am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

nahezu jede hier im büro hat eine art neujahrobsession am laufen. trennkost und fitness, lukrative mininebenjobs kombiniert mit ölmalerei an der volkshochschule. eine baut sogar ein haus. alles in allem war es noch nie so schlimm. ob das das alter ist?

doch auch bin erschrocken, eben, als mir klar wurde, daß ich in exakt 13 tagen 14 jahre hier bin. so kann das nicht weiter gehen.

und nach und nach tauchen nun all die sachen auf, die in arbeit ersoffen, irgendwie verloren gegangen sind, an diesem wochenende. nichtsdestotrotz, ich bin müde, ich mache weiter, irgendwann, irgendwie. was ist schon zeit? es ist jetzt, und es ist genug, für heute.

so! arbeitswochenende beendet, morgen gehts dann wieder ins büro. ob es schmeckt? nein, nicht wirklich. lieber würde ich noch ein bißchen übersetzen, denn eine gewisse zufriedenheit läßt sich nicht verleugnen.

wenn so die zukunft aussieht! ;-)

zukunft? hab ich zukunft gesagt?

ja! hab ich!

:-)

eine unmenge winzig kleiner fliegen wohnt mit mir in meiner wohnung. offensichtlich. denn jeden tag ertrinkt wenigstens eine in meinem tee.

lebend sehe ich aber nie eine. vielleicht ist es ja auch immer dieselbe. und sie geht schwimmen, tag für tag, in meiner teetasse.

sind acht stunden arbeit am tag genug? am samstag, wohlgemerkt? fremdarbeit, wohlgemerkt? vermutlich nicht, denn ich bin noch längst nicht fertig. aber jetzt ist erst einmal pause.

alles nicht so gut hier, derzeit. es riecht nach mirgäne. vielleicht sollte ich also doch schnell noch fertigmachen … aber das wäre dann wohl fertigmachen. mich selbst, versteht sich. und sonst gar nix.

gerade erst aus dem büro nach hause gekommen, und nahezu gleich arbeit nach hause gekriegt. 9 seiten in zwei tagen übersetzen. ist das viel oder wenig?

ich glaube, es wäre wenig, wenn es eine übersetzung ins deutsche sein würde. aber es hat ja nicht sollen sein. na, dann also ins fremdländische. was solls?

und montag dann gleich wieder ins büro? ob mir das schmecken wird?

im vergessen liegt die erinnerung.

nach der jahrelangen arbeit an MEMORY, nervenaufreibend und schier endlos, mit all den begleiterscheinungen, die vielen häßlichen dinge am rande. das wieder- und wiederholen der alten geschichten, vor allem, längst überholt oder vielleicht einfach nicht wahr. nicht einmal das. das, was mir über mich, was auch ich über mich, wieder und wieder erzählt habe. erzählen mußte, nächtelang, nichtsahnend. meistens nur mir selbst, ohne sinn und zweck

alles ist illusion letztendlich.

nach all dem ist schweigen eingetreten. ein schweigen, das ich vergessen nenne. und zum ersten mal ist es gut so. denn in diesem vergessen verborgen lebt die erinnerung jenseits der alten geschichten. da erwacht das erinnern an den moment. wie man dekostecknadeln mit dem seitenschneider abzwickt und dabei die hand darüber hält, damit der nadelkopf nicht ins gesicht springt. 20 jahre habe ich das nicht mehr gemacht. und heute, im büro, während ich in einem katalog blättere, ist es wieder da. ganz selbstverständlich. dann der geruch, geschmack von instandeierpfannkuchen, unverkennbar, damals in den 70ern. ein lieblingskinderfutter meiner mutter. (geht schnell und macht nur wenig dreck.) als ich am kopierer stehe, ganz unvermittelt, ohne jeden zusammenhang. aber unverkennbar da.

das war früher nicht möglich, nicht einmal denkbar.

zwei freie tage sinnlos verschossen, mit schlechter laune und sonstigem nervkram angefüllt. aber sonst so gut wie nix. das ist das dumme, daß es tatsächlich so ist, daß arbeitstage nicht nur eigenproduktiver erscheinen, sondern es mitunter auch tatsächlich sind. dagegen sind die mühsam freigeschaufelten und teuer erkauften freien tage in den meisten fällen ein reinfall.

eben beim aufräumen, aussortieren, alles überflüssige in einen großen blauen müllsack packen – da ist es passiert. zum ersten mal, nach jahren der abstinenz, in denen all die vielen instrumente im hinterzimmer allerhöchstens mal abgestaubt wurden. keine musik, keine note, alles nur aus der retorte in all dieser zeit. wenn überhaupt. radio tuts doch auch. oder dieter bohlen. (nein! nicht wirklich! ;-)

heute war es also soweit. zum ersten mal habe ich darüber nachgedacht, ein wenig mehr als eine sekunde vielleicht, ein paar von den dingern zu geld zu machen. denn, mal ehrlich: ob jemals wieder eine caixa brauchen werde? oder ein pandeiro? was ich, ganz nebenbei bemerkt, nie wirklich gelernt habe zu spielen. warum also nicht?

aber dann war der gedanke vorbei, als wäre nichts gewesen. und ich habe – wohl vorsichtshalber – in einem anderen zimmer weitergemacht. mit meinem blauen sack. so richtig traue ich mir nämlich nicht.

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