am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

unbehagen

möglicherweise ist es wesen und wirklichkeit von kunst, von musik insbesondere, die linearität aufzulösen, diese immerzu flüchtige abfolge von jetzt und jetzt und jetzt in ein netz zu weben, das auf allen ebenen zittert und bebt. hauchfein der tanz der vielen in einem, der chor der individuen vertieft die choreographie. wie die unfähigkeit, der musik auf die spur zu kommen, meine sinne überwältigt, meine erwartungen. zerbricht.

sehen lernen im hören. was, wenn ich nicht mehr tanze, nicht mehr kann. das ist, wie immer, nicht weit. nur nicht immer sichtbar, nur selten bewußt.

doch im grunde ist alles abgrund, immer, und das netz, das zittert, bebt und trägt, eine illusion.

liquide

ein wenig schönheit getrunken, gestern. geschmeckt auch, gerochen und genossen. verstanden eben. meiner tiefe liebe zu handwerk und werkstatt begegnet, in einer ganz neuen, bislang unbekannten dimension. hochkultiviert. darüber wird es zu denken geben, zu sagen womöglich. die idee der werkstatt als lebensraum, wie auch immer, verfolgt mich so lange schon. wortlos noch, wie das meiste sowieso.

es ging übrigens um alkohol, gestern, um dimensionen der wahrnehmung, die geschichten hinter den aromen. das eigene, das persönliche, wie immer, ebenfalls wortlos. und die möglichkeit von klarheit darin. leben ist destillation.

re:action

langsam mal wieder ruhig werden, jetzt aber. diese re:publica ist ja immer voller menschen, das ist nicht neu. auch menschen an sich nicht, nein. das kann ich mit nun bald 52 wirklich nicht mehr behaupten. aber laut sind sie, so zusammengenommen. die menschen, ihre stimmen und bewegungen, ihre gedanken sogar. laut und schwer. ich bin da sicher keine ausnahme, fürchte ich.

seltsam an mir vorbeigeflutscht ist es, das treiben im stadion in dem vergangenen drei tagen. vielleicht weil bei mir, in mir zuviel los ist. verschiedene jobs, die sich, mich durch den sommer ziehen würden, werden, attraktiv und zum teil auch lukrativ, aber alles noch in der verhandlung. nicht meine leichteste übung. das erfreuliche ist mir eben immer auch gleich angstbesetzt.

so richtig verstanden und wirklich mitgenommen habe ich wohl nur das techniktagebuch, endlich. nicht, daß ich es nicht schon vorher gekannt und geschätzt hätte, aber völlig verkannt offensichtlich. oder eben nicht verstanden. seit gestern habe ich wenigstens zwei oder drei stories im hirngepäck, da gibt eines das andere, wie ich feststellen mußte. die werd ich dann mal schreiben in nächster zeit. und wenn nicht, darf man mich gerne treten.

klarheit

sonntags früh auf und gleich an die fenster. an ein paar zumindest, für bad und küche habe ich jetzt keine lust mehr. statt dessen schnell noch eine maschine schwarz und blau, beim dritten anlauf wurde der waschvorgang sogar in gang gebracht. das mache ich ja gerne so, die wäsche sortieren und in die maschine schmeißen, dann in unmittelbarer folge vollständig  vergessen. anschließend ein wenig grundlegende datensicherung, nach dem gestrigen tuning des zweitrechners eine durchaus logische idee. aber langwierig.

damit ist der auftakt des tages fast durch. aber nicht schlecht für meinen hormon- und migränegeplagtes zustand. (derzeit verwechseljährig, verschmerzt.)

die kleine mimose ist noch ein wenig verschreckt, weil sie beim transport um ein haar im zauberschnee ertrunken ist. der frische zierspargel dagegen und der efeu, inzwischen im dritte jahr, halten schon händchen im wind.

paradox

das prinzip zukunft. für so viele eine selbstverständlichkeit, obwohl doch offensichtlich begrenzt. ob ich das doch noch lernen muß, lernen werde? dieses prinzip: zukunft.

auf meine alten tage, was ein widerspruch ist. weiß ich doch.

bis nachts am schreibtisch hocken und stundenlang so gar nichts richtiges mehr arbeiten, ist auch nicht gerade eine lösung. aber kann man schon mal machen, durchaus. kein problem.

endet nur immer in alkohol.

reparieren

die frau in der änderungsschneiderei, der ich soeben die motorradhose mit dem defekten reißverschluß vorgestellt habe, hat die geniale idee, nicht den ganzen reißverschluß auszutauschen, was erheblich kosten würde, sondern erstmal nur das kleine metallding, das die zinken und haken dieser verschlußart miteinander verbinden soll und in diesem fall nicht mehr tut. vielleicht funktioniert das, sagt sie. sieht ganz so aus, meint sie. kann man versuchen.

ich mag solche menschen. sehr.

passion

je später der abend, desto mehr verdichtet sich das gewaber in der rechten nebenhöhle. das macht nichts, gleich werde ich mich hinlegen und schlafen. heute noch. ich werde schnarchen, auch das macht nichts. es hört ja niemand zu. außer ich selbst, manchmal weckt mich mein eigenes schnarchen. das ist seltsam. noch seltsamer ist es allerdings, von eigenartig unkonkreten schmerzen im fuß aufzuwachen. also schmerzen im großen zeh, nur weil die bettdecke daraufliegt. weiter nichts. auch den tag über, beim laufen, hocken und sitzen, war nur noch wenig davon zu spüren. heute zumindest.

was bleibt ist die gegenwart von unsicherheit, die an sich ebenfalls nicht wirklich seltsam ist. nur unbeachtet, jahre- und jahrzehntelang. unbenannt. das wiederum ist normal. das eis, auf dem ich tanze, zwischen schönheit und zerstörung, seit jeher. und ich weiß nicht, ob ich noch hoffen soll. hoffen auf etwas, das nicht meiner erfahrung entspricht.

noch nie meiner erfahrung entsprochen hat.

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