am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

in ordnung

wo ist der tag? was habe ich getan? andere verstehen sich besser darauf. ich vertue sie manchmal einfach nur. meine tage, meine einzigen. zutiefst unzufrieden inmitten der unordnung, die mich umgibt. die die meisten menschen, die wenigen, die mir in die wohnug kommen, so stringent finden. ordentlich eben, genau genommen pendantisch. ich weiß ja. ich bin schon in ordnung.

aber ich schaffe sie nicht, diese ordnung. sie ist einfach da, wie von selbst. eine illusion mit nur einem sinn. den der beruhigung. denn alles ist chaos, letztendlich. nichts ist anders.

und das ist es. das frisst mir die tage. dieses chaos in allem, das ich sehe.

weiterschreiben.

zuviel?

also arbeitsurlaubstag, heute. morgen auch noch, wenigstens. dann mal sehen. lust habe ich keine, leider.

gestern war ich ja paddeln in tiefwerder. das heißt mehr so auf den kanälen herumdümpeln, sehr schön. fotos habe ich keine gemacht. doch eines, aber das hochladen von fotos hier klappt derzeit nicht so recht. deshalb gibt es erstmal keine. aber ich bin ja sowieso ein wortmensch, nahezu in reinkultur.

auch das mit dem dümpeln stimmt nicht so ganz. die drei bis vier stunden auf dem wasser waren doch ziemlich anstregend, ich war ja auch auf der havel zwischendurch. und da heißt es abeiten, wenn man vorankommen will. bislang weiß ich noch nicht, ob das jetzt nur muskelkater ist oder sonstwas. aber die rechte schulter und das rechte handgelenk sind ziemlich durch. meine beiden restschwachstellen. abwarten.

und trotzdem. jetzt, nach knapp drei stunden übersetzen im heimischen wohnbüro, ich mache derade ein bißchen pause. da denke ich sofort darüber nach, meine wohnungsumbauaktivitäen endlich wieder aufleben zu lassen. auch das noch! als hätte ich zeit übrig. aber da steht so viel auf der liste. und an handwerkliches arbeiten war ja seit februar oder so kaum zu denken, weil der körper nicht mitwollte. jetzt hingegen, trotz muskelkater. oder was auch immer.

zur auswahl stehen größere und kleiner projekte, pflichtaufgaben und kreativzeugs. außerdem zwei kleinere möbelbauaktionen und ein richtig fettes projekt. letzteres lass ich wohl besser erstmal. oder?

und tango? ach …

the ways of essen

in meiner geburtsstadt angekommen und sofort irgendwie anders gewesen. verloren. alles hat sich verändert, und es braucht, bis ich die richtige richtung, bis ich die wege finde. es braucht google maps, weil ich der intuition nicht vertraue. die oft nicht richtig ist, an entscheidenden punkten aber doch. überraschender weise. wie ich stunden später merke. da hat mich dann google maps schon im kreis laufen lassen.

nachts durchfeiern und durchtanzen bis gegen vier ist auch nicht mehr so meins. dazu diese völlerei, 3 x buffet mit alkohol, der haselnussbrand nicht eingerechnet. später die mitternachtscurrywurst. und kaffee. irgendetwas davon war zuviel. die halbe nacht war mir schlecht. wobei das ja schon die zweite hälfte der nacht war.

duschen und frühstücken noch halb im dschum. aber nett hier, sehr nett. mit einem reichhaltigen frühstücksbuffet. so reichhsaltig, dass ich gegen mittag schon wieder überfressen war.

so habe ich nichts von von dem gemacht, was ich eigentlich vorhatte. vor allem bin ich nicht in die alte synagoge gegangen, wie ich es schon lange wollte. seit jahren. das wird mir leid tun.

stattdessen an den rechner und gleich in den text. in meinem riesigen comfortbusinesshotelzimmer mit großartigem conferenztisch. stundenlang durch die letzten vier seiten gepflügt, bis ich hinten raus. also durch. jetzt fertig, nicht nur körperlich. vielleicht auch mit dem kapitel.

ansonsten habe ich ja morgen zeit im zug, früh am abend.

was für eine reise, welch ein durcheinander. ein bisschen bin ich nach den schreiben dann doch noch in dieser stadt umhergelaufen. nicht weit und auch nicht gezielt an bestimmte orte. nur zu meiner allerersten wohnung, weil die nicht weit von hier. das habe ich getan. das haus steht noch, es ist unrenoviert. dabei war es damals schon ziemlich runtergekommen. die ziegel liegen frei, das dach ist mit bitumenbahnen geflickt, in der dachrinne wächst ein kleiner baum. aber es steht. und es ist bewohnt.

mein zimmer in der wg damals hatte vier fenster, in drei verschiedene richtungen. es war riesig und verfügte über eine armselige nachtspeicherheizung. die tapeten standen an den wänden, an denen sie längst nicht mehr klebten vor lauter anstrich. den boden malte ich schwarz, aber es hielt nicht gut. streichen ist nicht meine stärke.

es war fürchterlich, alles in allem. auch ich als mensch. und einzigeartig. nur für ein paar monate, kaum ein jahr.

seitdem wohne ich allein.

schreibzeit (28)

schnell noch ein bisschen, unter qualen. so ist es dann eben auch, immer wieder mal. im grunde nur themen und punkte markiert, die ausgearbeitet werden müssen. eingearbeitet und zusammengeschrieben, irgendwie.

vielleicht sonntag. oder am montag abend im zug. oder sonst wann, was weiß denn ich. es wird.

jetzt träumen.

the wtal memories (3)

was für ein drive! ich bin hier zuhause, zwei tage, zweieinhalb. und es macht mich glücklich.

heute viel geschwebt, einfach so. die neuen bahnen sind hellblau und ziemlich leise. sie schaukeln auch nicht mehr so sehr, außerdem gibt es jetzt an allen schwebebahnhöfen aufzüge. (soweit ich das gesehen habe.) endlich.

und viele treppen gestiegen, rauf und wieder runter und wieder rauf. auch solche, die ich noch nie gesehen habe. hier sind überall treppen, das ist gut. alles abkürzungen für fußgänger. anstrengend, aber praktisch. jetzt spüre ich deutlich meine waden und fußgelenke. und trabe locker bis in den vierten stock, in meine momentane wohnung. wieder voll im training.

unterwegs wieder viel geplappert, mir und der exfrau alles wichtige erzählt. alle überraschungen und erkenntnisse geteilt. mit ein bisschen mehr freude, denn womöglich hätte sie es doch ganz gern gehört. habe ich mir sagen lassen.

gut, morgen ist schluss damit. dann reise ich weiter in meine geburtstadt. in ein hotel diesmal, mit ebenerdiger dusche, frühstück, schreibtisch, minibar und wlan. soweit ich weiß. und es folgt die hartcore memory-variante. oder auch nicht, wer weiß?

viel zu plappern gibt es von da aber vermutlich nicht. statt dessen eine familienfeier. mal sehen.

und schreiben muss ich ja auch noch. nicht rumbloggen, roman schreiben. okay?!

schreibzeit (27)

heute eher nicht, meine zeit habe ich haltlos in der stadt verdaddelt. den ganzen tag. und damit, via mobiltelefon ins netz zu kommen, gestern schon. was gar nicht so leicht war, aber ohne wlan. die wohnung hat nämlich keines. kein netz, das ist dann doch irgendwie komisch. hat aber dann doch geklappt, wie man sieht. und endlich kann ich mal meine sagenhaften 15gb pro monat vieleicht so ungefähr zur hälfte ausreizen.

das schreiben im zug hat mir zu denken gegeben. die ruhe, die bewegung, die reduziertheit auf wenig raum, wenig zeug und wenig alternativen. mit einem mal begreife ich das mit dem schreiben im café. bislang war mir das ja ein rätsel, allerhöchstens für die papierarbeit konnte ich auch mal ins café. andererseits wollte ich mir schon lange mal in meiner berliner gegend etwas passendes suchen, warum auch immer. irgendeine ahnung. das sollte ich mal deutlich forcieren.

ein café mit steckdose für meinen grundsätzlich akkuschwachen rechner. netz ist nicht so wichtig, da weiß ich ja jetzt, wie es geht. und 15gb hab ich immer in der tasche.

the wtal memories (2)

gestern ein noch ein wenig fremd gefühlt, hier. in dieser stadt, in der ich alle wege kenne, immer noch.*

hier würde es sinn machen, wenn ich einfach einen roller nehmen könnte, der irgendwo am straßenrand steht. auch die eigenartige wuppertaler einbahnstraßenführung, die niemand von außen auf anhieb beherrscht, würde ich mir noch zutrauen. oder diese elektrotretscooter, das wäre ein spaß. aber so etwas gibt es hier dann doch (noch) nicht. aber auch zu fuß unendliche erinnerungen ablaufen kann.

der blöde job in diesem copyshop, den es immer noch gibt. das tanksstellencafé, das, von einem auf den anderen tag plötzlich verlassen, zügig um sämtliches biergartenmobiliar geplündert war. auch von mir. das von der heyd-museum, bei dessen eröffnung ich gelesen habe. von dem blinden, der die bilder sucht. die winzigen, felsigen hinterhöfe im luisenviertel, die im winter so elendig klamm sind. und jetzt so überraschend, so schön.

einiges hat sich auch verändert hier. es gibt etliche best-burger-läden, exklusive kaffeeröstereien und kunstgalerien neben ein-euro-läden. alles gut gemischt, wie in berlin. vermutlich sogar hipster, nur haben die hier keine bärte. oder keine bärte mehr, wer weiß.

in essen bin ich geboren, hier aber bin ich geworden.

ich sollte jo auf die erste seite schreiben, wenn das neue buch erscheint. der erste lehrer, den es zu überwinden galt. wie man nur die besten überwinden muss, irgendwann. und ich sollte es tun, wie es ihm gebührt.

fremd war ich auch heute, hier, bei aller vertrautheit. die jungen leute, die in den läden bedienen, duzen mich als gehörte ich dazu. während ich sie selbstverständlich siezen möchte. ich bin nicht nur alt, ich bin anders. ich bin.

in berlin bin ich, doch auch das wird vergehen. ist auch nur vergänglich, dieses ich.

* die rede ist natürlich von elberfeld, dass das klar ist.

the wtal memories (1)

wuppertal, wie ich es kenne. es ist kühl, und es regnet. um die 200 regentage gibt es hier im jahr. das heißt nicht, dass es an diesen dann permanent schüttet, das nicht. es gibt durchaus deutsche städte mit mehr regenaufkommen, wenn man die dabei gemessene wassermenge zugrundelegt. jetzt ist es also schon wieder trocken. nur pfützen überall, nasse straßen und feuchte luft. wolken.

überhaupt wolken! dass man auch aus den wohnungen von fast überall himmel sieht und die bewaldeten hügel des bergischen irgendwo hinter oder zwischen den häuserzeilen. das war das erste, was mir gefehlt hat in berlin, wo man nur auf häuser sieht, in wohnungen hinein. aber niemals ins weit. wie konnte ich vergessen?

von meinem schreibplatz damals habe ich von der südstadt aus bis zur hardt auf der anderen talseite geschaut. und an nebeltagen, wenn es keine sicht gab, war ich irritiert.

diese sichtweite wäre ein guter grund, irgendwann wieder zurückzukehren, dachte ich gerade. warum nicht. aber dann regnet es auf einmal wieder, nur so leicht, und alles ist nass. eben das gibt es so gut wie nie in berlin. so richtig verregnete tage, wo man nie weiß. (ich hab aber eine jacke mit, mit kaputze. natürlich.)

aus der aktuellen wohnung in steinbeck kann ich hochschauen zur uniburg. nachts ist sie beleuchtet, allerdings nicht blau, wie ich gehofft hatte. direkt vor dem haus verläuft eine, für wuppertaler verhältnisse fette straße, die auch ich jeden tag nach der arbeit gefahren bin. damals. außerdem der bahnhof mit s-bahn- und güterverkehr, etwas seitlich. und ein gebrauchwagencenter, direkt vor den fenstern, das die ganze nacht über in hellstem licht erstrahlt. zum glück hat der wohnungsbesitzer blickdichte rollos angebracht.

bodentiefe fenster gibt es hier auch, das ist keine berliner erfindung. auch keine aus den nullerjahren oder so. das gebäude wurde, schätze ich, in den 70ern errichtet. von solchen fenstern kann man wunderbar auf die menschen unter hinabsehen, habe ich festgestellt. da es aber gegenüber meines schlafzimmers in der alten wohnung hier auch solche fenster gab, eingebaut in einen 50er-jahre-bau, weiß ich, dass man ebenso gut und tief in derart ausgestattete zimmer hineinsehen kann.

der regen hat aufgehört, einstweilen. ich weiß nicht nicht, ob ich jetzt gleich arbeiten soll. oder lieber raus in mein liebslingscafé, das leider erst kurz vor meinem wegzug im zentrum eröffnet hat.

der kurze weg zur bank gestern hat bereits viel erinnerung aufgerührt. ich bin und bleibe ein elefant, erinnere bruchteile bis ins detail, aus denen sich dann die geschichten vervollständigen. farben oder gerüche, wege oder begegnungen. all das wächst mir überall. die exfrau, der ich all das erzählt habe, gestern, obwohl sie ja gar nicht hier ist, hätte es gehasst. dieses durcheinander in mir, dieses rücksichtslose geplapper. aber das ist es, was mich das chaos eines romans tragen und ertragen lässt. es ist schrecklich.

vieles ist auch anders. das damalige gelände der wuppertaler werkstatt ist längst platt und mit einem parkhaus oder ähnlichem bebaut. wie unverschämt, dachte ich, das waren doch nur 15 jahre. aber es war mitte der 80er, das ich dort mit dem trommeln begonnen habe. also eher 30 jahre. über 30 jahre!

jetzt scheint übrigens gerade wieder die sonne, während alles noch ganz nass schimmert. so ist wuppertal.

schreibzeit (26)

nicht wirklich. eigentlich bin ich nur auf der durchreise in die geburtsstadt, wo am samstag eine familienfeier steigt. zwei tage in wuppertal, wo ich auch ein paar jährchen meines lebens verbracht haben. bevor ich nach berlin bin, vor ziemlich genau 15 jahren. fast auf den tag, wie man (und ich selbst auch gerade) hier im blog nachlesen kann.

die aktuellen zwei tage wuppertal jetzt sind allerdings mehr so der stummelige rest einer ganz anderen urlaubsplanung, lange verworfen und vergessen. (oder auch nicht vergessen, aber was soll’s.) deshalb habe ich es schreibzeit genannt, ene minischreibzeit. einatmen, ausatmen. fertig.

und tatsächlich habe gleich im zug schon damit angefangen, mit dem schreiben. die situation war aber auch perfekt. der zug fast leer, niemand neben mir und alle anwesenden menschen richtig schön still.

das war die beste schreibzeit ever. in einem zug, ausgerechnet. wer hätte das gedacht? ich nicht.

das aktuelle kapitel ist damit so gut wie durch. etwas über zwei seiten in knapp zwei stunden. hingeschrieben. danach den rest der fahrt alles satt sacken lassen. notizen gemacht über drei kleine elemente, die noch fehlen. morgen weiter.

und dann?

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