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archiv: trübsinn


problemfälle in den täglichen nachrichten (102)

10. Oktober 2011 - 17:14

ach, sieh an. früher war ich tatsächlich mal psychisch krank:

Erst 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten gestrichen. (quelle)

und das ist noch gar nicht so lange her. gut, daß ich das nicht wußte. ;)

göttliches in den wochenblättern (101)

11. September 2011 - 23:16

ich steh ja überhaupt nicht auf welt online und bislang eigentlich auch nicht so auf stuckrad-barre. jetzt aber doch mal. (also auf letzteren.)

Er habe nichts zu verbergen, man müsse ihn nur bitte mal ausreden lassen. Das klingt vernünftig und man will es wirklich probieren, dabei gilt es, drei elementaren Versuchungen zu widerstehen: laut aufzulachen, einzuschlafen oder Pastor Fliege eine seiner im ganzen Haus bereitliegenden Broschüren in den frömmelnden Mund zu stopfen und ihm eine zu ballern, etwa wenn er sein Engagement für den von einem Scientologymitglied vermarkteten, dubiosen 4000-Euro-„Raumlüfter“ (Ohne Strom, ohne Chemie! Geld-zurück-Garantie!) so verteidigt: „Ich kaufe ja auch bei Juden.“ (quelle)

outing

25. Juli 2011 - 11:56

ich fürchte, ich bin einE kulturmarxistIn.

to lynch

03. Mai 2011 - 23:12

die amerikanierin bei frau maischberger sagte gerade sinngemäß, daß gerichtsverfahren ja nur unnötig lange dauern würden. wie zum beispiel die nürnberger prozesse. klar, hinrichten geht auch so. heißt dann allerdings anders.

gutnacht.

jubel um osama

02. Mai 2011 - 12:50

heute morgen gleich als erstes, und zwar nicht übers internet, sondern – ganz altmodisch – via radio: osama bin laden ist also tot und ins meer verklappt worden. jetzt jubeln menschen, manche mehr und andere weniger, nicht nur amerikaner. menschen, die sich darüber hinaus womöglich demokratisch oder sogar christlich nennen würden. so einfach ist das, scheinbar. das böse ist besiegt. das böse ist geschlachtet. und also bleibt das gute?

ich dagegen bin ein wenig ratlos, irritiert und abgestoßen. jegliche gewalt zieht nachhaltige, riesige kreise, immer. und der jubel über eine gelunge rache, so verständlich das ein mag, dauert dagegen vielleicht ein paar sekundenbruchteile. ebenso die freude darüber, die keine wirkliche freude ist. so etwas verdreht sich, schneller als es überhaupt begriffen werden kann.

nein, die welt hat sich nicht verändert gestern nacht. ganz so leicht geht das nicht.

köstliches in den wochenblättern (100)

09. April 2011 - 15:44

Der deutsche Autor leidet und schreibt. Er leidet vor allem an Geldmangel, doch gegen den gibt es Stipendien und Preise, die verteilt werden. Mit Großmut. Und Ernsthaftigkeit. Für ernsthafte Literatur. Blocksatz gewordene Selbstfindung. Naturbeschreibungen. Leiden.

besten dank, frau berg

global ohne meer?

04. April 2011 - 20:07

ich bin ja grundsätzlich eigen und kann deshalb nicht so recht verstehen, warum die seuche im meer harmloser sein soll als an land. ist unsere erde nicht eigentlich blau?

In Block 2 befindet sich Wasser, das 100.000-mal so stark verseucht ist wie in einem normalen Reaktor. Vor allem diese Brühe soll in das Staubecken geleitet werden, dessen Inhalt jetzt in den Pazifik verklappt worden ist. (quelle)

zukunftspläne einer etwas älteren dame

27. März 2011 - 16:17

Haben Sie Ihre letzten Bücher auf einem Computer geschrieben?

Nein, auf meiner Schreibmaschine. Ich habe leider versäumt, rechtzeitig auf Computer umzustellen. Ich überlege aber, das Versäumte nachzuholen.

mehr im montagsinterview in der taz.

kreuzkölln goes guardian

19. März 2011 - 11:04

ich bin entsetzt. mein hübscher heimatkiez hat sich jetzt schon bis nach england herumgesprochen:

(see what they did there?) … hordes of hipsters. (quelle)

abwertendes in den wochenblättern (99)

11. März 2011 - 18:13

die zeit stellt eine studie vor, die so ziemlich das belegt, was mir tagtäglich aufstößt, wenn ich blödsinnige kommentare lesen muß. da heißt es zum beispiel:

Insgesamt stellten die Wissenschaftler ein “Syndrom der Abwertung” fest. Wer Vorurteile gegen eine bestimmte Gruppe habe, neige auch gegenüber anderen Teilen der Gesellschaft zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Dieser Effekt sei kein Phänomen von Randgruppen, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft vorhanden.

Auffallend sei, dass viele Menschen sich politisch machtlos fühlten und sich einen “starken Mann an der Spitze” wünschten, “der sich nicht um das Parlament oder Wahlen schert”. Andreas Zick spricht von einem “fundamentalen Demokratiedefizit in Europa”, das oft mit Intoleranz und Diskriminierung anderer einhergehe.

die studie der friedrich ebert stiftung steht als pdf-broschüre (221 seiten) zur verfügung.