am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

mäuschen spielen

es ist ja immer wieder mal so, dass mitten bei der erledigung von dingen sich andere dinge mit wucht dazwischendrängen und in folge alles lahmlegen. gerne natürlich im denkbar ungünstigsten moment. nachdem ich seit einigen wochen schon immer wieder verbindungsprobleme mit einer meiner computermäuse hatte, denen ich einfach nicht auf den grund kam, sind heute also zeitgleich spontan maus und tastatur ausgefallen.

das ist größtmöglich ungünstig, weil ich zwar über weitere mäuse verfüge, die glücklicherweise alle funktionen, die kabeltastatur hingegen musste ich zunächst auf allen vieren kriechend aus der hintersten ecke des schreibtischunterschrankes hervorkramen. und damit ist es ja dann auch nicht getan, schließlich will ich mich gar nicht erst an diese klobige alte tastatur gewöhnen.

fehlersuche an computersystemen, selbst bei solch simplen sachen, kann sich ziehen. es artet schnell in ein langwieriges umstöpseln und neustarten aus, während sich all die dinge, die ich eigentlich zu erledigen gedachte, nebenbei einfach nicht erledigen ließen. und, ich gebe zu, diesmal war ich besonders lange auf einer völlig falschen fährte, weil ich kurz vor dem ausfall erst ein update gefahren hatte. ich war also allzulange dabei, treiber zu aktualisieren, treiber zu suchen, geräte aus- und wieder einzuschalten, ja, sogar zu deinstallieren. um anschließend den ganzen rechner neu starten zu müssen.

little did i know! der fehler war letztendlich ein ganz einfacher. es hatte sich schlicht und einfach nur der kleine usb-hub verabschiedet, in dem die dongles für maus und tastatur stecken. hardware! mitunter ist es eben doch die hardware! da hätte ich auch gleich drauf kommen können, weil die anderen mäuse alle via bluetooth agieren. aber egal.

die lösung war allerdings dann doch nicht so simpel, denn eine bluetooth-tastatur besitze ich nicht. da wollte also noch so einiges umgestöpselt werden, und natürlich muss jetzt zügig ein neuer hub her.

übrigens hatte ich anschließend vergessen, was ich eigentlich erledigen wollte. das ist es, was ich eigentlich hier anmerken wollte.

überall sirenen

früher war das normal, aber ich habe diese selbstverständlichkeit wohl verlernt mit der zeit. was nicht verwunderlich ist, es dürften an die dreißig jahre sein. jetzt gibt es also wieder echte sirenen in meiner gegend, nicht nur dieses mobilgerätgeheule.

das muster ist anders: es gibt einmal eine kurze warnung, dann eine dreiviertel stunde später eine ebenso kurze entwarnung. fertig. früher gab es, wenn ich mich recht erinnere, erst zwei mal entwarnung, damit niemand die warnung missversteht, dann einmal das warngeheule, und zum schluss noch einmal entwarnung, damit alle, die die warnung dennoch missverstanden haben, schnell wieder entwarnt sind. jedes einzelne mal dauerte ewig, geschätzt wenigstens eine minute. auch war der klang ein anderer, viel lauter, denke ich. durchdringender. mobile warnungen gab es natürlich nicht, vielleicht möglichkeiten über telefon (festnetz!), auf jeden fall lautsprecherautos, die durch die straßen fahren. aber das wurde meines wissens nie getestet.

der ton der heutigen sirenen ist vergleichweise dürftig, wenn auch laut genug, dass ich sie durch die geschlossenen fenster gehört habe. so gerade eben, mit etwas musik im raum oder über kopfhörer gar hätte ich nichts davon gemerkt. auch die qualität ist eine ganz andere, was vermutlich daran liegt, dass ich an alte, mechanische sirenen gewöhnt bin, vermutlich die motorgetriebenen. diese seltsamen hütchen, die man durchaus finden konnte, im stadtbild(!), auf den dächern verteilt. denen konnte man das anlaufen und abschwellen anhören, eine unglaubliche anstrengung durch die luft zu den menschen. das ging bis in den atem, und das ließ sich durch das schließen der fenster nicht wegsperren.

ich weiß von menschen, die sich versteckt haben an solchen tagen. nicht wegen des lärms, sondern vorsorglich. ich hatte einen lehrer, der den unterricht abbrechen musste und den klassenraum verlassen hat. und das nicht, weil der lärm der sirenen den unterricht minutenlang so gut wie unmöglich machte. es gab noch menschen, damals, die dadurch erfasst wurden. die es noch wussten.

in fleisch und blut, bis in die knochen, was eine solche sirene de facto bedeutet.

preisen ohne geld

schöne tage muss man loben. erstmal natürlich leben, dann wahrnehmen und anschließend loben und preisen, weil sie unbezahlbar sind. und letzteres vermutlich mehr und mehr werden, unerreichbar vielleicht. irgendwann, wenn alles seinen preis hat.

heute will ich – zur abwechslung tagsüber – reden über lobpreise, die keinen geldbetrag beinhalten.

gesten also. arbeiten, nun ja. von zu hause ist das ja immer so ein ding, aber warum ins büro fahren, wenn dort auch kaum jemand ist. verbindungsprobleme mit dem internet sind da mehr als unappetitlich, aber nun gut. trotzdem sachen gemacht gekriegt, nur die leute nicht alle erreicht, die ich gebraucht hätte. das preise ich ausdrücklich nicht.

am nachmittag zur friseur, zu meinem angestammten, der recht teuer ist. geld! eigentlich hatte ich zu irgendeiner billigkette wechseln wollen, aber da konnte ich mich nicht durchringen. erstmal. und es hat sich als völlig richtig herausgestellt, weil die idee einer leichten frisuränderung mir ausgesprochen gelungen erscheint. mehr als das.

ich freue mich. auch jetzt noch, obwohl mir die feinen, weißen haarstopsel, die nach einem frischen haarschnitt einen weile zur begleitung bleiben, gerade noch in die tastaur rieseln.

am abend dann zum messerschleifkurs, der mich kein geld gekostet hat. der war ein geschenk zu meinem 60sten, glaube ich. also lange her, richtig lange. ich bin manchmal ein bisschen langsam, auch wenn es nicht so aussieht, wenn man mich sieht.

und es war toll, absolut super. mit metall komme ich ja nicht so intuitiv klar wie mit holz, das liegt ohne jeden zweifel an der frühen prägung durch den tischlervater. wohl deshalb kam ich mit reinen online-anleitungen und einem schicken, neuen, natürlich japanischen schleifsteinen nicht wirklich klar. es war anstrengend und brachte wenig schärfe zustande, dazu die zweifel, den klingenzustand nicht wirklich einschätzen zu können.

dabei ist es ganz einfach, es ist handwerk. man muss die tricks kennen und die tradition, dahinter steckt physis und physik, immer. das alles muss jemand preisgeben, mit klarheit und gewinn, wenn man selbst weder zeit noch material hat, lange herumzutesten. so war das, gestern. (natürlich in dem verhältnis 5 zu 1, was das geschlechterverhältnis angeht, wobei ich in dem fall für die frauen zähle.)

drei fehler habe ich beim schleifen gemacht: falsche schleifrichtung, falscher schleifwinkel, falsche ausrichtung des schleifsteins. ein leichtes, das zu korrigieren. jetzt kann ich messer schleifen, und wie! und werde sicher noch besser, was für ein glück.

ja, so etwas macht mich wirklich glücklich. am liebsten würde ich den schmiedekurs gleich hinterhermachen. aber der kostet richtig geld* und ist außerdem über lange strecken ausverkauft. kann ich verstehen.

* der preis ist natürlich vollkommen angemessen und normal, nur für mich ist es unerschwinglich viel derzeit.

ich impfärmchen

back to normal, das hab ich so beschlossen. gestern gearbeitet, heute ins büro gefahren, alles kein problem. ohne fieber natürlich, ohne kopfschmerzen auch. nur ein bisschen müdigkeit, die am nachmittag schlagartig aufbrausen mochte. kurz vor feierabend, also alles okay.

nur der einsticharm ist hart und schmerzt. die stelle fasst sich heiß an, außerdem juckt die haut und ist voller roter flecken. na, meinetwegen. das bleibt ja wohl nicht so.

shingrix, aktuell

ganz gut geschlafen, aber für einen ausflug mit selbstgelenktem fahrzeug hat es nicht gereicht. stattdessen gab es einen kleinen nachschlag an erhöhter temparatur, kopfschmerzen und eine latente müdigkeit. das scheint recht normal, sagt das internet, bis zu drei tage kann das dauern. also morgen noch, dann ist aber mal gut.

am blödesten finde ich ja diese plötzlich aus dem körper aufsteigende erschöpfung. als käme sie aus den knochen, blutleer und beinhart. ich wollte ja dann doch heute mal ein bisschen raus, ein paar schritte laufen. mehr nicht. war echt gar nicht so einfach.

ich fühle mich arg gealtert gerade.

nachtrag shingrix

okay! shingrix ist kein spaß, das wurde mir durchaus angekündigt. schmerzen im arm, müdigkeit, kopf- und gliederschmerzen, fieber und schüttelfrost. bis auf letzteres habe ich nun alles durch in den letzten 24 stunden.

im grunde so, wie das erste mal covid, damals wohlgeimpft, aber mit einer recht hohen viruslast. nur hat das ein wenig länger gedauert. und ohne den geschmacks- und geruchsverlust natürlich, mit der gewissheit, dass der gegenwärtige zustand seinen zweck erfüllt. und sehr begrenzt stattfindet.

inzwischen ist meine temparatur wieder runter auf die üblichen 36° plus ein bisschen. seit ein paar stunden erkenne mich wieder, was kraft und konzentration angeht. nur müde bin ich noch, was aber kein wunder ist, nach einer nacht fast ohne schlaf und knapp drei stunden auf der couch am nachmittag. ach, und drei ibus, nicht zuletzt.

aber spaßig ist das wirklich nicht. gestern habe ich den angekündigten blutmond verpasst, heute war ein prima tag für eine kurze stadtflucht. so war meine planung, aber man begibt sich nicht in den straßenverkehr, übermüdet und mit restfieber. schon gar nicht mit einem motorrad. vielleicht morgen.

shingrix

heute vormittag gegen elf die erste gürtelroseimpfung erhalten, im rahmen eines kleinen mir persönlich auferlegten impfprogramms des neuen rheuma-docs. das thema wird sich jetzt über zwei monate ziehen und noch einiges andere beinhalten, aber darauf will ich nicht hinaus.

ich hatte schon gürtelrose, was für mich nicht so sehr schlimm war, aber an anderer stelle blöde folgen hatte. (andere können davon windpocken kriegen, you know!?) das muss so nicht wiederholt werden, deshalb also jetzt als erstes den ersten herpes-zoster-schuss, denn der soll es in sich haben. der zweite wohl noch mehr, aber da scheiden sich die geister. mehr dazu in zwei monaten.

gerade eben lese ich dann im standard folgendes: Gürtelrose-Impfstoff könnte auch vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen.

gefällt mir!

minderleister/3

das sind seltsame schreibtage in diesem sommer. ich weiß gar nicht so recht, was ich eigentlich tue. aber ich schreibe, das geht ja auch gar nicht anders. das hat mir vor ein paar wochen erst jemand bestätigt, und ich komme nicht umhin, es einzugestehen: ohne schreiben kann ich nicht leben.

den einen tag, gestern zum beispiel, schaffe ich keinen anfang. erst muss ich zum tangounterricht, na gut, aber dann verdaddel ich den rest des tages im netz. und auch noch auf blödeste weise, sodass sich am ende mein hirn übergeben möchte. so kommt es mir vor.

dann wieder, heute zum beispiel, fange ich an, ohne zu wissen. einfach, weil ich anfangen muss. und dann stehen da fünf seiten nur wenig geschliffener text, doch das ist egal. das ist etwa die hälfte des zweiten kapitels. ich erinnere mich an zeiten, vor über dreißig jahren allerdings, da habe ich mit mühe dreieinhalb seiten geschafft. und ewig dafür gebraucht. aber auch das war großartig, damals.

gute vorarbeit zahlt sich aus, und sich ein exposé vorzunehmen ist gute vorarbeit. es kann natürlich nicht fertigwerden, dieses exposé, im gegenteil. derzeit ist es weniger fertig denn je, und ich habe keine ahnung, wie das jemals passen soll. wann das eine mit dem anderen zusammenfindet, sodass es spruchreif wird.

es ist ein verhältnismäßig einfacher text, der auch nicht besonders lang werden soll. ein zwischentext sozusagen, bis ich mich an die überarbeitung des letzten traue. was mir aktuell so gar nicht in reichweite scheint. der aktuelle text verlangt nur eines von, das neu ist: ich muss mich ins absurde spielen und ein völllig unvorstellbares nicht-ende erfassbar machen. das kann eigentlich nicht gelingen, denke ich. eigentlich.

es ist alles ganz schön viel arbeit, das stimmt. auch und vor allem all das drumherum. es wird immer mehr, das ist auch gut. so kann ich immer weniger werden. hoffentlich.

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