auch beim zweiten ansehen, gestern nacht, migränefrei, bin ich leider, ich muß es sagen, eher enttäuscht. kaum intensiv, wenig lustig. außer vielleicht der lenin vorm fenster. und auch das einweihungsfest, zwischen ehekrieg, ziegenrettung und fußball-wm-eröffnungsspiel, na gut, das hat was. aber was soll das mit clarissas fußball-un-verständnis? ‚wie kommt man eigentlich in den strafraum?‘ oder ‚das war eindeutig eine schwalbe! fehlentscheidung!‘, wenn es gerade um den heimischen wm-sieg geht. nicht sehr komisch, nein, wirklich.
ich hoffe auf morgen!
ich hoffe auf gunnar!
Monat: Dezember 2004
migräne
das ist ein zustand, nicht heiß und nicht kalt, sondern unerträglich warm. wie ein gebläse, von rechts auf das auge. was rede ich? ins auge, das langsam aber sicher vertrocknet. verbrennt. aber langsam eben, nicht brüllend, nicht spektakulär.
migräne ist nicht tödlich. es ist der tod. denn das leben ist ausgeschaltet, alles tun und jede absicht. ebenso die menschen, die ich nicht einmal sehen kann, mit verbrennenden augen. auch nicht hören oder sonstwie orten.
bleibt also nur das warten. darauf, daß die welt wiederkehrt.
heimat 3 (1)
das denkmalgeschützte haus wird also innerhalb von ein paar tagen gekauft, die exakt passenden handwerker werden nahtlos aus dresden leipzig angekarrt und dann bringt ‚et hermännsche‘ auch noch ohne probleme die genehmigten baupläne bei. innerhalb von ein paar tagen! das ist heimatliche märchenstunde, denke ich. (beim zweiten sehen löst sich das, dramaturgisch gesehen. der vorbesitzer hat vorgearbeitet. aber… naja.)
was solls. der sog ist da, immer noch. als der erste teil nach 90 minuten vorbei ist, will ich, daß es weitergeht. das ist leben, das ist lachen. das ist kitsch, vor allen dingen. anders kann ich es nicht nennen. kitsch klingt peinlich, tut mir leid. ich mein das nicht so.
verdammt gut, der reitz, immer noch. ich hatte ja fast angst, daß es diesmal daneben gehen würde. müßte. (heimat 2000 wäre im übrigen der weitaus bessere titel gewesen.)
eigentlich
ich weiß gar nicht, warum ich hier immer diese blöden abkürzungen verzapfe. ich kann das eigentlich gar nicht leiden. ich kann es nicht nur eigentlich nicht leiden, ich kann es absolut überhaupt nicht leiden. ich finde es gar abscheußlich.
tut mir leid. wird nicht wieder vorkommen. (außer die, die nun mal schon eingeführt sind.)
wip – arbeitsprobe (1)
kleine randerscheinung, noch nicht eingebaut. aber irgendwie in sich abgeschlossen. so sieht es aus, was ich tue, derzeit. (reine unterhaltungsware, ich weiß. muß auch sein. gekonnt, vor allem.)
22.
Nachdem Anna gegangen ist, demonstrativ, nahezu geflüchtet, fällt Elfi über den Whiskeyvorrat her. Es dauert nicht lang, und nichts hält sie noch zurück. Sie schwankt durch die Räume, schreit und lallt. Lauter als die Anlage. Patti Smith, Because The Night. Alle wissen Bescheid, drehen sich weg. Demonstrativ. Oder gleichgültig. Überfordert in jedem Fall.
Keine wagt es, sich Elfi in den Weg zu stellen, die längst angefangen hat, auf Wände einzuschlagen, auf Schränke und Spiegel. Bis sie blutet, ohne es zu merken.
Anna hockt derweil unten auf der Straße, zwischen zwei geparkten Autos, auf dem Bordstein. Im Straßengraben, im Dreck. Nur drei Haltestellen weiter ist ihre Wohnung, aber sie findet den Weg nicht. Sie weiß nicht vor, nicht zurück. Sie sitzt fest. Hilflos.
Auch sie möchte schreien und weinen. Alles zusammenschlagen, egal was. Sogar zurück auf die Party will Anna. Zurück zu Elfi. Einen Schlußstrich ziehen. Oder was auch immer. Etwas tun.
Aber nichts geht.
Ich muß sie halten, zurückhalten. Festhalten. Damit nicht noch mehr passiert. Ein Unglück, ohnehin, das alles. Und Anna bleibt, wird ruhiger. Endlich. Wir sitzen eine Weile, bis ich sie dann nach Hause bringe. Vorsichtshalber. Bis ins Bett bringe ich sie. Als ich gehe höre ich sie schluchzen.
Am nächsten Tag schon wird Anna zu Elfi zurückkehren, vor Angst oder aus Liebe. Wer kann das sagen.
Und Elfi wird fortan behaupten, daß sowieso alles meine Schuld war.
wip – erste zwischenbilanz
es läuft, keine frage. es gibt highlights, kleine geschenke, mit denen selbst ich eine sekunde vorher noch nicht rechne; und es gibt arbeit, gewurschtel und gefummel, bis der text fließt. das ist gut so, das ist normal.
außerdem hat der denkprozeß eingesetzt. ich weiß nicht recht, ob der stoff reicht, um daraus ein ganzes buch zu basteln. ein dünnes sowieso, aber vielleicht zu dünn? keine ahnung, dazu reicht der überblick nicht, nach gerade mal vier tagen. ausreichend hoffnung bleibt, auf jeden fall. bislang gibt es genug ideen, tag für tag, und es ist noch viel zu tun. außerdem macht es spaß, ganz außergewöhnlich. ich bin immer noch überrascht.
seite 23 inzwischen, auf die gefahr hin, daß ich fortan als seitenfresserin verschien sein werde. ;-)