home




rauchzeichen I

25. Januar 2008 - 23:56

die sache mit dem rauchen (pdf) ist nicht ohne, ganz im gegenteil. schließlich handelt es sich um eine höchst zweischneidige sache, angesiedelt irgendwo zwischen absurdität und moral.
absurd ist es etwa, herrn schmidt und seine frau anzuzeigen, weil sie öffentlich rauchen. herr schmidt und seine frau können nicht anders, es ist ihre art zu atmen. obwohl das allein natürlich kein argument ist, da könnte ja jeder kommen. nein, herr schmidt genießt lebenslange immunität, darauf kommt es an. und das weiß doch schließlich jeder.
ebenso deplaziert ist es allerdings, das läpische rauchverbotsthema mit hochbrisanten dingen wie dem laschen widerstand gegen die vorratsdatenspeicherung oder dem offensichtlich wortlos akzeptierten gebaren der sogenannten großmächte in verbindung zu bringen, wie es hier und da zu vernehmen ist. das erschließt sich mir so gut wie gar nicht, läßt mich, im gegenteil, vorwiegend ratlos dastehen. was für eine energieverschwendung. denk ich mir so.
natürlich sind diejenigen, die jetzt mit fingern auf illegal rauchende zeigen, ungefähr so sexy wie menschen, die tagtäglich vom küchenfenster aus falschparker notieren. aber das ist völlig alltäglich, banales und lächerliche verhalten. nicht weiter erwähnenswert. ebenso wie es alltäglich ist, trotzdem falsch zu parken, bei rot über die straße zu gehen und trotzdem zu rauchen, wenn sich die gelegenheit ergibt.
in den äußerungen jedoch – im wahren leben wie auch in blogs – ist derzeit gar von blockwartverwalteter unmündigkeit die rede, von vorauseilendem gehorsam und denunziantentum oder ähnlichem. na, ich weiß wirklich nicht.
(ich hab da vermutlich schlicht und einfach einen eher pragmatischen standpunkt. neulich bin ich zum beispiel zum ersten mal im leben nach über drei stunden unverstunken und rauchkaterfrei aus einem kneipenlokal gekommen. mir gefällt das! aber gut, darum geht es in den oben genannten kausalitäten vermutlich nicht.)


  1. snief:

    ich bin liberal, soll heißen, eigentlich doch eher chaotisch, deshalb soll der alte schmidt ruhig rauchen, ist doch sein krebs, ähm, problem, nicht wahr, bei westerwelle bekomme ich eine dauerwele, und bei der merkel kann ich mir nix mehr merken, also was soll der ganze scheiss, frieden auf erden, doch falls in dieser frage keine einigkeit herrschen sollte, dann geht mir die gesamte zivilisation am arsch vorbei, denn ich lass mich doch nicht von ein paar wenigen unterbelichteten parlamentariern das vergnügen verderben, und dieses wird außer einer revolution noch ein nachspiel bis zum obersten gerichtshof nach sich ziehen, denn es kann einfach nicht sein, dass raucher öffentlich diskriminiert werden, während der staat klammheimlich milliarden an ihnen verdient. Klarpinkt: ich halte das sogenannte antirauchergesetzt in wirklichkeit für ein diskrimierungsgesetz, welches hoffentlich bald vom obersten gerichtshof wieder gekippt wird, denn klagen gibt es genug! Es kann doch wohl nicht sein, dass drei langweilige abstinenzler gegen zwölf hartgesonnenne indianer durchsetzen, was wäre denn das für eine Weichei-DEmokratie???

  2. engl:

    ein diskriminierungsgesetz in zeiten der antidiskriminierung. das ist ja eine ganz neue wendung, die hab ich noch nirgens gehört. sehr schön absurd.