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archiv: write-insight


werften

12. Dezember 2017 - 22:46

lange schon steht im ansatz dieser beitrag hier bereit. nur der titel im grunde, kaum etwas sonst. doch ich konnte ihn nicht wegwerfen, wie so viele andere. angefangen hat es mit einer fernsehreportage, von der ich heute nur noch wenig erinnere. es ging um ein land im norden, ich weiß nicht mehr welches. norwegen vielleicht. in einer stunde oder so wurde es abgereist und abgefilmt, an jedem ort gab es ein paar exemplarische menschen. soweit nichts besonderes.

bis dann die frau auftauchte, die irgendwo in diesem land eine werft betreibt, in der sie auf altmodische art kleine holzboote baut. allein, soweit ich mich erinnere, und diese werft war im film wie eine große werkstatt mit wasser. die frau ließ sich bei der arbeit filmen, sie sprach auch über ihre arbeit und über die schwierigkeiten, ein solches im grunde aussterbendes gewerbe zu betreiben.

da ging etwas durch mich durch, und ich wußte, daß ich das auch wollte. genau das. nicht boote bauen natürlich, das kann ich nicht. aber eine werkstatt, ich will eine werkstatt. ein ort, wo etwas geschieht, etwas entsteht. mit wasser und worten, sowas in der art.

neulich habe ich eine skizze gemacht, auf einer serviette in einem café. ich soll zu weihnachten ein haus backen, das muß ja geplant sein. (war da mal was mit architektur?) erst auf dem foto sah ich, wie ähnlich mein gekritzel dem meines vaters ist, mit dem er mir früh schon perspektivische darstellungen nahezubringen versucht hat. und die skizze ist so wenig schlecht, daß ich sofort daran dachte, mir ein kleines skizzenbuch zuzulegen. (was ich vermutlich nie benutzen würde, ich kenne mich doch. aber egal.)  und gestern dann, nach einem überraschenden und wirklich zufriedenstellenden schreibabend, in der nacht, als ich das licht löschte, um zu schlafen. da entstand in meinem kopf in windeseile ein bett aus dem material, mit dem ich mich gedanklich gerade sehr beschäftige. allerdings um daraus lampen zu bauen. licht. (so gesehen könnte ich vielleicht schon ein skizzenbuch gebrauchen, man weiß ja nie. auch wenn ich nicht wirklich gut zeichne.)

ein bett brauche ich nicht, ich werde also auch keines bauen. was ich sagen will ist, daß da manchmal dieser raum wächst, meine werkstatt. was immer darin dann gebaut wird, worte, sätze oder licht. das ist wichtig, das ist gut. und es ist höchste zeit.

darauf muß ich achten. das muß sein. man mag mich daran erinnern, sollte ich es aus den augen verlieren. obwohl.

vermutlich lassen sich boote besser verkaufen als bücher. sie sind so tauglich.*

* und das ist die einzige zeile, die schon lange hier stand. deshalb steht sie auch jetzt noch da. wieso, weiß ich auch nicht.

bonding (10)

11. Dezember 2017 - 20:16

scheiß auf die kotzerei. zu hause durch das zweite kapitel inklusive der letzten vier seiten. da war nicht viel. geht also.

außerdem strategische überlegungen, das dritte kapitel in zwei zu schneiden. da muß am ende noch was rein. das wird zu seltsam, zu chaotisch, wenn ich das zusammenpacke. das ist ein neues thema. und es soll ja alles schön einfach sein, beinah glatt auf den ersten blick.

bonding (9)

09. Dezember 2017 - 22:40

langsam finde ich mich ein. hätte ich jetzt noch zwei wochen, käme ich in fluß. hätte ich zwei monate, wäre ich glücklich. und vermutlich fertig, zumindest aber durch bis zu einem ersten ende. danach dann weiter, wieder von vorn. so aber.

nur morgen noch, am montag geht es zurück nach berlin. mit ein wenig glück komme ich durch das zweite kapitel, noch vier seiten. fertig ist es damit dann aber sicher noch nicht. lange nicht.

gut ist, daß es funktioniert, das schreiben. besser sogar, als ich es in erinnerung habe. vielleicht weil ich älter bin, weil ich das schwätzen satt habe. gut ist auch, daß sich fehlende bausteine finden und ohne probleme in die story einpassen lassen. besonders gut ist, daß das bestehende textmaterial taugt, auch wenn ich es immer noch nicht glauben mag. es ist so. es ist (eigentlich ganz) gut.

aber langsam bin ich, über weite strecken unkonzentriert und dann doch viel zu schnell erschöpft. ich weiß auch nicht. ich bin entweder überlastet oder aber krank. vielleicht.

bonding (8)

08. Dezember 2017 - 00:49

in den text hinein trägt mich jedesmal eine noch tiefere, trostlosere traurigkeit, die keinesfalls die meine ist. das habe ich heute endlich begriffen. ich selbst habe ja eher angst bis hin zur sinnlosen wut. das ist auch schwer zu ertragen mitunter, aber es ist anders. ganz anders.

noch weiß ich nicht, warum und wie ich aus dieser lähmenden stimmung heraus erzählen soll. also nicht ich, sondern das ich, das diese geschichte erzählt. von der story immerhin weiß ich schon so einiges, und es wird immer mehr, immer besser, immer dichter. das steht mir deutlich klarer vor augen, als dieses traurige ich, das eigentlich nur schweigen will. so mein eindruck jedesmal, wenn ich mir ihm nähere. über die geschichte weiß ich also wesentlich mehr als ihre erzählerin, aber so muß es ja. sowieso.

doch dieses tieftraurige, wie erstarrte ich ist es, das letztendlich alles formen wird. nicht ich. und ich weiß nicht, wie wir zusammenfinden können. noch nicht.

ich weiß auch nicht, wie sinnvoll eine geschichte oder ein buch aus einer derart depressiven grundstimmung heraus erzählt sein soll. oder könnte. oder vielleicht gerade? ich meine, die story würde das durchaus tragen. aber kann ich das tragen? ertragen?

orte, innen wie außen

07. Dezember 2017 - 23:47

zurück zum schreiben übrigens. und dafür zurück in den kleinen ort vor den toren berlins, der eigentlich gar nicht so klein ist. aber mit berlin im hinterkopf? da ist alles klein und geduckt und verschlafen.

vier tage nur diesmal, mehr war nicht drin. das ist zu wenig, natürlich. das wußte ich gestern schon, gleich in dem moment als ich den gemieteten raum betrat. ein toller raum, nicht ebenerdig diesmal. statt dessen oben in einem turm mit rundumblick. beinahe zumindest.

außerdem bin ich krank, torkel ständig zwischen migräne und rechtsseitiger nebenhöhlenzubetonierung. da ist nicht viel denken und schreiben, leider. da ist vor allem müde sein und schlafen wollen. manchmal lese ich einfach nur. nur?

der ort aber ist wunderbar, wie für mich gemacht. das war mir im august schon klar, mehr als nur das. dennoch (oder wohl deshalb?) habe ich es sofort wieder vergessen. der große park, keine zwei minuten von hier, sieht aus wie die landschaft in südengland. die großen, alten freistehenden bäume und die gelungene balance zwischen chaos und gepflegtheit. naja, da sind die engländer ein bißchen besser, aber sie haben auch mehr platz dafür. und sie lassen die leute frei laufen wie die kühe und schafe, denn das land ist für alle da. hier dagegen sind die wege befestigt, da traue ich mich kaum runter.

bin ich dann aber doch, weil ich ans wasser wollte. es plätschern hören. hier kann man sicher überall boote ins wasser lassen. und die gebäude, die alten parkgemäuer. die sind zum teil so unfassbar england, daß ich in die knie gehen möchte. aus dankbarkeit, daß mir das so unvermittelt und unerwartet wieder nahe rückt. und dabei so nah ist.

nachts ist es still. das fenster neben mir steht weit offen, und es ist still. jetzt schon, trotz regennasser straßen. es fahren kaum autos, es gehen wenig menschen und wenn, dann reden sie leise. oder gar nicht. die nachtbeleuchtung ist dezent, eher gelblich als weiß. wie die gaslaternen früher, so ist draußen alles sanft kupferfarben.

ich liebe es hier. und das schreckt mich.

bonding (7)

17. November 2017 - 23:05

einfach weitermachen. ohne impuls und inspiration, manchmal geht es nicht anders. weiterschreiben an dem punkt, den ich mir gemerkt oder notiert habe. ganz egal, wie lange es her ist. die zeit mag darüber hinweg gegangen sein und mit ihr sämtliche gelegenheiten. weiter geht es dennoch, wenn auch anders vielleicht. schwächer oder verdrehter, verrückt vielleicht. in eine ganz andere richtung weisend. oder viel besser am ende. egal.

kapitel eins jetzt durch. endlich.

bonding (6)

11. November 2017 - 18:34

vieles ist in bewegung. ich spüre es, aber so gut wie alles läuft an mir vorbei. es lässt sich nicht erzählen, nicht einmal benennen. da ist ein flirrender rand.

das ist sehr seltsam, denn wenn ich den text öffne, ist alles wie immer. routine. was mir wie ein alarmsignal vorkommt, daß das alles viel zu banal sein könnte. lächerlich. nur dummes geschwätz.

trotzdem bin ich durch das erste kapitel durch, endlich. alles noch einmal gestrafft und den dreck rausgebürstet. soviel dreck, schreibschrott. außerdem denke ich über den titel nach. oder es denkt in mir, wie von selbst, bis in die träume. damit hätte ich nicht gerechnet.

das mit dem titel wollte ich auslassen, aussitzen, bis er sich von allein findet. anders schien mir das nicht machbar. doch ich weiß einfach keinen, der paßt. so richtig paßt. es gibt einige ideen, aber sie sind entweder zu konstruiert, zu gewollt oder aber zu nichtssagend und banal. (schon wieder dieses wort.)

doch der titel ist wichtig, er muß nicht nur gut, er muß richtig sein. ich kann sonst nicht arbeiten, habe ich festgestellt, was irgendwie auch wieder lächerlich ist. (oder banal?) aber es ist wohl so. wenigstens einen arbeitstitel brauche ich, sonst bleibt alles haltlos, ziellos. ohne basis, vielleicht ist es das.

ich weiß auch nicht. es ist schlimm.

daß ich in diesem fall im grunde gleich drei titel (oder zumindest arbeitstitel) benötige, macht die sache nicht gerade einfacher. naja, mitdenken sollte ich die anderen beiden. für alle fälle.

oder auch nicht.

keine ahnung.

ach.

bonding (5)

16. Oktober 2017 - 23:22

ich will. weiterarbeiten, weiterschreiben. und finde doch den weg nicht, die zeit. denn zeit ist noch lange nicht offen, selbst wenn sie frei ist.

deshalb zügig zwei weitere schreibzeiten außerhalb von berlin eingetütet. einmal wenig mehr als ein tag im november in hamburg, wo ich ohnehin sein werde. ein zusatztag sozusagen. anfang dezember dann noch einmal vier tage in der gegend meiner ersten klausur im sommer. eine andere unterkunft, schöner wie ich hoffe. aber auch teurer, naja. sollte es wert sein. hoffe ich.

16. September 2017 - 12:55

so spät mit der schreibarbeit zu beginnen, ist keine gute idee. das war es nie, aber früher fiel es mir doch ein wenig leichter, ganz am ende noch eine ladung drauf zu packen. jetzt ist es einfach nur erschöpfend und wenig befriedigend. obwohl es mir dennoch natürlich erscheint, die nacht dazu zu nutzen. was denn sonst?

so vieles, das überdacht und eventuell neu konstruiert werden möchte. ich weiß nicht. was mir fehlt, ist ein gegenüber, ein gesicht. und das geht tief.

bonding (4)

16. September 2017 - 01:31

dann doch noch die datei aufgemacht, die mappe mit den notizen hervorgeholt. und festgestellt, daß ich schon schleichend rausgerutscht bin aus dem text. nach knapp zwei wochen. nicht gut! aber auch nichts, noch nicht, was nicht zu beheben wäre. einfach machen, darauf kommt es jetzt an. weitermachen. selbst wenn es sich verdammt nochmal fürchterlich anfühlt. unsauber und unsinnig, alles, was da steht. figuren, die mir fremd sind, die ich fast vergessen habe. die ich nicht mehr kenne, nicht erkenne. von denen ich nichts zu wissen scheine.

das ekelt mich, so kann ich nicht arbeiten. das ist meine grundlage. die menschen und was sie sind, was sie tun.

heute also durch den dreck, das brackwasser, das sich gesammelt hat in der schreiblosen zeit. ohne rücksicht, ohne angst vor dem ekel. durch das erste kapitel, immerhin. nicht fertig, aber durch. so sieht es aus.

morgen wird es dann besser sein. so kenne ich das. ich erinnere mich, ein wenig zumindest.