am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

moin

wieder mal auf reisen, und ich weiß nicht genau warum. es geht um geist und seele, es geht ums reden und ums schreiben. soviel ist klar. die dinge finden sich, mitunter bekomme ich es auch mit. wie aus den augenwinkeln, dann ist es augenblicklich wieder verschwunden. keine ahnung, ob ich darauf vertrauen sollte. oder könnte. oder kann.

die gemietete kleine wohnung ist wirklich klein. eigentlich nur ein raum, aber der paßt. im großen und ganzen. auf dem tisch stehen blumen und eine flasche wasser. es gibt tee, zucker und salz, dazu einen wasserkocher. im kühlschrank liegt ein kühlpack. alles wie für mich bestellt. die hochbettkonstruktion habe ich bereits genau studiert, für den fall, daß ich mal ein solches bauen möchte. könnte ja sein.

nur der schreibplatz liegt mit dem fenster im rücken, im erdgeschoß auch noch, schon wieder. schreibklausurorte im erdgeschoss scheinen meine neue spezialität zu werden. ich weiß nicht, was das soll, aber unangenehm ist es. die eingangstür, aus metall übrigens, ist gleich neben mir, dahinter das treppenhaus, unmittelbar dahinter haustür. einen flur gibt es nicht, ist ja nur ein raum. das ist laut, alles ist laut. und der tisch ist aus glas, das ist scheußlich.

aber man könnte was draus machen. so etwas in der art, vielleicht, irgendwann, in der nähe von berlin. als ständige schreibklause. oder pendlerbutze. oder was auch immer, je nachdem wie sich die dinge finden.

das ist ein komischer tag heute. ich bin eine schlechte reisende.

das LaTeX-experiment

etwas über ein jahr ist es jetzt, daß ich mich in lohn- und brotabhängigkeit begeben habe. frei- und bereitwillig, aber nur halb. zwanzig stunden, alles andere bleibt frei. fazit gefällig?

es ist noch luft nach oben. programmiererInnen sprechen eine sehr eigene sprache und leben in einer eigenen welt. wie vermutlich jede berufssparte, aber handwerkerInnen verstehe ich einfach besser. die sind irgendwie handlicher, und da weiß ich, was sie tun. der wesenskern des programmierens hingegen erschließt sich mir nach wie vor wenig.

andererseits.

versehentlich bin ich in der zeit selbst so etwas wie eine winzige miniprogrammiererin geworden. eine LaTeX-programmiererin, mit mittlerweile vierundfünfzig. was es so alles geben kann. und so gut bin ich inzwischen, daß ich heute im zuge einer notwendigen generalüberholung des gesamtdokuments nebenbei die eigenen blöden anfängerfehler von vor einem jahr bemerken und beheben konnte. also nicht wirklich fehler, aber programmierungenauigkeiten. um genau zu sein.

also aus der perspektive gefällt mir der wesenskern des programmierens wiederum recht gut.

aperitiv

heute wollte ich als erstes die bohrlöcher, die die abgebauten bücherregalmeter im schlafzimmer hinterlassen haben, verspachteln und anschließend das zu besorgende holz sorgfältig vermessen. das hätte spaß gemacht. dann war da aber auch noch die steuererklärung, die schon wieder seit etlichen tagen regungslos und dabei durchaus vorwurfsvoll meiner nachdrücklich bedurfte.

damit hatte sich der schöne freie tag alsbald erledigt, und ich befand mich frustriert in weniger als einer stunde. von wohltuenden 36° auf unterkühlung ohne den hauch einer chance, das unvermeidlich notwendige zügig abzuschließen, wie ich es eigentlich vorgehabt hatte. ein elend, ein elendes ich, ein desaster. die elster ist ein grausamer vogel, hinterhältig und unergründlich.

solches lässt sich nicht retten, auf keine art. solches ist verlorene zeit. da passt zum abschluß nur eines, billiges gesöff, wermut mit viel eis. das eine vielfach unterschätzte, passend kleine größe für den anlaß.

zeit vergeht, in der ich versinke, mich verliere und alles. ins leere erstarre am ende.

das schreiben vergessen. einfach nicht mehr daran denken. anders sein. mir vorstellen, daß es reichen könnte, das bauen. nur noch das, nichts sonst. kein illusionen mehr, keine flausen. mir nichts mehr einbilden, wie es mir als kind schon vorgeschrieben wurde.

ich habe eine dübelschablone für normale runddübel bestellt, die kommt günstiger als eine nutfräse. bohrmaschinen habe ich ja schon.

das wird nicht helfen. das wird nichts ändern. das weiß ich.

nachschauen

Bovenschen: Ich glaube, dass die Liebesfähigkeit bei Menschen dort ist, wo sie es nicht vermeiden, in den Abgrund zu schauen.

vollständiges gespräch im philomag, nachlesen.

ich denke, ich werde mich trauen und das bett, das mir mein vater kurz vor seinem tod noch eigenhändig gebaut hat, ein wenig an die gegebenheiten anpassen. nicht viel, nur die ablagefläche am kopfende, wo sie nicht unerheblich deplaziert ist, zu einer seite hin erweitern. daran anschließend zwei oder drei eckregalbretter und ein bißchen gestänge für zwei neue lampen. ganz durchgedacht ist der plan noch nicht, abwarten.

was ich allerdings beibehalten will und muß, ist die verarbeitung des bettes ohne jegliches metall. alles nur holz und leim, so hat mein vater das gemacht. und das muß natürlich bleiben. ich werde also erstmals mit flachdübeln arbeiten und dafür eine nutfräse besorgen müssen. für vielleicht zwei dübel, das heißt vier schlitze. irgendwie irre, aber darauf freue ich mich am meisten.

umbauprojekte sind übrigens gefährlich, immer. die dinge geraten in bewegung. irgendwie alle.

heute morgen kam mir die eigenartige idee, die zwei meter sechzig bücherregal aus dem schlafzimnmer ersatzlos zu entfernen. ist ja doch recht voll geworden mit der zeit; nicht nur das schlafzimmer, die ganze wohnung irgendwie. und irgendwo muß man ja mal anfangen.

darum steht jetzt hier eine kiste mit papier, das der vernichtung preisgegeben werden wird. bücher! jawohl, ich kann das. bücher wegwerfen. kann ich! außerdem habe ich das unsägliche getan. ich habe an einigen wenigen, sehr wohl gewählten stellen in den verbleibenden büchermetern, immerhin noch zirka dreißig, die zweitreihe eingeführt. schande über mich!

fazit des tages: es war warm. mein motorraddoc war nicht da, natürlich nicht. dabei hatte ich extra geld dabei. aber motorradfahren macht spaß, wo es doch fast november ist. und die nassen blätter ein horror. die android wordpress app kann wohl nicht mit multisites. vielleichtes liegt es auch an diesem captcha, wo kommt das überhaupt her? brauch ich ja aber sowieso nicht, die app, kann also gelöscht werden. die moodle-plattform wiederentdeckt, auch das passwort dazu. mit nur wenig sucherei. ein wenig holz von den wänden geschraubt und nachgedacht, die kleinen umbauarbeiten geplant. ein wenig material dafür bestellt, erstmal nur kabel, stecker und schalter. eine fassung zum üben. es ist gut, wenn ausreichend zeit dafür ist. gelassenheit. nicht viel getan also, im grunde nichts. die steuern nicht einmal angesehen, aber doch zufrieden. trotz latenter migräne übrigens, wie das manchmal so ist an freien tagen. dann ist auf einmal platz dafür. die medikamente natürlich wieder einmal zu spät, aber egal. auch das. ist wie es ist. dabei ist es spät geworden, ohne daß ich es gemerkt hätte. fast zwei schon, so ist meine zeit. ein guter tag. jetzt noch ein wenig musik.

heute habe ich frei. was im grund nur bedeutet, daß ich mal in ruhe überlegen könnte, was ich endlich erledigen könnte. die steuern natürlich. und staubsaugen, bad putzen, bücher aussortieren vielleicht. einkaufen fürs wochenende wäre auch ganz praktisch, ein paar emails schreiben und die rechnungen für diesen monat, dann das motorrad ein letztes mal zum doc in diesem jahr. die letzten kleinigkeiten erledigen, bevor es in den winterschlaf geht.

statt dessen sitze ich hier und überlege, ob mir mal eine hose anziehe. oder socken zumindest. das hatte ich so lange nicht, daß ein tag einfach nur ein tag war. frei und offen für alles. das macht mir beinah ein bißchen angst, ein bißchen viel sogar. das letzte wochenende war ähnlich, da bin ich recht schlecht damit umgegangen. leider.

schön wäre, etwas schönes zu machen. hilfreich vor allem. vielleicht eine intensive beschäftigung mit diesen tempergußerzeugnissen, damit will ich schließlich die neue garderobe im flur realisieren, das regal im schlafzimmer vielleicht, aber auf jeden fall erstmal eine badlampe. zum üben.

das würde mich wohl glücklich machen heute, so könnte der tag gelingen. ich bin ein komischer mensch, ich weiß.

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