raum für notizen

19. Juli 2020 - 23:59

manche tage sind für nichts, noch bevor sie vorbei sind, und manchmal sind es sonntage. da hilft dann auch nichts, so wie heute. ich bin gefangen in mir, da ist es eng und verstopft.

und es ist auch leer. geschrieben vielleicht.

leergeschrieben.

alle tage | 0 » | plink

bauidee, das leben

19. Juli 2020 - 00:26

die arbeit nervt. auch weil der neue rechner, seit gut zwei wochen ein garantiefall, bislang noch nicht aus der reparatur zurück ist. also sitze ich mit dem vorgänger hier, immerhin, und erledige mein tagwerk. und obwohl er auf den ersten blick kaum langsamer zu sein scheint ist er das letztendlich natürlich doch. nach ein paar stunden ständigem öffnen und wieder schließen von zig dateien ist das mehr als offensichtlich. nach einem arbeitstag von über acht stunden ist es kaum noch zu ertragen, die wartezeit, die das mit sich bringt.

das ist luxusgeschwätz, ich weiß. wann bin ich so geworden? ein luxusjammerlappen, ich. ausgerechnet.

überhaupt: eigentlich war heute wenig arbeit angesagt, gestern war dann wohl doch ein wenig zu viel, vielleicht. grundsätzlich krieche ich ja immerzu am rand herum, wie lange eigentlich schon. ein paar jahre? den kopf zu voll und zu schwer, immerzu. wer soll das tragen? und warum ich? die physio neulich hat wohl so einiges in bewegung gebracht. auf verschiedenen ebenen, auch wenn ich das noch nicht so recht verstehe. kopfschmerzen sind auf jeden fall zu verzeichnen und rückenbeton. die starre, das bin ich. teile von mir, auch wenn ich mich nicht so sehe.

bin aber gut vorangekommen, gestern. und heute noch ein bisschen mehr, nicht viel. nur die zwei dateien, die ich vergessen hatte. gestern waren es über dreißig. ende nächster woche sollte das thema durch sein. dann die rechnung, dafür ist ja das alles. und dann?

selbst so ein tag wie heute, an dem wenig passiert ist, legt ja sofort bauideen frei. wie ich zum beipiel eine geschlossene kiste für mein plattensammlung in das regal bauen könnte. alles anders als ich es bisher geplant hatte, aber gut. besser.

das macht hoffnung auf die schreibideen, die bald folgen, folgen müssen. das ist auch arbeit, doch das macht mir keine angst. im gegenteil, ich freue mich darauf. das ist das einzige.

alle tage | 0 » | plink

#insight

17. Juli 2020 - 00:08

nach und nach wird das leben wieder physisch. wie könnte es auch nicht? diese welt ist eine physische, diese kleine kugel im universum. sie ist aus erde gemacht.

gestern tango, zum ersten mal seit monaten. küchentango* in ganz kleiner runde. zu dritt nur, bei mir im wohnbüro, wie immer kurzfristig ausgeräumten. wir können es noch. wir wollen es auch, wir müssen.

heute dann den ersten physiotermin, auch seit monaten. da war ich skeptisch, weil an hinter der glastür ein martialisch formulierter zettel mit groben hinweisen an das klientel geklebt ist. wir seien alle risikogruppe und sollten uns überlegen, ob eine behandlung aktuell wirklich lebensnotwendig sei. es würde auch nur körperübugen vermittelt, keine handgreiflichen behandlungen. (handgreiflich stand da natürlich nicht, nein.) außerdem musste ich mich auf eine andere therapeutin einlassen, weil meine bisherige dort nicht mehr arbeitet. sowas ist mir immer scheiße, und es ist ja auch vor zirka eineinhalb jahren schwer daneben gegangen.

dann war aber alles super und ganz anders. die neue sehr freundlich und kompetent, ausgesprochen zupackend auch. nix mit nicht handgreiflich und so. für einegute stunde war ich völlig leicht und frei, jetzt habe ich schwer muskelkater. und morgen sicher noch mehr. eine supereinfache aber richtig gute übung zur brustkorbdehnung hatte sie auch parat. ich bin satt begeistert.

gleich danach noch ein treffen mit einer lange nicht gesehenen freundin, auch wenn sie gleich nebenan wohnt. so ist das mitunter. nur drei straßen weiter wohnt sie, unmittelbat neben der physiopraxis. ein öffentliches treffen war das, im öffentlichen raum. in einem café, innen, weil draußen alles belegt war. der innenraum war spärlich besetzt und ständig ging ein durchzugwind, das war ein bisschen unangenehmn. aber wohl angebracht.

begrüßt haben wir uns übrigens auch physisch, nach kurzem einvernehmen selbstverständlich. so war das heute. morgen sitze ich wieder den ganzen tag am schreibtisch. alleine.

* nicht fragen, das heißt so. immer mittwochs.

alle tage | 0 » | plink

13. Juli 2020 - 23:14

jetzt wäre ich gern am meer. gleich sofort, wenn es ginge, mitten in der nacht. egal. im dunkeln am strand, im wind und frieren vermutlich. das wäre durchaus okay. irgendwo an der ostsee, weiter muss es ja nicht sein.

ich will es nur hören und riechen, das wasser, sein mächiges rauschen und das salz in der luft. (gibt es das wirklich?)

ja doch, ich weiß. nicht in diesem jahr.

alle tage | 0 » | plink

keine frage

13. Juli 2020 - 00:31

im grunde wollte ich mal gar nicht so viel tun, aber natürlich war das eine illusion. ich wollte etwas lesen, wenigstens ein bisschen. und vielleicht endlich in die neue staffel babylon berlin schauen, eine, zwei oder drei folgen. wie gewagt.

stattdessen nur arbeit und ärger. und an die babylon-filme wage ich mich ohnehin nicht, so lange schon. wegen der erinnerung. an den kleinen mac, auf dem ich die ersten folgen gesehen habe, alle. auch wo ich sie gesehen habe, weiß ich noch genau. bei ihr oder bei mir oder anderswo, in dresden zum beispiel. ich erinnere das. alles. ich will das nicht.

also arbeite ich, richte alles darauf aus. jetzt dieses durcheinander, und irgendwann dann das schreiben. nur noch das. und was damit zusammenhängt, das übersetzen natürlich.

mehr ist nicht mehr, und so soll das wohl.

alle tage | 0 » | plink

working hours

11. Juli 2020 - 02:01

den ganzen tag am rechner, die über hundert einzeln übersetzen webseiten in zweisprachige tabellen übertragen. so soll das jetzt sein. das alles auch noch im doc-format. grauenhaft.

nicht, dass ich damit jetzt fertig wäre, nur ich bin fertig. völlig fertig, so sehr, dass ich jetzt nicht schlafen kann. weil ich erst noch ein wenig musik hören und tanzen musste. bis zu seite zweiundvierzig bin ich gekommen. weiter nicht, aber immerhin. mit der angestrengten letzten durchsicht der im grunde seriell erstellten produkttexte. um doch noch all die feinen fehlgriffe zu finden, die mir oder der maschine passiert sind. die kleinen varianten, die keinesfalls verwechselst werden dürfen. schließlich handelt es sich um vielschichtige, technische produkte, die sich nur äußerlich ähneln. abgesehen von den umformatierungen geht es auch darum, den deutschen texten das serielle zu nehmen, das bausteinhafte, sie also hier und da zu individualisieren. menschenfreundlich. so bin ich.

ich kann das schlichte englisch, das ja in sich eine gewisse eleganz hat, nicht einfach in ein schlichtes deutsch überführen. und dann so lassen. denn schlichtes deutsch, mit den im englischen so übichen permanenten wortwiederholungen, wirkt zu schnell zu dumm. nein, das geht gar nicht.

aber es dauert ewig, und es ist überaus langweilig und ermüdend. ich sitze zuviel, ich esse zuviel, ich bewege mich nicht , bei dieser art von arbeit. und vergesse zu trinken, obwohl ich immer wieder daran denke. heute zumindest war das so. das ist nicht hilfreich. und es wird endlos weitergehen, sicher noch bis in die nächste woche. dass mein hirn nicht frei sein kann, nicht schwingen oder auch nur ein wenig schweigen. naja

aber dass immer alles, das später kommen soll, weil es dahin verschoben ist. dass das dann so oft wegzulaufen beginnt und nicht mehr einzuholen ist. dass das nur allzuoft gar nicht mehr kommt. das ist ja auch so eine erfahrung.

freelancing | 0 » | plink

arbeit

07. Juli 2020 - 23:45

und dann reißt oder zerrt etwas im rücken, kurz vorm zu bett gehen. eigentlich beim zu bett gehen, fast schon im bett. es ist kein nerv, dazu ist der schmerz zu oberflächig und taucht auch nur bei bestimmten bewegungen auf. beim aufrichten zum beispiel, oder beim drehen, wenn ich nach dem lichtschalter greifen will. und ich komme dagegen an, schrecke nicht vor ihm zurück. auch kein rheuma also.

das war gestern. den schlaf hat es mir nur wenig gestört, immerhin. so gut wie gar nicht im grunde. verschwunden ist es aber auch nicht über nacht, was immer es ist. ein dumpfer druck, mittig, etwas nach rechts geschoben und dort verkrochen, dass ich ihn den ganzen tag kaum bemerkt habe. oder nicht wahrhaben wollte, weil ja alles ging, gehen und drehen, sogar motorradfahren. kaum ein problem. nur die müdigkeit nach und nach, die sich viel zu früh über die arbeitszeit gelegt hat. die anstrengung beim sitzen im büro, wo mir der bürostuhl seit jeher nicht so recht passen will. die unkonzentriertheit, bis in die augen, die kleine schrift auf den bildschirmen. wobei das wiederum auch an der brille liegen könnte, die mir nicht mehr taugt. was weiß ich.

die stelle ist nicht neu, übrigens. da beißt es mich immer, wenn es mich beißt. von hinten durch die brust, wo es dann bleibt für eine weile. es könnte schlimmer sein, ein hexenschuss oder so. ist es nicht. nur ein muskel vielleicht, eine andere art von verspannung, die mir die luft nimmt. während ich doch nur versuche, meinen kopf zu tragen. dieses leben zu leben.

ich verstehe nicht viel, dieser tage, jetzt. ich verstehe die welt nicht mehr. vieles ist so arg und so scchwer und viel schlimmer noch. so schlimm müsste es gar nicht sein. nichts. ich sehe das, doch das ist nur schwer zu erklären. vielleicht es eine lüge, ein missverständnis. etwas, das ich nicht verstehe. und deshalb nicht erklären kann.

es ist eine andere realität. ich lebe ein leben ohne kampf, bis zum schluss. so dachte ich mir das.

alle tage | 0 » | plink

no man magic

06. Juli 2020 - 23:00

dieser mensch, der präsident zu sein glaubt, ausgestattet mit macht. macht sein land zeitgleich zum schlachthof und schlachtfeld. und klingt dabei wie ein pfaffe, ein zauberer, ein schmock.

doch da ist niemand, kein mensch und kein zauber. da ist nichts, nicht einmal schlechte kunst oder heller wahn.

nur illusion.

da ist ein armer mensch, ein mann mit macht, der wirft dreck in die luft. das ändert nichts, das hat es noch nie. das macht es nur schlimmer. alles.

da ist keine magie.

alle tage | 0 » | plink

bonding (114)

05. Juli 2020 - 23:42

ich bin nicht ganz raus, das nicht. aber ich stecke auch nicht mehr tief drin im text. immerhin ist der übersetzungsjob jetzt zu einem drittel durch, das hätte ich so nicht erwartet. und das war sogar schon am letzten wochenende so gut wie gemacht, nur hab ich es da noch nicht einmal absehen können.

das also hat überraschend ein wenig ruhe in mein wochenende gebracht. mit dasitzen und nichts tun, mit balkonpflege und spazierengehen sogar. das dasitzen hat mich wieder näher an den text gebracht, ebenso an eine vorstellung von meiner rolle, meinem standing irgendwo in diesem betrieb. darum werde ich nicht herumkommen. und das ist vielleicht, was mich am meisten fordern wird. kann sein, dass ich es hassen werde. ich behaupte das gern, weil ich mich gern so sehe. scheu und missverstanden, zu zart und zu arm für diese welt. vermutlich wird es aber anders sein, natürlich wird es das. ich werde wege finden, fest in meiner sensibilität zu stehen, wurzeln zu schlagen in meiner tiefe, die kein abgrund ist.

wenn ich meine flügel entfalte, als wäre da wirklich ein engel in mir, dann ist das kein spaß. dann ist das groß. nur tue ich das selten, so gut wie nie. weil es sich meistens weder lohnt, noch irgendwie angemessen wäre. einfach so. ich muss das nicht.

ich muss zurück in den text, das ist alles. und ich sehe es kommen. seit heute, seit eben. meine zeit wird es zulassen, meine spielräume bis zur nächsten schreibzeit anfang august. es wird passen, womöglich sogar ohne stress. dieses mal. zwölf tage unweit von berlin in der kleinen stadt, in meiner liebsten und längst so vertrauten schreibunterkunft.

in wenig habe ich noch angst, dass die coronalage es eventuell doch nicht zulassen könnte. bis dahin sind es ja noch ein paar wochen, wer weiß schon, wie sich das alles entwickelt. aber andere machen richtige urlaubspläne, in andere länder und mit zugfahrten oder flügen gar. das habe ich nicht, das will ich auch gar nicht. und dennoch.

wir werden sehen. am schreiben wird das nichts ändern, hoffe ich. nur schade wäre es und traurig wäre ich. aber das bin ich ohnehin ständig. in diesem jahr besonders.

unter tage | 1 » | plink

cool

05. Juli 2020 - 20:33

draußen pfeifen die krähen den regen an. es ist ein wirklich schöner sommer, dieser coronasommer, schweißtreibend mit wind und regen. die autoreifen werden laut, wenn wasser in den straßen steht. lauter als die motoren, das heulen und kreischen der kavalierstarts, die die hiesige jugend gerne zum besten gibt. das ist es, was sonst meine ecke hier beherrscht.

in diesem sommer ist es cool, und ich bin froh darüber. die hitze der letzten jahre wäre mir nichts, nicht jetzt. eigentlich nie, ich mag die kälte. obwohl ich auch nicht gern friere. doch es gibt kälte, die mich nicht frieren lässt. die einfach nur klarheit herstellt, mehr nicht. diese kälte meine ich.

die schwüle dagegen, die letzten beiden klebrigen sommer. die haben mich erschöpft, vor allem anderen. jetzt dagegen ist es gut.

ich weiß auch nicht. warum?

alle tage | 0 » | plink