nachtrag: der letzte tag in wien ist denbkbar ruhig. es ist nicht mehr so windig, und es wird wieder wärmer. ich laufe einfach ein bisschen herum, so bin ich in meinem wien. dann will ich hoch auf die aussichtsplattform oben auf dem haus des meeres. hinein will ich nicht, das ist ein zoo. ein zoo in einem der massigen betonbunker aus dem krieg. das mag ich mir nicht einmal vorstellen. man kann aber nicht einfach so hinauf, man muss im restaurant reserviert haben. oder aber eintritt zahlen. nicht besonders viel, aber mehr als ein u-bahn-ticket. da werde ich auf einmal sperrig und gehe weg, schließlich war ich schon auf dem riesenrad oben zum schauen. jetzt tut mir das leid, denn darum ging es ja nicht wirklich. ich hätte auf einem der großen bunker stehen können, das hatte ich vergessen.
man kann nicht alles, aber man muss packen, wenn die rückreise ansteht. ein bisschen räumen und rödeln, ist ja immer ein wunder, wie all das zeug in einen koffer, einen rucksack und die bachmanntasche passt. anschließend kann ich mich nicht entscheiden: ins neue hiesige liebgingscafé? ziemlich hipster, man spricht vorzugsweise englisch, aber der kaffee!!! umfassbar gut!!! oder gleich ins wiener beisl zum abendessen auswärts? einmal immerhin, zum abschied. das brauhaus liegt nur eine haltestelle weiter, dafür muss ich vorbei am haus der urgroßmutter.
natürlich tue ich beides. und bereue am ende lediglich, kein paket kaffee mitgebracht zu haben.
als es dämmert wird wien immer weicher und sanft. die äußere mariahilfer ist nichts besonderes, im gegenteil. es wird viel gebaut, besonders auch die straße selbst, die wohl auf die gesamte länge für fahrräder umgestaltet wird. die baustellen sind ein wenig chaotisch abgesperrt und ausgeschildert, ich verlaufe mich ständig. die bauarbeiter tragen große strohhüte gegen die beißende sonne auf dem kopf. keine cowboy-hüte, mehr diese breitkrämpigen damenformen. das ist lustig, aber meckern tun sie dennoch wie echte bauarbeiter, wenn ich ihnen versehentlich mitten in den arbeitsbereich laufe. überall, wo sich für eine weile solches chaos ausbreitet, finden sich schnell auch dreckecken ein. ganz wie in neukölln sammelt sich müll in den seitenstraßen. wo eine*r schnell mal etwas ablädt, da finden sich schnell auch andere. so entstehen punktuell haufen. lediglich die bürgersteige bleiben deutlich sauberer als hier, vielleicht weil sie in wien weniger als halb so breit sind. das hoffe ich zumindest, ich glaube an die menschen. an ihre scheu voreinander, wenn der raum eng wird.
diese weichheit und tiefe ruhe in wien, immer wieder. ich kann sie mir nicht erklären. keine stadt, nicht zürich zum beispiel, nicht irgendeine andere, bietet in sich eine tiefe. das muss in mir sein, umgrenzt in dem ich, das ich bin.
es ist nicht für immer.