am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

no man magic

dieser mensch, der präsident zu sein glaubt, ausgestattet mit macht. macht sein land zeitgleich zum schlachthof und schlachtfeld. und klingt dabei wie ein pfaffe, ein zauberer, ein schmock.

doch da ist niemand, kein mensch und kein zauber. da ist nichts, nicht einmal schlechte kunst oder heller wahn.

nur illusion.

da ist ein armer mensch, ein mann mit macht, der wirft dreck in die luft. das ändert nichts, das hat es noch nie. das macht es nur schlimmer. alles.

da ist keine magie.

bonding (114)

ich bin nicht ganz raus, das nicht. aber ich stecke auch nicht mehr tief drin im text. immerhin ist der übersetzungsjob jetzt zu einem drittel durch, das hätte ich so nicht erwartet. und das war sogar schon am letzten wochenende so gut wie gemacht, nur hab ich es da noch nicht einmal absehen können.

das also hat überraschend ein wenig ruhe in mein wochenende gebracht. mit dasitzen und nichts tun, mit balkonpflege und spazierengehen sogar. das dasitzen hat mich wieder näher an den text gebracht, ebenso an eine vorstellung von meiner rolle, meinem standing irgendwo in diesem betrieb. darum werde ich nicht herumkommen. und das ist vielleicht, was mich am meisten fordern wird. kann sein, dass ich es hassen werde. ich behaupte das gern, weil ich mich gern so sehe. scheu und missverstanden, zu zart und zu arm für diese welt. vermutlich wird es aber anders sein, natürlich wird es das. ich werde wege finden, fest in meiner sensibilität zu stehen, wurzeln zu schlagen in meiner tiefe, die kein abgrund ist.

wenn ich meine flügel entfalte, als wäre da wirklich ein engel in mir, dann ist das kein spaß. dann ist das groß. nur tue ich das selten, so gut wie nie. weil es sich meistens weder lohnt, noch irgendwie angemessen wäre. einfach so. ich muss das nicht.

ich muss zurück in den text, das ist alles. und ich sehe es kommen. seit heute, seit eben. meine zeit wird es zulassen, meine spielräume bis zur nächsten schreibzeit anfang august. es wird passen, womöglich sogar ohne stress. dieses mal. zwölf tage unweit von berlin in der kleinen stadt, in meiner liebsten und längst so vertrauten schreibunterkunft.

in wenig habe ich noch angst, dass die coronalage es eventuell doch nicht zulassen könnte. bis dahin sind es ja noch ein paar wochen, wer weiß schon, wie sich das alles entwickelt. aber andere machen richtige urlaubspläne, in andere länder und mit zugfahrten oder flügen gar. das habe ich nicht, das will ich auch gar nicht. und dennoch.

wir werden sehen. am schreiben wird das nichts ändern, hoffe ich. nur schade wäre es und traurig wäre ich. aber das bin ich ohnehin ständig. in diesem jahr besonders.

cool

draußen pfeifen die krähen den regen an. es ist ein wirklich schöner sommer, dieser coronasommer, schweißtreibend mit wind und regen. die autoreifen werden laut, wenn wasser in den straßen steht. lauter als die motoren, das heulen und kreischen der kavalierstarts, die die hiesige jugend gerne zum besten gibt. das ist es, was sonst meine ecke hier beherrscht.

in diesem sommer ist es cool, und ich bin froh darüber. die hitze der letzten jahre wäre mir nichts, nicht jetzt. eigentlich nie, ich mag die kälte. obwohl ich auch nicht gern friere. doch es gibt kälte, die mich nicht frieren lässt. die einfach nur klarheit herstellt, mehr nicht. diese kälte meine ich.

die schwüle dagegen, die letzten beiden klebrigen sommer. die haben mich erschöpft, vor allem anderen. jetzt dagegen ist es gut.

ich weiß auch nicht. warum?

#insight

zurückgeworfen auf mich, ein selbst. das ist alles. ich sage nicht, dass es leicht ist. so klein zu sein, ein kern, ein korn. bereit zu wachsen. bereit auch zu warten, was mir allerdings nicht so behagt. nicht mehr, nicht noch mehr. davon hatte ich schon mehr als genug.

draußen geht alles mehr oder weniger wieder los. es sieht auch immer mehr danach aus, auch wenn ich mich an den berliner top-adressen nicht sinnlos herumtreiben mag. ich fahre nicht u-bahn oder bus und ich gehe nicht in kneipen oder bars. ich gehe auf den balkon. von da aus klingen die nächte immer noch anders als zuvor, leichter und leiser sind sie. mir gefällt das.

doch auch ich bin wieder häufiger unterwegs. da sind wieder menschen in keinem leben, echte menschen. nicht nur ihre gesichter auf dem bildschirm und ihre stimmen in meinem headset. das ist gut. und doch ist es auch seltsam. mehr als zuvor spüre ich, wie anstrengend mir menschen sind. immer noch, ganz egal, wie lieb sie mir sind oder wie sehr ich sie vermisse. anschließend kämpfe ich, immer, um mich. ich suche nach dem selbst, das ich bin. der kern, das korn. das gilt es zu schützen, dass es wachsen kann, irgendwann.

ich weiß nicht, ob das klug ist oder auch nur sinnvoll. denn im grunde hat sich noch nie jemand auch nur dafür interessiert. selbst die, die es fressen wollten, sch davon nähren, weil sie es besser nicht wusste. auch die hatten keine ahnung, was es ist. nur seine kraft, die kannten sie wohl, die fähigkeit zu wachsen. sonst hätten sie mich nicht brauchen können.

jetzt geht die zeit des rückzugs also vorbei, einstweilen zumindest. und ich will lieber bleiben, bei mir. ich will warten und wachsen, obwohl es kaum noch auszuhalten ist. nicht das mit dem virus, das ist wie es ist.

doch das selbst, das ich bin. die frage nach dem werden und wachsen. dabei möchte ich bleiben.

gar nicht schlimm

vierundzwanzig stunden, mehr als das, also zwei fast völlig verlorene tage. seit sich gestern, gegen mittag etwa, mein rechner verabschiedet hat. mein hauptrechner, der neueste und teuerste, den ich je besessen habe. auf den ich mich fest verlassen zu dürfen dachte, ohne jeden zweifel. für die nächsten jahre, wenigstens. ausgerechnet der schaltet sich aus, mitten bei der arbeit. der arbeit im büro auch noch. aus und nichts mehr, nicht das kleinste bisschen restleben. nur noch sinnfreie todeszeichen, nicht einmal das bios-gemorse. nur ein beständiges blinken der tastatur samt der leuchtdioden. sonst nicht.

da hat sich eindeutig hardware verabschiedet, vermutlich gleich das mainboard. aber alles nicht so schlimm, könnte man meinen. ich besitze einen ersatzrechner, genau für diesen fall. der alte ist noch ziemlich fit, ich halte ihn sogar regelmäßig auf dem neuesten stand. so bin ich. nur ein bisschen lahm ist er halt. vor allem aber: der zusammenbruch des schicken, neuen teils dürfte ein garantiefall sein, da bin ich ziemlich sicher. also alles halb so wild. wirklich.

nur dass dann genau in dem moment das gerödel losgeht, im hirn und im handeln, und nicht mehr so schnell aufhört. erst das kranke teil prüfen lassen, nach der diagnose die möglichkeiten analysieren, daraufhin die rechnung suchen, die zum glück doch nicht tief vergraben in dem toten gerät schlummert, sondern auf der externen festplatte. himmel. dann mit der arbeit die einrichtung einer neuen remote-verbindung zusammenbastelt, was nicht sogleich gelingt. zwschendurch mit dem service des laptotp-verkäufers telefonieren, um den ablauf zu besprechen. auch, dass ich die ssd ziehen und behalten will, vorsichtshalber. was mir allein dann aber nicht gelingt, also nochmal zum fachmann damit. wo ich immerhin die schrauben selber lösen kann. gefunden hätte ich das element aber nicht. nebenbei den ersatzrechner anpassen, der ja eben doch nicbt so ganz richtig eingerichtet ist. den toten rechner einpacken, den paketdienst. halt, noch den drucker einrichten. warum geht der drucker eigentlich nicht mehr. wo ist die verdammt einrichtungs-dvd? und warum benutze ich eigentlich nicht die neue universal-dockingstation für den alten rechner, statt der alten, wo ich alles umstöpslen.

himmel! so war das seit gestern mittag. und als dann alles soweit so ziemlich wieder benutzbar und erledigt. dann kam der nerv, weil ich nichts, aber auch wirklich gar nichts von meiner arbeit geschafft habe. am meisten wohl noch im brotberuf, aber doch kaum etwas. schlechtes gewissen deswegen. aber noch weniger der anstehenden seriellen übersetzungsarbeit, auch deshalb ein schlechtes gewissen. und rein gar nicht für das manuskript. nada!

das macht dann nicht nur das gewissen schlecht, sondern vor allem das gemüt. und ans bauen habe ich nicht einmal gedacht, obwohl der baumarktbesuch dringend auf der liste steht.

das ist doch völlig verloren. alles

#insight

morgen wieder ins büro, das erste mal seit über drei monaten. ich freue mich sogar, auf die fahrt, auf die menschen, auf all das andere. das, was nicht zu hause ist. ich musste allerdings alles selbst organisieren und damit eben auch selbst verantworten. maske mitnehmen, desinfektionsmittel und ein handtuch, nur für mich. dann mit dem direkten büroraumkollgen besprechen, dass wir uns besser absprechen und nur abwechselnd persönlich erscheinen. niemand zwingt uns, niemand fragt nach, keiner gibt wenigstens ein paar grobe regelungen vor. das ist ein bisschen gemein, aber was soll ich machen. es muss halt irgendwie gelingen.

ich tue, was ich kann. wer weiß schon irgendetwas.

vielleicht gibt es auch bald wieder tango, unterricht in ganz kleiner runde. vielleicht. ich weiß noch nicht so recht.

viel gearbeitet heute, gut gearbeitet. besser und weiter gekommen als ich je gedacht hätte. jetzt bin ich beruhigt, ein wenig zumindest. und allzu müde bin ich auch nicht, nur die augen tun weh. der nacken auch, die schultern. seit die behelfsbildschirmbrille kaputt ist, habe ich nur noch ein uraltprovisorium. das passt aber nur so gerade, soll heißen: eigentlich nicht.

jaja, die neue kommt in drei wochen, schneller ging nicht.

und jetzt? wie leer ich bin, ohne arbeit. derzeit auf jeden fall. das war auch mal anders, wenn ich mich recht erinnere. ich erinnere mich nur kaum.

arbeiten, den ganzen tag. ich muss mich ranhalten, bin immer noch nicht einmal halb durch den salat. großauftrag, meine ich. da hast du! halb durch ist nicht gut, ich sollte besser sein. aber es hilft ja nicht, ich muss. ich muss mehr. und schneller auch.

dabei ist mir mein erschöpfungspunkt deutlich näher gerückt in letzter zeit. ich spüre es immer häufiger, wenn mich mein hirn verläasst. wenn es einfach nicht mehr weiter will. zweimal in dieser woche, einmal im brotberuf und dann heute. mehrfach. geschafft habe ich es dennoch, trotz geschafftheit. ich könnte zufrieden sein, zweifle aber an der qualität. nicht zu unrecht vermutlich, erschöpftheit eröffnet diesbezüglich möglichkeiten. immer. und für kontrolle war kein kopf, auch wenn ich es versucht habe.

gleich nach feierabend mich auch noch mit dem kindle auseinandergesetzt, ich weiß gar nicht warum eigentlich. ein höllisches mistding, das mir nach dem update ausgerechnet das eine buch nicht öffnen wollte, das ich aber nunmal unbedingt öffnen wollte. verdammt, kindle ist überflüssig, kindle ist sowieso amazon. ich will das gar nicht, warum besitze ich so etwas? noch schlimmer, warum besitze ich zwei kindle?

kann jemand ein kindle fire 3. generation brauchen? ich hätte da eines übrig, hatte ich ewig nicht mehr in der hand. also?

kurz vor tagesabschluss, so gegen zehn, dann noch mal auf hochtouren, weil irgendwo im haus ein feuermelder dauerjaulte. gleich vor der wohnungstür dann gleich ein deutlicher hauch von verbranntem essen, der klassiker. die quelle war schnell gefunden, die nachbarin sehr verpennt und leicht desorientiert. und das bei dem lärm! ich musste ihr dann noch erklären, wie man das ding wieder abstellt. aber sonst alles gut. gut auch, dass es jetzt diese feuermelderpflicht gibt. und dass die hausverwaltung sie punktgenau eingebat hat. jetzt stinkt zwar der gesamte hausflur, sogar in meiner wohnung riecht es leicht angebrannt. aber immerhin, noch eine kleine gute tat zu nacht.

morgen dann weiter.

#insight

alle häßlichkeiten der welt werden offengelegt, von den mächtigen fleischereien bis hin zum mächtigsten mann der welt. der sich aufmacht, eben diese in stücke zu hauen. sie zu schlachten. alles zeigt seine fratze, alles ist voller hass und verachtung. und nur die menschen auf der straße, die dagegen steht. nur die.

hier werden wohnhäuser eingezäunt und bewaffnet umstellt, und dumme menschen schreiben dummes zeug ins netz und in zeitungen. dass man sie doch einfach ausquartieren soll, die infizierten, dass die menschen ihre ruhe haben. die anderen. fragt sich nur, wie lange.

es ist, als würde das wasserspiegel sinken und den grund freilegen. den dreck und schlamm, in dem wir wurzeln. all das, was wir zurücklassen. und das wir nie sehen, kein wunder. wenn selbst das wasser kein wasser mehr ist. wir haben doch alle unsere leichen, unter den füßen und in den köpfen. im herzen. ich habe das, und ich weiß. es gibt kein zurück.

ich rede nicht von schuld, ich denke nicht daran. ich rede vom leben, nur davon. ich schlafe nicht, ich schaue. ich sehe.

die nacht ist relativ still, das ist gut. ein einzelner mensch, unten auf der straße, läuft hin und her, und er jault eine telefonnummer dabei. er spricht nicht, er jault, tatsächlich. monoton, immer und immer wieder, es ist ein verzweifelter gesang. der mann will angerufen werden, gleich morgen. das sagt er auch: morgen. nicht jetzt, das verlangt er gar nicht. es ist schließlich spät, es ist nacht. das sagt er nicht, das denke ich. ich denke ihn mir aus, diesen mann. auch seine hoffnung, wie mir scheint.

denn nur seine stimme, sein klagendern gesang ist echt. ihr nachhall zwischen den häusern, und die not, sie ist nachhaltig. sie wirkt. so kommt er durch die nacht, der mann. vielleicht. das denke ich, und jetzt geht er weiter, gleich ist er weg.

diese jahr. es nimmt mir nachhaltig die träume. alle. selbst die fähigkeit dazu.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner