am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

wip – stagnation

nein, so schlimm ist es nicht. ich mache immer noch pause, lese ein paar sachen weg, sortiere den januar und schreibe den kram am rande. die exposés eben, die mails undsoweiter. schlecht ist das nicht, die anfänge sind immer das schwerste, so aus dem nichts heraus. da braucht es motivation, die mir im winter nicht immer so ohne weiteres zufliegt. aber zufrieden macht das alles nicht.
morgen gehts also weiter im text, gleich nach den tonaufnahmen, die klassischerweise vor mir herschiebe. (daumen drücken! ich bin nicht gerade ein technikfan.)
die erste testleserschaft sagt übrigens, daß der einstieg schwerfällt, aber dann wird es spannend. das spricht dafür, daß es insgesamt zu gelingen scheint, aber – natürlich – überarbeitung braucht. aber wie auch nicht, in der eile?

heimat 3 (5)

ich weiß nicht recht, was ich sagen soll. der traut sich was, der reitz. gleich zweimal läßt er jemanden am loreleifelsen sterben, einen sogar springen. das ist dick, verdammt dick aufgetragen. ich weiß nicht, warum es dennoch funktioniert. einigermaßen zumindest, trotz allem pathos. oder geht das nur mir so?
also: matko, ein recht verschwiegener und vermutlich nicht besonders intelligenter junge, will flieger werden und hängt sich dementsprechend an ernst. ein eigenartiges freundschaftsangebot, das dieser, in seiner einsamkeit, höchst erfreut erwidert. dadurch kommt der auf die idee, mal nachforschen zu lassen, ob er nicht irgendwo einen eigenen sohn haben könnte. ein frauenheld also, wer hätte das gedacht. derweil geht sein geplantes museum den bach runter, das dorf stellt sich dagegen, und er fliegt ein paar gewagte runden, ziemlich tief, wie üblich. dabei kracht er dann mit motorschaden in ‚die lorelei‘. der engagierte privatdetektiv dreht im anschluß ein wenig durch und versucht matko als ernsts sohn und erben aufzubauen. das wiederum wird dem schnell zuviel und er springt seinerseits vom felsen.
ziemlich offene symbolik: die verletzte taube, die matko findet und pfegt, bis sie wieder fliegen kann. sie kommt aber immer wieder zu ihm zurück und wird schließlich von der pöbelnden dorfjugend gesteinigt. stellvertretend wohl, für den jungen, der aus bosnien ist. naja… das alte moped, das seine ganze freiheit ausmacht. und das er auf hermanns geheiß zurückläßt, bevor es zum bluttest geht. der meint es wohl irgendwie gut, der hermann, aber… ja, was eigentlich? dann die ständig aus irgendeinem grund verletzten und umwickelten hände des jungen. das verstehe ich nicht… am ende sein sturz, sein flug. das ist eindeutig, ja. noch ein herzensmensch. wie ernst.
albernheiten: was sollen die dummen witze mit dem schlechtsitzenden toupet des detektivs? oder prinz hartmut, der loser, und seine immer wieder superschicken autos? ganz ehrlich, das verpaßt irgendwie meinen sinn für komik.
überhaupt: ganz nebenbei hat clarissa mal eben eine chemotherapie durchzustehen. beinahe ohne daß es einem auffällt, in nur drei oder vier szenen präsentiert. aber das scheint sich ohnehin durch die ganzen aktuellen folgen zu ziehen. hermann und clarissa, die beiden zentralen figuren der zweiten heimat, sind eher randerscheinungen. auch wenn sie im zentrum stehen. und es funktioniert. was mich am anfang richtiggehend verstört hat, rettet mir nun diese folge, die die bislang – sagen wir – eigentümlichste war. oder aber die gewagteste? so ist es eben, das leben geht weiter, was immer geschieht. häuser werden gebaut, menschen werden geboren, menschen sterben, werden krank und wieder gesund, begegnen und verlieren sich wieder. (wo ist denn nun gunnar? wenn der morgen nicht endlich wieder auftaucht, dann bin ich echt sauer.) weder das innere, noch das äußere ist die welt. oder so ähnlich.
das muß ich mir noch ein drittes mal ansehen, glaube ich.

doch

noch ein bißchen liste gemacht. schluß damit, ab jetzt nur noch musik. (steht allerdings auch auf der liste, seh ich gerade… ;-)

schwein gehabt

wie meine mutter, denke ich, als ich die heizung anmache, damit die wäsche besser trocknet. bis mir einfällt, daß meine mutter das im sommer gemacht hat. aber jetzt ist ja winter. immerhin.

hartzer nachschlag

zeitunglesen macht keinen spaß in letzter zeit. hier zum beispiel handelt es sich um das arbeitsamt, von dem ich auch zu berichten hatte. dort. und auch hier bei mir, eine leicht modifizierte version.
kürzlich bekam ich diese reaktion darauf:
Was mir nicht gefällt, ist die schon beinahe klischeehafte Beschreibung der Arbeitsamt-Mitarbeiter. Am Ende des Textes bin ich eher sauer auf die Ich-Erzählerin als auf die Umstände, denn der Leser fragt sich schon, weshalb sie in ein Berlin mit einer Arbeitslosenquote von 20 Prozent und einem Heer von arbeitslosen Journalisten zieht und dann auf Hilfe angewiesen ist, die ihr nicht zu passen scheint. Mehr noch: Sie projeziert ihren Ärger und ihre Angst unreflektiert auf eine Arbeitsamt-Mitarbeiterin. Aber Vater Staat ist nun mal nicht die große Mutti und wird es auch in Zukunft immer weniger sein. Für jeden Menschen ist nachvollziehbar, dass auch Arbeitsamt-Mitarbeiter keine Übermenschen sind, besonders nicht in Zeiten dieser komplexen Umstellung. Bei diesem Text fehlt der Abstand.
was mich einigermaßen überrascht hat, denn meiner meinung nach ist das nicht im geringsten das thema. vielmehr geht es um den offensichtlich manifestierten zustand, unter der last der derzeitigen bedingungen nicht einmal mehr in der lage zu sein, einander wahrzunehmen, um miteinander reden zu können. (wie auch der oben verlinkte artikel verdeutlicht.) dabei war mir erklärtermaßen eine parteinahme soweit als möglich unwichtig. wobei objektivität bei persönlich eingefärbten berichten sicherlich nicht bis ins detail eingehalten werden kann. aber wo ist sie das überhaupt?
seltsam also, was aus texten heraus- oder in diesem fall vielleicht besser hineingelesen werden kann. denke ich immer wieder.

balance

das sollte man auch nicht machen, sich derart üppige listen vornehmen und dann auch noch ins netz stellen. so vergeht der vormittag mit kopfschmerzen im bett. anschließend erledige ich mit wachsender freude haushaltsdinge, spülen, wäschewaschen, bett beziehen. handwerkliches schafft balance. vielleicht sollte ich einfach die komplette liste streichen und statt dessen endlich die türen machen. die scheiben darin, die die leute, die vor mir hier alles erledigt haben, einfach großzügig mitgestrichen haben. handwerker eben.
aber nein, immerhin an dem MEMORYexposé sitze ich jetzt schon mal fleißig. mehr oder weniger. die schwere kommt, automatisch, wie immer, mit MEMORY.

wip – sechste zwischenbilanz

bis auf weiteres tatenlos, was beim schreiben bedeutet: leere gestatten, frei schwingend denken, die dinge sich finden lassen. warten, ohne zu warten also. das ist gar nicht so leicht. aber hochnötig.
das programm für morgen beinhaltet dementsprechend vorbereitungen unterschiedlichster art. briefe und emails, die beiden exposés zumindest anfangen, erste bewerbungsrundbriefe ansetzen und – wenn ich das noch schaffe – die tonaufnahmen des blinden. das lesen ist dabei natürlich nicht die schwierigkeit, sondern vielmehr der erstmalige versuch, es zwecks nachbearbeitung in den computer zu kriegen und nicht auf band zu lesen. alles mögliche also, das morgen ansteht, aber kein schreiben. nicht an den text. das ist nahezu verboten.
wobei mir da eben schon die erste idee für einen schluß deutlich zu nah getreten ist. ;-)

wip – unlustig

keine lust heute. wieder wird es schon dunkel, als ich endlich am computer hocke. nicht etwa, daß ich vorher irgend etwas wichtiges oder auch nur originelles zu tun gehabt hätte. nein, ich hatte nur einfach keine lust. zu nix.
dennoch ist inzwischen die liste abgearbeitet, und vier seiten sind grob ins leere hinausgeschrieben. als pfad, der zu verfolgen ist, in der nächsten woche. im grunde liegt damit schon alles am weg, kaum noch etwas, das zu berücksichtigen wäre. hier und da fehlt der inhalt, klar. besonders in zwei, drei äußerst wichtigen punkten. da steckt noch arbeit drin, keine frage. und die ausarbeitung sowieso, ausnahmslos. außerdem sollte mir auch bald mal ein vernünftiger schluß einfallen. das wäre auch nicht schlecht.

wip – arbeitsprobe (3)

ohne kommentar

36.
Britt ruft mich an, beinah jeden Abend, gegen neun. Sie ist nur selten hier, einmal im Monat vielleicht. Der Weg ist weit, von Utrecht nach Berlin. Ich fahre überhaupt nicht mehr zu ihr. Das ist es nicht wert.
Aber sie ruft an, immer noch. Abends, um neun.
Ich habe nichts dagegen, im Moment jedenfalls. Es ist mir sogar recht angenehm. Sara mag es, wenn ich mit anderen telefoniere. Sie sieht gern zu dabei.
Wenn Britt hier ist, muß ich Sara genau erklären, wo wir den Tag verbringen werden. Ich schreibe ihr Kurzmitteilungen oder spreche sogar kurz auf ihre Mailbox. Damit sie uns findet. Ich weiß zwar nie, wo Sara letztendlich auftauchen wird. Aber sie kommt, jedesmal. Immer genau dann, wenn ich gerade doch nicht mehr damit rechne. Im Café, draußen am Fluß, am Tisch gegenüber. Oder abends im Kino, direkt hinter uns. Einmal gehe ich mit Britt zu einem von Saras Konzerten.
„Tolle Bassistin“, sagt sie, und ich muß grinsen.
Am Abend wähle ich Saras Nummer und lege den Hörer daneben. Ich weiß, sie mag auch gern zuhören.
Aber dann wird es mir zu heikel. Und ich habe Britt nicht wiedergesehen. Obwohl sie nie etwas gemerkt hat. Ich schwöre.

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