am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

lücken

alle achtung, welche art von erkältungsvirusvarianten auch immer derzeit unterwegs sind, sie sind nachhaltig. das sage nicht nur ich, das höre ich überall. inzwischen bin ich aber wohl durch damit, nur an gelegentliches trockenhusten habe ich mich irgendwie gewöhnt.

zeit also, an die zweite gürtelroseimpfung zu denken, die ich woche um woche weiter nach hinten geschoben habe. vorsichtshalber, weil die erste shingrix ende august doch recht nachdrücklich gewirkt hat. macht sich aber aber ziemlich gut bei mir, kein fieber bislang, nur ein wenig müde bin ich vielleicht. das kann aber auch der herbst sein, die zunehmende dunkelheit. mir ist diese zeit bis januar ja immer wie ein loch. und ein impfärmchen habe ich natürlich.

alles klar!

draußen vor dem fenster wurde heute morgen lauthals holz geschreddert, ein ganzer baum, wie sich später herausstellte. zum glück keiner von denen, die direkt vor meinen schlafzimmerfenster stehen. das würde mich tief treffen, das hatte ich schon einmal. vor einem anderen fenster, in einem anderen raum. deshalb rechne ich im grunde schon lange damit, jahr um jahr.

die leere stelle, wo vor jahren von einem tag auf den anderen der baum verschwandt, der mein schreibtischfenster von der außenwelt abgeschottet hat, blieb lange eben das. eine leere stelle. anderswo werden neue, spindeldürre bäumchen gesetzt, die nicht immer über die kritischen, ersten jahre kommen. allein zwei davon, ein paar hauseingänge weiter, habe ich umfallen sehen, sobald das hölzerne jungbaumstützgestell entfernt worden war. deshalb wollte ich mich an meine lücke gewöhnen, auch wenn es schmerzhaft war.

irgendwann wurde dann aber doch so ein stengel in die erde gesetzt, in diese lücke. weil aber gleich darauf bauarbeiter an genau dieser ecke auftauchten, mit ihnen holzstapel, dachpfannen, ein kran, ein menschencontainer, diverse müllcontainer und ein dixieklo, hat sich dieser stengel nicht halten können. so einen schock hätte ich auch nicht überlebt.

seit letztem frühjahr gibt es einen zweiten versuch, ein neues bäumchen. ich nenne es so, weil es schon im ersten jahr richtig gut gewachsen ist. und in diesem jahr gleich noch einmal, und wie! kann sein, dass das an diesem in berlin moderaten sommer in diesem jahr liegt, es war auf dauer nicht allzu heiß, gelegentlich kam etwas regen, beinah regelmäßig und überhaupt.

das bäumchen ist noch nicht ganz auf meiner höhe. wie auch, ich lebe im zweiten. aber auf einmal habe ich hoffnung, dass es vielleicht klappen könnte. dass er zu meinen lebzeiten noch von der anderen straßenseite zu mir herübersieht.

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