raum für notizen

disziplin: alle tage

lesen und schreiben

02. Juni 2021 - 21:33

draußen die vögel, seit stunden schon, und jetzt ein bisschen rot am abendhimmel. zaghaft nur, kaum zu erkennen noch. den letzen abend allein verbringen, obwohl es möglichkeiten gegeben hätte. müde sein, ganz müde.

heute morgen am wasser gesessen, ganz unvermutet, auf der besten bank im park. die frei war für mich. und beim lesen, beim blättern im buch, mit einem bleistift in der hand, durch alles hindurch bis zum anfang. das lesen, wie es früher war. dieses gefühl: das leben in den seiten, das überleben in worten. nur ein hauch davon, nur ein moment.

ich suche das schöne, immer. ich kann nicht dafür, dass ich bin. wie ich bin. dass ich bleibe. ich bleibe.

ich schreibe.

alle tage | 0 » | plink

schreibzeit/63

02. Juni 2021 - 17:26

ein kleines bisschen blöd ist das schon, erst am letzten tag in der kleinen stadt, so richtig in der der kleinen stadt angekommen zu sein. und damit im urlaub, was es diesmal geworden ist. ruhe und auszeit, viel schlafen und lesen. viel mehr nicht. also gar nicht so sehr eine schreibzeit, wie es ja auch anvisiert war.

das nur am rande, mehr eine denkzeit in grunde. noch mehr eine suchzeit, in der es keine benennbaren ergebnisse geben kann. keine zeichen und spuren, schon gar keine entscheidungen. ahnungen nur, mir selbst noch kaum kenntlich. dennoch hat sich auch da etwas getan, seit heute bin ich sicher.

jetzt hätte ich gern noch eine woche. wenigstens. eigentlich hätte ich gern ein leben.

alle tage | 0 » | plink

alle himmel

02. Juni 2021 - 10:29

hier werde ich dreimal jede nacht wach, immer zur selben zeit in etwa. schnell lerne ich am licht und an den farben des himmels, die durch den dünnen, weißen vorhang so gerade eben zu erkennen sind, die zeit abzuschätzen. und das zu erwartende wetter, so in etwa. wach werde ich, wenn die kinder rausdürfen, durch den innenhof kreisen, bevor sie dann wieder verschwinden. ich weiß nicht, warum. interessant ist, wie gegen morgen die farben zunehmen. in berlin sehe ich das nie. aber nachts ist ja alles grau, nicht nur die katzen. farbe kommt mit dem licht, das weiß ich eigentlich schon.

alle tage | 0 » | plink

hätte, könnte, wöllte

01. Juni 2021 - 21:10

schlechtes timing. erst feststellen, dass hier zufällig gerade die lit:potsdam stattfindet, mit einer superspannenden veranstaltung gleich heute -> SHARON DODUA OTOO und MITHU SANYAL, eine Frage der Identität. ich also zeit und wegstrecke abgeschätzt, dann zügig zum schnelltest, damit ich teilnehmen kann. wenn ich denn teilnehmen will. ich weiß ja immer noch nicht so recht, wenn es um öffentliche veranstaltungen geht. die letzte lesung, auf der ich war, ist schließlich ziemlich daneben gegangen. ein dilemma, aber schließlich denke ich: ja, ich will. es versuchen zumindest, schlimmer kann es ja kaum werden. was sich dann allerdings schnell erübrigt, weil -> längst ausverkauft. da hätte ich auch mal früher schauen können.

naja, immerhin habe ich jetzt einen schicken test, mit dem ich mich morgen den ganzen langen tag in der hiesige gastro bedienen lassen könnte. vom frühstück übers mittagsmahl bis hin zum abendsnack mit zugehörigem alk. wenn ich das wöllte, wenn ich mich noch erinnerte, wie das denn ginge. aber das wäre ja vielleicht schon mal wieder schön.

alle tage | 0 » | plink

stand: heute

01. Juni 2021 - 14:49

so schnell kann es gehen, von hagelgewitter über sommerfrische hin zu schwülwarm, fast schon zu heiß. ich beschwere mich nicht, ich schwitze. unter der maske vor allem, wie alle. was mich wirklich beschwert ist anderer natur.

die zunehmende leere, situationsbedingt, über die ich mich inzwischen doch auch ein wenig freuen kann. jetzt, wo der zwang dazu langsam abnimmt. doch die trägheit oder starre sogar, die bleibt mir noch. dagegen komme ich bislang nur schwer an, auch weil es sich ausweitet, auf ganz andere lebensbereiche noch. das warten, das hoffen. das wächst in situationen hinein, in denen ich das überhaupt nicht brauchen kann, aber so ganz und gar nicht. oder nicht jetzt, wenigstens, nicht ausgerechnet jetzt. die literatur zum beispiel, wohin will das mit mir. das, was ich da tue. da zeigt sich nichts, seit wochen. stagnation.

was bleibt und wächst ist diese fremdheit mir selbst gegenüber, die aus all dem resultiert. damit weiß ich nichts anzufangen, bislang. ohne dass es mir sonderlich fremd wäre, dieses fremdsein. aber keine ahnung habe ich, jetzt. was das soll? oder will. bin ich alt? bin ich neu? bin ich überhaupt noch? und wozu das alles?

alle tage | 0 » | plink

bilder von mir

29. Mai 2021 - 23:15

durch den wind. hier ist wasser sowieso und auch wind, den ganzen tag. da bin ich durch. mit dem rad durch den park, zu fuß auch, schiebend. man darf da nicht überall fahren. auch ist es eng und steil mitunter, und ich bin nicht sehr fit nach all den monaten zu hause. außerdem zeigt sich, dass das mir das nichts ist.

ich warte nicht, in ruhe, in gelassenheit, in der gewissheit, von der ich durchaus weiß. ich bin zu schnell, trotz allem, ich bleibe nicht stehen. ich stelle das rad nicht ab, ich öffne den rucksack nicht, ich hole nicht die kamera heraus. doch das alles muss man, wenn man bilder finden will.

langsam werden, still auch, alles eng stellen und konzentriert sein. um zu sehen, was ich kann.

was ich bin.

alle tage | 0 » | plink

diesmal

29. Mai 2021 - 12:21

völlig aus der zeit. ich war heute schon auf, habe kaffee getrunken und etwas gegessen. ich erinnere mich. dann bin ich wieder ins bett, um zu lesen. gut gelesen habe ich, ein bisschen wie früher. als kind, das rettungslesen, wie tauchen fast. sich weglesen. mich weglesen.

jetzt bin ich geduscht und irgendwie aus der zeit gefallen. beim zweiten kaffee schaue ich auf die uhr und bin irritiert. ich weiß, dass es der zweite ist, deshalb komme mir vor wie spät am nachmittag, wie fünfundachtzig oder älter. dabei ist es viel früher und eben erst habe ich ein paar tangobewegungen, noch im schlafanzug.

wenn ich aus dem fenster sehe, blicke ich auf eine dachsanierung. leute laufen auf dem recht geringen gefälle herum, säubern die dachrinne und bauen ein neues dachfenster ein. glaube ich. ich bin begeistert, was mir diesmal hier alles geboten wird. bauen und schreiben, was ich beides derzeit nicht so wirklich tue. aber lesen darüber und zuschauen. das ist doch ein anfang.

alle tage | 0 » | plink

täglich

28. Mai 2021 - 21:22

den tag nicht verloren geben, nur weil nichts passiert ist. der tag ist noch nicht vorbei. was wiederum nicht heißt, dass unbedingt noch etwas passieren muss. damit ich den tag nicht verloren geben muss. ein tag ist ein tag. manche tage sind eine rose, sie beißen und stechen mit ihrem glanz. andere sind wie jauche, in der man ertrinkt. heute ist nichts, das ist ein erfolg.

ich lese, ich glotze vor mich hin. ich dusche, dann versuche ich mich in der welt da draußen. das bleibt seltsam, selbst das einkaufen. immer noch gilt es, die regeln zu finden, sie zu verstehen, sich einzufinden. also mich, mehr noch als früher. schon da war das ja nicht meine leichteste übung. ich denke nicht, dass ich in dieser woche hier groß ausgehen werde. aber das muss ja auch nicht. passieren. überhaupt gar nichts muss passieren, mir ist nichts versprochen.

so ist das. die schmerzen im rechten fuß, die mich gestern haben humpeln lassen, sind heute wie erwartet im laufe des tages verschwunden. rheuma eben. dafür tut der nacken weh, wie so oft, wenn ich mich zu wenig bewege. dann trage ich schwer am eigenen kopf. lesen, schreiben, glotzen, wieder lesen. ich weiß auch nicht, früher war lesen schmerzfrei.

morgen ist ein anderer tag, da will ich raus. schauen nur, eine kamera mitnehmen und das rad. so hab ich mir das gedacht, aber das war vor tagen. mal sehen, was sich am morgigen ergibt. dafür bin ich hier. vielleicht ist das eigentliche leben ja auch der schlaf.

alle tage | 0 » | plink