raum für notizen

frustigkeit

07. August 2022 - 23:33

ein bisschen dies, ein bisschen das, ein sonntag eben. hier noch vielleicht, davon ein wenig, aber es nimmt kein ende. dass ich die küchendecke nicht vernünftig hinbekomme, frustriert mich. so sehr, dass es fast peinlich ist. schließlich ist nur eine decke; etwas farbe, ein bisschen zeit, ein halber tag vielleicht, und schon ist alles in ordnung. (bis der nachbar wieder … nein!)

vielleicht ist der frust auch reine müdigkeit, es war eine seltsame nacht von gestern auf heute. ziemlich viel lärm draußen vor dem fenster, menschenlärm. afterpartygebrülle und männergejohle. was denken die? das schlimmste war aber der laufende motor direkt vor meinem bett, zwei quatschende frauen, dann kindergeschrei. um halb zwei nachts. das kind, vielleicht vier, sitzt hinten und hat vor sich tablet. deshalb läuft der motor, damit das kind augenblicklich mit laut vom tablet abgespielten kinderliedern ruhiggestellt werden kann. und die beiden frauen in ruhe weiterquatschen und weiterrauchen können, während ich gebannt den stimmen, dem penetrant säuselnden motor und dem kinderliedgeplärre lausche. alles sprachen, die ich nicht verstehe, die ich nicht einmal einordnen kann.

nun ja, so ist das hier in berlin. nicht jeden tag zum glück, besonders in den letzten jahren. aber inzwischen zunehmend eben doch wieder. und ich wünsche mir so sehr ein deutliches schweigen, um mich und in mir. endlich.

ein paar seiten im text habe ich geschafft, viel zu sagen gibt es dazu nicht. gekürzt natürlich, mächtig gekürzt, es läuft also. an die steuer bin ich anschließend aber nicht mehr gekommen, auch nicht dazu, die anstehenden übersetzungen anzugehen, wenigstens mit der texterfassung zu beginnen. das wiederum spricht für frust, nicht für simple müdigkeit.

was allerdings immer geht sind die bauideen. ganz nebenbei fällt mir ein, wie ich den balkontisch mit einer aufsetzbaren platte erweitern kann. so könnte ich da viel besser auch mal arbeiten, wenn der tisch etwas größer ist und nicht diese spalten hat. wird also sofort gemessen und notiert. und dann weiß ich plötzlich, wie ich das cd-regal im wohnbüro umgestalten könnte und in gleichen weise auch das eine oder andere bücherregal. eine grundidee sozusagen, danach hatte ich nicht gesucht. das steht nicht unbedingt oben auf der liste.

das bauen immerhin. das ist etwas, wo mein hirn noch ins rasen gerät und eine vorstellung nach der anderen produziert, so wie ich das kenne. der ganze rest von mir allerdings ist frustriert. oder erschöpft, was weiß ich.

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bonding/160

07. August 2022 - 00:34

langsam aber stetig, ich komme voran. über die hälfte ist geschafft, wobei das schwer zu sagen ist. je nachdem, ob ich es nach der ursprünglichen seitenzahl berechne oder der jeweils aktuellen. beides fühlt sich irgendwie falsch an, aber ich kann eben nicht gut rechnen. der kleine pfeil am rechten rand von ms word steht über die hälfte, das ist mir beweis genug.

jaja, der text ist in word. na und?

das arbeiten in einem fast fertig ausgeschriebenen text ist ziemlich gut, fast ein bisschen berauschend. auch recht einfach, für mich zumindest, aber das meine ich nicht. nicht ausschießlich. einfach ist es vor allem, weil eine der arbeitsvorgaben, die hauptaufgabe überhaupt, rigoros ist: kürzen! das ist eine rein technische vorgabe, die an sich rein gar nichts bedeutet. aber sie ist ein muss, aus dem sich das handeln erschließt. auf jeden fall nehme ich das so, sportlich, denn es macht die entscheidung oft ungemein leicht. dadurch entsteht klarheit. weil ich zuallererst immer einfach mal text wegnehmen kann, wenn mich etwas im fluß stört. ohne weiter nachzudenken, und anschließend kann ich sehen, was sich daraus ergibt.

wie das so ist mit meinem schreiben, bei dieser art vorgehen fällt mir immer etwas ein, etwas auf, und ich finde einen weg. weniger ist mehr und meistens viel besser ist als alles, was da zuvor irgendwann einmal stand.

ohnehin ist es ja so: man kann immer alles auch anders machen. (nicht nur im schreiben.) ob es dadurch besser oder schlechter wird, lässt sich möglicherweise nicht gleich beurteilen. (zumindest im leben, im schreiben kann ich das durchaus.) darauf kommt es aber auch nicht an, wichtig ist erst einmal nur, dass bewegung entsteht. dass die ecken und kanten sich verscheiben und so die fläche aufbricht. mit ein bisschen glück.

es muss anders werden können, darum geht es. anders ist das wort.

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verplant

06. August 2022 - 23:21

dinge planen, sich ausdenken, wie es laufen soll oder wenigstens, wie es gehen können. wie es sein soll, am ende, das leben. im grunde kommt dann doch immer alles irgendwie von allein, findet sich in eine form, die nur manchmal so ist, wie es soll. wie ich es möchte. also ist alles planen grundeigentlich egal, alles denken sowieso und das ganze leben. ich mache das (seit corona?) nur noch aus gewohnheit. das planen und rechnen und schieben der möglichkeiten, das hat ja doch alles keinen sinn.

mein covid, immerhin, ist jetzt tatsächlich vorbei. das ist mir heute abend erst aufgefallen, als mir bewusst wurde, dass ich den ganzen tag keine geschmacksverwirrungen mehr bemerkt habe. alles war wie immer. außerdem: keine totalerschöpfung mehr seit tagen, kein schwindel, keine konzentrationsprobleme beim lesen. damit bin ich zufrieden, im großen und ganzen. nur dieses keuchende husten, sehr selten, aber doch, immer noch.

vielleicht habe ich glück gehabt, dass ich gut geimpft bin, zum beispiel. keine ahnung, aber so zirka vier wochen von dem mist sind mir wirklich genug.

die küchendeckenreparatur heute war wenig erfolgreich. der originalfarbrest war winzig, ein schluck nur, weil die ohnehin geringe menge bei den hohen temperaturen in teilen eingetrocknet war. das ließ sich nicht alles retten, auch nicht strecken mit etwas wasser. ich musste sparsam sein, die kleine rolle benutzen und das bisschen farbe größtmöglich und mit kraft an der decke verteilen. jetzt ist das ergebnis vom fenster aus betrachtet ganz okay, von der zimmertür aus aber höchst unangenehm fleckig. das war absehbar, auch wenn ich zwischenzeitlich besseres erhofft hatte.

so kann das nicht bleiben, aber ich komme gerade auf keine vernünftige lösung. von der farbe ist nichts mehr da. darauf zu setzen, dass es mir tatsächlich gelingen könnte, den farbton exakt nachzumischen, und nicht nur so beinahe, wie gestern, wage ich nicht zu setzen. es ist zwar nur weiß und schwarz, aber sowas funktioniert nie. nie!

bleibt also nur, die decke noch einmal ganz von vorn anzugehen. also alles mit ausreichend neu angemischter farbe zu überstreichen, zirka elf quadratmeter.

nein! so war das nicht geplant.

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bonding/159

05. August 2022 - 23:39

kurz erwähnt, vor kurzem erst, vorsichtshalber. aber es stimmt, ich bin wieder im text. nicht erst seit heute, nein. schon ein paar kapitel habe ich mir heimlich vorgenommen und abgeschlossen. ich wollte es nicht beschreien, aber inzwischen empfinde ich es als stabil. also, ich bin zurück in der textarbeit.

der wiedereinstieg war nicht so schwer, wie ich es mir ausgemalt hatte, in all den monaten immer mehr. im gegenteil, es war nahezu simpel, obwohl ich mitten in einem kapitel abgestürzt war. selbst das habe ich gut zusammengebracht, es ist mir sogar entgegengekommen. weil es eben schon sauber und geputzt vor mir erschien. auch wenn ich mich nicht gleich erinnern konnte, was ich zuvor gemacht hatte. wo und warum, und was überhaupt noch nicht bearbeitet war.

und ziemlich genau so ging es weiter, obwohl es schwerer stoff war, tod und abschied. ob es das war, wovor ich zurückgeschreckt bin, anfang des jahres? wahrscheinlich eher nicht, aber da ist eben auch ein gewicht, das in den text muss, in aller schlicht- und offenheit. schwieriger wird es vielleicht jetzt, wo es darum geht den abschied zu verwalten, zu verkraften. den verlust.

festhalten muss ich noch, dass das schreiben erleichtert. das leben an und für sich ist scheiße, so oft schon gewesen und auch gerade wieder in loser folge. doch das schreiben hebt mich über alles, fügt das leben und atmen und alles tun gut zusammen. was immer sonst es noch kann, klarheit schaffen und verwirrung stiften zugleich, räume öffnen, für mich und für andere. das schönste ist die zufriedenheit damit, wie sich das denken und das tun verbindet.

für andere, naja. das ist schön, aber in den meisten fällen wohl eine illusion. so war es immer, das schreiben und die begegnung, das sind keine guten freunde. wobei es doch eigentlich so ist, dass erst durch das lesen, durch die leser*innen, ein text seine wahre form findet.

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arbeitsklima

05. August 2022 - 19:36

ich bin wahnsinnig, quasi monstermäßig gut. ich habe es geschafft, die küchendeckenfarbe nahezu exakt nachzumischen. jetzt sind insgesamt fünf schichten auf die wasserschadenflecken aufgetragen, zweimal tiefgrund, dreimal farbe, und es sieht schon fast perfekt aus. ein bisschen muss aber natürlich noch, sonst wäre es ja nicht von mir. da ich bislang alles mit dem pinsel erledigt habe, sollte ich morgen einmal mit der rolle drüber, mit der nachgemischten farbe. danach ein letztes mal mit der originalfarbe, und fertig. hoffe ich.

körperliche arbeit bei diesen temperaturen ist allerdings schweißtreibend. zwei t-shirts sind durch, es wird mir immer unangenehm, wenn sie mir am rücken kleben. dabei habe ich nicht einmal länger als eine stunde auf der leiter gestanden und saß zwischendrin artig am schreibtisch, an meinen übersetzungen. immer in den trockenphasen, für die wandfarbe und für mich. (beides ohne klimaanlage.)

draußen war heute auch jede menge arbeit.

schräg gegenüber wird das gerüst ab- oder umgebaut, schon seit gestern. weiter hinten, bei dem zweiten gerüst, wurde früh schon mächtig kreisgesägt. zweimal stand ein müllwagen vorm haus, einmal unter meinem balkon mit laufendem motor und zunehmendem gestank. noch vor neun stand eine kleine berliner arbeitseinheit vor meinem schlafzimmerfenster und nahm bodenproben aus der baumscheibe gegenüber. das heißt, sie bohrten mehrfach tiefe löcher, schoben dann eine metallröhre hinein und holten sie schließlich mitsamt erdmaterial wieder hoch. das alles war sicher auch schweißtreibend, vermutlich sogar schlimmer. aber so war ich nicht so allein auf meiner leiter.

ja, es ist schön, wenn alles schön ist. nicht versifft durch die gedankenlosigkeit eines nachbarn, dass bei mir alles aussieht wie angepisst. ich sollte ihm sagen, dass es fünf bis sieben schichten farbe gebraucht hat und mich sicher fünf tage gekostet hat. vielleicht sollte ich auch darüber nachdenken, warum ich das selbst mache. warum ich nicht eine firma beauftrage, und die rechnung oben abgebe. das ganze vielleicht noch vorher mit der hausverwaltung abspreche. im grunde mache ich ja gerne, solange ich noch kann.

aber immer wieder dasselbe?

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ich bin beraubt

04. August 2022 - 23:55

ich bin zurück, wieder gesund und zurück in der mühle. so viel zu tun habe ich, dass der sommer auch nach covid keinen spaß macht. schon gar nicht bei diesen temperaturen. arbeit, die steuern, mehr arbeit, zeugs sortieren, noch mehr arbeit, zeug verkaufen, wasserschäden in bad und küche berseitigen, endlich, noch viel mehr arbeit natürlich und das schreiben nicht ganz vergessen. wiedergefunden habe ich es immerhin. (später mehr.)

der pass(bild)termin heute war ernüchternd, ich hatte es ja schon geahnt, dieser tage. es wird dann doch eine eher schwierige angelegenheit, meine ursprüngliche staatsangehörigkeit zurückzuerlangen. völlig unmöglich scheint es aber nicht zu sein, weil ich sie bereits über zehn jahre am stück hatte. genauer kann ich das aber noch nicht sagen. (außer, dass ich die deutsche dafür hergeben muss, aber die steht sowieso nur auf dem papier.)

vor allem aber ist es tatsächlich ein zurückerhalten, fast so etwas wie ein neuerwerb. das war mir in dieser konsequenz wirklich gar nicht klar. während ich mein leben lang allen menschen gegenüber irgendwann klargestellt habe, dass ich eigentlich österreicherin bin, ist die nackte tatsache, dass meine mutter/eltern mir diese identität bereits 1977 vollständig genommen haben. quasi ausradiert, gegen meinen erklärten willen. das ist das eigentliche, ich bin beraubt worden. und den österreichern gelte ich als „fremde“, wie es in den entsprechenden gesetzen heißt. diese erkenntnis, in der klarheit, war und ist bis jetzt gerade immer noch ein schock.

zum glück gelten heute andere regelungen. schade nur, dass sie nicht rückwirkend gelten. (ist es naiv, dass mir diese vorstellung so lange schon eine solche freude gemacht hat, nicht nur die letzten paar wochen?) ich weiß noch nicht wie, aber dieser betrug an mir, an dieser stelle muss irgendwie zu bereinigen sein. einmal nur, wenigstens an der oberfläche, muss etwas von dem ganzen mist doch gerichtet werden können.

nein, es geht überhaupt gar nicht um das dokument, schon gar nicht um das grundprinzip der staatsangehörigkeit. das wäre lächerlich. es ist wieder einmal nur so ein ganz persönlich blödes ding, mehr nicht. unwichtig.

doch ich hasse das, es ist ein solches sinnbild. dafür dass sie mir mein leben falsch gemacht haben, von grund auf. alles. und dass ich das ausmaß jahr für jahr, tag für tag, mit jedem atemzug immer mehr noch begreifen muss. gerade jetzt auch, im altern.

das ist kein leben.

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hängen, durch

01. August 2022 - 23:20

vier wochen nach dem ersten covid-tag, ich erkläre mich für gesund. ich versuche es zumindest, zum zweiten mal. beim ersten mal kam unmittelbar danach die zweite runde auf, oder einer zweite infektion mit was-weiß-ich-was oben drauf, was weiß ich. so richtig gut geht es heute noch nicht, aber irgendwie es geht schon auch. der husten ist erträglich, und das riechschmecken findet sich, langsam aber sicher wird alles besser. es geht in richtung gesund, das steht fest.

nur die erschöpfung, die kommt aus dem heiteren des himmels, bleibt mal länger und mal kürzer, und verschwindet dann wieder, als wär nix gewesen. heute waren es über drei stunden, das war nicht so gut. heute war ja auch ein arbeitstag. jetzt ist es fast nacht, und jetzt geht es wieder, ein bisschen jedenfalls. ich weiß auch nicht.

der rücken schmerzt, den ganzen tag schon. vielleicht vom vielen rumliegen, rumsitzen, rumhängen der letzten wochen, das tut sicher zu der erschöpfung noch ein quäntchen hinzu. aber eigentlich habe ich keine ahnung. das mit der erschöpfung ist mir ähnlich rätselhaft, wie der geschmacks- und geruchsverlust. irgendwie kenne ich das, kenn mich aber dennoch nicht wirklich aus.

für heute verbuche ich das als resultat unter zwei recht blöde nächte, eine fast schlaflos, die andere immerhin halb vergrübelt. das kannte ich schon als kind, die erschöpften tage nach solchen nächten. das war gar nicht so selten. aber noch nicht so schmerzhaft, damals, das kommt dann wohl erst im alter noch obenauf.

ich schwafel rum. mein hirn scheint müder, als ich es zugeben mag.

ich bin aufgeregt, wegen der sache mit dem pass. gestern nacht war ich auf einmal gar nicht mehr so zuversichtlich, dass das klappen wird. (deshalb die grübelei.) außerdem ist es mir immer ein angang, auf fremdes terrain, mit fremden menschen und dann noch mit einem komplexen, etwas eigenartigen anliegen.

das ist alles nicht so mein ding, aber es muss halt. klappen.

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schlechte nächte

31. Juli 2022 - 17:19

schlechter tag übrigens, heute, nach einer unglaublich schlechten nacht. eingeschlafen bin ich irgendwann am morgen, da war es schon fast hell. gegen vier bin ich aufgestanden, erst ein bisschen in der wohnung herumgelaufen, dann auf den balkon. vier uhr nachts scheint eine gute zeit zu sein in der stadt, da ist es vergleichsweise still. nicht ganz still natürlich, dafür ist es berlin. es laufen menschen die straße entang oder fahren mit dem fahrrad, zwei flaschensammler scheppern mit ihren einkaufswagen langsam die ausgangsmeile entlang und sammeln. der himmel ist sternenklar, wie ich ihn lange nicht gesehen habe. für eine echte milchstraße natürlich zu hell, aber fast habe ich sie ahnen können, die weite, die da ist, irgendwo.

es gibt sie immer wieder mal, diese nächte, in denen mein körper keine ruhe findet. früher war das immer so, fast jeden tag, und ich weiß, wieso und woher das kommt. besser wurde es erst mit ende dreißig, als ich mich einfach nicht mehr damit bekümmern wollte. schlafen ist gut, aber liegen hilft auch. liegen in aller ruhe ist besser, als mich wälzen und quälen, in ständig wachsender aufruhr. seither gibt es mitunter nächte mit nur drei oder vier stunden schlaf, meistens sind es um die sechs, länger wird es selten. wenn ich auf mehr als acht stunden komme, dann wird es außerdem blöd. dann wache ich mit kopf- und nackenschmerzen und einem ziemlichen matschhirn auf.

so funktioniert es gut, ich bin zufrieden. einziger nachteil ist das träumen, das mir auf die art abhandenkommt. nicht wirklich natürlich aber das erinnern an träume fällt schwer.

gestern nacht war anders. da lag ich wach und stand mit beiden beinen in der leere, in die gesetzt wurde vor zirka sechzig jahren jetzt. grund war vielleicht diese dokureihe auf mtv, in die am abend zufällig geraten war. über mütter von rockstars, vorwiegend männer natürlich, soweit ich das gesehen habe. und ausschließlich mütter, von vätern war kaum die rede, oder sie waren schlicht und einfach nicht da. komischer ansatz, fand ich. bin dann aber doch drangeblieben, weil ich geschichten mag, familiengeschichten auch und ganz besonders. und musik.

die letzte message dann, in der letzten folge. die lautete in etwa: einfach nur bedingungslose liebe und vertrauen in die abgedrehten jungs investieren, den rest machen die dann schon allein. (sehr verzerrt und leicht zynisch zusammengefasst.) das war es wohl, das mir den rest gegeben hat. die erinnerung daran, wie mir das exakte gegenteil zuteil wurde. die erinnerung daran, wie mehr und mehr gewicht auf mich gelegt wurde, in form von missbrauch und verachtung. ich war kein kind, das abgedrehte träume hatte vom leben. ich war ein lastentier, darin war ich gut, immerhin.

das ist nicht neu, das raubt mir keine nacht mehr. doch die erinnerung an das, was (unversehrt) darunterliegt, nach wie vor. diese große freude an der welt, eine unstillbare neugier, auch auf menschen womöglich, und eine schier unendliche leichtigkeit. das bin ich. eigentlich.

wie musik.

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gegen das böse, schreiben

31. Juli 2022 - 15:22

öfter man monitor schauen, dachte ich dieser tage. es gibt ja auch gute formate, die eine umfassende und klare grundlage bieten. damit kann dann sogar ich etwas anfangen. zum beispiel dieser beitrag hier, über den glauben an das böse und das verteufeln der freiheit. sehr, sehr gut: Putin und Kyrill: Glaubenskrieger gegen das Böse (zirka 12,5 min bei wdr/daserste).

für mich verwirrend absurd, wie das spiel mit den geschlechter und den dazugehörigen sternchen gegen die massivität von krieg und zerstörung gehandelt wird, gegen die zerstörung der menschheit nicht zuletzt. (denn die welt, unsere erde, wird uns ja zweifellos überleben, mit leichtigkeit.) für mich auch bestürzend, weil ich so offensichtlich (ganz persönlich, so kommt es mir vor) in eine eigenartige schusslinie gerate. denn eines ist (für mich) klar: für wie wichtig ich sämtliche lgbtq+-anliegen auch grundsätzlich erachte, und das tue ich definitiv, sehr lange schon, über vierzig jahre; im mittelpunkt meines lebens stand und steht das thema nicht. auch nicht im mittelpunkt der welt, wie mir scheint, es handelt sich allerdings um einen von so unendlich vielen entscheidenden bereichen, die das mass bzw. die beschneidung von freiheit und menschsein, von leben in vertrauen deutlich markieren.

als mensch ist es mir ein rätsel, was in diesem beitrag zu sehen und zu hören ist, inbesondere die diversen statements. die alles andere als divers sind, aber alle zielen sie auf eine durchregulierung der welt anhand der eigenen maßstäbe und die der einer übergeordneten macht ab. das war schon immer ein leichtes, einfach der nächstbesten gottheit schuld und verantwortung zuzuschieben. eben darüber hinauszusehen, dachte ich, sei das wesen der aufklärung, die ein vertrauen in veränderung und bewegung voraussetzt. vertrauen!

wie auch immer: ich sollte zurückkehren an die arbeit an dem buch, das noch (immer) kein buch ist, aber wohl auf jeden fall eines werden sollte. zirka fünf monate habe ich es nicht angefasst, nicht einmal angesehen. und das ist falsch. es scheint (auch) ein politisches buch zu sein. (oder zu werden.) hoffentlich!

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gesund, sag ich mal

30. Juli 2022 - 22:50

mich heute, oder vielleicht gestern schon, für gesund erklärt. ohne dass sich das irgendwie begründen ließe. rotz und husten sind schwer auf dem rückzug, immerhin, schwindel auch, mehr oder weniger. die erschöpfung kommt und geht, ein muster ist bislang nicht auszumachen. ebenso ist es mit dem geruchs- und geschmacksinn, der irgendwie wieder da ist, aber dennoch nicht zu funktionieren scheint.

zum beispiel war die brezel heute morgen irgendwie komisch, ich war aber nicht in der lage auszumachen, wie und warum, oder ob es nicht vielleicht eigentlich die butter war. es ließ sich auch nicht durch testen herausarbeiten, also einzeln in den mund und zu schmecken versuchen. ab da ging dann gar nichts mehr, als wäre mein system nicht in der lage, die information zu interpretieren.

am ende war es womöglich nur die überraschung, dass überhaupt etwas zu schmecken ist. ich weiß es nicht.

ich bin also gesund, sag ich mal, und habe zeug erledigt heute. erst die neuen testtageslinsen beim optiker abgeholt, dann ein bisschen bares bei der bank, auf dem rückweg brot und salat gekauft, anschließend schnell ins photostudio meines vertrauen, das bild ohne bart machen lassen, für den österreichischen pass, hoffentlich.

außerdem angefangen, den neuerlichen wasserschaden in bad und küche zu beseitigen. was sich als gar nicht so einfach herausgestellt hat. trotz grundierung habe ich manche stellen im bad schon viermal übergestrichen, das pissgelb schimmert aber immer noch durch. für morgen ist eine letzte solide schicht mit der rolle geplant, da bin ich mal gespannt. und das bad ist ja nur die testreihe, in der küche erst geht die hohe schule los.

das bad ist einfach weiß, aber die küchendecke ist grau, und ich habe nur noch sehr, sehr wenig vo der spontan angerührten farbe. ich muss also tricksen: erst die grundierung, dann versuchen, die farbe in etwa nachzumischen, damit den schaden bestmöglich abdecken und zuletzt versuchen, mit dem kleinen originalrest eine einheitliche fläche herzustellen. immer in der hoffnung, dass das irgendwie klappt.

aber verdammt, ich hasse es. wenn der typ von oben das noch einmal macht, dann wird das aber grundlegend anders laufen. tut mir leid, muss sein!

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