am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

post von der künstlersozialkasse: ich bin anerkannt. mit der schönen begründung, daß ich zum personenkreis der selbstständigen künstler und publizisten gehöre. und das ohne große verdrehungen und verrenkungen. sogar mein derzeitiger bürojob ist bekannt. trotzdem bin ich anerkannt. und zwar nicht – wie erhofft – ab august. und auch nicht – wie befürchtet – ab januar. wie, um himmels, willen hätte ich die übrigen monate überbrücken sollen? bezahlbar ist selbst der niedrigste satz nicht. das wäre also auf unversichteres dasein hinausgelaufen. nicht, daß ich dauernd krank wäre oder so gern zu ärzten ginge. aber so ganz und gar unversichert? und das mitten im anstehenden lebenswandel. (irgendwie doppeldeutig, dieses wort… ;-)

genug lamento. ich bin anerkannt und zwar rückwirkend. nicht zu fassen, das spart mir ein paar hundert. vermutlich. die genaue summe weiß ich noch nicht. und es gibt rückzahlungen bei überschneidung.

:-)

‚eigentlich‘

mein lektor schreibt mir, daß ich auf füllwörter achten soll. eigentlich mag ich füllwörter, sie sind rhythmusgebend. das ist wichtig. außerdem tragen sie die uneindeutigkeit von sprache, das macht die sache klar. ich weiß, daß ich nichts weiß.

andererseits. man stelle sich das wort ‚eigentlich‘ in folgendem satz vor: Die Würde des Menschen ist unantastbar. eine katastrophe. und eine alltägliche tatsache zugleich.

ab sofort achte ich also auf füllwörter.

Anne Clark, nachgetragen

SIE kommt zuletzt auf die bühne. die musik hat schon gespielt, der erste applaus ist durch. SIE trägt schwarz, alltagsklammotten, schwere treter an den füßen. wie immer, wie damals. SIE sieht nicht hin – nirgends – setzt sich nur auf den stuhl, schlägt die beine übereinander.

das gerade gegenteil von dem, was ich gelernt habe, ob als musikerin oder lesende. ins publikum sehen! besser nicht setzen! auf keinen fall die beine! was solls? SIE hat die augen zu, fast die ganze zeit. obwohl man von der bühne ohnehin kaum etwas sehen kann. ich weiß das, hab im letzten jahr fast eine stunde da gehockt. schweigend auf einem wasserkasten, nach meinen zwei leseseiten. man sieht nichts. und hört nichts.

SIE beginnt mit rilke. english. british.

SIE sagt nicht viel, dazwischen, eines folgt aufs andere. virtuos, nicht nur die musiker. es paßt einfach, alles. es schwingt. auf unterschiedlichen leveln, mitunter, aber es trifft sich. es paßt eben.

tempowechsel von stück zu stück. keine steigerung, ständiger wechsel. manchmal steht SIE. bei SLEEPER zum beispiel. dann wieder setzt SIE sich, die beine übereinander. die texte auf dem notenständer fliegen los. was solls? irgendwann platzt der knoten, der saal kocht, von einen augenblick auf den nächsten. und hört nicht mehr auf damit, trotz langsamerer stücke. trotz der balladen.

dann macht SIE pause. be back in a minute. die musiker machen weiter, erst flügel und chello. dann gitarre und percussion. seltsam, daß die leute rauslaufen, vor dem vorhang rumquatschen. auch im saal. zum kotzen.

SIE kommt wieder, es geht weiter. als wäre da ein bruch gewesen. nein! kein bruch. die alten, bekannten stücke, in rein akustischer begleitung, statt der vertrauten 80er synthiesounds. kein echo, kein hall. das spart SIE sich für die soften sachen. kein unnötiges gebrösel, nur die härte, wie immer. das saal ist nicht zu halten. wer ist eigentlich auf die idee gekommen, das konzert ausgerechnet ins forum zu legen? mit der alten kinobestuhlung!

die ganze zeit, SIE tut nichts. außer sprechen. kein wippen, keine show, kaum ein lächeln. SIE hat viele pausen, da ist die musik. mit der scheint SIE nichts zu tun zu haben. nichts? doch es paßt. immer. und SIE wartet eben. schweigt. das gehört dazu.

das letzte stück – OUR DARKNESS – ebenfalls ohne schnörkel. aber hart und präzise. am schluß drückt SIE das mikro nach unten. das stück ist noch nicht zu ende, noch lange nicht. aber SIE ist fertig. SIE wartet, bis schluß ist. dann geht SIE. ein kurzes winken, fast schon abgewandt.

rilke als zugabe, der panther. und noch eins. und noch eins. und ende. fast zwei stunden.

die musik, ja. aber hat jemand gemerkt, daß SIE eine dichterin ist? daß IHR instrument das wort ist? daß SIE nur gast ist in der musik? in der welt?
und wohin hab ich mich verloren? seit den 80ern. romane geschrieben und zeugs, ja, und salsa gespielt.

aber wo war ich? die ganze zeit.

oh, wunder der technik. nach dem aufspielen des neuen antivirusprogrammes, wurden beim anschließenden scan plötzlich vier verschiedene dailer auf der festplatte entdeckt, die vorher offensichtlich langfristig unsichtbar geblieben waren. trotz desselben

antivirusprogrammes in lediglich einer älteren version. naja, dailer machen ja nicht viel, wenn sie kein modem finden. aber trotzdem… lang ist sie her, die zeit als man noch ohne jeglichen schutz verkehren konnte.

warum ist das so kalt und naß heute, den ganzen tag schon. und warum bin ich so müde, schon seit stunden, aber mache nichts daraus. eine runde schlaf vielleicht.

stattdessen packe ich bestimmt gleich noch das altpapier zusammen. wetten?

die mittagspause zieht sich heute, alles telefoniert, stundenlang, privat, oder starrt ins internet. ich auch. chefin ist in urlaub. ;-)

wenn ich schon keine zeit für nix hab, dann kann ich ja auch mal kräftig geld ausgeben zur abwechslung. satte 300€, um die maschine endlich auszulösen, immerhin wieder fahrtüchtig. und gar nicht schlecht. war keine falsche idee neben dem gerissenen zug auch gleich eine inspektion zu ordern. jetzt tuckert sie wieder sanft und braucht – versprochen! – weniger sprit. außerdem ist jetzt der richtige kupplungszug drin, der soll länger halten. versprochen! der andere war um ein paar rechtwinklige ecken gequetscht, außerdem kein originalteil. das konnte nicht lange gutgehen. na, da hab ich den guten U mal wieder beim pfuschen erwischt. post mortem sozusagen. aber dafür war er mir ja immer ebenso gut, wie für die erträglichen preise. den sauberen pfusch und die unzähligen improvisationen, zu denen er fähig war. die öllampe haben sie nicht gemacht, die leuchtet munter weiter. immer wieder mal, ohne jegliche motivation. ist auch wirklich die frage, ob sich das lohnt, 100€ für den doofen schalter. das wäre zwar noch eine garantieleistung gewesen, das ding war schon vor dem verkauf hinüber. wenn U nicht gestorben wäre. aber was solls. leuchtet es mir eben dauernd rot.

bleiben die bremsen. ich merke zwar nix, mir scheint alles okay. aber der neue meint, daß das kein vergleich wäre zu den heutigen maschinen. der druck geht flöten, man kann den alten gummileitungen quasi beim ausdehnen zugucken. klar, daß das verlust bedeutet. also neue bremsleitungen, irgendwann. versprochen!

ach, scheiße, zeit für nix. jetzt steht auch noch ein providerwechsel an. könnte mir schöneres vorstellen, von zeit zu zeit. aber die gewagte preisgestaltung bei 1und1 ist reichlich grotestk und nun endlich mal zwingend. da hilft nix. ich will ja kein geschäft aufziehen und riesenprofite scheffeln, nur ein privates weblog hosten.

kennt jemand prosite?

GEIL

gerade von Anne Clark zurück. morgen mehr, wenn ich irgendwo ein minütchen finde. oder die worte.
rocken ist gar kein ausdruck. simply unique!
(nachtrag: page leider gerade under construction und reichlich leer.)

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