am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

viel lärm und nichts

das wars, das war leicht. es ist kein weihnachten mehr, ab sofort ist wieder alltag angesagt. ich selbst habe noch urlaub, ich muss, die berliner firma will das so. und die andere firma, irgendwo in den usa, ebenfalls. da kann ich nichts machen.

gerade, als ich die vorhänge im schlafzimmer zugezogen habe, kam mir plötzlich die frage, ob nicht vielleicht doch morgen früh bereits die bauarbeiten wieder beginnen könnten. irgendwie war ich davon ausgegangen, dass das nicht der fall sein würde. aber es sind ja nicht alle bei solchen weihnachtspausenfirmen beschäftigt. und außerdem gibt es iakut mmer noch diverse baumöglichkeiten in meinem umfeld: die straße, die wohnung ganz unten und der kneipenumbau gegenüber. ich ahne, dass etwas davon sich zweifellos morgen früh in gang setzen wird. in wenigen stunden bereits.

besonders in der keipe war einiges los kurz vor den feiertagen. ein rein und raus, viele verschieden leute. die fenster wurden gestrichen, von außen, und innen der boden gemacht, glaube ich. was genau daraus werden soll, weiß ich immer noch nicht genau. es geht das gerücht, dass es eine kita werden könnte. gut, das ist gut. kitas sind wichtig. das ist außerdem ruhig in der nacht und auch am tag. früh werden natürlich die delinquenten geliefert, mit autos, rädern und anderen hilfsmitteln. das könnte nerven, aber schlimmer als die bauarbeiten ist es vermutlich nicht. und ich kann ja jetzt das mit den ohrenstöpseln. oder diese lieferlager, vor denen horden von e-bikes auf aufträge warten. diese dinger werden sicher in der nacht bereits beliefert, obwohl sie mitunter mitten in wohnbereichen liegen. das wäre ohne zweifel die schlimmste aller entwicklungen gewesen, kaum vorstellbar. dann lieber kleinkinder.

obwohl es ja bereits eine kita gibt, auf der anderen ecke, direkt vor meinem balkon. immer schon, seit ich hier wohne. im sommer das gesinge und geklatsche durch die offenen fenster, das behagt mir gar nicht. ich hoffe also noch ein kleines bisschen auf ein café, bin aber nicht sehr zuversichtlich.

froh

weihnachten ist vorbei, oder? ich erinnere mich nicht mehr so, auch nicht gerne, wie das früher war. familie und so, nach der bescherung ging alles den bach runter. immer am ersten weihnachtstag mit dem sauerbraten, bis dann an silvester alles explodierte.

deshalb ist weihnachten für mich vorbei, seit über dreißig jahren, aller leitkultur zum trotz. kein baum und keine geschenke, kein glaube, keine liebe, nichts. so ist das.

nein, ich leide nicht, ich lache. es ist still hier, wirklich still. und das ist gut.

ich lasse die listen schleifen, tue dies und das oder auch gar nichts. covid hängt mir noch nach, obwohl es diesmal viel harmloser war als beim ersten mal. dennoch ist mir einiges im kopf noch verklebt, besonders die rechtsseitigen kopfhöhlen und beide ohren. besonders schlafen damit fällt schwer, aber akuell habe ich ja zeit.

ich will an den neuen bücherregalen für den flur weiterbauen, aber an den feiertagen geht das natürlich nicht. außerdem brauche noch hartfaserplkatte für die rückwände und kleine osb-platten für die einlegeböden. das wird noch tage, wenn nicht wochen dauern. ich bin ein bisschen müde, was das bauen betrifft. aber ich muss ja.

ich will auch schreiben, aber derzeit nicht in das neue, längere projekt einsteigen. mir gefällt die idee, diesen komplex komplett in das nächste jahr zu pflanzen. stattdessen beschäftige ich mich also derzeit damit, einem ziemlich alten, recht kurzen text aufzuschrauben und neu zu setzen. dieser text war längst verworfen, aber die zeit scheint ihn eingeholt zu haben. ich schaue das an, ich arbeite auch, ändere und entscheide. aber so richtig weiß ich nicht, was ich tue. das ist spannend.

kurz vor den feiertagen wurde die fahrradstraßenbaustelle draußen vor dem haus weitgehend abgebaut. nur noch ein paar bereiche, in denen noch nicht alles ganz fertig ist, sind noch abgesperrt, außerdem ein paar der bereits aufgestellten straßenschilder abgedeckt. da stimmt wohl das zusammenspiel noch nicht. und ich weiß auch immer noch nicht, wie die neue regelung hier endgültig sein wird. aber die straße ist geöffnet, wird befahren und beparkt. für die offizielle eröffnung fehlen wohl nur noch ein paar kleinigkeiten, hier und da, die endgültige anbindung an die bestehenden strukturen und die fahrbahnmarierungen. das ist alles.

es ist vollbracht. (obwohl, das wäre eher ein osterspruch, oder?)

endspurt

auf der baustelle draußen herrscht wieder reges treiben, seit tagen, nein wochen schon. die asphaltfläche ist fertig, die restlichen stücke wurden „per hand“ erledigt. die kanten wurden bei der gelegenheit auch gleich gemacht, außerem wurden fahrradbügel, poller zur parkverhinderung und verkehrsschilder gepflanzt. eine unmenge an verkehrsschildern, die ich gar nicht recht überblicke. aber es stehen wohl auch noch nicht alle. früher waren hier gar keine auf der kreuzung, alles nur rechts vor links.

auch bäume wurden gepflanzt, einer sogar direkt vor meinem wohnbürofenster. drei oder vier jahre ist es her, dass der große, der dort stand, gefällt wurde und mir der blick auf die nächste hauswand eröffnet wurde. übel! nicht wurde im anschluss gepflanzt, nur der verbliebene stumpf hat jedes jahr mächtig ausgetrieben. ich hatte nicht mehr damit gerechnet, dass an der stelle noch einmal etwas passiert.

jetzt steht da also so ein kleiner pinn, und ich freue mich wie blöd. es wird wieder einen baum vor meinem wichtigsten fenster geben, nur wachsen muss er halt noch. ich weiß nicht wie lange, so zehn oder zwanzig jahre vielleicht? möglicherweise also nicht mehr zu meinen wohnzeiten hier. oder überhaupt: zu meinen lebzeiten. keine ahnung, aber das will dann auch mal schnell noch begriffen sein.

ansonsten werden draußen die bürgersteige gemacht, also die neuen kreuzungsstücke großflächig an den alten gehsteig angeglichen. ein gewusel, geschiebe und gerenne überall. poltern und plocken, das plingpling, wenn die kleinen steine per hand eingearbeitet werden. und, richtig schrecklich, die riesige kreissäge, ständig im einsatz, und die diversen rüttelmaschinen, die das ganze haus erschüttern. es ist so gut, dass sich die fahrradstraßenbausache langsam aber sicher dem ende nähert. da bin ich zuversichtlich, auch wenn der anvisierte termin wohl inzwischen gerissen ist.

es sieht alles schon recht aufgeräumt aus. abends und nachts wird die strecke längst gut genutzt, zum fahren wie zum parken, immer schön an den gittern vorbei. markierungen gibt es noch keine, aber die braucht es vermutlich am wenigsten. ich bin gespannt, aber ich tippe doch eher auf januar.

das wären dann fünf monate, das ist langsam aber sicher wirklich genug. es ist laut und nervig, mir reichts inzwischen bis zum hals. ganz ehrlich: wenn es nicht dieses schöne projekt wäre, berlins längste fahrradstraße direkt vor meiner tür. dieser frische blick aus dem fenster, auf eine moderne städtische nebenstraße, die genau so an dieser stelle wirklich sinnvoll ist. (das hatte ich schon vor jahren mal so hier verbloggt, beinah visionär, ich finds nur grad nicht mehr.)

dann wäre ich längst explodiert.

am morgen, kurz vor acht, dröhnt es aus der wohnung unten. wenig später saust draußen ein bagger vorbei. der baulärm ist zurück. allerdings nicht lang, zumindest draußen der nicht. drei männer, dick verpackt und mit warnwesten, haben ein wenig aufgeräumt, sogar eine maschine zu einem (vermeintlichen) einsatzort transportiert. nach ein paar stunden aber haben sie aufgegeben, zuviel schneegestöber, denke ich.

für eine weile standen alle absperrgitter wieder sauber in reihe, hat natürlich nicht lange gehalten. am nachmittag war fast alles wieder offen, mitten auf der kreuzung bei mir vorm fenster liegt ein gitter flach auf dem asphalt. da scheppert jetzt gelegentlich ein auto drüber. ich verstehe das nicht, das kann doch nicht gut sein. vor allem auch für das auto nicht.

ob die das übersehen?

ich versuche meine stimmung zu übersehen. einfach nicht hingucken, nicht aufblicken, nicht weiter denken.

das bin nicht wirklich ich.

ich möchte mich sammeln, mich konzentrieren. bis in die nacht geht das, weil ich es kaum hinbekomme. nur für die arbeit ein bisschen, aber meine heimischen pflichten und listen zerfallen mir sofort.

auf dem kurzgeschorenen kopf ist mir ein haar eingewachsen. seit über drei wochen kommt das nicht frei, heilt nicht ab. jetzt muss ich wegen einem solchen blödsinn zum arzt, als hätte ich zeit dafür. aber mit einer scharfen klinge an den kopf traue ich mich nicht allein, da kann ich nicht einmal richtig hinsehen. so ein blöde stelle. und eine entzündung am kopf, das gefällt mir auch nicht. auf lange sicht, bislang hält sich das noch in grenzen.

die fahrradstraßenbaustelle liegt weiterhin brach, unten parken autos. darunter ein leihfahrzeug, miles and more. da bin ich mal gespannt, ob das gutgeht.

i am lost, so lost.

das muss

guten morgen. es ist sonntag, und ich habe beschlossen, es mir heute gemütlich zu machen. das heißt, die heizung ist an, in der gesamten wohnung. nein, stimmt nicht, im schlafzimmer natürlich nicht, wozu auch. aber küche und bad, das wohnbüro wie immer. leider kühlt letzteres am meisten aus, das ist blöd. da sitze ich schließlich und arbeite, immerzu. aber heute ist sonntag. insgesamt komme ich so nach etwa einer stunde auf fast 20°. das will ich immer, aber na gut …

die fahrradstraßenbauarbeiten liegen auf eis. am dienstag hockten noch ein paar männer in warnwesten auf dem boden und sortierten kleine straßensteinchen in den kreuzungsgehwegbereich. nach dem schneefall war schluss damit. am mittwoch kamen noch zwei baumenschen, fuhren mit dem kleinen bagger herum und räumten auf. überhaupt ist aufräumen ein großes thema da draußen. es geht wirklichvoran, auch wenn gerade alles stillsteht.

außerdem haben die beiden die baustelle noch einmal an allen enden und im kreuzungsbereich gut gesichert und weitgehend verschlossen. die gitter abzuschließen ist nicht vorgesehen, da müllabfuhr und rettungsdienste den zugang behalten sollen. natürlich waren diese sicherungsmaßnahmen in zirka 24 stunden passé, inzwischen ist alles weit geöffnet. die unfertige straße wird genutzt, ist heute beinah zugeparkt. aber es ist ja sonntag. und nachts kann ich den unterschied ausmachen, also um wieviel leiser asphalt im gegensatz zu einer alten, holprigen kopfsteinplasterfahrbahn ist. ein flüchtern quasi, das gefällt mir.

nur meinen inneren blockwart muss ich seitdem ständig in schach halten. immerzu regt sich in mir etwas auf. ich mag nicht begreifen, dass menschen soetwas tun: möglicherweise sinnvoll gesetzte grenzen mit einem großen selbstverständnis nicht nur ignorieren, sondern aktiv boykotieren. dabei weiß ich, dass es in diesem fall vermutlich völlig schnurz ist. ja, ich bewundere es sogar, klammheimlich. diese kleine, alltägliche rebellion der autos, dieses sich aufstapelnde selbst.

es ist das kind in mir, das sich immer bemüht hat, alles richtig zu machen. die regeln, die grenzen, das muss. immer in der verzweiflung, dass es so doch aufhören sollte, die ständige angst und die existentielle qual. wenn man immer alles richtig macht.

keine ahnung hatte ich von macht und deren ausübung, von der folter der verunsicherung, wie sie in allen kippenden regimen herrscht. auch in familien.

wachstumsschmerzen

ich bin und bleibe gefangen in meinen bauvorhaben und erledigungslisten. ersteres gestern, heute ist die listenbewältigung an der reihe. ich habe nur eine, auf der steht berufliches gleich neben privatem, nur die einkaufsliste läuft parallel. das heißt, dass die ankündigung der notwendigen stundenlohnerhöhung für das kommende jahr gleich neben der seit wochen überfälligen kühlschrankreinigung auftaucht, derzeit zusätzlich begleitet von unzählige einzelheiten bezüglich der absehbaren inbetriebnahme eines neuen motorrads.

vom schreiben träume ich gelegentlich, meistens dann, wenn ich absehbar nirgends auch nur das kleinste bisschen zeit dafür finden können werde. oder wenn ich beim durchgehen der liste auf die schreibbezogenen punkte stoße, für die ich auf anhieb keine lösung finden kann. (gerade jetzt allerdings fällt mir diesbezüglich noch ein listenpunkt ein, den ich dringend ergänzen muss; also in diesem moment zugefügt habe.)

immerhin: meine listen sind aus papier, nicht digital. kleine blöcke, geklebt oder mit ringbindung, das scheint mir realer, fassbarer. vor allem ist es viel schöner und befriedigender, dinge final ausstreichen zu können, als die erledigten punkte einfach nur ganz banal zu löschen. insgesamt liegt also ein kleines bisschen schreiben in meinen listen, das rede ich mir zumindest ein. vor allem die einkaufsliste, die sieht doch fast aus wie lyrik.

das weiterbauen gestern hat mir ein klein wenig den rest gegeben. dabei ging es nur darum, ein brett für eine partielle rückwand zurechtzusägen, dann ein paar löcher dafür in die beiden so gut fertigen unterteile zu bohren und abschließend die oberfläche mit flüssigwachs zu behandeln. also, die gesamte oberfläche, das war dann schon eine menge. dafür habe ich fast die ganze wachsbüchse gebraucht, mehrere lappem und vermutlich einen pinsel und mein rechtes handgelenk ruiniert. kein rheuma, vermutlich schlicht eine einseitige überanstrengung, obwohl ich immer versuche, auch mit links zu arbeiten, und mein zunehmendes alter.

oder aber diese blöde karpaltunnelgeschichte, die sich schon seit einiger zeit unbedingt wieder zurückmelden möchte. gelegentlich hatte ich die alte schiene für die nacht schon wieder hervorgekramt, auch gestern wieder. dabei dann festgestellt, dass sie anfängt massiv auseinanderzufallen. so musste ich heute morgen zu nadel und faden greifen, um das ding noch zu retten. (sonst hätte es einen neuen arztterminpunkt für eine neuverschreibung auf der liste geben müssen. und wann soll ich das denn erledigen?)

alles ist handwerk!

besser schreiben als bauen

ich baue jetzt an dem ersten vierter der neuen freistehenden bücherregale, die ich vor jahren begonnen habe zu konzipieren. also noch vor der badkatastrophe vor zirka drei jahren, der küchenrenovierung vor über zwei jahren, und das schlafzimmer war da auch noch nicht einmal angedacht. jetzt baue ich also an den beiden unterschränken für den flur, wo es noch weniger um bücher geht als vielmehr vorwiegend um ordner und sowas.

das bauen dauert. leider nicht, weil ich es ganz besonders ordentlich machen würde. das wäre schön, und ich hatte es mir auch vorgenommen. alles in ruhe und mit zeit, egal was es kostet. aber es ist ein komplexes projekt mit zwei teilen, die zusammenpassen müssen. das oberteil für die bücher mit rückwand und, später dann, vielleicht noch glastüren. dabei bin ich noch gar nicht, aber dennoch. gleich als erstes ist mit die flachfräse weggerutscht, mehrfach sogar und einmal so richtig übel. an einer stelle also, wo die entstandene macke vermutlich sichtbar bleiben wird.

naja, egal. das ist eben handarbeit, heimarbeit sogar. ohne große maschinen und anderes entsprechendes werkzeug kann das gar nicht gradlinig und rechtwinklig, fehlerfrei und artig werden. wie es sich gehört. da wird es eben anders, ist doch okay.

als ich die konstruktion dann aber von unten angesehen habe, also das letzte brett, das am ende alles tragen muss, das ganze schwere papier, und dort an einer stelle ein loch vorfand, so groß immerhin, dass ich durchsehen konnte. da war ich doch ein wenig enttäuscht von mir. ich habe keinen zweifel, dass das halten wird. das kann durchaus so bleiben, ich weiß um die kraft des weißleims.

dennoch. beim schreiben würde ich mir das nie erlauben. ich könnte es nicht einfach so stehen lassen, weil es schon gehen wird. weil es eindeutig tragfähig ist und vermutlich nie jemand anders sehen wird. bis die wohnung irgendwann entrümpelt werden wird, nach meinem tod vermutlich, wenn nicht nur ich, sondern alles hier müll sein wird.

mehr noch: ich denke, im schreiben würde mir ein solches loch gar nicht erst passieren. da rutscht mir mein werkzeug nicht weg. und wenn, dann klebe ich nichts einfach zu. dann fange ich neu an. und dann klappt es, weil ich es ja kann.

ich fürchte, schreiben kann ich inzwischen viel besser noch als bauen.

die wahrheit

im leben ist alles so falsch wie dieser moment im plantetarium, als sich beim anblick der milchstraße dieses gefühl einstellt. eine plötzliche überwältigung, wie eine mich anrührende gewissheit. die weite des universums und die eigene nichtigkeit, als wäre beides ein. in diesem moment, wie eine erkenntnis.

das alles im wissen um die vielen kleinen lampen, die ihr licht auf eine mehr oder weniger gewölbte kuppel werfen, eine gebäudedecke, meter nur entfernt.

in wahrheit ist alles menschliche: illusiuon.

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