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11. April 2018 - 23:27

man muß nur anfangen, sag ich ja immer, danach wird es leichter. alles. (nun ja, wenn die pausen nicht zu abgründig werden.) nach dem aufwachen, dem losgehen. das schreiben und das träumen, da muß man nur dranbleiben. doch an den anfang gewöhne ich ich nie. an die halb offenen augen, die dämmerung, die bodenlosigkeit. an das weiße blatt und den leeren eingabebereich.

deshalb graust es mir wohl auch jedes jahr im frühling, wenn ich das motorrad wieder in betrieb nehmen will. man weiß ja nie. anfänge dauern, mitunter.

oder ist das die angst vor der traumlosigkeit, die mir selbst noch nie passiert ist. die ich aber gesehen und gefühlt habe in menschen. zu nah mitunter.


interessant

05. April 2018 - 21:37

am tag vor dem kleinen, recht spontanen treffen mit meiner familiengeneration (alle ende der 50er bis weit in die 60er jahrgänge) kommt dann dieser scobel im tv. wie soll ich sagen? paßt. (besonders am anfang.)

(psychische) gewalt ist gewalt.


bonding (14)

03. April 2018 - 22:56

durch die straßen gelaufen, aber nirgendwo eingekehrt. zuviel sonne auf einmal, zuviel licht und blau. und zuviel unruhe in mir, zuviel chaos. kein gedanke an eine titelfindung oder ähnliche kleinteiligkeiten. also radeln, am wasser entlang, und dann eben laufen. ich mag die kleine stadt, die so bieder ist, so sauber, ganz anders als berlin. doch das ist es nicht, warum ich am liebsten bleiben würde. es ist das licht. und das dunkel in der nacht. und die stille, die daraus erwächst.

am abend dann aber noch einmal durch das letzte kapitel, es hilft ja nichts. besser jetzt, klarer und tragender für alles weitere. aber immer noch nicht gut.

morgen geht es zurück nach berlin. wie es da dann weitergeht, kann ich noch nicht sagen. nur, daß es irgendwie weitergehen sollte, diesmal. alles andere wäre fatal. aber schon in den kommenden tagen bleibt kaum zeit. vielleicht sollte ich mich disziplinär selbstverpflichten. jeden tag wenigstens einmal die datei öffenen und reinlesen, notizen machen. das sowieso, eigentlich immer. jede woche wenigstens einen tag reservieren, um weiter am text zu arbeiten, und wenn es nur ein satz ist. oder drei worte. besser wäre natürlich mehr und kontinuierlich voran.

damit wäre das zeitproblem gelöst, vielleicht. das problem der kontinuität. ein anderes aber bleibt. eines, das ich gern vernachlässige, vergesse, weil ich es nicht wahrhaben mag. weil es kaum lösbar ist. die tatsache nämlich, daß es kein gegenüber gibt, keinen mitlesenden, keine kritikerin auf dem weg, keineN lektorIn.

das ist das eigentliche manko, das es so unendlich schwer macht. das ist das, was damals anders war. als ich das erste buch schrieb. und da weiß ich nicht weiter, ganz ehrlich. in einen volkshochschulkurs, wie vor dreißig jahren, passe ich natürlich nicht mehr. das liegt lange hinter mir. alles andere aber, was es da noch so geben mag, hat mich nie gefunden. da war ich wohl schon zu alt und in kein hochschulgeflecht eingebunden. und sowieso viel zu menschenscheu, für alles.

so ist das jetzt.


03. April 2018 - 13:20

auf die hiesige amsel um kurz nach sechs ist nicht wirklich verlass. im leichten regen hat sie ihren einsatz ausgesetzt, und ich habe verschlafen. wobei sich die erledigungen dieses ganz normalen arbeitstages, der heute ja nun wieder ist, schnell abgehakt waren. die finalen übersetzungskorrekturen rauschicken und eine rechnung, mehr erstmal nicht. erledigt.

der weitere plan: erstmal raus hier, draußen ist frühling, endlich. außerdem erinnere ich mich, zum schreiben gehört bewegung. das löst das denken, bringt es ebenfalls in bewegung. das ist wichtig. besonders wenn seitenweise text unzufriedenstellend daliegen und auf eben jene bewegung warten und hoffen. ein spiel mit den energien.

und dann muß ich ja auch noch über einen titel nachdenken, nicht zum ersten mal. bislang ist nichts brauchbares aufgetaucht, das passt mir gar nicht. das ist unangenehm. nicht einmal einen akzeptablen arbeitstitel, der die lage einigermaßen beruhigen könnte, habe ich bislang. das, was passen würde, kommt alles auf englisch daher. und sorry, das geht gar nicht.


03. April 2018 - 12:03

als die frauen ein kreis bilden stehe ich dicht dahiner, als einzige in zweiter reihe. ich zweifle nicht an meiner position, es scheint mir angemessen. dann schafft mir eine eine lücke und zieht mich hinzu. anschließend recken wir gemeinsam die fäuste. alle.


bonding (13)

02. April 2018 - 22:52

das soll erfüllt, und das nicht nur irgendwie. bis auf die letzten fünf seiten fühlt sich alles recht solide bis gelungen an. danach sah es nicht aus in den ersten tagen. das wichtigste: ich erkenne mich wieder im schreiben, ich bin mir vertraut. im moment weiß ich nicht mehr, was all die zweifel immer sollen. da ist nichts, was nicht mehr funktioniert. so wie früher oder eben anders. aber es geht, mit aller leichtigkeit und schwere. eigentlich ist es sogar besser.

die fünf seiten sind auch kein problem. ich bin ja morgen noch hier. oder ich nehme sie mit nach berlin, da muß es ja schließlich auch irgendwie weitergehen. das wäre sogar gut, einen fixen anknüpfpunkt zu haben. möglich natürlich, daß der alltag in berlin das eigentliche problem ist.

wie also geht es weiter, zurück zu hause? wo ich keine tage zur verfügung habe, einen auf den anderen, an denen ich stunden vor dem bildschirm sitzen kann. ende offen, und wenn es zwei, drei oder vier uhr nachts wird. aber auch anfang offen, schlendern, glotzen und hadern. auch das gehört dazu. schreiben braucht so viel zeit. so viel disziplin.

wie also weiter, nächste woche?


schreib(t)raum

02. April 2018 - 22:22

noch nie habe ich im erdgeschoss gewohnt und es gut gefunden. außer bei meinen großeltern vielleicht, das halbe zechenhaus, wo man von der küche aus direkt in den garten gehen konnte. aber selbst da fand ich das zimmer oben, in dem ich schlafen durfte, wenn ich dort war, wesentlich besser und spannender. es hob mich weg von den anderen, da war ich für mich.

hier bin ich also jetzt im hochparterre, wie es so schön heißt. und es ist wunderbar. es ist auch lustig. wenn ich die terrassentür öffne stehe ich zirka achtzig zentimeter über dem boden, weil es gar keine terrasse gibt. wollte ich da raus, müsste ich springen und aufpassen, daß ich nicht im lavendel lande. unglaublich hell ist, besonders am nachmittag, wenn die sonne scheint. weil das gegenüberliegende gebäude eingeschossig ist. zwischen den gebäuden ist rasen, aber auch steine, ein weg, und viele töpfe mit pfanzen. etliche sind noch in plastikfolie gepackt, bis der winter vorbei ist. endgültig. es gibt katzen, kinder und fahrräder hier im hof, brennholz, gießkannen und sitzgelegenheiten. ein baum auch. der müll hat einen eigenen raum mit schicker holztür. die menschen sind sehr nett und unaufdringlich. alle. weiter hinten sind sicher noch richtige gärten. da gehe ich nicht hin, das scheint mir zu privat. ich bin ja nur zu gast.

das haus gegenüber ist ziemlich nah, aber das ist mir egal. die fenster haben einen soliden sichtschutz, und es liegen auch nur fünf wohnungen hier im hinterhof. glaube ich. das macht nicht viele menschen.

alles in allem, es ist seltsam. ganz anders wie ich es im allgemeinen gern zu haben glaube. hoch über allem, fern dem getriebe. das kann ich mir gerade gar nicht mehr vorstellen. gut, es wäre blöd, wenn hier kein licht wäre, nur mauern mit fenstern, die auf mich herabblicken. aber diese erdnähe!

es überrascht mich, sehr. daß das ein guter platz zum schreiben ist. ist es aber.


bonding (12)

02. April 2018 - 16:55

gestern habe ich über einen taubenschlag geschrieben, heute morgen auch nochmal, bei der überarbeitung. eben dann, beim flanieren durch die kleine stadt mit einem schokoeis in der hand, stand ich unvermittelt vor einem. ein taubenschlag, irre. hab ich ja ewig nicht mehr gesehen!

so findet sich alles. auch die dinge.


02. April 2018 - 14:12

ostern. montag. es ist immer noch kalt draußen, einstellig auf jeden fall. nachts hatte ich kalte füße, aber das fenster war natürlich auf. das geht nicht anders. jetzt macht die sonne die außenwelt ganz behutsam ein wenig frühlingsweit. also schwinge ich mich gleich auf mein schrottrad und schepper ein wenig durch die kleine stadt.

ich darf auch. die korrektur der neuen buchübersetzung ist fertig, kann morgen raus, alle rechnungen sind geschrieben, gehen auch morgen raus, und noch ein paar andere sachen erledigt. mehr so privatzeug. außerdem ein paar seiten roman mächtig bearbeitet, der rest kommt dann heute abend.

ich bin absolut TOP.


01. April 2018 - 23:39

den ganzen tag die hütte nicht verlassen. schade eigentlich, aber bei dem wetter. schneeregen und wind, die ganze zeit. heute nacht geht es noch einmal runter bis an den gefrierpunkt. für dienstag sind dann 19° angesagt, bislang zumindest. gestern waren es noch 15°, also wer weiß. kaum vorstellbar ist es ohnehin. ich weiß auch gar nicht, wie ich das aushalten soll.

für die arbeit passt es allerdings gut. morgen noch, bis an die stelle, die ich mir vorgenommen habe. dann habe ich genug, um eine probe aus der hand geben zu können. das ist nicht viel, das sollte klappen. und dann einen tag und einen halben pause. denkpause, draußen an der luft. und immer noch in der netten kleinen stadt.

ich bin zufrieden.