am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

zwei anrufe waren übrigens auf dem band als ich vorgestern nach hause komme. ein höchst erfreulicher. und dann eine nölende frauenstimme, die ihren namen gar nicht erst nennt. beschwert sich über meinen anrufbeantworter, sie nähme das jetzt persönlich oder so ähnlich. und ich solle dann eben mal zurückrufen, sie wäre schließlich leichter zu erreichen. abschließend eine verstümmelt, vernuschelte nummer.

erst hab ich nicht recht verstanden. vielleicht hat ja mein ab gestreikt und sie mußte mehrfach durchklingeln.

gestern abend erst hab ich dann begriffen: die frau beschwert sich, weil ich nicht da bin, eine ganze woche lang, und gibt sich deshalb schwer beleidigt. was glaubt sie, wozu anrufbeantworter da sind?

seitdem hab ich keine lust mehr, die nummer zu rekonstruieren. obwohl sie irgendwo sein muß, keine frage. ich weiß genau, wer die frau war, die weder ihren namen genannt hat, noch was sie eigentlich wollte.

jetzt hab ich wirklich mal genug davon.

berlin nachtrag I

es ist nicht mein ding, allzulang in internetcafés zu hocken, ergodynamisch indiskutabel und meistens verraucht. da schreibt sich nichts, da denkt sich kaum etwas. keine chance.

jetzt wäre es also zeit für eine zusammenfassung, vielleicht. aber es läßt sich nichts fassen. geradelt bin ich, statt in die u-bahn-löcher abzutauchen. daran werde ich mich kaum gewöhnen, wieviel schöner ist doch die schwebebahn. auch indiskutabel, ich weiß. aber dieses schlingern und schwingen, die sicht.

schöneberg ist schöngeistig oder esoterisch, vielleicht auch kleingeistig, ich weiß es nicht genau. kreuzberg ist vielschichtig, solide bis hart. neukölln, naja. geht so, im norden zumindest, in kreuzbergnähe. weiter unten oder am flughafen eher traurig, düster. oder denke ich das, weil es an dem tag geregnet hat? zu friedrichshain kann ich wenig sagen, immer noch bin ich gefangen in der außergewöhnlichkeit, da überhaupt hingehen zu können. befangen beinah, wie im ausland. da gehöre ich nicht hin. oder doch? prenzlauer berg. alle reden davon, alle wollen nur das. ich bin nicht dazu gekommen, nicht einmal das. ob das was zu sagen hat? oder einfach nur faulheit, fremdheit? ich fürchte aber, daß da viel zu viele schriftsteller hausen.

und die vielen völlig durchgeknallten gestalten, überall, schritt auf tritt. punk wie in den achzigern, hare krishna wie in den siebzigern – oder waren das die sechziger? – straßenmusiker und politschlampen. (‚in bolivien, weißt du, und ich mach da jetzt in so einem projekt mit, folter und traumatisierung.‘) der headbanger mit kofferradio auf dem fahrrad. der opernsänger im rollstuhl. der hochaggressive brüllaffe mit glatze und kurzhaarhund. ‚ihr hippies‘, hat er geschimpft. das waren dann wohl die sechziger, oder? ich hab keine gesehen, aber frag mich, ob ich vielleicht in dem moment mit einbezogen war.

alles in allem: jetzt wirds ernst. fürchte ich.

eben mal die steuern machen???

:-(((

schlechtes timing: für heute waren satte vier tapes zum übersetzen angesagt, aber sie kommen und kommen nicht. wenn die am ende gar in der halben stunde, als ich mal kurz mal einkaufen war, eingetrudelt sein sollten …? und der kurier sie am ende einfach wieder mitgenommen …? wer kann denn das ahnen …?

kein verlaß auf diese leute. das letzte mal hat er gar nicht geklingelt, der bote, sondern das paket einfach unten in den hausflur gestellt. reine glücksache, daß ich es tatsächlich noch rechtzeitig gefunden habe.

aber was solls. es eilt nicht, habe ich gerade gehört, mach ich eben erstmal die steuererklärung. :-(

seltsame erfahrung: keinen parkplatz fürs fahrrad zu finden …

so. ich fahr dann mal los.

man sieht sie (Störche) munter klappern heute. ob das das wetter ist? ich könnts verstehen.

das erste telefon war ein großer, grauer klotz, der im flur wie angenagelt auf einer kommode stand. meine mutter hatte angst davor, so schien es zumindest. obwohl sie es auch gewollt hatte, ein statussymbol, das bis dato noch nicht viele besaßen. teuer war es, aber es wurde vom chef meines vaters bezahlt, ich weiß nicht warum. es klingelte seltsam und selten. und meine mutter hatte angst davor, ich bin sicher. immer wieder wollte sie, daß ich hingehe. daß ich mich in den flur stelle, den hörer abnehme und der dinge harre. doch ich hatte auch angst, als kind. ihre angst vielleicht.
etwas bleibt immer. noch ist heute manchmal anrufen das problem, nicht mehr angerufen werden. aber andere menschen in die lage zu bringen, die ich damals so gehaßt habe? obwohl das lächerlich ist, ich weiß. wer ahnt schon etwas von damals, dem großen, grauen apparat im flur? heute waren es gleich vier telefonate. alle sind erledigt, jeder einzelne davon verstottert und dementsprechend peinlich. keiner war wirklich unangenehm, so schlecht bin ich nun doch nicht. dennoch bin ich erst danach richtig in den tag gekommen, vorher war nur matsch, da hilft nix.
probleme gibts …

aber in einem call-center werde ich vermutlich nie arbeiten.

hatte ich anrufbeantworter erwähnt?

und daß der letzte anruf für heute ein eingehender war? eine mitfahrgelegenheit, genau zum richtigen zeitpunkt, ohne umwege, frei haus. das hatte mir noch gefehlt! ;-)

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