es gibt viel zu tun, immer so viel zu tun. und nichts dazwischen mitunter. keine träume, keine angst. ob das gut so ist und richtig?
alle tage
physis
elend bin ich, ich kann es nicht anders sagen. migränegebeugt, ohne daß es einfach endlich mal zuschlagen wollte, das tier. lauert über mir und lacht sich eins. über mein augenbrennen, das nasenjucken und -bluten, die schluckenge. seit tagen. die angst im herzen, vor den träumen, den nächten. ich verstehe das nicht. aber ich weiß.
besser denn je vielleicht. und das ist (auch) gut. irgendwann dann, womöglich.
postangst
das kennen wohl alle, die länger als nur ein paar monate in einem engpaß gelebt haben. diese plötzliche willkür, die tagtäglich im briefkasten lauert oder zumindest dort lauern könnte, um den alltag gänzlich über den haufen zu werfen. von jetzt auf gleich, jede planung, alle hoffnung, das minutiös vorausgerechnete überleben für die kommenden tage und wochen. selten mehr als das.
ich bin diesbezüglich ziemlich gut, nahezu abgebrüht. es passiert nicht, niemals, daß ich etwa etwas nicht öffne, im gegenteil. den weg bis zurück in meine wohnung halte ich kaum aus, reiße die umschläge mitunter noch auf der treppe auf, damit es möglichst schnell vorbei ist. damit ich nachdenken, umplanen, neu ordnen, auf jeden fall irgendwie handeln kann. das ist routine. meinen blutdruck und die herzfrequenz messe ich in diesen momenten aber nicht. schon auf dem weg nach unten geht es los, wenn ich den schlüssel in die hand nehme, meine wohnungstür öffne.
so sieht es innen aus, in mir. die realität ist natürlich durchaus anders. ich weiß das. angst hat jedoch nichts mit realität zu tun. angst ist grundlegend bodenlos.
auch bei mir liegt vorwiegend werbung und sonstiger schrott im kasten. hin und wieder findet sich privates, das seinen weg nicht übers netz geht, aber ja, so etwas gibt es noch. manchmal erreichen mich einladungen oder sonstige pr, weil ich das HSB betreibe. (das zur zeit leider ein wenig zerschossen daherkommt, sorry. wir kümmern uns, bald.) das ist nicht immer nett, aber es macht nichts. vor allem macht es wohl kaum einen unterschied zu dem, was in anderen postkästen liegen mag.
manchmal dann aber doch. was da neulich – seite an seite mit einer erneuten verzögerungsmitteilung bezüglich des wohngeldantrags von vor neun monaten – im kasten lag, war mehr als eine überraschung. post von einem fremden menschen. privatpost von einer, die ich nicht kenne. deren namen und adresse ich nun weiß, aber sonst weiter nichts. in dem umschlag: bargeld, zusammen mit dem hinweis, das dieses als wertausgleich zum lesen meines blogs zu verstehen sei. dieses blogs hier, offensichtlich.
ich weiß nicht, was ich sagen soll. (außer danke natürlich. für den schreck, für die schönheit.)
dieses absurde blog. zusammenhanglos und unfolgerichtig. voller fehler vermutlich, voller leben. meine heimliche, kleine liebe, die mich in den jahren in berlin durch so manchen engpaß finzieller oder sonstiger natur geleitet hat. nur für mich, im grunde. ein schreibanker, mehr nicht.
oder doch?
ich bin knapp hier in letzter zeit. ich weiß, aber was soll ich machen. ich befinde mich in stetigem wechsel zwischen dem vielen, das es derzeit zu tun und zu erledigen gibt, und dieser mich immer wieder plötzlich vollständig umfassenden erschöpfung. da bleibt nicht viel, um es auszuformulieren. in mir ist aber alles intakt, wie gehabt, vielschichtig, abgründig und gut. auch die regenetarion, das wiedererstehen aus der tiefen müdigkeit dieser tage, funktioniert überraschend reibungslos. wie das menschsein so ist.
außerdem habe ich hoffnung, wie immer um diese zeit. ist fast schon frühling. oder etwa nicht?
nicht viel heute. nur ich. und diese welt da draußen, diese verrückte welt. oder wird sie gerade verrückt? ich bin müde. wintermüde, immer noch.
eigentlich steht viel an im januar. also habe ich nicht nur eine liste bis anfang februar, ich habe auch einen plan. einen zeitplan sogar, nur grob, aber mit ein paar deadlines auf dem weg. immerhin.
trotzdem war heute nicht viel los mit mir, nur große leere im hirn und schmerz im nacken. ich weiß auch nicht.
jetzt leg ich mich erstmal weg.
zwofünfzehn, light
das jahr liegt ausgebreitet vor mir. das kommende, nicht das vergangene. die zeichen stehen auf traum. ich weiß allerdings in den ersten tagen schon nicht, wie das gehen soll. die drei aufeinanderfolgenden bürotage schaffe ich nur unter dauermedikation, erster tag ibu, zweiter tag das migränezeug, am dritten schließlich die rheumaklopper. die für diesen zweck nicht wirklich gedacht sind, das geht sogar über meine grenze.
und es hilft nicht. ich kann den kopf kaum drehen, es zieht bis tief in den rücken hinein, es pocht unter meinem schädeldach bei jeder bewegung. auch jetzt noch, ein bißchen.
auf der straße spricht mich ein fremder an, wohl weil ich an einer wand lehne, um durchzuatmen. ob alles in ordnung sei. atmen ist schwer, besonders unter gedeckelter migräne. alles in ordnung, sage ich. normal ist das, was immer ist. so war es allerdings schon lange nicht mehr.
natürlich fällt zusätzlich in diesen tagen eine pc-neuinstallation an, alte windowstradition. die immerhin läuft bislang problemlos und hat ein klein wenig zufriedenheit im gepäck. nicht genug, fürchte ich.
den ganzen tag schon wünschte ich, mich würde jemand tragen. oder halten zumindest, für mich die richtigen entscheidungen treffen und umsetzen. nicht, daß ich das nicht allein könnte.
aber.
ich glaube, das ist das erste mal. daß ich mich überantworten möchte. daß ich die vorstellung habe, daß es leichter werden könnte. mit menschen, nicht ohne.
wie im traum, manchmal.