am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

perkussion

der tag beginnt leichtem regen in meinem badezimmer. ein tröpfeln nur, ein pling und ein plang, gelegentlich, ganz leicht. ganz schön eigentlich, rhythmisch, wie musik.

es hört sofort auf, als in der wohnung über mir das duschen oder baden eingestellt wird. es ist auch nicht tragisch, erfordert kein schnelles eingreifen. es tropft direkt in meine wanne, die naturgemäß auf die ableitung von wasser ausgelegt ist. was beibt ist ein feuchter schatten an der decke, eine sich leicht wölbende tapete, die das wasser nur schwer hält. bleiben kann das nicht.

na, da hab ich grad lust drauf.

im kopf donnert es weiter, rechts hinter dem ohr, über dem auge auch, wie gestern schon. es stockt in den nebenhöhlen, die ganze nacht. auch das kann so nicht bleiben, aber heute ist sonntag.

ich werfe eine kleine ibu ein und streiche alles auf der liste.

nur das schreiben, das nicht.

räumen & bauen

ordnung. ich versuche, ordnung zu schaffen. gestern war es frustrierend, weil ich nur in rechnern herumgebastelt habe, den ganzen tag. irgendwie auch schön, weil es darum geht, ein neues gerät einzurichten. eines der neuesten rechenteile, das ich jemals hatte. aber noch besser: ein anderes laptop werde ich verschenken. höchstmöglichst gewinnbringend sozusagen, weil auf ihm dann an anderer stelle bücher übersetzt und romane geschrieben werden. satt dass er bei mir sinnlos im schrank rumliegt.

und es ist ja bald weihnachten, habe ich mich sagen lassen.

heute war es dennoch noch ein bisschen besser. zwar habe ich ewig geschlafen, bis nach zehn. aber dann war da die liste, die ich mir gestern vorsorglich auf den schreibtisch gelegt hatte. auf der stand zwar nur so dämliches zeug wie: müll raus, arbeitsplatz aufräumen, saugen, motorradbatterie ausbauen und aufladen usw. aber gerade das ist grandios, absolut perfekt für meine innere verfasstheit. wenn ich nach und nach die punkte auf solchen listen durchstreiche, dann löst sich etwas in mir und baut mich gleichzeitig auf.

eben grandios, denn jetzt ist die batterie wieder geladen.

mit arbeitsplatz war im übrigen nicht mein schreibtisch gemeint. wenn der nicht penibel sortiert ist, dann arbeite ich an nichts. oder ich hänge fest, dann versumpft mir alles und zwar zügig. das wäre schlimm. aber so ist es zum glück nicht.

gemeint war die stelle, an der seit wochen meine werkbank aufgebaut ist. an der ich aber nicht viel gemacht habe, aus zeit- oder krankheitsgründen. dennoch war dort, keine zwei meter von meinem schreibtisch entfernt, alles völlig heruntergekommen. sogar alte sägespäne lagen herum, neben werkzeug, werkzeug- und maschinenkisten, einer kabeltrommel und holz, das ich gar nicht gebrauchen kann. nicht für das, was ich vorhabe zumindest.

überhaupt war wohl das das hauptproblem. dass ich nicht mehr wusste, was ich da eigentlich vorhatte. oder anders: dass ich so viel vorhabe, dass ich nicht weiß, wo anfangen, in aller ruhe und eines nach dem anderen.

aber jetzt ist alles gut. ich habe aufgeräumt, die lästigen späne aufgesaugt. so kommt mein hirn wieder klar, auch mit dem bauen. hoffentlich.

mit dem schreiben ja sowieso.

overflow

nirgends ist mehr ruhe, alles in aufruhr stattdessen. alles unfertig, wie das buch. und alles andere liegengelassen, weil die zeit dafür nicht ist. nicht jetzt. nur das buch. das liegt nicht, das muss. ganz nebenbei steht jetzt der plan, bis zum schluss.

was für ein schock.

dabei würde ich so gern mal wieder etwas bauen. die ideen dazu stapeln sich. ein bisschen was notiere ich, eine ganze menge sogar. und immer wieder wandelt und ändert sich alles ein wenig. bis ich dazu komme, es wirklich zu bauen, wird es perfekt sein. bis auf den punkt, den letzten. das freut mich, mass

also vielleicht morgen mal wenigstens mal ein bisschen was aufmessen, durchrechnen, zeichnen auch. das wäre fun. auch das ein wenig auf die reihe zu kriegen, damit die dinge absehbar werden.

und meine tangolieblingsmusik, natürlich. also nontango vor allem, die muss mal durchsortiert werden, schon seit monaten.

auch das. aber eigentlich: schreiben!

pausen

pausen sind niemals pausen, so ist das in einigen jahren. manchmal erinnere ich mich an die erste zeit hier in berlin, als alles noch ganz anders war. die tage hatten viel weite, alle tage. und auch die nächte, die besonders. andererseits gab es die tägliche sorge um die existenz und damit große enge und beständiges sorgen.

die krankheitspause hatte es dennoch in sich. und irgendwie ist sie auch noch nicht vorbei, obwohl wieder im rad renne. im büro, in der übersetzungsarbeit, da steht derzeit viel an, und beim schreiben natürlich. so it’s: run, baby, run.

lästig ist allerdings, dass der kleine zeh, mit dem ich vor fast schon zwei wochen vor den bettpfosten gesemmelt bin, nicht heilen mag. wird also gebrochen oder angebrochen sein. tango geht kaum und auch sonst, alles nur mit vorsicht. eigentlich.

ich klebe einfach zwei zehen zusammen, und weiter geht’s. pausen, die sind eben nicht. nicht jetzt.

by the way: ist pausen eigentlich ein verb? (jaja, ich weiß. aber das meine ich nicht.)

loops

wirklich ärgerlich am kranksein, an so einer intensiven atemwegsinfektion vor allem, ist ja die unfähigkeit zu schlafen. andererseits natürlich selbstverständlich, wer ohne anstrengung nicht atmen kann, schläft eben nicht. auch nicht, wer der einfachheit halber durch den mund die nötige luft schöpft. zu schöpfen versucht. auf die art manifestieren sich lediglich anfallartige hustenwellen, bei denen jedes mal schmerzhaft fetzen aus den bronchien gerissen werden.

so zumindest geht es mir derzeit. und die träume werden dadurch auch nicht besser. sie hängen sich in enge schleifen, verstricken sich nach ein paar runden, verknoten sich zu klumpen, aus denen der erschöpfte geist auch nach dem (vermeintlichen) aufwachen so schnell nicht wieder hinausfindet.

so hatte ich heute morgen schwierigkeiten herauszubekommen, ob ich meinen zustand tatsächlich mit hilfe von etwas, das html nicht unähnlich war, programmiert haben könnte. oder ob dieses vorgehen ausschließlich im traum stattgefunden hat, also lediglich eine illusion war.

letztendlich ist das zu wissen vermutlich nicht besonders wichtig, denn es ändert ja auch nichts. ein satz, der im übrigen für vieles im leben gilt.

ich huste es aus, dann ist es weg. was immer es ist.

transformation.

gestern nacht noch mit dem kleinen zeh vor einen schrank gelaufen, seitdem ein bisschen humpelig. heute morgen dann mit halsschmerzen aufgewacht. ich glaube aber nicht, dass da ein zusammenhang besteht.

die arbeit lief dementsprechend schleppend heute. eigentlich gar nicht, aber zum glück stand auch fleißarbeit auf der liste. das ging so gerade.

schreiben nicht. ist aber nicht schlimm.

schreibzeit (30)

manchmal wird in schreibzeiten auch gar nicht geschrieben. sehr oft sogar. dann dümpeln die tage so vor sich hin, die zeit. dann passiert lange gar nichts.

bis in der nacht dann, kurz vor dem einschlafen, die bilder kommen, die szenen und die worte. so war es gestern, kurz nach dem letzten blogeintrag. kurz vor dem schlafen, das ist eine gefährliche zeit, leider. zu leicht ist am nächsten tag alles vergessen.

so war es heute. aufwachen und schnell los, zur arbeit, bevor der angesagte regen einsetzt. ich fahre nicht gern motorrad im regen, wenn alles voller blätter liegt. das baucht verdaḿmt viel achtsamkeit. so hab ich an nichts mehr gedacht.

später dann, in der physio, in fango verpackt, kam ein bisschen was zurück. das wichtigste, wie mir scheint. die bilder zumindest, das eine vor allem. damit lässt sich arbeiten, denke ich.

vielleicht morgen.

laufen tut es

besser heute, weniger mist zumindest. dafür mehr stress, na gut. im büro trudeln kurz nach mir beide bürokolleg*innen ein. nicht gut. keine fünfzehn minuten und die luft kocht. drei stunden später die explosion, da war ich zum glück gerade kurz raus, zur apotheke. meine hauptaufgabe in dem spiel: mit beiden darüber reden, getrennt voneinander, versteht sich, und verständnis zeigen. was nicht schwer ist , das habe ich. sowieso.

und darüber hinaus aber natürlich auch noch meine arbeit machen. ein bisschen wenigstens. zusammen genommen ist das stress, ich sagte es.

immerhin keinen s-bahn-stress heute, keine wutwartereien mit anschließenden menschenmassen in sardinenbüchsen. stattdessen fröhliches mitrollen in den morgendlichen blechkarawanen, verdammter individualverkehr. (an dieser stelle einsetzten: heimliche träume von einem schicken e-bike als alternative.) zu kalt für die maschine ist es immer noch nicht. das klima, ich weiß. aber auch, weil zum ersten mal meine ausrüstung einigermaßen adäquat ist. heizgriffe, lithium-ionen-akku, statt säurebatterie, und: noch niemals im leben hatte ich echte motorradstiefel, aber jetzt. ja, gebraucht ergattert, für ein paar kröten nur, weil ich sie sicher nicht oft benutzen werde. gut für den winter vor allem. aber unbequem und steif, dafür wind- und wasserdicht, angeblich, und sicher natürlich. alles andere als schick, aber das sind solche dinger ja nie. und laufen tut es sich da drin, wie ein trampelmonster.

is nix mit engl, leichtfüßig und schwebend.

zu hause dann wieder nichts geschafft. kein bisschen arbeit zumindest, nur rumdümpeln. also essen machen, in heißem wasser liegen, im internet surfen. richtig surfen, nicht recherchieren, suchen oder gar planen. einfach nur so dümpeln, hab ich ja lange nicht. ist auch schnell langweilig.

wenn ich ehrlich bin.

fehlt mir das schreiben, natürlich. nach zwei tagen nur, zwei arbeitstagen, genaugenommen, an denen ich sowieso kaum zeit gehabt hätte. fehlt es mir schon.

mistress

verkackter tag, ganz wie berlin irgendwie. typisch. verzweifelte versuche, s-bahn zu fahren, noch vor acht. ebenso dann wieder am feierabend, es wollte einfach nicht. die summe der heutigen wartezeiten beläuft sich so in etwa auf fünfzig minuten. ich hasse warten. warten ist wut.

das tagesfazit lautet daher: zu spät beim arzt, zu spät auf der arbeit und viel zu spät wieder zu hause. hier dann nicht mehr viel zusammengebracht. nur leere, frust und rage.

morgen setze ich mich wieder aufs bike. heute war mir das irgendwie zu heikel. zu nass und zu viele frisch gefallene blätter, da muss man aufpassen. dazu hatte ich zu schlecht geschlafen, außerdem musste ich ziemlich durch die gegend. den stress und die spannung wollte ich einfach mal nicht.

im büro war gähnende leere, zum glück. also bei mir im raum, keine*r da, außer mir. da konnte mich also auch niemand anschnauzen, was durchaus von vorteil ist. so ganz in ruhe vor sich hinarbeiten zu können. (und zwischendrin schnell ein re:publica early bird ticket zu erwerben.)

etwas in mir geht kaputt, denke ich als ich nach hause komme. ich weiß es genau, ich weiß aber nicht, was es sein könnte. es interessiert mich auch nicht besonders. vielleicht ist es ja gut so. seit ich weiß, wie schnell es gehen kann, dass ich in einem fast vollständig funktionslosen körper verbleibe, ist mir so etwas von grund auf egal.

also lasse ich den gedanken fallen. und greife nach einem andern, ganz überraschend. verraten wird hier nichts, weder heute noch in den nächsten wochen. vermutlich nicht einmal in den kommenden monaten, und wenn es nicht klappt, dann sowieso überhaupt nie. nur soviel vielleicht: es hat etwas damit zu tun, vielleicht noch ein master zu werden in diesem leben. ein master of arts.

oder eine mistress. ja, das könnte mir gefallen, auch wenn es rein gar nichts in mir retten oder gar heilen wird. mal sehen …

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