am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

münchen, nachgetragen

klagenfurt begrüßt mich mit einer recht erträgliche temparatur unter dreißig grad, dazu etwas wind und wenig später werde ich angetröpfelt. inzwischen regnet es sogar, ich öffne alle fenster, stelle durchzug her, und es wird tatsächlich ein wenig kühl.

ich freue mich auf die nacht, das wird vermutlich die letzte, einigermaßen erträgliche. obwohl die unterkunft ihrer ebenerdigkeit alle ehre macht und sich bislang tatsächlich nicht besonders aufgeheizt hat. die wohnung ist super, sicher die beste, die ich jemals hier hatte. nur das mit dem separaten schlafraum stimmt nicht, das stand allerdings auch wirklich nicht in der beschreibung. das hatte ich erfunden, wie so ne KI.

einen kleinen münchennachtrag muss ich noch machen, schließlich war ich nach langer zeit zum ersten mal wieder länger als nur eine nacht dort. und nur vom bahnhof zu den freunden laufen und am nächsten tag dann wieder zurück zum bahnhof, das zählt ja nicht.

ein bisschen kenne ich die stadt, naja, vor allem das glockenbachviertel, vor über zwanzig jahren war ich schon einmal da. keine gute erinnerung, die zu erzählen lohnt nicht. die freunde wohnen nicht weit, auch da komme ich ganz gut klar, münchen ist ja auch nicht wirklich riesig. aber münchen kennen, das tue ich natürlich nicht.

münchen sei nicht bayern, habe ich mich sagen lassen. das scheint mir zu stimmen, zumindest denke ich vor allem ans ruhrgebiet, wenn ich durch münchen laufe. das liegt an der bürgersteigpflasterung, die war in meiner geburtstadt sehr ähnlich und ist ja ganz anders in berlin. wo sie womöglich einmalig ist, ich weiß nicht genau. die menschen in münchen kommen mir ziemlich normal vor, beinah berlinerisch. (haha) so lange, bis sie sprechen, dann wird alles anders. ich glaube, ich habe vorurteile.

der verkehr ist enorm, wie überall eigentlich, und für fahrräder und fußgänger besonders schlimm. letztere werden von den ampelschaltungen derart vernachlässigt, dass eigentlich kaum jemand sie noch beachtet. so dachte ich zumindest, wenn ich als einzige in der hitze stand und wartete. nach einer weile habe ich mein verhalten angepasst, immerhin sind in münchen die straßen nicht so breit wie in berlin.

außerdem ist alles ungemein viel teurer, der kaffee, das eis, die kekse. da lobe ich mir dann doch mein berlin. allerdings gibt es auch in münchen das elend der menschen, die auf die eine oder andere art, aus dem einen oder anderen grund der straße leben. und das auch zunehmend, wie mir scheint, besonders in der gegend um das sendlinger tor. ob das zufall ist, die riesenbaustelle am bahnhof, die keine schlupflöcher mehr offen lässt. oder ob es eben so ist, dass zunehmende armut längst überall sichtbar wird. das ist ja bei mir zu hause, direkt vor meinen fenstern, nicht anders.

dazu passend, polit-influencer markus söder, der ja nicht bayer ist, sondern franke, wenn ich mich recht erinnere. er vermarktete ausgerechnet gestern (oder doch schon am sonntag?) die glorreiche vorstellung, die in deutschland wachsende armut zusätzlich noch ein klein bisschen ausquetschen zu können.

es geht um millionen. menschen!

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