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archiv: traumhaft


22. Juli 2017 - 16:56

alles, was krank ist und anders, ist gefährlich. ich verbringe meine zeit in angst, denn ich gelte als krank. noch weiß es niemand, aber längst bin ich ein zombie. doch ich gebe nicht auf, noch nicht. ich schleiche mich von einer institition zur nächsten, immer in der hoffnung auf die richtigen papiere. in der angst entdeckt zu werden. dabei zerbricht um mich herum die welt, die ich kenne. das eigene. das fremde. nichts ist gerecht. bis ich aufwache, verloren irgendwie. verzweifelt.

02. Juli 2017 - 11:15

das haus, in dem ich mich befinde, versinkt im schlamm. ich stehe da, vor einem großen fenster, und sehe zu, wie wasser und erde, schlamm eben, langsam das licht löscht. die scheiben halten, so hält sich der schreck in grenzen. es ist kein schreien, keine todespanik, nirgends. alle sind ruhig, es nur verwunderung. dann eine schnelle wendung in die andere richtung. dahin, wo die tür ist. ich will es wissen. hinten raus ist alles normal, die tür wie immer, offen. das rufe ich den anderen schnell noch zu, bevor ich aufwache.

böse

19. April 2016 - 01:57

erst ist es links von mir, mehr so am boden, an der fußleiste entlang. das ist ist nicht schlimm, aber lästig, denke ich. wie spam im mailpostfach, immer wieder dasselbe, als hätte man sonst nichts zu tun.

dann ist es unten, am fußende, über die ganze wand zieht es sich, bis an die decke. und es ist schlimmer geworden, massiver, mächtiger. wie ein virus, der den spam zu hunderten in der minute abzuschießen vermag. zu tausenden vielleicht, in der sekunde vielleicht. ich weiß auch nicht, ich komme nicht mehr mit. das ist schlimm.

dann hat es mich überwältig, noch viel schneller. keine zeit für angst, keine zeit, nach hilfe zu schauen. nach menschen. es gibt keine menschen mehr. über mir ist es, haushoch. über meinen bauch, meinen hals, meinen kopf. nichts anderes ist mehr. in mir ist es. oder ich bin in ihm. ich weiß es nicht. das ist böse. nichts anderes. ich nicht und auch sonst.

wach werde ich erst von meinem eigenen schreien, meinem jaulen, meinem heulen. wie ein tier. laut ist das, nicht geträumt. echt ist das, keine illusion. das weckt mich, endlich. und die fRau neben mir, die meinen namen sagt.

04. März 2016 - 12:43

eine von diesen partys, die ewig sind. durch die nächte, bis in den morgen. wenn fast alle anderen schon weg sind, nur die wirklich wichtigen menschen sind noch da. da sitze ich, die arme nach oben gestreckt, und eine mir unbekannte schriftstellerin sagt mir: du hast jute, wollte ich nur sagen.

ich bin ratlos, bleibe regungslos, weil ich nicht verstehe. vielleicht eine hautkrankheit? ich denke darüber nach bis ich aufwache. bis jetzt noch, eigentlich. weiß ich nicht.

06. Januar 2016 - 17:56

wir sitzen und reden. ein gegenüber habe ich und jemanden neben mir. der erschießt sich plötzlich, hebt die waffe, mit links, und schießt sich von unten in den kopf. oder nein, bin ich es? ich treffe aber schlecht, ich treffe so gut wie gar nicht. nicht einmal blut fließt, das projektil streift nur meine wange, meine schläfe und verschwindet, nach oben. es ist nichts, nicht passiert. es ist nur so, als wäre ich vor eine wand gelaufen. so sehe ich aus, das ist alles. und das werden alle sehen. was dann?

niemand wird es sehen, nicht mehr, wenn ich dann wach bin. nur ich werde es wissen. dabei weiß ich nichts. rein gar nichts, diesmal.

18. August 2015 - 09:59

mein buch wird verfilmt, ich erfahre es aus der zeitung. und erkenne es daran, daß der verlag schleunigst das taschenbuch an den start bringt. der trailer, den ich mir im internet suche, kommt mir dann aber sehr fremd vor. ich weiß nicht, was das soll. die haben auch den zweiten und dritten teil verfilmt, denke ich. aber das habe ich doch (noch) gar nicht geschrieben. dann werde ich wach.

12. Juli 2015 - 18:47

am morgen vom unvermeidlichen sterben, wie es tief in meinen körper eingeschrieben ist. ich träume, ich lebe darin. unmittelbar, wie es eben ist in den halbwelten des bewußtseins. und dann, halb im erwachen noch, schnell denken: auf gehts, an die arbeit! bis mir einfällt, daß ich mir auf den schreck einen sonntag gönnen könnte.

noch später fällt mir ein. mein vater wäre heute 85, wäre er nicht mit 63 schon gestorben.

jacobs, reverse

20. Juni 2015 - 12:40

nach dem aufwachen gehe ich zurück in mich, in den traum, den ich vergessen, den ich verpasst habe. heute. ich steige hinunter, durch die luke im boden, wo es licht ist und leicht. aber endlos, ziellos, ungewiß. sprosse für sprosse, die himmelsleiter hinab, durch die sprachlosigkeit. in die sprachlosigkeit. ein leeres, weites feld; mein totes land. das land, das ich selbst nicht (mehr) kenne.

zuletzt, am boden vielleicht, irgendwo und irgendwohin, flüchte ich. eilig, schlage ich eine richtung ein. und in einem feinen spalt im boden, nicht weit von einem spielfeld, bleibe ich, schlage ich, wurzeln. halte mich fest, wo nichts ist. da ist enge, das ist alles, und ich bin ein kraut. fortan. ich bin ein nichts, das nichts sieht und nichts sagt. meine welt, eine welt ohne worte.

darüber hinaus: überraschend hell, das alles. ich bleibe, was ich bin. ein engl.

20. Mai 2015 - 14:05

früh am morgen geht es um tango und um menschen, die mir etwas aufschreiben, was ich dann vor aufregung nicht lesen kann, weil ich weiß, daß ich träume. noch.

19. März 2015 - 13:10

mit einem buch in der hand suche ich meine gruppe. die gruppe, zu der ich immer gehe. dabei erkläre ich, wie ich gelernt habe, so zu sprechen, daß sie mich verstehen. so eben, wie in dem buch steht. so, wie ich meine, daß auch sie sprechen. ich erkläre, wie falsch das war, all die zeit, weil ich auf die art nicht gesagt habe, niemals, was ich wirklich bin. und daß ich nun damit aufhören werde. ich gehe von tür zu tür und finde niemanden. meine gruppe ist längst verschwunden. es gibt nichts zu sagen, nicht zu erklären, so einfach ist das. statt dessen ist jemand gestorben, aus freien stücken, das weiß ich auf einmal. das weiß ich genau. ich weiß aber nicht, wer es ist. wer es war. so werde ich wach. auch jetzt noch, stunden später, suche ich. ohne zu wissen.