raum für notizen

exakt

04. April 2021 - 19:05

nicht selten ist es ein kleines glück, rechtzeitig das richtige zu tun. denn was weiß ich schon. am morgen also, noch im schlafanzug, auf dem balkon die frisch eingetopfte tapas-chili-pflanze erschreckend erschlafft vorgefunden. als wäre sie am verdursten. noch nicht vertrocknet, das nicht, aber völlig kraftlos bereits. hart auf der grenze, wenn man bedenkt, dass sie erst seit ein paar tagen hier lebt. da muss man vorsichtig sein.

ich greife nach der gießkanne, aber das kann doch nicht sein. das kann nicht sein, denke ich. der topf ist schwer, die erde satt. ich bin ratlos. ich stelle die kanne wieder weg und bringe die chilli-pflanze in die wohnung. es war eine kalte nacht draußen, und es kommen noch mehr davon, bis in den minusbereich soll das gehen. die tomaten sind klein, die halten das aus, oben im zweiten stock. das ist kein problem. sie wachsen noch kaum, sind dunkelgrün und stark. sie warten noch auf die sonne die wärme. mehr sonne. auch die mimosen halten sich tapfer, sie falten sich ein in der nacht, klappen sich weg. fast wie der klee, auch den interessiert das bisschen kälte nicht. und der rest ist ohnehin winterhart oder gänzlich windgeschützt.

nach kaum einer stunde in der wärme und ohne wind hat sich die fast schon totgeglaubte stabilisiert. die feinen blätter halten sich wieder von selbst, auch der stiel helt sich. das ist ein glück. und es ist zufall, reiner zufall. dass ich das richtige getan habe, exakt im richtigen moment.

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#insight

01. April 2021 - 01:21

sehr, sehr müde, aber dennoch schlaflos. die impffrage treibt mich um, dieses ausgeliefert sein und nichts tun können. eine freundin (aus derselben impfgruppe) schreibt, dass sie (irgendwie) einen termin ergattert hat, nächste woche schon. ich freue mich so für sie, es ist dringend. sie schreibt mir, dass ich doch viel gefährdeter sei, gerade wegen der ansteckenderen varianten. und dass ich sicher auch bald drankomme. (weil -> gleiche impfgruppe.) ich denke sofort, dass es bei mir doch egal ist, dass ich ja einfach nur alle kraft gelassen habe, aber kein bisschen gefährdet bin. (was für ein unsinn! gerade die totalerschöpfung gefährdet mich womöglich am meisten.) aber lachen muss ich doch. zwei verschiedenartig autoimmunkranke unterstapeln sich gegenseitig, wie absurd.

tatsächlich bin ich zum ersten mal wirklich in sorge, was eine tatsächliche erkrankung angeht. wenn das alles so weiterläuft oder so laufen gelassen wird, dann rückt mir das doch irgendwie zu nah. also durchaus in den bereich des möglichen, und das wäre mehr als unschön. mit sicherheit, denn auch das müsste ich ja allein regeln. wenn es aber andererseits noch ein paar wochen dauert, bis ich an die impfreihe komme, dann sitze ich ebenso lange mit mir hier zu hause, mehr noch als zuvor womöglich, weil alle anderen, die ich kenne, auch angst bekommen werden. wenn sie das nicht längst schon haben, aus den einen oder anderen gründen. derer gibt es viele, wenn das einfach so weiterläuft. andere wiederum hüpfen draußen herum, kümmern sich um nichts mehr. dann bleibe ich also noch wochenlang oder länger bis in die letzte ecke meines privatlebens hinein ausgebeint ganz auf mich allein gestellt. schlimmer als jemals zuvor vermutlich. (außer als kind.) ich weiß nicht, ob ich das noch (einmal) schaffen kann.

es ist und bleibt ein elend, und die täglichen nachrichten, die ja wichtig sind, ohne frage. man muss es ja wissen, auch ich will wissenschaft. aber die nachrichten derzeit sind ein elende qual, weil nichts passiert. morgen ist karfreitag, menschen werden sterben. und nicht auferstehen, nein. niemand.

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nur die ruhe

31. März 2021 - 00:54

die osterruhe beginnt ziemlich rau. ich bin wie zerrissen, draußen der frühling, eindeutig, in mir die freude darüber. nach der arbeit putze ich zügig den balkon, der darüber hinaus schon recht gut bepflanzt ist. in mir ist aber auch die erschöpfung, die verzweiflung des wartens, die hoffnungslosigkeit. es gibt keine ruhe, obwohl doch alles viel zu ruhig ist, schon viel zu lange.

früher habe ich solche zeiten gemocht, die glatten zeiten. immer an weihnachten und ostern, ein bisschen auch zu pfingsten. wenn mehrere tage hintereinander zur freien verfügung stehen, dann kehrt ruhe ein. mitunter zumindest, es besteht die möglichkeit. freies schwingen und ein leben, das einfach geschieht. das lassen können, es genießen und doch arbeiten, was ich arbeit nenne und arbeiten will. lesen und schreiben, träumen und einfach sein. ganz einfach.

jetzt habe ich nichts mehr davon. keine ruhe, keine zeit, keine macht über mein leben. all das ist verloren.

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#insight

29. März 2021 - 01:17

zwischenzeitlich sehr wütend gewesen. auf all die dämlichen politiker*innen und den damit zusammenhängenden unsinn der letzten tage. es ist kaum auszuhalten, aber darüber habe ich hier gar nicht erst geschrieben. denn wut ist sinnlos, meistens jedenfalls. wur tut weh, vor allem mir selbst. mehr gibt es dazu nicht zu sage. in diesem fall ganz besonders, denn eigentlich ist es natürlich das virus, das mir die last eines unmenschlichen lebens als solitär auferlegt. wie aber funktioniert wut auf ein virus? das ist absurd!

ich folge der wut, öffne sie, schaue dahinter. in den schmerz, in die angst. die traurigkeit, die den boden öffnet, bis in den tiefsten grund, schreit es hinaus. dieses leben, immer auf messers schneide. immer am abgrund und darüber hinaus, schwebend. das ist das wesen meiner pandemie: dass ich keine angst habe, die im jetzt begründet liegt. dazu geht es zu tief. was ich sehe ist die angst auf der molekularebene meiner seele, begründet in der energetischen ladung der elementaren teilchen dieser welt, aus denen ich geschaffen bin. was ich sehe ist, dass ich nichts bin und niemals war. darauf also kommt es nicht an.

die wut ist verflogen, ebenso die angst und die verzweiflung. es ist nur ein virus, ein kleines programm, das auch nur leben will. etwas in mir kennt dieses simple konzept, das überleben will. nur das. und es gibt musik, das vergesse ich immer. auch etwas, das so sehr auf wiederholung basiert und nur im jetzt existiert. und dennoch ewig ist. ewig in der wirkung auf das wesen mensch.

dort, an dieser stelle, liegt der anfang. der anfang von etwas, das keinen anfang kennt. ebensowenig wie ein ende. seltsamerweise ist das etwas, das meine mutter mir vermittelt hat, als sie von dem großen teich sprach, aus dem ich stamme. (vermutlich nur eine simple vermiedung von aufklärungsgespächen, aber egal.) das ist die schnittstelle, an der ich bin wie dieses virus. nicht lebend, aber auch nicht tot, ich bin. das ist alles.

verrückt.

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27. März 2021 - 01:01

musik. in manchen nächten ist auf einmal alles musik.

splitter | 0 » | plink

25. März 2021 - 14:34

programmierebene? ich bin auf der programmierebene gelandet. immer wieder geht es dahin zurück, ich komme nicht weiter. ich bin ein programm, das sich aufgehängt hat. endlosschleife. ich wohne in räumen aus glas, bis auf den boden, überall glas. ich wohne im erdgeschoss, gleich neben dem glas ist der bürgersteig, ebenerdig. ich bin zugrunde, ich will das nicht. ich will das leben. ich steige aus und verliere mich, finde nicht zurück. auf die programmierebene. ich werde nicht wach.

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#tomaten21

25. März 2021 - 00:30

heute ein kleines glück gehabt und vier minitomatensetzlinge erwischt. genau die, die ich wollte, die ich immer will, gleich beim ersten versuch. das ist wie ein wunder. morgen wird gepflanzt und am freitag der balkon grundgeputzt und für die saison bereit gemacht. nächste woche suche ich dann nach männerttreu, paprika und einer passenden schwarzäugigen, auf eine mimose mag ich allerdings noch kaum zu hoffen. aber wer weiß. der rest wird kraut und blumenwiese für die bienen. das wäre ein erster test in diesem jahr, ich habe gelesen, dass das durchaus geht. in balkonkästen, darauf bin ich wirklich gespannt. damit ist der sommer ist gerettet, was immer sonst passieren mag.

ich bin wirklich froh. ich dachte schon, dass es werden würde, wie es mit den baumärkten derzeit ist. seit etlichen wochen schon ist es nicht möglich, fünf kleine bretterzuschnitte zu erwerben. es ist ein elend. aber so bretter haben immerhin keine saison, die funktionieren auch in ein paar wochen noch. oder monaten. oder auch jahren. während tomaten nur jetzt gehen, danach ist es zu spät. dann ist das tomatenjahr gelaufen, verpasst.

aber ist ja nicht. puh!

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24. März 2021 - 00:46

aufgewacht mit einer zahnfleischentzündung links unten an dem nur halb ausgewachsenen weisheitszahn. vielleicht auch im oder unter dem zahn selbst, weil der leise pochende schmerz sanft bis ins naheliegende ohr zog. zunächst. das ging dann aber schnell wieder zurück. es könnte also sein, dass sich der schmerz lediglich verstärkt hat, weil ich im schlaf, im traum eine weile auf genau dieser seite gelegen hatte. jetzt ist es schon fast wieder gut, also alles so wie alle paar monate mal. nur das zahnfleisch, alles okay soweit.

oder die frohe kunde eines erneuten wellenbrecher-lockdowns hat den rein körperlichen schmerz übertönt. keine ahnung. sechs tage über ostern, du meine güte. das wird ein durchschlagender erfolg, so wie vor weihnachten schon einmal. das hat ja auch so wunderbar geklappt. tja, das tat wirklich weh und tut es noch.

eine freude immerhin: am wochenende geht die sommerzeit los! ich bin ein fan, ich begrüße das von herzen. auch wenn mir die umstellung natürlich auch ein paar tage zu schaffen macht. aber das licht am abend, die wärme bis spät. was kann es schöneres geben?

passend dazu habe ich heute das bett nicht nur notwendigerweise neu bezogen, sondern gleich auch die bettdecke auf die dünne sommervariante gewechselt. ich hoffe das reicht, auch jetzt schon, trotz des offenen fensters. wie immer.

zuversicht, das ist zuversicht. alles.

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gut

22. März 2021 - 00:35

ich bin wohl sehr anders, als ich immer dachte, dass ich bin. das zeigt sich nun. ich bin nicht nur für mich, ich habe großes interesse an anderen. ich bin nur gut als mensch unter menschen. ich traue mich nur nicht, doch auch das ist gut.

alles ist gut.

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