raum für notizen

disziplin: fremde federn

trauma und wachstum

26. Mai 2020 - 00:00

Die Idee, sich nach Tiefpunkten weiterzuentwickeln, ist nicht neu: Als kulturelles Skript, das unsere Erwartungen und Handlungen prägt, ist das Wachstum durch Krisen sozial anerkannt, wenn nicht gar erwünscht.

offensichtlich eine mär, das passt ja.

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31. Dezember 2019 - 22:56

… ich ist nur ein brauchbares Wort für jemanden, den es nicht wirklich gibt.

Virginia Woolfe, Ein Zimmer für sich allein

(das ist es, was ich hier tue, was ich habe. geld genug für einen eigenen raum zum schreiben. und das richtige buch zum jahreswechsel, jawohl.)

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was schreiben ist …

19. November 2019 - 19:16

… Schreiben ist überleben, das Schreiben überleben oder mit dem Schreiben überleben, trotz des Schreibens überleben, Schreiben ist einen Plan B haben, der das Schreiben erst möglich macht, …

… Ich glaube, dass es gut ist, auch noch andere Quellen für sein Seelenheil zu haben. Und dass es riskant ist, sein ganzes Glück vom Schreiben abhängig zu machen – auch wenn ich weiß, wie schwer das zu beherzigen ist, wenn man eigentlich nichts anderes will. …

das und viel mehr, das mir ebenfalls ausgesprochen zutreffend erscheint, sagt isabelle lehn in ihrer keynote zum open mike autor*innenworkshop.

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16. Februar 2019 - 21:16

Es gibt nichts Schöneres als Kürzestsätze in Gesprächen, Minimaldialoge. Da ist so viel drin.

Herta Müller, Lebensangst und Worthunger

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nachschauen

28. Oktober 2017 - 14:22

Bovenschen: Ich glaube, dass die Liebesfähigkeit bei Menschen dort ist, wo sie es nicht vermeiden, in den Abgrund zu schauen.

vollständiges gespräch im philomag, nachlesen.

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warum glücklich

16. September 2014 - 13:59

… dass ich eine andere Geschichte geschrieben habe, mit der ich leben konnte. Die andere war zu schmerzhaft. Die andere hätte ich nicht überlebt.

mitten hinein in die verlorenheit dieser tage trifft das endlich spontan bestellte buch ein. an einem verpackungszipfel hängt es aus dem briefkasten, als wollte es ausgekotzt werden, fällt es mir fast entgegen. antiquarisch, aber wie neu. ungelesen. auf den ersten seiten schon steht mir der atem im hals. es geht ums überleben. und man kann es sagen, wenn es sein muß.

warum nicht.

Jeanette Winterson, Warum glücklich statt einfach nur normal?

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lesen & hören

01. März 2014 - 15:08

… die unheilbare Krankheit des Lesens …

agota kristof in die finger gekriegt, gleich nach dem aufwachen. 70 seite, eine stunde. besser hätte es heute nicht sein können. lesen ist schreiben und schreiben ist lesen. dazu das sprechen, das hören und zuhören. überall sind geschichten.

Agota Kristof, Die Analphabetin

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igeln

09. Februar 2014 - 01:34

Gut, wenn man sich so schützen kann wie ein Igel.

eigenartig, beinah gleichgültig, dabei ebenso spannend wie auch beiläufig. sprachlich nahezu banal und dennoch: gut. treffsicher und packend.

Dirk Kurbjuweit, Angst

nachtrag: allein das opfer, der tote, der ermordete geht unter. es ist sogar so, daß das opfer die ganze zeit der täter ist. gewagt, immerhin.

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ekel, größenwahn und zweifel

23. Februar 2013 - 16:42

so ist das, so schreibt das selbst. so kenne ich es, mein schreiben. ganz genau so. bis auf das mit dem nikotin vielleicht, aber sonst.

Ich schreibe, weil nichts mich so sehr überraschen kann wie das, was beim Schreiben entsteht: Weil es nichts mit mir zu tun hat. Weil es von sich aus lebt. Weil es auch da sein könnte, wenn ich nie gewesen wäre.

Matthias Nawrat bei Volltext, Der Mückenschwarm

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