raum für notizen

kein spaß

20. Juli 2010 - 12:18

14 tage lang, seit dem frankfurtbesuch eigentlich, nicht mehr richtig beieinander gewesen. diverse übelkeiten, die übliche sommerallergie (ambrosia?), rückenschmerzen und mehrfache migräne unterschiedlichster qualität, zwischen die arbeitseinheiten geschoben, paßt schon. irgendwie. dazu die zwischenzeitliche hitze, 37°. menschenwärme, innen wie außen. unerträglich.

die krönung gestern nacht. nach einem grundlos grunderschöpften tag eine dieser höllennächte. migräne im endstadium, mit diesem schmerz also, der mich wie ein rostiger stacheldraht durchwächst. entgültiger auftakt war gegen 2 uhr, nach zirka 24 stunden vorglühen.

eine art segen, daß auch die zweite volle dröhnung innerhalb einer woche tatsächlich geholfen hat. so nach zwei stunden ungefähr. aber kaum zu beschreiben, wie schwer bis unmöglich es in diesem zustand erscheint, halbwegs aufrecht bis zum badregal zu kommen und die nötigen maßnahmen zu ergreifen. wassergläser füllen, tropfen abzählen und tabletten aus der aluminiumumhüllung drücken, alles ohne licht, weil licht einfach nicht geht.

wobei ich mich immer frage, was angestellt beschäftigte in so einem fall machen. also all die leute, die beim ersten krankheitstag bereits einen gelben schein zu liefern haben, wie das heute so üblich ist. da bleibt wohl nur die hoffnung auf einen verständnisvollen, zuverlässigen arzt. ein wahres glück, daß ich damals im job in wuppertal kluge kolleginnen und eine kluge chefin hatte, die einfach nur genickt haben, weil sie wußten und verstanden. kaum zu glauben. und nienie, nicht ein einziges mal habe ich das ausgenutzt.

migräne ist kein spaß, keine unpäßlichkeit, über die man (vielleicht besser frau an dieser stelle, ist das nicht das passende klischee?) leicht leidend hinweglächelt. nein!

zwischendurch zusätzlich ein wenig nach klimakterium gegoogelt. wird ja auch mal zeit. wobei ich mir manchmal mit schrecken vorstelle, daß diese ganze hormonmaschine einfach an irgendeiner stelle zum stehen kommt und das dann womöglich die migränestelle sein könnte. ist sicher lächerlich, diese vorstellung. aber so denkt er eben, der migräneschädel. alles ist angst.

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  • kaltmamsell:
    20. Juli 2010 - 13:35

    Oh oh oh. Tiefes Mitgefühl – du bist das beste Beispiel, dass Durchhalten allein schon eine Leistung sein kann.

  • Ensa:
    20. Juli 2010 - 14:58

    Oh neee, Migräne ist echt total unlustig und mir tun wirklich alle leid, die das immer wieder ertragen müssen.

    Ich hatte das früher mal, aber nach ein paar Besuchen war die Migräne glücklicherweise davon überzeugt, dass wir nicht zusammen passen und hat sich wieder verdrückt.

  • engl:
    20. Juli 2010 - 22:01

    oh, danke. und sorry, ich wollte hier gar nicht so auf mitleid machen. eher noch verkünden, daß die ersten experimente mit echten migränemedikamenten ganz gut zu funktionieren scheinen. bislang. vor etwa sechs jahren hatte ich mit all dem zeug aufgehört, weil gerade die triptane den nachteil haben, irgendwann das exakte gegenteil von dem zu bewirken, was sie beseitigen sollen.

    daß die letzten 14 tage so grottig waren, ist sicher nur eine ausnahme gewesen. (es gibt gründe.) ich bin also zuversichtlich, bald zu meinen üblichen 2 – 3 mal im monat zurückkehren zu können. da ist dann auch meist der richtig schlimme anfall gar nicht dabei.

    außerdem hoffe ich ja, daß ein paar sachliche schilderungen mithelfen könnten, den mythos migräne zu brechen. viel zu oft höre ich als antwort einfach nur ein läppisches: ich hab auch immer wieder mal kopfschmerzen.

  • Robert:
    21. Juli 2010 - 1:10

    Mein Beileid, ob du willst oder nicht :-)

    Um auf deine Frage danach einzugehen, was Angestellte in so einem Fall machen: Ich hatte es bisher noch nie das sofort am ersten Tag eine Krankmeldung vom Arzt faellig gewesen ware. Ueblich ist wohl eher wenn laenger als drei Tage.

  • engl:
    21. Juli 2010 - 10:56

    beileid? oweia, sagt man das nicht, wenn wer gestorben ist? ;-)

    das mit den drei tagen kenne ich auch so, aber glaub mir, das kommt aus der mode. null spielraum, besonders bei minijobs. ich spreche da aus erfahrung.

  • Katharina:
    21. Juli 2010 - 18:34

    Was war das denn für ein seltsamer Arbeitgeber? Im Arbeitsrecht ist die Nachweispflicht “länger als drei Krankheitstage” verankert. Andere Regelungen sind zwar zulässig, müssen aber explizit an sichtbarer Stelle bereits im Arbeitsvertrag ausgewiesen sein, ansonsten sind entsprechende Anweisungen unwirksam. Ich würde nirgends arbeiten, wo man meint, das Arbeitsrecht für sich neu definieren zu müssen.

  • kaltmamsell:
    21. Juli 2010 - 21:41

    Da kann der Arbeitgeber kulant sein wie er will – viel Verantwortung wird er wohl niemandem übertragen, der jederzeit den einen oder anderen Tag ausfallen kann. (Darüber habe ich mir schon oft Gedanken gemacht.)

  • engl:
    21. Juli 2010 - 22:23

    @Katarina

    callcenter, was sonst. stand sicher auch im vertrag, weiß ich aber nicht mehr. ist sechs jahre her.

    @kaltmamsell

    schwierig ist nur das mit der zeit, schließlich gibt es kaum noch jobs, die nicht an strenge zeitlimits gebunden sind. verantwortung ist also nicht primär das problem, es sind die schichten. das fängt schon beim zeitungsverteilen an, geht über putzkollonendienste bis hin zu supermarktkassenzuständigkeiten. diese art von druck geht gar nicht, ist eher kontraproduktiv.

    eine frühere nachbarin hat auf einen ähnlichen migräneschweregrad 20% (schwer)behinderung erwirkt. das bringt niemandem was, sagt in % aber doch ungefähr etwas über den grad der einschränkung.

    und nur so am rande: ich hab schon auch in den letzten 14 tagen meinen normales arbeitspensum erledigt, sogar die woche mit den vielen terminen war dabei. geht alles, solange ich es im detail allein terminieren kann.