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archiv: fremde federn


besoffen, bestürzt

04. September 2012 - 20:42

Ich saufe Bücher derzeit, wie früher nach der Schule, zwei bis drei in der Woche*. Ich komme nicht nach mit den Schreiben hier, mit dem Beschreiben des Lesens. Ich muss ja auch noch ein bisschen arbeiten, hier und da.

Manche Bücher gehen nahtlos rein, verteilen sich im Körper, im eigenen System, als seien sie dafür gemacht. Andere gehören mir nicht, gehören einfach nicht zu mir. Das muss nicht am Buch liegen, in den meisten Fällen liegt es an mir. Oder am Thema. Es gibt so viele Dinge, die ich nicht bin, nicht verstehe. Und manche davon erschließen sich auch nicht durchs Lesen. Das ist weder Pech noch Glück, das ist einfach so. Ich kann lesen, wie es ist, über die Kindheit hinaus in einer Familie zu leben. Wie es ist, Menschen zu verlieren, die bislang tagtäglich da waren. Ihre Stimme, ihre Gedanken, ihre Gegenwart. Wirklich verstehen werde ich es wohl dennoch nie. Das weiß ich, und das macht nichts.

Nur wenige Bücher leben dazwischen, zwischen Einverleibung und bleibender Fremdheit. Manche Bücher laden mich ein, verführen mich mit Sprache und Geschick, aber lassen mich dennoch außen vor. Zurückgewiesen, als wäre ich es nicht wert. Sie lassen mich nicht ein, kommen aber auch nicht zu mir. Nicht freiwillig. Diese Bücher lassen mich enttäuscht über die Unmöglichkeit zurück, nicht gelassen, nicht entspannt. Mit dem Gefühl, etwas Wichtiges nicht erreicht zu haben. Das ist selten, und das ist tragisch. Das sind die Bücher, die ich nicht vergesse, obwohl ich kaum etwas von ihnen weiß.

weiter im common reader

(eine lobpreisung des lesens sowie eine schamlose kombination aus buchliebhaberei und lesungsveriß, keine rezension)

derek jarman's garden

02. September 2012 - 13:35

Here, I walk out to the sea in the dark with Tilda and we discover that handfuls of flints thrown to the ground produce a shower of sparks.

derek jarman’s garden

02. September 2012 - 13:35

Here, I walk out to the sea in the dark with Tilda and we discover that handfuls of flints thrown to the ground produce a shower of sparks.

süchtig

29. August 2012 - 19:19

wieder wortsüchtig geworden, heute gegen mittag, und jeanette wintersons leuchtturmwärter ausgesoffen, in einem zug und jetzt noch unersättlich. lighthousekeeping werde ich noch einmal haben müssen, mir am besten gleich im original zuführen. (schon gefunden und bestellt.)

wie geht denn das? wie macht man sowas?

lighthousekeeping

26. August 2012 - 13:41

die erste seite lesen, ach was, nicht einmal das, die hälfte vielleicht. und schon grinsen, auflachen (ein bißchen wie kichern), staunen und erschrecken. staunen vor allem. daß es das gibt. eng und weit zu gleichen teilen. und zeitgleich. (jeanette winterson, der leuchtturmwärter/lighthousekeeping)

lesen und lieben

23. August 2012 - 18:53

ich fürchte, ich verliebe mich gerade hemmungslos in jeanette winterson. (die offensichtlich neben ihrer „schriftstellerischen tätigkeit“, wie wikipedia das nennt, einen bioladen in london betreibt.) ein weiteres buch von ihr – Der Leuchtturmwärter – kam heute an, ich blättere es auf und da steht als kapitelüberschrift:

Eine anständige Geschichte hat Anfang, Mitte und Schluss. Mit diesem Modell habe ich jedoch meine Schwierigkeiten.

genau. so mache ich das jetzt. ;)

stoffsammlung

18. August 2012 - 19:28

nach herta müller, herztier und primo levi, ist das ein mensch? nun jeanette winterson, oranges are not the only friut. sehr britisch, klug und komisch. eine wohltat.

guter stoff

12. August 2012 - 18:08

explodiert im  gehirn. und das nicht nur einmal. (herta müller, herztier)

nachtrag: über das begehren

30. Juli 2012 - 11:54

schnell noch ein etwas älterer artikel aus dem zeitmagazin. lesenswert, vor allem aus dem besprochenen buch konstruiert. leider mit einem etwas eigenartigen bild verziert. (und die kommentare, wie immer, vielleicht besser meiden.)

über das begehren

29. Juli 2012 - 22:21

Manchmal werden Bücher persönlich. Das heißt, eigentlich werde sie das bei mir immer, irgendwie, aber nicht immer muss ich etwas dazu sagen. Das wäre zu persönlich, das gehört nur mir. Doch diesmal geht es nicht anders. Ich bitte um Verzeihung.

Dieses Buch geht mich an. In seiner glasklaren Sprache, seiner Tiefe und Komplexität, mit seiner Zartheit und Wucht.  Und das mit der Homosexualität, ja sicher, das auch. Aber mehr noch das Werden und Wachsen überhaupt, die Suche nach dem Selbst, der Quelle hinter allem. Treibend, wie das Begehren selbst. Ebenso das Anderssein, grundsätzlich, das Randständige.

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