raum für notizen

disziplin: unter tage

bonding (151)

06. März 2021 - 23:46

gin pur, nur mit eis und mit limetten. ich sitze im bett. es war ein leichter tag mit ein wenig sonne, etwas arbeit und viel gelassenheit. es wird schon, alles, weil es bereits ist. wie musik.

die art, wie ich schreibe, fordert viel. bis tief in die spitzen greift sie, und ich wehre mich nicht, im gegenteil: ich gebe mich auf. jetzt, nach jahren der aufreibenden arbeit, tag für tag, nachts auch und alle freie zeit, die ganz besonders. jetzt ist es an der zeit, zu mir zurückzukehren, was nicht einfach ist. weil es nicht geht, grundsätzlich nicht, denn ich bin nicht mehr da, wo ich vorher war. oder auch nicht. selbst das ist mir nicht mehr erreichbar, das sind welten, die sich bewegen.

was sich aber langsam wieder durchsetzt, ist die offenheit und durchlässigkeit der zeit. meiner zeit. die bilder und geschichten, die ich sehe, sind wieder meine bilder und meine geschichten. der raum ist weiter geworden, vielleicht in den letzten tagen erst. die musik. auch wenn in der ferne bereits etwas zu erkennen ist, auf das ich zugehen werde, ganz ohne zweifel. jetzt bin nur ich, alles ist noch frei, es schwingt und vergeht, und ich lasse es. nichts geht verloren in dieser welt. was ich nicht brauche oder halten kann, das geht, um sich anderwo zu entfalten.

musik, so ist mein schreiben, im grunde vergänglich. ich bin der klang, das material, das stelle ich zur verfügung. am ende bin ich ausgespielt, vernichtet fast, muss mich meiner selbst wieder vergewissern. das könnte ein risiko sein, auch wenn ich das noch nicht erlebt habe. vermutlich gibt es andere wege, leichtere. aber wohl nicht für mich.

als nächstes sollte ich den text vielleicht einfach mal lesen oder wenigstens hineinlesen, soweit das eben möglich ist. ein bisschen habe ich das schon getan, immer wieder mal, aber wie neu wird mir das wohl nie gelingen. immer wieder komme ich an den punkt, wo ich etwas verändern möchte oder muss, das ist irgendwie schade.

ich werde dieses tolle buch nie wirklich lesen können.

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branding/1

24. Januar 2021 - 23:59

schon seit monaten denke ich immer wieder über das nächste buch nach. noch länger im grunde, denn die idee sollte ursprünglich sogar bestandteil des aktuellen manuskips werden. ein fetter bestandteil allerdings, den ich nicht auch noch hätte integrieren können. deshalb ist er früh beiseitegerollt und zum glück nicht wieder aufgetaucht. neu ist das alles also nicht, dafür aber gut abgehangen.

das thema schwingt also vor mir her. wie eine heiße klinge ungeschliffen, ungehärtet, roh. in letzter zeit hatte ich angst, weil es geprägt sein wird. was immer es wird, wenn überhaupt. durch die coronazeit und meine langzeitreaktion darauf, die ja noch lange nicht zuende ist. durch die erinnerung auch. aber erinnerung, das wäre es ohnehin.

personal und die grobe handlung steht schon lange, auch die stimme scheint sich in den letzten wochen geformt zu haben. einstweilen nenne ich sie: virale erzählhaltung! auktorial will sie sein, wie ein erbarmungsloses minimalprogramm, das nichts tut als erzählen. ohne haltung, ohne teilhabe, gnadenlos.

eben habe ich dann spontan und sehr grob fünf parzellen abgesteckt. nicht viel inhalt, nur der ablauf. relativ linear bislang, eine fahrt von hier nach dort. ein tag nur, von einem morgen bis zum nächsten. das ist alles.

so weit, so gut.

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bonding (148)

17. Januar 2021 - 01:32

heute wollte ich pause machen. aber was soll das, es gibt nichts zu tun. es gibt viel zu tun, aber das meiste davon ist derzeit ziemlich egal. also schreiben.

einmal das fragmentarisch überarbeitete kapitel durchgegangen. hier und da ein wenig hängengeblieben, meistens an stellen, wo ich schon im ersten durchgang einiges geändert habe. ebenso die eher poetischen passagen, all das rätselhafte. das steht sicher immer noch nicht so recht. oder aber nie.

jetzt fertig, absolut fertig. dabei bin ich damit nur durch etwa ein viertel des gesamtmanuskriptes, mehr nicht. ob das so funktioniert, muss jetzt erstmal meine agentin beurteilen. ich weiß nur, dass ich exakt den ersten teil bearbeitet habe, der am ältesten ist. der teil, der im grunde noch vor einer etwa dreijährigen schreibpause entstanden ist. das war zufall, entschieden habe ich nach inhaltlichen kriterien. eine gute entscheidung.

und ein guter zufall.

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bonding (147)

15. Januar 2021 - 00:23

aufgestanden und weitergemacht, wo ich am sonntag aufgehört habe. zum glück war es nicht besonders anstrengend. zweimal durch etwa zehn seiten, damit war der tag allerdings auch rum. bleiben vier für morgen, ich bin gespannt.

der gegenwartsstrang, ganz etwas anderes also als in den letzten zehn tagen. entscheidende seiten noch dazu, beinah ein wendepunkt. vielleicht nicht ganz so eklatant, höchstens zusammen mit dem rest der story im kapitel. aber strategisch wichtige informationen sind zu transportieren, das steht auf jeden fall für morgen auf dem plan.

ich bin wirklich gespannt.

das konzept, das kapitel nach themen sortiert durchzugehen, scheint aufzugehen. könnte allerdings auch sein, dass alles ohnehin schon recht geordnet war, ich es nur nicht gesehen habe.

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bonding (146)

10. Januar 2021 - 01:35

das so ungemein schwierige kapitel ist durch, aber es hat gedauert. und ich hatte die kraft nicht, hier auch noch darüber zu berichten. aber jetzt bin ich durch, auf die eine und die andere art. und danach die beiden habe ich auch schon, die waren allerdings deutlich leichter zu bewältigen. und kürzer auch.

es bleibt noch ein kapitel, dann ist der anfang überarbeitet, wie verabredet. etwas über zwei seiten davon habe ich schon durchgesehen, aber es sind über zwanzig. und auch dieses kapitel ist ein kleines bisschen eine hölle. zum glück nicht so schlimm, wie befürchtet. auf den ersten blick dachte ich, da käme noch einmal so ein brocken. anstrengend wird das dennoch.

ich musste den verabredeten termin mit meiner agentin um eine woche aushebeln. da hab ich mich im vorfeld etas verschätzt, muss ich sagen. scheint aber kein probelm zu sein, ich bin priviligiert, irgendwie. keine ahnung.

die letzten zwei wochen überarbeitung waren eigenartig. vermutlich, weil ich immer noch beständig ganz am rand laufe, immer in der angst, wieder in die erschöpfung zu fallen. eigentlich weiß ich nicht einmal, ob ich diese überhaupt schon wieder verlassen hatte. ich fürchte: nein!

mitten bei der arbeit ist mir dann hier und da alles zerfallen. nicht nur die konzentration, auch der text. und das vertrauen darin, das ganze am ende zusammenzubringen. dabei sehe ich, wenn ich hinsehe, genau das gegenteil. alles wird knapp und weit zugleich, die figuren scheinen durch die worte hindurch, sie atmen die grammatik. so weit war ich nie, deshalb habe ich keine erfahrung.

vielleicht ist es normal, dass auf dem level, der text sich mir entfremdet, obwohl ich selbst gerade ganz in ihm aufgehe. nicht weil er mir ähnlich ist oder gar mir zugehörig. nein, vielmehr weil er fremd wird und eigen ist. weil er sich selbstständig von mir entfernt.

vermutlich ist das alles richtig so, ich habe keine angst. nur die welt um mich herum ist eine sehr seltsame, derzeit. immer noch.

ob ich morgen gleich weitermache? vielleicht einfach mal nicht. nächste woche ist wieder lohnarbeit angesagt. immer noch von zu hause natürlich. ich hasse es heute schon. auch das ist eine hölle, mittlerweile,

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bonding (145)

04. Januar 2021 - 01:12

wie vermutet: das aktuelle kapitel ist deutlich schwieriger. nur ein drittel davon habe ich heute geschafft, obwohl ich sorgfältig vorgearbeitet habe. dann bin ich es strukturiert angegangen, sogar pausen und die erledigung von anderem zeug war eingeplant. außerdem habe ich damit schon gestern begonnen, nachdem das letzte kapitel wirklich schnell durch war.

es ist einfach kein gutes gefühl, wenn es so anstrengend ist. wenn der text derart zäh ist, dass er sich nur schwer behandeln lässt. die frage ist auch, warum ich ihn vor etwa zwei jahren offensichtlich für gut befunden habe.

darauf gibt es natürlich richtige und kluge antworten, die ich hier nicht wiederholen muss. nur eines vielleicht: zeit macht einen unterschied. immer.

im grunde jammere ich aber gerade auf hohem niveau. alles ist gut, der text gewinnt ungemein. auch und gerade, weil ich viel wegnehme. das ist großartig.

ich hoffe, ich lüge mich damit nicht an. aber egal. wenn ich es nicht merke, irgendwann, werden andere es sehen. ohne zweifel.

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bonding (144)

02. Januar 2021 - 01:15

gegen neun aufgewacht, dann aber weiter geschlafen bis nach elf. ich war spät nach hause gekommen, hatte lange wach gelegen in der silvesternacht.

trotzdem das ganze anstehende kapitel geschafft. ein durchgang, ohne große schwiergkeiten, nur strukturiert und gekürzt natürlich. morgen muss ich hoffentlich nur noch einmal drüberfliegen, mehr oder weniger kurz.

dann weiter. das nächste kapitel wird schwieriger, fürchte ich. aber eines nach dem anderen. es sind nur noch fünfzig seiten bis zu dem verabredeten punkt. und der januar hat gerade erst angefangen.

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bonding (143)

30. Dezember 2020 - 01:01

es läuft gut, aber langsam. eben bin ich in etwa bei der hälfte der vorgenommenen seitenzahl angekommen. wenn ich mir das genau aansehen, dann ist das nicht optimal. keine ahnung, ob ich das bis zum 10. januar schaffe. vermutlich ist es aber kein problem, eine woche anzuhängen. wobei in der woche mein urlaub dann schon mein urlaub vorbei sein wird.

es könnte durchaus auch sein, dass der gröbste dreck langsam mal ausgemistet ist. das wirre herumgeschwafel zu beginn, als ich noch nicht so recht wusste, wo es langgeht. das muss ja irgendwann besser werden. hoffe ich.

gut wiederum ist, dass ich wie eine wahnsinnige kürze. manchmal sogar ganze abschnitte, die ich auf wenige zeilen eindampfe. ein bisschen macht mir das auch angst. ich hoffe, das ich nicht zu weit gehe und zuviel wegnehme. andererseits.

so weit habe ich noch keinen roman getrieben, auch den ersten nicht. mit etwas, das auf seine art schon ein lektorat ist, bevor der text überhaupt auch nur in die nähe eines richtigen lektorats gerät. vermutlich arbeitet nicht jede agentur so, könnte ich mir denken.

im grunde bin ich im glück. ich weiß es nur nicht.

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bonding (142)

27. Dezember 2020 - 23:32

mal geht es besser, das schreiben, dann wieder ist es richtig schwer. gestern also war es so, heute ganz anders. alles zusammen ist gut. aber ich merke, dass ich mich womöglich verschätzt habe. keine ahnung, ob ich das zugesagte pensum bis mitte januar hinkriege.

was ich mache, ist eine richtige überarbeitung. das geht über ausbügeln und reparatur hinaus. das ist durchkämmen, mehrfach mitunter. nicht glötten, eher noch tiefer verweben. und das schlaucht.

mehr gibt es heute nicht zu sagen. nur noch: warum mache ich das?

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bonding (141)

25. Dezember 2020 - 01:07

nach dem etwas schwierigen ersten kapitel, das grundsätzliche hineinfinden in den text, die komplexizität des anfangs und überhaupt. schreiben ist arbeit. die zwei nächsten kapitel waren aber schon deutlich leichter. die ausrichtung des zu bewältigenden schreibprozesses zeichnet sich ab. das ist gut.

es ist eine art säubern. zum einen stilistisch und sprachlich, hier und da dreht der duktus noch seltsame schleifen. ganz zu anfang nicht wirklich ein wunder. zum anderen geht es um die eliminerung von wiederholungen und unsinnigen details. das geht weit über das hinaus, was meine agentin ohnehin schon angemerkt hat. und es ist weitflächig verteilt, überall muss ein bisschen was weg. also keinesfalls hier mal ein abschnitt und dann gleich eine ganze seite. leider so gar nicht, das macht die arbeit aufwändig. ganz zuletzt gilt es echte fehler auszumerzen. also das zu beheben, was den figuren nicht entspricht, weil ich sie ganz zu anfang noch nicht richtig begriffen hatte. dasselbe gilt auch für die storyführung, aber das ist ein kleines. soll heißen: da ist überraschenderweise gar nicht so viel.

so etwas habe ich lange nicht gemacht. oder anders: bei so einem unglaublich langen text habe ich es überhaupt noch nicht gemacht. so tief drin war ich bislang nur in wesentlich kürzeren texten. totfroh bin ich, dass ich erst einmal nur durch zirka 130 seiten muss. außerdem ist da die hoffung, dass zumindest der stil sich nach dem ersten drittel eingependelt hat und nicht mehr so schwankt. alles andere bleibt natürlich zu beachten. die fehler und die wiederholungen vor allem, die überdetaillierungen.

das alles später.

jetzt gehe ich schritt für schritt, ein kapitel nach dem anderen. und eine mächtige regel hat sich dabei bereits herauskristallisiert. es darf nicht länger werden, an keiner stelle, auf keinen fall. stattdessen muss jedes kapitel wenigstens eine seite gekürzt werden. das klingt seltsam, aber so zwinge ich mich. so ist es gut. bislang habe ich mich daran gehalten.

also wird es gut.

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