raum für notizen

disziplin: traumhaft

20. Juli 2021 - 09:38

immer wieder werde ich bestohlen. das merke ich, wenn dinge in meiner wohnung fehlen. aber ich weiß nie, wann sie verschwunden sind. manchmal nicht einmal, ob sie verschwunden sind. bis ich leute sehe, von außen, innen in meiner wohnung. ich gehe hinein, die große halle am eingang. ich scheuche die beiden in den lichtkegel links hinten, in der ecke. ich nehme ihnen alles ab, was sie genommen haben. der frau nehme ich auch den mantel und ziehe ihn an. dann weise ich ihnen den we hinaus.

tagelang laufe ich mit diesem mantel, die hände in den taschen. links eine handvoll glasmurmeln, das gefällt mir. das will ich auch. rechts ein schriftstück, handgeschrieben. ich lese es nicht. aber die murmeln will ich behalten, denke ich. bis ich die frau auf der straße treffe, und sie auf mich zuläuft, sich zu entschuldigen. ich gebe ihr alles, was in den taschen ist, auch die murmeln. und mehr noch, dinge, die ich gar nicht begreife.

den mantel behalte ich, sage ich der frau. und sie nickt als wäre es recht. dann gehe ich, ohne zurückzusehen. ich bin frei und wache auf.

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31. Mai 2021 - 12:27

sie sollten sich scheiden lassen, sagt mir die therapeutin, die gar nicht meine therapeutin ist. ich bin gar nicht verheiratet, sage ich. ein bisschen bin ich verärgert, weil ich denke, dass sie mich verwechselt. und dass sie mich abwimmeln will. ich drehe mich, um den traum zu korrigieren. ich will mich nicht wegschieben lassen, nicht so beiläufig. andererseits habe ich mich ja geschieden, endlich, neulich erst.

ich bin nur hier, um mein interesse zu bekräftigen, sage ich. jaja, sagt die therapeutin, die gar nicht meine therapeutin ist. der antrag ist schon raus. sie zeigt mir einen brief, unscheinbares papier. dann werde ich wach.

und finde beide versionen irgendwie komisch. no satisfaction!

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25. Mai 2021 - 10:48

erst höre ich, wie ein lektorat besprochen wird. es geht um platzhalter im text, kleine, gelbe flächen anstelle der worte. das sei ein problem. es geht nicht um mein manuskript, aber ich verstehe sofort. ja, rufe ich, das soll so, das muss. ich tue das, weil ich die autorin unterstützen will. weil ich es weiß. die aber merkt das nicht, braucht mich auch gar nicht. sie weiß selbst, was sie tut.

dann sitze ich beim frühstück mit zwei anderen. wir werden bedient, aber ich denke doch, dass es mein balkon ist, wo wir sind. sein muss, denn anders geht ja nicht. denke ich, genau weiß ich es aber nicht. ich bin auch gar nicht wirklich dabei. ich suche, ich denke, ich schreibe alles auf. ich plane eine geburt, während die anderen bestellen und reden, dann essen und trinken. davon kriege ich gar nichts mit. aber das macht nichts, es ist alles gut, nur habe ich immer noch nicht gefrühstückt oder auch nur bestellt, als die beiden fertig sind und sich verabschieden. restpektvoll, ohne mich stören zu wollen. sie wissen von mir.

und ich habe keine ahnung. ich habe nichts gehört, nichts gesehen. ich war nicht da. obwohl ich da war, das ist meine art. das ist seltsam, aber es ist richtig. es ist gut.

zuletzt stehe ich ich einem café, jetzt aber wirklich, vor einer riesigen, sich drehenden kuchentheke. und die frau, deren buch ich gerade lese, winkt von der anderen seite. ich soll mir etwas aussuchen, egal was. ich bin überfordert, da ist zuviel auswahl, alles dreht sich auch viel zu schnell, und ich kann es nicht glauben. das vor allem. ich schaue kurz an die decke, da ist ruhe. nur die frau hinter der theke, die ist noch da, das weiß ich. als ich zu ihr zurückschaue, ist die theke leer, vielleicht ist sie sogar weg. alles ist auf einmal weg, wie in einem traum. nur die frau, deren buch ich gerade lese. ein geschenk.

so trunken werde ich wach.

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25. März 2021 - 14:34

programmierebene? ich bin auf der programmierebene gelandet. immer wieder geht es dahin zurück, ich komme nicht weiter. ich bin ein programm, das sich aufgehängt hat. endlosschleife. ich wohne in räumen aus glas, bis auf den boden, überall glas. ich wohne im erdgeschoss, gleich neben dem glas ist der bürgersteig, ebenerdig. ich bin zugrunde, ich will das nicht. ich will das leben. ich steige aus und verliere mich, finde nicht zurück. auf die programmierebene. ich werde nicht wach.

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19. März 2021 - 09:27

ich teste es, obwohl ich fast schon wach bin. ich drehe mich auf die andere seite und träume tatsächlich weiter. seltsam, aber es ist wichtig. da ist etwas hartes in mir, eine art kubus, den ich selbst herstelle mit viel kraft. ich teste, wie es ist, es fließen zu lassen, das harte, das kantige. und es ist groß, es ist reich. es ist besser. dabei ist es nicht weich, es ist stabil. es nutzt dieselbe kraft. das ist es, was ich will. das steht noch aus. ich wache auf, obwohl ich längst wach bin.

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14. März 2021 - 09:37

wieder bin ich auf einer veranstaltung. es ist voll, aber nicht eng. die menschen begegnen sich nicht, alles ist safe. wieder bin ich fremd. ich suche nach meinem leben, das ich irgendwo dort gelassen zu haben glaube. ich steige treppen, hinauf und hinunter. dahin, wo das gemäuer eng wird, mir nah rückt. doch ich finde nichts, ich muss weiter oder anderswo suchen. also gehe ich. unten durch den großen saal, mitten durch die abschlussveranstaltung, ohne jede rücksicht. da ist keine musik, kein gesang, da iat alles still. dennoch findet eine art tanz statt. viele menschen, die gut choreographiert, streng geometrisch angeordnet, einander nicht anschauen. auch mich sehen sie nicht. draußen dann, endlich draußen, weckt mich das licht.

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10. März 2021 - 07:19

ich reise. ich fahre in einem bus oder zug mit einem jungen mann. es ist wichtig, ich weiß nicht warum. ich zweifle nicht, aber es ist voller menschen. überall. auch in dem zimmer, das wir gebucht haben, sind fünf betten. drei davon schon belegt. ich will das nicht. ich werde wach.

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09. März 2021 - 07:43

ich reise. ich fahre weg, irgendwo hin. ich komme an. ich lande in einem bett, in inniger umarmung mit einer alten bekannten. mit der ich aber nie in inniger umarmung in einem bett. überhaupt: innige umarmung! ich wache auf. geschockt.

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07. März 2021 - 12:56

erst geht der bildschirm aus, dann das licht und alles andere in der wohnung auch. nichts geht mehr, ich gerate in panik. alles ist dunkel, aber das kriege ich in den griff, ziemlich schnell sogar. ich wache auf und schlüpfe in eine andere welt.

ich lande in wien und wundere mich: es ist voll, viele menschen, und niemand trägt eine maske. das freut mich auch, angst habe ich nicht. leben ist sterben, denke ich. ich bin einverstanden.

ich suche anschluss, züge, busse, irgendetwas, das mich weiterbringt. das aber scheint es nicht zu geben. ich finde nur den flug zurück, nichts führt mich hinein in die stadt, in die welt. ich weiß nicht mehr, was dort sein könnte, in diesem zurück. doch ich gehe den weg, wie alle, unschlüssig. jemand ist dicht hinter mir. alles gut, sagt es, alles richtig. ich glaube das, es scheint richtig, doch zweifle auch.

neben dem flieger steht mein motorrad, ich weiß nicht, wie es da hingekommen sein könnte. und ob ich es dort lassen sollte, einfach so. immer noch unschlüssig wache ich auf.

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niemand

27. November 2020 - 00:42

ich will reden mit anderen schreibenden, immer schon. doch die gelegenheit ergibt sich selten, schon gar nicht mit denen, die schon groß sind. die bleiben unereichbar, auch wenn sie in sichtweite gekommen sind mit der zeit. dazu bin ich zu schüchtern.

doch dann rufe ich sie an, alle, lade sie ein in meinen salon. und sie kommen, alle, auch die wichtigsten. und sie reden, auch mit mir. ich erinnere mich nicht, worüber. nur dass ich irgendwann dastehe, aufrecht, die arme erhoben, rufe ich: und niemand weiß, wer ich bin.

so, wie ich da stehe. das ist keine schmach. es ist ein jubel, ein triumph, ein glück. so werde ich wach, heute morgen war das.

nachtn.

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