raum für notizen

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01. Januar 2021 - 23:05

zerstören und wachsen und heilen. alle feuer entfachen und lenken.

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#insight

30. Dezember 2020 - 23:31

gestern zum ersten mal tief innen dieses bild, das eigentlich gar kein bild ist. ich kenne es, es ist vage und dumpf. es ist nicht in mir, aber auch nicht imaginiert. es ist erinnerung vielleicht, womöglich aber trügerisch.

es ist die sehnsucht danach, gehalten zu werden. nicht immer nur zu fallen, zu verlieren. es ist verzweiflung in reinform. kein gefühl, das sich durch eine umarmung besänftigen ließe. es ist immer. gefühle dagegen sind immer nur jetzt, und dann im grunde schon vorbei. das ist es nicht, es ist ewig.

mein grund und der boden, auf dem ich lebe. dass mich niemand halten konnte, auch nicht zu anfang. dass ich es allein schaffen musste, so schnell wie möglich. dass ich es geschafft habe, irgendwie. ich oder das kind, das ich war. dass ich somit selbst die schuld trage, an allem.

das ist es, was corona macht. es kocht mich klein. reduziert mich, auf das, was ich früher war. nur ohne angst. es macht aus mir die substanz, die in dieser welt nur für wenig taugt. so muss ich sein.

alles andere war illusion.

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schreibzeit (58)

30. Dezember 2020 - 01:24

wie gern wäre ich über weihnachten raus aus berlin, in die kleine stadt geflüchtet. hier ist es so anders, sich voll konzentriert in die schreibarbeit zu stürzen. ich brache länger, bin trotz allem abgelenkt. zerfasert, wie es mein wesen ist. und ich gehe nicht raus zwischendrin, weil mich da draußen nichts ruft.

seit ein paar tagen bin ich aber angekommen im text. ein eigenartiger flow, der nicht so sehr auf den inhalt ausgerichtet ist. vielmehr geht es um struktur und stil, sogar grammatik. was aber andererseits nicht bedeutet, dass ich bei der arbeit eben damit beschäftigt bin. ganz im gegenteil. ich schaue auf die geschichte, die ganze zeit. nur daran arbeite ich.

im grunde heißt das, dass jetzt nichts mehr mir gehört. meinem willen oder meiner macht unterworfen. keine ahnung, wirklich nicht.

ich mache weiter, ohne zu machen.

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bonding (143)

30. Dezember 2020 - 01:01

es läuft gut, aber langsam. eben bin ich in etwa bei der hälfte der vorgenommenen seitenzahl angekommen. wenn ich mir das genau aansehen, dann ist das nicht optimal. keine ahnung, ob ich das bis zum 10. januar schaffe. vermutlich ist es aber kein problem, eine woche anzuhängen. wobei in der woche mein urlaub dann schon mein urlaub vorbei sein wird.

es könnte durchaus auch sein, dass der gröbste dreck langsam mal ausgemistet ist. das wirre herumgeschwafel zu beginn, als ich noch nicht so recht wusste, wo es langgeht. das muss ja irgendwann besser werden. hoffe ich.

gut wiederum ist, dass ich wie eine wahnsinnige kürze. manchmal sogar ganze abschnitte, die ich auf wenige zeilen eindampfe. ein bisschen macht mir das auch angst. ich hoffe, das ich nicht zu weit gehe und zuviel wegnehme. andererseits.

so weit habe ich noch keinen roman getrieben, auch den ersten nicht. mit etwas, das auf seine art schon ein lektorat ist, bevor der text überhaupt auch nur in die nähe eines richtigen lektorats gerät. vermutlich arbeitet nicht jede agentur so, könnte ich mir denken.

im grunde bin ich im glück. ich weiß es nur nicht.

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30. Dezember 2020 - 00:32

dienstage sind auch nicht so schlecht, eigentlich. allerdings musste ich heute kurz mal raus, einkaufen. für silvester muss ich die pizzatomatensauce machen. sonst war alles wie gestern: arbeiten und schreiben. weniger pause gab es heute, aber mehr zu essen.

ich bin zufrieden.

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rauh

29. Dezember 2020 - 01:46

heute war ein montag. naja, eigentlich gestern, aber egal. bei mir ist noch heute. und es war ein überraschend guter montag. keine ahnung, was mich die letzte woche so gequält hat, der nacken, der rücken, der unterleib. heute war es auf jeden fall deutlich besser.

die rauhnächte vielleicht, die zeit zwischen der zeit, mit der nicht zu spaßen ist. obwohl ja das ganze jahr so eine zeit war. kein spaß und keine weite, kein hoffnung. da ist spannung, überall, ich sagte es gestern schon. ich spüre das, obwohl ich seit tagen die wohnung nicht verlassen habe. das nächste jahr wird wohl keinen guten anfang nehmen, fürchte ich. und ich weiß noch nicht, wie ich dem aus dem weg gehen könnte.

aber der tag heute war gut, fast gelungen. obwohl meine laune beim aufwachen eher übel war. dann aber hat er sich sortiert, wie von selbst. das ist selten.

erst ein paar stunden gearbeitet, übersetzen text in eine webseite eingepflegt. das ist eine so superblöde arbeit, dass ich dabei manchmal in einen wirklich guten flow gerate. so auch heute. anschließend eine pause, oh wunder. das vergesse ich ja oft, eigentlich immer. wunderbares brot gegessen. vor weihnachten war ich endlich mal wieder in dieser wirklich guten bäckerei, wo tatsächlich noch von hand gebacken wird. das mache ich ab jetzt immer. gleich danach ins wasser, mitten am tag. eine wonne.

das schreiben wollte erst nicht so recht funktionieren, aber das ist ja nichts neues. mal so und mal anders. so ist das eben. umso überraschender, dass es dann auf einmal doch ging. noch bin ich nicht fertig mit dem kapitel, aber selbst das macht mir nichts, heute. alles in der zweiten hälfte liegt unaufgeräumt herum, und es ist mir egal. das wird schon noch in diesem jahr. da bin ich sicher.

das war wirklich ein eigenartiger tag, mir unbegreiflich.

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#insight

28. Dezember 2020 - 00:58

es wird immer enger, das ist deutlich zu sehen. fast alle stehen nicht unerheblich unter spannung, auf die eine oder andere art. das alles wächst auf überforderung und verzweiflung, ich weiß. aber es ist mitunter schwer zu ertragen.

die meisten besserwissern herum, bemühen sich, ihr persönliches erleben in ein umfassendes wir zu gießen. das ist respektlos. andere suchen nach der schuld und den schuldigen, legen oben auf die besserwisserei noch eine schicht wut, verachtung und unflätigkeit. das ist unverschämt und arrogant, dass ich mich kaum halten kann. doch ich sage nichts, ich weiß ja. das ist auch nut not.

sicher gibt es noch unzählige viele andere strategien, die im grunde alle ihre berechtigung haben. weil sie helfen, vermutlich. aber diese beiden nerven am schlimmsten. mich zumindest. die verursacher sortiere ich weitgehend weg aus meinem engeren netzumfeld. zum glück gibt es solche kaum in meinem lebensnahen umfeld.

überhaupt ist es viel leichter, direkt zu kommunizieren. das eigene mag sich verlieren, dafür wird alles lebendig. wenn begegnung möglich ist. zum glück gibt es keine leugner in meinem umfeld, weder im netz noch sonst. das wär grad echt mir zuviel.

was alle gemein haben ist, dass sie jetzt rechnen und zählen. seit die impfpläne bekannt sind. alle reden nur noch in wochen oder monaten, die sich noch zu warten haben. bis alles wieder normal ist. ha!

wenn eines zerstört worden ist in diesem jahr, dann sind es wohl die illusionen. die träume und vorstellungen von der welt. an dem punkt höre ich nur gelächter, das ist alles. und das wird sich nicht rückbilden. dagegen hilft keine impfung, nur blindheit.

ps ich rechne auch, ja. vermutlich bin ich etwas früher an die reihe als die sogenannten normalen. vielleicht im mai, aber auch das dauert noch. wenn da draußen nicht langsam alles ein wenig zur ruhe kommt, dann sitze auch ich noch monate hier. allein, bei allem, was ich tue. oft tagelang. mein ganzes leben ist leergefegt, seit mitte märz 2020. angst macht mir aber vor allem die vorstellung, dass vielleicht in drei monaten oder so überall wieder die post abgehen könnte. weil dann die alten nicht mehr sterben und die jungen den mist ja locker wegstecken. wenn in dem moment alles in taumel verfällt, dann könnte es für mich zum ersten mal richtig eng werden. weil es draußen womöglich doch zu gefährlich, drinnen aber absolut nicht mehr auszuhalten sein könnte. nach über einem jahr.

was dann?

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bonding (142)

27. Dezember 2020 - 23:32

mal geht es besser, das schreiben, dann wieder ist es richtig schwer. gestern also war es so, heute ganz anders. alles zusammen ist gut. aber ich merke, dass ich mich womöglich verschätzt habe. keine ahnung, ob ich das zugesagte pensum bis mitte januar hinkriege.

was ich mache, ist eine richtige überarbeitung. das geht über ausbügeln und reparatur hinaus. das ist durchkämmen, mehrfach mitunter. nicht glötten, eher noch tiefer verweben. und das schlaucht.

mehr gibt es heute nicht zu sagen. nur noch: warum mache ich das?

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schade

26. Dezember 2020 - 23:12

früh aufgewacht, noch vor neun. dann wieder weggedöst, weil ich die augen kaum offenhalten konnte. bis nach elf weitergeschlafen, dabei fast ein bisschen geträumt. aber nicht wirklich, schade eigentlich.

so ungefähr war dann der tag, traumlos und ziemlich schnell vorbei. ein bisschen gebohrt und geschraubt, das mit dem leder auch. war ganz einfach. ist gut geworden.

und schreiben natürlich, das heißt: überarbeiten. das ist nicht einfach. gerade. wird aber auch gut.

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keine weihnacht

26. Dezember 2020 - 01:44

weihnachten ist mir nicht, so noch viel weniger als sonst. wenn alle gleichermaßen verwirrt sind und nicht mehr den ebenso strengen wie andererseits auch beruhigenden regeln der alljährlichen familiären vertiefung folgen können, dann bin auch ich aufgeschmissen. nicht einmal zum kontraproduktiven akt des bügelns bin ich bislang gekommen. das mag lächerlich klingen, doch es hat sich über die jahre als ausgesprochen hilfreich erwiesen. ausreichen bügelwäsche ist allerdings vorhanden, das lässt hoffen.

ich schaffe das.

auch zu arbeiten habe ich, zu schreiben. die dritte fassung des romans, aber davon ein andermal. wenn ich damit fertig bin, fängt mein hirn an, sich mit dem bauen zu beschäftigen. also mitten in der nacht, dann kommen die ideen für die wohnung. natürlich allesamt nicht umsetzbar, um die zeit. auch wegen der feiertage natürlich. also notiere ich alles, lege das material zurecht und erledige am morgen in paar kleinigkeiten, die keinen oder wenig lärm machen. die magnetschnapper auswechseln, zum beipiel, die für die leichten, von mir nur aufgesetzten regaltüren zu stark sind. endlich habe ich schwächere besorgt. so ist das, wenn man ein klein wenig mehr geld hat. dann muss man nicht nehmen, was da ist. dann werden auch die feinheiten schön.

außerdem habe ich alle griffe und knäufe im flur durch leder ersetzt. eigentlich war das für das wohnbüro gedacht, aber da habe ich mich anders entschieden. das leder war allerdings schon gekauft. man kann also die dinge, die schon da sind, durchaus auch einsetzen. wenn es sich so ergibt. das ist auch gut.

ganz automatisch kommen mit dieser art arbeit dann auch neue ideen. für morgen stehen also ein paar neue magnetschnapper und etwas mit leder auf dem plan. lederbänder für den dünnen stamm, der in die metallgarderobe integriert ist. bislang ist er mit schnüren befestigt. aber leder passt nun natürlich besser.

die schnüre hatte ich noch da, schon seit jahren. ein fehlkauf, seinerzeit. jetzt kommen sie zu ihren recht.

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