am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bergschäden

manche tage beginnen wie zucker und enden doch im sumpf. andere fangen schon übel an. und gerade weiß ich nicht so genau, was ich eigentlich besser finde.
die wohnung unter meiner wird renoviert, seit wochen, wenn nicht seit monaten schon. in nicht nachzuvollziehender weise wird dort unmotiviert losgelärmt. heute ist offensichtlich die decke dran. und zwar die, die aus meiner sicht der fußboden meines arbeitszimmers ist. es rumpelt und röhrt dort unten, bohrer beißen sich im material fest. (wer denkt da nicht unvermittelt an zahnärtzte?) das ganze ist nah, zentimeter nur trennen mich von den gewaltigen vorgängen da unten. unter mir. es wird geschabt und gegraben, so hört es sich zumindest an. wie erdarbeiten, ausschachtungen, tagebau. und ich sitze hilflos obenauf, harre der dinge. ahnungs- und rettungslos. ich spüre es mit jeder faser meines körpers. jeden augenblick rechne ich damit, daß eine meiner fußsohlen von einem großen bohrer durchlöchert wird. oder der boden nachgibt, absackt, einsinkt. bergschäden. ich kenne das, ich bin in essen geboren.
seltsam auch, auf dem balkon zu stehen, durch das unten weit geöffnete fenster das motorengeräusch der bohrmaschine hören, das helle drehen des metalls, wie es von den umstehenden häuserwanden reflektiert wird. ebenso das röhren und vibrieren des bodens, der steine, des holzes von innen, das aus gleicher quelle stammt, und dennoch nicht dazuzugehören scheint. trittschall und luftschall, zwei grundverschiedene dinge, finden sich offensichtlich nur zusammen, wenn man das gerät selbst in der hand hält.
gerade schwingt sogar der flatscreen im rhythmus. wie wäre es jetzt mit ein wenig fleißarbeit? konzentriert und zielgerichtet? na?

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner