am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

preisen ohne geld

schöne tage muss man loben. erstmal natürlich leben, dann wahrnehmen und anschließend loben und preisen, weil sie unbezahlbar sind. und letzteres vermutlich mehr und mehr werden, unerreichbar vielleicht. irgendwann, wenn alles seinen preis hat.

heute will ich – zur abwechslung tagsüber – reden über lobpreise, die keinen geldbetrag beinhalten.

gesten also. arbeiten, nun ja. von zu hause ist das ja immer so ein ding, aber warum ins büro fahren, wenn dort auch kaum jemand ist. verbindungsprobleme mit dem internet sind da mehr als unappetitlich, aber nun gut. trotzdem sachen gemacht gekriegt, nur die leute nicht alle erreicht, die ich gebraucht hätte. das preise ich ausdrücklich nicht.

am nachmittag zur friseur, zu meinem angestammten, der recht teuer ist. geld! eigentlich hatte ich zu irgendeiner billigkette wechseln wollen, aber da konnte ich mich nicht durchringen. erstmal. und es hat sich als völlig richtig herausgestellt, weil die idee einer leichten frisuränderung mir ausgesprochen gelungen erscheint. mehr als das.

ich freue mich. auch jetzt noch, obwohl mir die feinen, weißen haarstopsel, die nach einem frischen haarschnitt einen weile zur begleitung bleiben, gerade noch in die tastaur rieseln.

am abend dann zum messerschleifkurs, der mich kein geld gekostet hat. der war ein geschenk zu meinem 60sten, glaube ich. also lange her, richtig lange. ich bin manchmal ein bisschen langsam, auch wenn es nicht so aussieht, wenn man mich sieht.

und es war toll, absolut super. mit metall komme ich ja nicht so intuitiv klar wie mit holz, das liegt ohne jeden zweifel an der frühen prägung durch den tischlervater. wohl deshalb kam ich mit reinen online-anleitungen und einem schicken, neuen, natürlich japanischen schleifsteinen nicht wirklich klar. es war anstrengend und brachte wenig schärfe zustande, dazu die zweifel, den klingenzustand nicht wirklich einschätzen zu können.

dabei ist es ganz einfach, es ist handwerk. man muss die tricks kennen und die tradition, dahinter steckt physis und physik, immer. das alles muss jemand preisgeben, mit klarheit und gewinn, wenn man selbst weder zeit noch material hat, lange herumzutesten. so war das, gestern. (natürlich in dem verhältnis 5 zu 1, was das geschlechterverhältnis angeht, wobei ich in dem fall für die frauen zähle.)

drei fehler habe ich beim schleifen gemacht: falsche schleifrichtung, falscher schleifwinkel, falsche ausrichtung des schleifsteins. ein leichtes, das zu korrigieren. jetzt kann ich messer schleifen, und wie! und werde sicher noch besser, was für ein glück.

ja, so etwas macht mich wirklich glücklich. am liebsten würde ich den schmiedekurs gleich hinterhermachen. aber der kostet richtig geld* und ist außerdem über lange strecken ausverkauft. kann ich verstehen.

* der preis ist natürlich vollkommen angemessen und normal, nur für mich ist es unerschwinglich viel derzeit.

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