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disziplin: fremde federn

was schreiben ist …

19. November 2019 - 19:16

… Schreiben ist überleben, das Schreiben überleben oder mit dem Schreiben überleben, trotz des Schreibens überleben, Schreiben ist einen Plan B haben, der das Schreiben erst möglich macht, …

… Ich glaube, dass es gut ist, auch noch andere Quellen für sein Seelenheil zu haben. Und dass es riskant ist, sein ganzes Glück vom Schreiben abhängig zu machen – auch wenn ich weiß, wie schwer das zu beherzigen ist, wenn man eigentlich nichts anderes will. …

das und viel mehr, das mir ebenfalls ausgesprochen zutreffend erscheint, sagt isabelle lehn in ihrer keynote zum open mike autor*innenworkshop.

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16. Februar 2019 - 21:16

Es gibt nichts Schöneres als Kürzestsätze in Gesprächen, Minimaldialoge. Da ist so viel drin.

Herta Müller, Lebensangst und Worthunger

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nachschauen

28. Oktober 2017 - 14:22

Bovenschen: Ich glaube, dass die Liebesfähigkeit bei Menschen dort ist, wo sie es nicht vermeiden, in den Abgrund zu schauen.

vollständiges gespräch im philomag, nachlesen.

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warum glücklich

16. September 2014 - 13:59

… dass ich eine andere Geschichte geschrieben habe, mit der ich leben konnte. Die andere war zu schmerzhaft. Die andere hätte ich nicht überlebt.

mitten hinein in die verlorenheit dieser tage trifft das endlich spontan bestellte buch ein. an einem verpackungszipfel hängt es aus dem briefkasten, als wollte es ausgekotzt werden, fällt es mir fast entgegen. antiquarisch, aber wie neu. ungelesen. auf den ersten seiten schon steht mir der atem im hals. es geht ums überleben. und man kann es sagen, wenn es sein muß.

warum nicht.

Jeanette Winterson, Warum glücklich statt einfach nur normal?

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lesen & hören

01. März 2014 - 15:08

… die unheilbare Krankheit des Lesens …

agota kristof in die finger gekriegt, gleich nach dem aufwachen. 70 seite, eine stunde. besser hätte es heute nicht sein können. lesen ist schreiben und schreiben ist lesen. dazu das sprechen, das hören und zuhören. überall sind geschichten.

Agota Kristof, Die Analphabetin

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igeln

09. Februar 2014 - 01:34

Gut, wenn man sich so schützen kann wie ein Igel.

eigenartig, beinah gleichgültig, dabei ebenso spannend wie auch beiläufig. sprachlich nahezu banal und dennoch: gut. treffsicher und packend.

Dirk Kurbjuweit, Angst

nachtrag: allein das opfer, der tote, der ermordete geht unter. es ist sogar so, daß das opfer die ganze zeit der täter ist. gewagt, immerhin.

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ekel, größenwahn und zweifel

23. Februar 2013 - 16:42

so ist das, so schreibt das selbst. so kenne ich es, mein schreiben. ganz genau so. bis auf das mit dem nikotin vielleicht, aber sonst.

Ich schreibe, weil nichts mich so sehr überraschen kann wie das, was beim Schreiben entsteht: Weil es nichts mit mir zu tun hat. Weil es von sich aus lebt. Weil es auch da sein könnte, wenn ich nie gewesen wäre.

Matthias Nawrat bei Volltext, Der Mückenschwarm

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bezeugen

22. Februar 2013 - 23:28

gestern in der s-bahn. beim versuch, Carolin Emckes Von den Kriegen zu lesen, bleibt mir nach exakt zehn seiten schon die luft weg. das will was heißen, denn ich bin nicht zimperlich. ich sehe hin, immer. ich sehe auch dahinter. und selten lese ich dinge, die mir genau das schon sagen. in aller schlichtheit.

Eine Vielzahl von Parasiten fraß sich ungestört durch den Rest eines Menschen.

es geht übrigens ums hören, nicht ums sehen. bleiben noch dreihundert. seiten.

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konturiert

26. Dezember 2012 - 16:51

alice miller fertig gelesen. eher enttäuschend. wenn ich das therapielamento abziehe und die ständige bekräftigung der eigenen verstricktheit darin, bleibt wenig. und nichts, das ich nicht längst wüßte. zum glück, das war vor fünfundzwanzig jahren durchaus anders. (das drama des begabten kindes, am anfang war erziehung, du sollst nicht merken usw.)

immerhin: schlagworte gesammelt. bestehende klarheit nachgezogen. bestätigt. und erkannt, warum mich therapie und analyse nie wirklich interessiert haben.

Alice Miller, Die Revolte des Körpers

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