raum für notizen

disziplin: traumhaft

01. April 2020 - 11:14

vor mir mein vater auf einem motorrad. ich soll ihm folgen, und das tue ich. das ist nicht leicht, er ist schnell und die straßen sind voll. an einer abzweigung täuscht er mich. er blinkt links, fährt dann aber rechts über den standstreifen oder die grasnarbe. so schnell fährt er, dass ich nicht folgen kann. nicht folgen will, so etwas tue ich nicht. das weiß er. dass ich mein tempo lebe und fahre. kein anderes.

ich stehe also da, ganz still und plötzlich ganz allein. und denke. vielleicht soll ich links, und nur er rechts vorbei an allem, so schnell es geht. über allem steht, massiv und mächtig, das schwebebahntragwerk. die grüne schlange mit den tausend beine aus metall.

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23. März 2020 - 11:29

schwanger bin ich, irgend so ein toter klumpen in mir. und das in meinem alter. das verstehe ich nicht, damit muss ich erstmal klarkommen. ungefähr bis zum aufwachen geht das so. dann ist es durch.

was?

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22. März 2020 - 10:09

ich träume von menschen und von preisen, die ich gewinne. ich weiß nicht wofür. bücher sind es nicht. ich träume von menschen, die mit mir im bett liegen, alles ist möglich. auch das ist unsinn. ich träume von wegen, die ich gehe, durch leere städte, durch architektur. alle fenster sind vermauert, von innen. ich gehe immer die gleichen wege. einen weg hinein gibt es nicht.

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redaktionelles

20. April 2019 - 13:20

auf der arbeit steht auf einmal einer und sagt, er wäre ein 47er und hätte gern einen job. der will deinen job, sagt ein kollege und boxt mich mit dem ellbogen in die seite. ach, denke ich. er hätte sich mal angestrengt letzte nacht, sagt der 47er. er hätte es zwar nicht ganz geschafft, aber immerhin etwas über die hälfte abgetippt. das wär doch was.

das ist viel, denke ich, schnell tippen kann er. aber was will er hier? alle anderen schweigen auch. danach verläuft er sich, der traum.

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20. Januar 2019 - 11:16

nicht so wirklich gut geschlafen. wegen akuter schmerzen vielleicht oder latenter unruhe tief innen, tief unten. am grund dessen dann aber geträumt, zum ersten mal seit langem, einfach nur geträumt.

wie ich menschen treffe, mit menschen gehe, wie sie mit mir reden, freundlich sind und offen, interessiert und gelassen. und das zu mir.

das war gut.

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04. November 2018 - 09:53

nächtliche kreativarbeit zwischen LaTeX code aufräumen und spanplattensägen. aber warum in einem drogeriemarkt? wo man dann böse wird wegen der späne und überhaupt gar nicht genug holz für mich vorrätig hat. und warum spanplatte? ich wollte doch osb.

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07. August 2018 - 11:42

aufwachen und feststellen: ich muß mich nicht um die überschwemmung in der neuen wohnung kümmern, weil es sonst niemand macht. (überhaupt ist es unverschämt, daß es immerzu weiterspritzt, obwohl ich doch den haupthahn längst zugedreht habe.) ich muß auch nicht zur arbeit.

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27. Juli 2018 - 12:49

aber ohne probleme abtrennbar, sagt der mensch, der die bilder bringt und grinst. schnauze, sage ich und wende mich an den arzt. die bilder sind höchst realistisch, schön bunt auch, beinah dreidimensional. verstehen kann ich sie dennoch nicht. sind das strahlend blaue augen irgendwo zwischen meinen eierstöcken? wieder wende ich mich an den arzt, der hinter den bildern hockt. dann wache ich auf, und das radio spielt „lean on me“. (we all have to live, we all have to die.)

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transit

07. Juli 2018 - 09:05

verhaftet aufgrund von mietschulden von exakt neun euro aus dem jahr 2011. die sind längst beglichen, was ich aber nicht belegen kann. auch das computersystem reicht nicht so weit zurück, deshalb überhaupt das ganze. ich wehre mich nicht, ich bin zu müde. eingepfercht mit vielen anderen (mietschuldnern) warte ich auf abfertigung, weitertransport, meine zelle, nur für mich. so denke ich mir das. wie lange kann das gehen, für neun euro? es geht und geht aber nicht weiter. am ende schreie und brülle ich herum, weil ich es nicht mehr ertrage. verzweifelt bitte ich um vollzug, bis ich aufwache.

(das ist es, was bleibt. von einem jahre- und jahrzehntelangen nicht armen (erfahrung), aber prekären (geld) leben. alles geht an die substanz, die existenz.)

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16. Juni 2018 - 22:14

die augen geschlossen und schlafen und wachen zugleich. zwischen den welten regen sich welten, in bildern, in formen, in licht. auch farben und musik mitunter, aber nicht oft. dort war ich als kind, darin habe ich gelebt. und gewirkt, nacht für nacht.

heute bin ich ein seltener gast, so ist mir die zwischenwelt zur ödnis geworden mit der zeit. auch diesmal ist alles nur grau in grau und wenig belebt. nur helles grau in rascher bewegung, kaum zu für wahr zu nehmen. bis sich ein gesicht bildet, augen, nase, mund. bis ich meinen vater erkenne.

ich sage: ja.

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