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bonding (12)

02. April 2018 - 16:55

gestern habe ich über einen taubenschlag geschrieben, heute morgen auch nochmal, bei der überarbeitung. eben dann, beim flanieren durch die kleine stadt mit einem schokoeis in der hand, stand ich unvermittelt vor einem. ein taubenschlag, irre. hab ich ja ewig nicht mehr gesehen!

so findet sich alles. auch die dinge.


02. April 2018 - 14:12

ostern. montag. es ist immer noch kalt draußen, einstellig auf jeden fall. nachts hatte ich kalte füße, aber das fenster war natürlich auf. das geht nicht anders. jetzt macht die sonne die außenwelt ganz behutsam ein wenig frühlingsweit. also schwinge ich mich gleich auf mein schrottrad und schepper ein wenig durch die kleine stadt.

ich darf auch. die korrektur der neuen buchübersetzung ist fertig, kann morgen raus, alle rechnungen sind geschrieben, gehen auch morgen raus, und noch ein paar andere sachen erledigt. mehr so privatzeug. außerdem ein paar seiten roman mächtig bearbeitet, der rest kommt dann heute abend.

ich bin absolut TOP.


01. April 2018 - 23:39

den ganzen tag die hütte nicht verlassen. schade eigentlich, aber bei dem wetter. schneeregen und wind, die ganze zeit. heute nacht geht es noch einmal runter bis an den gefrierpunkt. für dienstag sind dann 19° angesagt, bislang zumindest. gestern waren es noch 15°, also wer weiß. kaum vorstellbar ist es ohnehin. ich weiß auch gar nicht, wie ich das aushalten soll.

für die arbeit passt es allerdings gut. morgen noch, bis an die stelle, die ich mir vorgenommen habe. dann habe ich genug, um eine probe aus der hand geben zu können. das ist nicht viel, das sollte klappen. und dann einen tag und einen halben pause. denkpause, draußen an der luft. und immer noch in der netten kleinen stadt.

ich bin zufrieden.


bonding (11)

01. April 2018 - 15:34

die vorgehensweise der letzten monate stellt sich als nicht besonders glücklich heraus, was allerdings auch keine große überraschung ist. nichts, absolut gar nichts habe ich getan, seit ich das letzte mal hier in schreibklausur war. das läßt sich leicht am zeitstempel der datei anblesen: 16. 12. 2017.

also immer wieder von vorn, so fühlt es sich an. auch wenn es natürlich nicht ganz so ist, sondern vielmehr ein durchaus notwendiges wieder einfinden, das dann in einem kleinteiligen überarbeiten ausartet. normalerweise macht mir das richtig spaß, ist eigentlich mein liebstes. routinearbeit zwar, sorgfältigstes überdenken und arrangieren. dennoch toll. aber das dann immer und immer wieder an derselben stelle, alle paar monate, immer wieder die ersten beiden kapitel.

das nervt.

aber das ist jetzt getan, hoffentlich. weiter geht es ab jetzt im text, mit dem richtigen schreiben.

naja, richtiges schreiben. was immer das jetzt wieder heißen mag? oder: wie das wieder ausarten mag!


01. April 2018 - 15:03

ostern. sonntag. ich hatte auf eine schönere außenwelt gehofft, wo doch die außenwelt hier in der kleinen stadt außerhalb berlins sowieso schon so schön ist. aber es ist kalt, durchaus gefrierpunktnah und es schneeregnet gelegentlich.

macht nichts, muß ich eben drinbleiben. hier ist es auch schön, hell und warm vor allem. außerdem schlicht eingerichtet, ohne jeden schnickschnack, dafür mit viel stil. und mit einem riesigen schreibtisch! diese (oder natürlich eher so eine) wohnung würde ich mir als schreibstudio wünschen. so sehr! genau hier, dürfte gern auch kleiner sein. das ist aber wohl unerschwinglich, fürchte ich. was die überlegung, ganz hierher zu gehen, noch näher rücken lässt. andererseits ist aber auch das sicher nicht billig.

ach.

wie auch immer: ich habe zu arbeiten. jetzt.


weben

29. März 2018 - 23:46

die schreibklausur so dicht an die alltagsarbeit zu legen, war nicht geplant. auch nicht, daß ich aufgrund der hohen taktung der letzten wochen wie ein rasendes rädchen hier stranden würde. aus der arbeit direkt in eine überraschend erschreckende leere. und stille. von 100.000 auf NULL. sozusagen.

die unterkunft, in der ich gestern abend gestandet bin, ist die bislang beste, die ich seit letztem sommer hier in der gegend hatte. (die teuerste auch.) passt bis fast ins letzte. große leere und schlichtheit, raffinierte raumgestaltung, schöne bilder, gutes bett, sogar platz zum sitzen. (meditatative kissenecke. das sitzkissen hab ich natürlich persönlich hertransportiert. )

nur das netz könnte langsam mal funktionieren, das hab ich schließlich mitgebucht. (ein hoch auf die mobilen 15gb, die ich sonst im leben, d. h. im monat, nicht aufbrauche.) in der küche gibt es keine scharfen messer. natürlich nicht, die gibt es nie. also habe ich vorgesorgt diesmal und mein opinel dabei. außerdem den milchschäumer und die miniespressokanne.

aber das bad hat fußbodenheizung, meine güte ist das toll.

die nächte sind ruhig und grundsätzlich dunkel. durch die nebelige kälte schien mir gestern ein fußballplatzflutlicht ins fenster, heute ist auch das still. tagsüber hört man, daß ganz in der nähe eine autobahn ist, vielbefahren. wenn man genau hinhört, liegt dieses raschen über allem.

ich bin müde, so müde.

hab aber zügig alles erledigt, was noch anstand, inklusive einkaufen usw. dann der mann im fahrradladen, bei dem ich schnell was billiges zum kette fetten kaufen wollte. ölen, heißt das. kette ölen! hat er dann auch gemacht, für umsonst, was mir ein wenig peinich war. mein grauenhaft verbogenes schrottrad, das zirka drei jahre im keller gestanden hat. aber fahren geht schon noch, so einigermaßen. zur not.

morgen soll es sonnig werden und zweistellig, bevor dann zu ostern der schnee zurückkommt. das wird helfen, den kopf freizukriegen. hoffe ich. ich glaube, ich stehe ganz gut da.


25. März 2018 - 21:46

ein paar sachen geregelt, die listen gründlich durchsortiert und (fast) alle brotberufsarbeit und (fast) auch das freie zeug erledigt, bevor ich am mittwoch wieder in klausur gehe. schreiben. und mich mal umsehen, weil es mir dort mehr und mehr gefällt. vorsichtshalber hab ich heute schon ein rad dort hingebracht, schließlich ist ja so gut wie frühling.

alles wird besser.


leipziger messematsch 2018

18. März 2018 - 21:26

es ist kalt in berlin, knapp unter null. doch das ist nichts gegen leipzig, wo die bücher wohnen. und von wo ich mit viel glück heute dann doch noch zurückkehren konnte, mit der bahn und mit zirka neunzehn stunden verspätung.

seltsam war das in diesem jahr. am mittwoch schon angereist, um kat frankie zu lauschen. (der link liegt ein wenig daneben, ist eine besprechung des göttinger konzert.) war irgendwie toll, aber auch nervig. womöglich bin ich jetzt wirklich langsam echt zu alt für ausgedehnte rumsteh- und rumwartekonzerte.

tags drauf dann, weit abseits des bücherrummels, erst mal einen abstecher zum thema bootskauf gemacht. viel gelernt und begriffen, erkenntnisse gewonnen und alles zuvor bereits so halbwegs beschlossene dann doch wieder verworfen. deshalb dann viel zu spät zur messe gekommen, am nachmittag erst. aber da war die welt noch in ordnung.

am nächten tag dann: schnee! am morgen noch matsch, aber dennoch bereits deutlich sichtbar vorhanden. beim (ausgedehnten) frühstück im café dann die info vernommen, daß über nacht weitere zehn zentimeter hinzukommen würden. so recht fehlte mir der glaube.

auf der messe etwas verloren herumgelaufen, mehrfach zeiten und orte verwechselt, zu allem zu spät gewesen und etwas vielleicht ganz besonders gutes und wichtiges ganz und gar verpasst. weil ich nichts davon wußte. erst später, bei der nachrecherche ging mir ein licht auf, aber egal. dazu will ich hier schweigen. beschämt. stattdessen zeitgleich mehr oder versehentlich in die rechte ecke geraten. unangenehm.

am abend zurück in schnee. reichlich schnee, und eis dazu. und eine kälte, auf die ich dann doch nicht so recht eingestellt war, obwohl ich den reisewetterbericht zuvor durchaus vernommen hatte. kollegInnengespäche über das schreiben, sich verschreiben oder doch nicht schreiben. dazu cointreau auf eis, wie unpassend.

noch ein messetag, für mich der letzte, der samstag. denn am abend war ich ja fix auf einem 50. geburtstag in berlin verabredet. pustekuchen! erst auch diesen messetag vorwiegend verdaddelt, das nächste mal muß ich mich wirklich besser vorbereiten. dann vier stunden versucht, im andauernden schneebedingten verkehrschaos einen zug nach berlin zu erwischen. oder einen ersatzbus. oder wenigstens eine auskunft. pustekuchen! das reisezentrum der bahn schloß pünktlich. das heißt, die wartenden wurden elegant hinausargumentiert, wobei allerdings auch ein vierköpfiges bahnsicherheitsteam tatkräftig präsenz zeigte. es übernahm die türgewalt.

geburtstagsparty = pustekuchen, zumindest für mich.

die rückfahrt immerhin in drei stunden geschafft. von der gastwohnung zur haltestelle, da dann gleich in die tram. am hauptbahnhof aufs gleis, da dann gleich in die bahn. drei schritte in den waggon und auf einen freien platz gesetzt. daß der zug im anschluß über eine stunde stillstand, weil er mit menschen überladen war? egal.

ich hatte glück, zuviel glück. zwei stunden später wäre da wohl nichts mehr gegangen.


trägheit

10. Februar 2018 - 23:37

wie immer, wenn ich vor arbeit kaum zum atmen oder schlafen komme, nicht zum lesen oder bauen und auch nicht zu der schönen fRau, die mich ebenso gerne sehen würde wie ich sie. genau dann wächst sie ins unermessliche, die sehnsucht ins ungewisse zu schreiten. eine tür zu öffnen und zu gehen. einfach los.

schreiben, weiterschreiben, im vertrauen darauf, daß die worte tragen werden. ohne vorab zu wissen, wo die reise mich hinführen wird. in den moment hineingreifen, als hätte zeit eine substanz mit einer gestalt, die zu formen sei. immer wieder neu zu formen.

doch dazu ist keine zeit, die deadlines drücken, gleich mehrere in der kommenden woche und weitere bis zum monatsende. mir bleibt keine wahl, am ende nur geld. deshalb träume ich von einem boot, mal wieder. doch ja, das könnte klappen.

die trägheit des wassers. das zögern und glucksen, diese wilde, kraftvolle scheu. das ist, was ich brauche, was ich will.


mein punk

07. Februar 2018 - 17:28

punk, so wie er heute aussieht. jenseits der sicherheitsnadeln und irokesen, das ist mein punk seit jeher. so kann anne clark eben heute sagen:

Alles wird zu viel. Es ist an der Zeit, dass wir alle still sind, … Dass wir einfach tief durchatmen, bevor wir irgendetwas sagen und machen.

und sie hat recht, mit allem. geht also hin und sehet den film. unbedingt!