nach wie vor ist dieser sommer in berlin durchaus erträglich. es gibt einzelne spitzen, die wollen ertragen sein. aber im grunde ist hier eben einfach sommer. ich sag ja nur, bin gleich wieder still. ich weiß doch.
in der letzten woche habe ich – mit auch für mich überraschender verve – damit begonnen, mein leben wieder kleinzurechnen. das ist ohne zweifel zum einen angeregt durch die neue textidee, die hier im blog nicht umsonst MINDERLEISTER heißt. das thema will offensichtlich aktiv durchlebt werden, nun gut. andererseits ist es eben so als freelancer: das einkommen schwankt immer, und gelegentlich bricht es massiv ein. (KI sei dank!?) dann gerät alles ins wanken, und das muss bewältigt sein.
ich habe also zeitungen und zeitschriften gekündigt, nicht nur die, die ich sowieso so gut wie nie lese. nein, auch die digitale ZEIT, in die ich eigentlich täglich sehe. aber himmel, die ist teuer. das geht einfach nicht.
sagt doch auch unser kanzler, oder!? dass man sich nicht kaufen kann, was man nicht zu bezahlen in der lage ist. ganz einfach! auch wenn sich meine milchmännchenrechnungen nicht unerheblich von denen im politikbereich unterscheiden. das weiß ich genau, vielleicht besser als der herr kanzler selbst. aber egal, das soll nicht thema sein an dieser stelle.
ich habe versicherungen gekündigt, auch solche, die sich als nicht ganz unwichtig erweisen könnten. nein, bislang noch nicht haftpflicht und hausrat, auch nicht die für die zähne und vollkasko fürs bike. das bleibt mir für später, wenn mir gar nichts mehr einfällt. aber streaming-abos habe ich beendet oder geändert und die mitgliedschaft in einem hiesigen mieterverein. letzteres sehe ich zwar als wichtig an, obwohl ich in über zehn jahren nur einmal kurz bei einer beratung war. dennoch, gerade in berlin. gerne hätte ich auch den tv-anschluss geändert und den receiver mit aufnahmefunktion, die ich noch nie gebraucht habe, gegen eine einfache steckkarte getauscht. dort sagte man mir allerdings, dass das ja ein downgrade bedeuten würde. und dass sie ein downgrade nicht machen könnten.
wie bitte!? ist das überhaupt erlaubt?
insgesamt habe ich meine jährliche extrabelastung von zirka 2000 um über die hälfte reduzieren können. das ist eine große erleichterung, und im nächsten jahr kann ich da absehbar noch ein klein wenig mehr rauskratzen. wenn es ganz hart kommt, kein problem.
letzteres ist ein wenig gelogen. ich bin schon hart an die grenze gegangen, hier und da war oder wird es zum ende des jahres schmerzhaft. alles, was darüber hinausgeht, wäre mehr als hart. es wäre existenziell. so würde zum beispiel mein kleiner, autonom verwalteter miniantteil am WordWideWeb verschwinden, den ich bislang so konsequent durch alle engpässe wie auch diverse plattformen hindurch habe retten können.
das wäre mehr als schade.


