raum für notizen

disziplin: unter tage

branding/4

13. Februar 2022 - 23:57

am freitag den bestehenden text vor mich gestellt, fünfundzwanzig seiten, wie auf ein podest oder eine staffelei. dann zur axt gegriffen und los, weil zwei drittel davon weg muss. das heißt, ein neuer text soll entstehen, etwas anderes muss aus dem kommen, was bereits existiert.

zum abend hin auf etwa elf seiten gekommen, was nicht genug war. aber gut, hervorragend sogar. weil also keine fehler zu erwarten waren, in aller ruhe zum tango gegangen. gegessen, getanzt, geredet und getrunken.

in der nacht noch gedacht und über den titel entscheiden, die aufteilung. das dann am samstag gleich umgesetzt und etwa die hälfte des textrumpfs durchgearbeitet. fast mit leichtigkeit, muss ich sagen. so leicht, dass zwischendurch ganz entspannt das küchenregal abgebaut, umgebaut und wieder angebaut habe. was wesentlich länger gedauert hat, als ich gedacht hatte. das war schon ein bisschen mies.

erst spät also, am abend schon, in die zweite hälfte, von der ich dachte, dass sie nicht so aufwändig sein würde. wenig umzustellen, nur kürzen, keine probleme. von wegen. die abendarbeit lief nicht besonders rund, keine zufriedenheit wollte sich einstellen. nur frust und müdigkeit. aber runter auf knapp zehn seiten war ich am ende dann doch.

heute gleich am morgen eingesteigen. hinten eingestiegen, wo es mir nötig schien nach den unsauberheiten des vorherigen abends. leicht war es nicht, ich musste zum letzten mittel greifen. mir alles laut und langsam vorsagen, nicht nur schnell, damit es schnell geht. oder gar nicht, weil. nein, gar nicht geht gar nicht. rezitieren muss ich immer.

vier stunden waren das oder mehr noch, sechs vielleicht. doch das ergebnis ist gut, unter neun seiten bin ich gekommen. die dramaturgie stimmt, die spannung sogar. das denke ich, weiß es aber im grunde nicht.

ich höre trotzdem auf, da ist es noch hell. weil ich weiß, dass mehr nicht mehr geht, nicht an diesem wochenende. ich lasse den text und schicke ihn ab, zum gegenchecken. weiter geht es dann am donnerstag, die letzten feinheiten erledigen. so ist der plan.

keine zehn minuten später falle ich in mich zusammen, in eine tiefe, vor allem auch körperliche erschöpfung. es war ein anstrengendes wochenende, damit hatte ich so nicht gerechnet. das schreiben vor allem hat alles von mir verlangt, das vor allem hatte ich nicht auf dem plan. das bauen war ein leichtes dagegen, trotz leichtem muskelkater.

und jetzt ist mal schluss hier. in ein paar stunden fängt die neue arbeitswoche an.

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bonding/158

06. Februar 2022 - 22:32

manche kapitel sind leicht, weil einfach so viel schon stimmt. da geht es nur ums kürzen, also um mehr klarheit und präzision, um sprachliches auch. ddas kann sich ziehen, aber es fält mir nicht schwer. andere kapitel dauern und kosten nerven, nicht weil sie länger sind oder wirklich lang. oft stellt sich das problem in der aufbereitung des inhalts dar, kaum dass ich angesetzt habe, zu lesen, mich zu wundern, zu ändern dann. solche arbeit geht tiefer, reicht in mich hinein, denn nur da findet sich die form. am inhalt, immerhin, musste bislang wenig bis nichts geändert werden.

gestern also zügig kapitel XIV abgeschlossen, nachdem mir der erste durchgang schon recht leicht von der hand ging. und dann, das kapitel XV heute: eine ziemliche quälerei, bei der es nicht nur ums kürzen ging, sondern auch um umstellungen und großräumige vernichtung von kleineren passagen. um überhaupt einmal einen grund da hineinzubekommen. das ist zwar bei weitem nicht so schwer, wie der erste wurf, ganz ins leere hinein. aber es ist schon auch nicht ohne, da vergehen schon auch stunden für ein paar seiten. elf waren es heute, jetzt sind es noch neun. mitte oder ende nächster woche kommt dann der zweite blick, mal sehen. ich hoffe, das wird. leichter vor allem. aber es kommt, wie es kommt. im schreiben tue ich immer alles, egal wie lange es dauert und wie viel es mich kostet. schreibend gebe ich immer alles, auch wenn ich erschöpft bin. von mit gibt es nie weniger als das.

erschöpft bin ich derzeit tatsächlich von grund auf. mich jetzt noch einmal so durch all diese manuskriptseiten zu arbeiten, es sind hunderte sind, und ich bin nicht einmal auf der hälfte. das gefällt mir gar nicht, von lust kann da keine rede mehr sein. nicht im geringsten.

komisch ist nur, dass ich nach ziemlich genau einem jahr, den text mitunter wie neu lese. fast als wäre er gar nicht von mir, so ist es auf den ersten blick. das ist hilfreich, denke ich. so sehe ich besser und kann auf das große sehen, das ganze. und genau darauf kommt es jetzt an. vermutlich.

aber was weiß denn ich?!

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bonding/157

04. Februar 2022 - 00:14

ich muss es sagen, wie es ist. auch nach drei durchgängen geht so in text noch an die substanz. das, denke ich, hat den heftige schmerzbefall der letzten tage begründet. der betonklotz in meinem körper, rechts unter dem schulterblatt. das hat sich gelegt heute, ein wenig zumindest. puh! das mag auch daran liegen, dass ich da mächtige kapitel von letztem wochenende gestern, mit einem erheblichen kraftaufwand, doch noch irgendwie abgeschlossen habe. viel arbeit, die zufriedenstellend beendet ist.

vier seiten habe ich aus zuvor achtundzwanzig rausgeschrieben, und tatsächlich ist das gut so. man glaubt es ja nicht, auch ich nicht, mitunter. dass kürzen nicht nur eine qual ist, ein schmerzliches geschehen, bei dem man viele kleine wendungen und mikro-storys auf ewig in den orkus schickt. ein verlust also, nur das. man kann es so sehen, ja, aber es ist, wie im grunde alles, eine frage der perspektive. man muss auch auf die klarheit sehen, die dabei entsteht. ein transparenz, die stehen bleibt im gekürzten text, so muss es gemacht sein. mutig und in großen zügen.

kürzen bläst luft in den text. das muss das erste sein und das letzte sein, immer. die luft.

eben habe ich das nächste kapitel zügig durchgepflügt. knapp zwölf seiten, ohne große probleme. jetzt sind es noch zehn. morgen oder samstag muss ich noch einmal da durch, nachschauen, ob ich nicht zu große löcher geschlagen habe. und egal, was ich dabei finde, eines weiß ich jetzt schon. das habe ich gesehen. emotional und sprachlich ist es ein gewinn.

alles, was ich gerade tue.

allerdings tut es weh, na gut. das ist so, das geht bis in die physis. immer wieder mal., immer öfter. so etwas gehört zum schreiben. dass es an die substanz geht, die eigene. das weiß ich schließlich nicht erst seit gestern.

ich versuche es also hinzukriegen, irgendwie. alles und immer wieder. mehr kann ich nicht tun.

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bonding/156

31. Januar 2022 - 00:06

so einfach, wie ich dachte, war es dann doch nicht heute. gearbeitet habe ich bis zur erschöpfung und darüber hinaus. eigentlich ja gestern schon, aber da konnte ich es noch nicht recht sehen. oder nicht zugeben, was weiß ich. jetzt bin ich einmal vor und einmal wieder zurück durch die mangel. so war es schon lange nicht mehr.

leider ist es dann ja so, dass ich nicht mehr erfassen kann, wie gut oder wie schlecht  das ergebnis ist. fertig bin ich nicht mit dem kapitel, das immerhin kann ich sagen. dennoch war das wohl ein heimlicher traum, auch wenn ich ihn vorsichthalber gar nicht erst ausformuliert habe, gestern. gehofft hatte ich schon.

als resultat sind zirka zehn seiten zu verzeichnen, die ich auf jeden fall noch einmal durchgehen muss. allzu schlecht werden sie nicht sein, auch wenn ich viel, unglaublich viel text radikal entfernt habe. ich hoffe das durchsehen klappt zum ende der kommenden woche, anders geht es ja nicht.

vielleicht sollte ich das spiel mit dem einen kapitel pro woche nicht ganz so erst betreiben. das aktuelle hatte achtundzwanzig, immerhin, und das kommende gerade mal zehn. so geht die rechnung nicht auf.

auch nicht auf geht meine überheblichkeit gegenüber meinem eigenen energielevel. es ist und bleibt kein spiel, das leben und erleben meiner romanmenschen zu gestalten.  und dann damit zu leben. nicht nur beim schreiben, auch danach muss ich ja damit leben. heute zum beispiel ist mir ein mensch gestorben, auch wenn es nicht überrschend kam. nicht mehr in der dritten überarbeitung.

das alles ist dennoch nicht ohne, nein.

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bonding/155

30. Januar 2022 - 00:56

ja doch, ich bin ja dabei. aber es gab da viel anderes, das zu erledigen war, gerade zum ende des monats. leckere, kleinteilige produktübersetzungen, zum beispiel. sowas hält ja gut in übung, von was auch immer. egal.

weil nun aber so viel anderes sich in den weg gedrängt hat, hänge ich mit der romanüberarbeitung jetzt schon ein wenig hinterher. das musste ich heute abend feststellen, nach zirka sechs stunden broterwerbstexterei, die mich noch dazu über die maßen geschlaucht hat. schlechte planung, das war die nächste erkenntnis. bei so viel durcheinanderüberarbeitung ist eine gut durchdachte durchmischung von absoluter bedeutung. in der hinsicht war die letzte woche deutlich besser als diese, das muss ich zugeben. egal.

es war dann also nach neun uhr abends, als ich mich doch noch endlich in den text begeben habe. vier oder fünf seiten, mehr nicht, grob durchgestutzt, ganz nach der devise: kürzen, kürzen, kürzen. weil das in den seltensten fällen großflächig funktioniert, aber höchstdringend sein muss, kann eben nur zeug herausgestutzt werden. ich entferne also teilsätze, hier und da, und schiebe alles neu zusammen. manchmal sind es auch nur einzelne worte, die wegfallen. das ist beeindruckend, mitunter, was sich durch das weglassen eines wortes ändert. egal.

am ende war ein anfang gemacht, und ich bin ziemlich zuversichtlich, morgen die gestutzten seiten zügig und gut in einen neuen fluss zu bringen. allzu große schwierigkeiten bestehen da akut nicht, das habe ich sehen können. so etwas kommt bestimmt noch, keine frage. aber derzeit tut das kürzen an sich schon das meiste. und sicher komme ich morgen noch ein paar seiten weiter, bevor es am montag wieder in die lohnarbeitswoche geht. ob ich allerdings das ziel, jede woche ein kapitel zu schaffen, erreichen kann?

egal.

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bonding/154

23. Januar 2022 - 00:29

es ist schon seltsam, von einem frischen, gerade im entstehen begriffenen text in einen anderen, irgendwie alten zurückzuspringen. und das nach ziemlich genau einem jahr. es gelingt recht gut, ich will nicht meckern. nach den ersten vierzehn seiten ist schon eine komplette seite gutgemacht. also gekürzt, denn kürzen ist das, worauf es jetzt ankommt.

dennoch ist es seltsam, gänzlich anders. fast ist es mir fremd, was ich da lese. (so schnell kann das gehen.) natürlich ist es relativ leicht, im moment zumindest, die ungefähr fünfte überarbeitung eines textes zu machen. viel leichter, auf den ersten blick, als einen ganz und gar neuen ansatz zu versuchen, zu wagen beinah. (ich weiß ich ja immer noch nicht so recht, was ich da auf die seite gelegt habe.) wobei jetzt, in dem alten text sicher noch etliche passagen kommen werden, die mich deutlich mehr fordern als das derzeitige kapitel, da bin ich ziemlich sicher.

aktuell kommt es mir ein wenig so vor, als würde der sehr reduzierte stil des neuen textes, um den ich mich nun seit wochen, monaten so sehr bemüht habe, den blick schärfen, um die ziemlich deutlichen längen des jetzigen textes erkennen zu können. es wäre gut und wirklich hilfreich, wenn sich das bewahrheiten könnte. vor allem, wenn es dann auch so bleiben würde. aber wenn nicht, naja. ich bin ja ohnehin keine ganz so schlechte kürzerin, das wird also auch so gehen. nur anstrengender wäre es dann wohl.

jede woche ein kapitel zu schaffen, das wäre schön. vielleicht gelingt mir das ja. aber vermutlich eher nicht, denke ich mal. so ehrlich will ich mit mir sein. es kann so viel dazwischenkommen. (und nein, ich hab jetzt nicht nachgeguckt und durchgezählt, wie lange ich dann brauchen würde. ich steh jetzt auch nicht mehr auf aus dem bett, um das zu machen. hoffe ich!)

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bonding/153

19. Januar 2022 - 00:07

also! zurück in diesen text, nach über einem jahr. die letzten überarbeitungen stehen an. ein ziemlicher stapel, dessen anblick mir auf den ersten blick keinen spaß bereitet. ich habe es gerade eben so geschafft, die mappe aus dem regal zu nehmen und einen batzen von zirka hundert seiten abzuzirkeln. darin wird ein inhaltlicher bogen geschlagen, der mir überblickbar erscheint. zu erfassen und zu bearbeiten, bis etwa mitte februar.

hoffe ich. wenn da nur nicht all die andere arbeit wäre.

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branding/3

16. Januar 2022 - 19:01

wenig scheine ich preisgeben zu wollen von diesem neuen projekt. dem folgenden aus dem anderen, über das ich hier so viel hinterlassen habe. vielleicht weil es zunächst einmal darum ging, einen anfang zu machen, einen plan zu finden. und zu schauen wie es funktioniert, diesem dann schreibend zu folgen.

nun, es hat funktioniert, im großen und ganzen. es ist etwas tragbares entstanden in den letzten wochen, genau wie ich es wollte. das schreiben hat sich keinem neuen stil, wohl aber einer neuen haltung geöffnet und ist wie gehabt in einen wechsel von fließen und stocken geraten. viele fragen sind noch offen und etliche neue werden erst noch zutage treten, denn bislang existiert vielleicht ein viertel des textes. oder ein fünftel vielleicht? auch das weiß ich noch lange nicht.

es ist ziemlich großartig. alles. genau richtig für das aktuelle stadium und in gewisser weise berauschend.

letzten sonntag habe ich die schreibarbeit abgebrochen. zum einen muss ich noch viel lernen, viel lesen über das thema. mich wegbewegen von der eigenen perspektive, den persönlichen lebenslegenden. geht es um autofiktion? um liebe? um krieg? ich muss all die fragen noch finden, bevor ich mich an die antworten wagen darf.

außerdem muss ich jetzt wechseln zu dem anderen, dem alten text. da wollen noch zirka 350 seiten überarbeitet werden. keine ahnung wozu, aber ich bin gespannt. wie ich jetzt dahin zurückfinden soll? keine ahnung, echt nicht.

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branding/2

21. November 2021 - 18:52

im januar hatte ich zum ersten mal hier darüber gesprochen. seither habe ich nicht davon gelassen, auch wenn ich erstmal nicht weiter davon berichten konnte. vieles an der schreibarbeit, vor allem ganz zu beginn, ist heikel. denn da ist es noch gar kein schreiben, da ist es ein suchen und versuchen, das zunächst einmal im kopf stattfindet. im kopf aber ist alles gefährdet, zu jeder zeit. es ist ein vielfältiges chaos, ständig in bewegung, und lange ist es keinesfalls klar, ob sich eine form finden lassen wird.

und genau darum ging es, den ganzen sommer über bis jetzt in den herbst. um die form. und um die ersten versuche mit der form, dieser oder einer anderen. auch das ist eine heikle phase, denn die möglicherwesie gefundene form beginnt, sich unmittelbar zu bewegen, sich zu sperren oder zu schwingen, manchmal beides auf einmal. die form verformt sich, und das ist ein durchaus nicht zu verachtendes textrisiko.

beim schreiben, und allem, was dazu gehört, ist das eines meiner größten ängste. dass ich beim abtauchen in das kopfchaos, kopfüber sozusagen, die fassung verliere. und somit nicht finden, nichts halten, nicht schreiben kann. letzendlich.

diese gefahr scheint nun einstweilen gebannt. ich komme voran, und die dinge, also die ideen, die inspiration, beginnen, sich ie von selbst in die form zu fügen. nicht sich zu fügen, aber sich einzufügen in den raum, in dem sie sich entfalten können. das ist gut, so gut.

und es ist auch anstrengend, sehr, denn damit beginnt die zeit der konkreten arbeit, dem schreiben. was nicht nur in sich schon alles fordert, zeit, energie und konzentration. es mischt auch die lebensplanung auf, die balance zwischen brotarbeit und schreibarbeit sowie das planen einer immer wieder glatten zeit, ohne dabei gestört zu werden. meine zeit.

und das inmitten einer schon wieder zunehmenden erschöpfung, aufgrund von pandemie und isolation. denn es ist nicht so, dass das so zwingend notwendige alleinsein für ein intensives schreiben, sich leichter herstellen ließe, wenn sich das leben ohnhin quasi bis ins letzte ausgeleert hat. nein!

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bonding/152

27. Juni 2021 - 23:52

für alle, die fragen oder sich wundern: es dauert! (das mit dem verlag, den es bislang noch nicht gibt für dieses buch, das noch kein buch ist.)

und es steht still, seit wochen jetzt schon. alles ist warten und hoffen. und daumen drücken irgendwo ins leere hinein. und weiter hoffen, nicht verzweifeln. ein bisschen zweifeln viellecht, hin und wieder. na gut.

keine ahnung, wieviel luft …

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