am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

jahr für jahr, re:publica

die letzten tage auf der re:publica verbracht. eines der beinah traditionellen dinge, die ich derzeit glaube, in diesem jahr zum letzten mal zu tun. ich weiß nicht genau, warum ich das denke, aber ich bin ziemlich sicher. im oktober geht die digitalgesellschaftskonferenz nach wien, in die brotfabrik nach kreta, ich kenne das. ich werde nicht dort sein. ich werde anfang juli dort sein, ebenfalls zum letzten mal. das bricht mir jetzt schon das herz. vorher werde ich in klagenfurt sein zum bachmannpreis, doch da bricht nichts mehr. das war im letzten jahr schon nicht mehr richtig und wahr. doch es ist ein jubiläum diesmal, eine art achtungsbekundung. das ist gut, aber ich fühle mich nicht wohl dabei. vermutlich wird es unangenehm werden, aus vielerlei gründen. und es wird ein abschied sein.

die re:publica hat mich schwermütig entlassen. wobei ein großteil der schwermut aus mir selbst gewachsen ist. doch während andere hoffnungsfroh gestimmt sind, erinnere ich mich an die feststellung der tatsache, dass das netz im iran sicher nicht mehr eingeschaltet werden wird. die blacklistregelungen weichen einer (chinesischen) whitelisttechnologie. das und vielen andere in der gegend, in der welt verlängert das elend. it’s a fact!

am morgen erschreckt mich das wordpress-update mit einem KI-hinweis. warum das denn? auch die künstlichen sprachmodelle waren ja ein raumgreifendes thema auf der re:publica, mit höchst interessanten ansätzen, die ich in teilen verfolgen werde. aber langsam, ich bin nicht so schnell wie diese dinger.

immerhin finde ich beim herumschauen im wp-backend, endlich, wie ich mein kleines lyrik-blog problemlos bestücken kann, ohne umständlich mit html basteln zu müssen. ich weiß, code is poetry. aber nein, html ist kein bisschen poetisch.

mehr noch hat mich auf der re:publica interessiert, was es mit klassizismus auf sich hat. da gab es überraschend viel und genau in der gegend bewegt sich auch ein neu zu plottender text. eher klein und wenig vielschichtig, ich bin noch sehr auf der suche. einen auch meiner fehler zu diesem habe ich bereits identifiziert: es geht im wesentlichen nicht um geld, es geht um zuordnung. erst daraus folgt das geld. wie in dieser nicht-diskussion (achtung youtube) deutlich zu erkennen ist.

ich war dort, die ersten zehn minuten etwa. dann musste ich den raum verlassen, aus angst, vollkommen dekonstruiert zu werden. währen und auch nach des derzeit zu recht hochdiskutierten gehaltsvergleichs saß in meiner nähe, eher hinten im raum, eine kichernde und johlende kleingruppe, die ich – womöglich zu unrecht – sofort dem herrn professor zuordnete. das mag also falsch sein, doch dort hockten ein paar ahnungslose, recht junge leute, die großen spaß an der rhetorischen gewitzten show des herrn hatten. die ihn selbst im übrigen vollkommen unkenntlich gemacht hat, quasi mit dem ersten wort. das thema geld, das er selbst ins spiel gebracht hat.

in solchen momenten weiß ich, warum ich kaum eine chance habe, nie eine hatte. es ist nicht das geld, auch nicht die bildung. es ist die herkunft, die würgezeit der kindheit dazu, die mich ausmustert.

übrigens: ende des monats werde ich 63, und fünf tage später, mitten in der nacht, am 4. juni. da werde ich anfangen, älter zu werden als mein vater wurde in seinem leben. also, vermutlich werde ich das. ich denke wirklich nicht, dass mir da noch etwas dazwischen kommen kann. wobei, eigentlich weiß man ja nie.

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