig.

doch es ist heiß, was ich mir ein wenig gewünscht habe, aber ich so. heiß! gegen abend ist regen angesagt, gewitter, nach einem tag mit 35°. das könnte schön sein, wie überhaupt dieser sommer eigentlich ganz schön ist. finde ich.

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lesen!

07. August 2020 - 22:54

gestern abend angekommen in der kleinen stadt. spät, gegen neun, weil ich in berlin erstmal ein paar stunden vor (sic!) meiner wohnungtür verbracht habe. um auf den schlüsseldienst zu warten. so war dann alles ein wenig verrutscht.

eigentlich war aber sowieso nichts richtig geplant, da war das irgendwie auch egal. und gut. weil in den letzten wochen und monaten alles voller plan und voller arbeit und fast ohne menschen war.

als ich hier ankam, roch nach holzfeuer, als würde überall edel gegrillt. dennoch war es still, ein größerer kontrast denn je. wie ich es leid bin, das neuköllner geschrei, der lärm und das ständige gewusel.

ich werde alt. ich bin dann nur noch schnell fürs frühstück einkaufen gewesen, anschießend habe ich zehn stunden geschlafen. ging nicht anders, obwohl das fast doppelt soviel ist wie sonst.

am morgen, also gegen mittag, erstmal beschlossen, dass ich unmöglich sofort losarbeiten kann. auch wenn es schreiben ist, also die einzige arbeit, die mir mehr bringt als geld. alles andere mehr als geld. erstmal muss ich ein wochenende urlaub haben, wenigstens.

also hab ich einfach so irgendwas, den ganzen tag. nichts gemacht. oder lesen zum beispiel, zwei kapitel am stück, auf dem bett liegend. lesen, das andere, was man auch mit büchern machen kann, statt sie zu schreiben. das andere auch, was man im bett machen kann:

lesen!

mal sehen, wie das weitergeht mit mit mir hier in diesem sommer. ich hab gerade schon wieder nicht die geringste lust auf schreiben. deshalb schluss jetzt und ab im bett.

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tief innen, die welten

03. August 2020 - 23:54

da will ich einfach nur die jacke anziehen, hebe also den arm in den ärmel, und dann ist gleich der rücken wieder beleidigt. so geht der tag, auch jetzt noch spüre ich die stelle, tief innen. der tag allerdings hat sich doch noch ganz ordentlich geputzt. finanziell zumindest kann ich nicht klagen, das ist schließlich auch etwas in der allgemeinen situation.

gerade gibt es nur noch die arbeit im büro, und das ist gut so. für das freie kreisen muss ich nur noch die julirechnung fertig machen, damit hänge ich ein bisschen. aber sonst lasse ich da nichts mehr rein, bis fast zum ende des monats. sogar die abwesenheitsnotiz ist schon installiert, das habe ich noch nie gemacht.

ich schaffe zeit und raum fürs schreiben, ohne darüber nachzudenken. ohne dass ich es explizit entschieden hätte, und es funktioniert. allein durch den raum eröffnen sich ideen, darauf ist verlass. keine ahnung, warum.

ich bin ein monster, ein schreibmonster. mein hirn lebt in eigenen welten, immer. so ist das, gut.

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hermeneutik

03. August 2020 - 00:25

manchmal mache ich ja dinge, die ich mir bei genauer betrachtung selbst kaum glaube. so blöd sind die.

genau so einen blödsinn habe ich das ganze wochenende betrieben, samstag und sonntag, fast die ganze zeit. und mir damit eben diese komplett vermiest. um nicht zu sagen verschwendet, bis mich jemand darauf aufmerksam gemacht hat.

das ist mir so peinlich, dass ich jetzt hier nicht verraten kann, worum es eigentlich geht.

nee, wirklich nicht.

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time to gin

31. Juli 2020 - 01:06

heute ist der 30. (oder gestern, ist doch egal.) ich sitze im bett und habe die steuern fertig, einen tag zu früh. alles ist abgeschickt und abgegeben, kurz nach sechs heute abend war es so weit. (also gestern natürlich. ach, egal.)

normalerweise bin ich so um die 250 tage zu spät mit dem zeug, ich hasse es einfach. seit jahren war das also nie anders, aber in diesem jahr. da ist es das, alles anders. sogar die steuern.

am frühen abend hat dann die physiofrau zugegriffen, so richtig tief in die muskulatur, durch den rückenpanzer. da hast du mir aber eine aufgabe gegeben, sagte sie. ich weiß ja auch nicht. vielleicht war das eine spur zu viel. zu tief in mir

anschließend war ich mir jedenfalls für eine weile nicht mehr so sicher, wie der aufrechte gang funktioniert. obwohl er durchaus funktionierte, so war das nun auch wieder nicht. das war irritierend, also interessant. jetzt bin ich müde, das war anstrengend. der tag, der ganze, obwohl eigentlich mal gar nicht so viel los war. und der nacken tut weh, der kopf. ein bisschen, das ist nicht schlimm. im grunde wie immer. nur dass ich es längst nicht mehr immer spüre, mich nicht weiter darum kümmere. an allen tagen, die da sind.

die migräne damals, das war ein anderes kaliber.

ich muss das lernen, denke ich. dass der kopf woanders ist. oder woanders hingehört, mein kopf. jetzt.

ach: und der neu gin ist großartig.

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27. Juli 2020 - 22:13

ich mag ja genau die geschichten, in denen die bösen am ende alles so traurig richtig machen und dabei so hilflos und verloren bleiben. wenn sie also werden wie alle, die bösen. am ende.

das ist ein glück.

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sich regen, nicht

26. Juli 2020 - 23:43

wenig heute, nur der regen. dem habe ich gelauscht, noch vom bett aus, dann auf dem sofa, in der küche. zuletzt im bad. überall hat es geregnet, das war ein schöner regensonntag. überhaupt, das ist ein schöner regensommer. kein schlimmer, die gibt es ja auch, nein: ein schöner.

darüber hinaus ist es ein eigenartiges, ein beinah überwältigendes gefühl, die steuern pünktlich fertig zu haben. das ist das erste mal, soweit ich mich erinnere. und es ist wirklich gut. vielleicht bin ich jetzt erwachsen.

fehlt noch das mit dem erfolg. na, mal sehen.

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tage, wie diese

26. Juli 2020 - 01:17

nicht schön, wirklich nicht, wenn es eine einkommensteuererklärung ist, die mich an den schreibtisch nagelt. dafür tue ich dinge, die ich größtenteils schon ansatzweise kaum verstehe, und wie jedes jahr schwöre ich in den tagen der steuern: nie wieder, das tue ich nie wieder.

es gibt doch steuerberater, oder? nur wo?

fertig bin ich noch nicht, aber immerhin ist absehbar, was mich der spaß ungefähr kosten wird. in etwa erträglich, zumal ich ja schon in vorleistung gegangen bin. ich könnte mich zurücklehnen.

wenn sich jetzt nicht rücken und nacken mächtig über die übertrieben angenervte bildschirmstarrerei beschweren würden. sowas können die einfach nicht mehr verschmerzen. der kopf auch, der grummelt zu all dem. so ein permanentes, schwingendes brummen, das mitschwimmt im puls meiner zeit.

das herzschlagticken der inneren uhr, die läuft und läuft und läuft.

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schreibzeit (46)

25. Juli 2020 - 00:46

eben stelle ich fest, dass es keine vierzehn tage mehr sind, dann bin ich schon in schreibzeit in der kleinen stadt. das kann ich mir gerade noch gar nicht vorstellen: woanders zu sein als zu hause, so für länger. geht das überhaupt? darf man das?

nun ja, rein pragmatisch hoffe ich, dass es geht. so genau weiß man das ja alles nicht in diesem jahr. aber wird wohl schon. ohne größere probleme, vermutlich, denke ich. da müsste es schon mit dem teufel zugehen.

ich weiß gar nicht, ob ich mich noch darauf freue, zurück in den text zu gehen. vor ein paar wochen war das noch so, ich erinnere mich genau. aber jetzt?

natürlich wird das, wie anders könnte es sein. es muss ja. aber erstmal lauert noch eine steuererklärung auf mich. und viel anderes zeug, dass es zu bearbeiten gilt. zuerst kommt also die pflicht, dann die arbeit, die ganz nebenbei vor allem eine freude ist.

bei aller qual, wohlverdient.

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#insight

23. Juli 2020 - 00:46

doch kein tango, es funktioniert einfach nicht. selbst die kleine gruppe, vier personen, heute sogar nur drei, findet keine einigung. mein bedürfnis, nach all den monaten und in der momentanen einigermaßen entspannten situation, im ganz persönlichen bereich ausnahmsweise keine rücksicht auf distanz und schutz und angst womöglich zu legen, wie es so viele, vermutlich alle tun. mit familie oder engen freunden so umzugehen, wie es sein soll, mit nähe und berührung, in unterschiedlichen varianten der nacktheit. zwei oder drei wochen lang schien es möglich, ein ganz klein wenig tango. sogar über unterricht haben wir gesprochen.

jetzt aber trifft mein bedürfnis, mein verständnis der lage auf eine person mit einem vehement anders gelagerten bedürfnis. ihr scheint es um sicherheit und schutz zu gehen, um grenzen, um überhaupt tanzen zu können. das ist verständlich, durchaus. nur kann ich da nicht mit, wohl als bislang einzige. vermutlich ist es lächerlich, bin ich lächerlich, aber in meinem allerprivatesten bereich akzeptiere ich keine masken. überall sonst. es ist scheußlich, aber nötig und damit okay. wenn milongas erlaubt wären, aber nur mit maske, würde ich womöglich auch das tun.

aber nicht in meiner küche, soviel macht gebe ich dem virus nicht. in meinem ganz privaten leben kann und soll corona keine rolle spielen. niemals.

natürlich gibt es nur ein fazit: damit bin damit raus, während die anderen weiter tanzen. damit die anderen weiter tanzen. ich kann ja niemanden in die nacktheit oder mögliche gefahr zwingen. ich bringe aber auch tango nicht zusammen mit schutz und distanz, wie gewünscht. das ist es einfach nicht. das versuche ich gar nicht erst, das wäre verrat. es gibt wenig, das näher wäre. als tango, und dabei so unverbindlicht auch. was für eine mischung, ein glück.

also gebe ich auf an diesem punkt. so finden wir nicht zusammen. so finde ich mich allein, und das verstehe ich sogar. das ist nur logisch. corona ist die zerstörung jeglicher illusion.

also: tango ende! womöglich für immer, für mich.

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